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StartseiteThemaWas Sie über die Corona-Impfung wissen müssen08.02.2021

Impfstart in DeutschlandWas Sie über die Corona-Impfung wissen müssen

Der Kampf gegen die Corona-Pandemie geht in die entscheidende Phase: Die Impfungen gegen das Coronavirus haben in Deutschland begonnen. Wer kann sich wann und wo impfen lassen? Wie sicher sind die Impfstoffe? Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten und ist man danach immun? Ein Überblick.

Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer. Eine Krankenschwester im UC Davis Medical Center in Sacramento, Kalifornien, zieht die Subsatnz aus einem Gläschen in eine Spritze. Zu sehen ist nur ihre mit einem blauen Handschuh geschützte Hand. (dpa/AP/Hector Amezcua)
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Drei Impfstoffe gegen COVID-19 sind bisher in der EU zugelassen worden. Zuerst der Impfstoff von Biontech/Pfizer im Dezember 2020, danach folgte Anfang Januar 2021 der Impfstoff von Moderna, Ende Januar erteilte die EU-Kommission die bedingte Zulassung für den Impfstoff von AstraZeneca. Offizieller Impfstart in Deutschland war der 27. Dezember 2020. Seitdem werden die priorisierten Personengruppen geimpft. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte in Berlin, die "größte Impfkampagne in der Geschichte Deutschlands" sei erfolgreich angelaufen. Das Impfen ist kostenlos und freiwillig, es gibt keine Impfpflicht. Bei weiteren Fragen kann man sich an die Hotline 116117 wenden.

Die wichtigsten Fragen im Überblick:

Wer kann sich wann impfen lassen?

Grundsätzlich soll allen Erwachsenen in den nächsten Monaten ein Impfangebot gemacht werden, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Weil allerdings noch nicht genug Impfstoffdosen für alle Deutschen vorliegen, wird nach einer bestimmten Reihenfolge geimpft, die das Bundesgesundheitsministerium in der Impfverordnung festgelegt hat. Diese wurde überarbeitet, weil die Ständige Impfkommission empfohlen hat, den dritten zugelassenen Impfstoff (von AstraZeneca) nur für eine Personengruppe im Alter von zwischen 18 und 64 Jahren zu nutzen, da noch Daten zur Wirkung bei Älteren fehlen. 

Höchste Priorität:
Die höchste Prioriöt haben weiterhin die über 80-Jährigen, Bewohner und Personal von Pflegeeinrichtungen, Personal in Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdiensten und ambulante Pflegekräfte sowie bestimmtes Personal in medizinischen Einrichtungen. Den 800.000 Pflegeheimbewohnern soll bis Mitte Februar ein Impfangebot gemacht werden, ein Großteil ist mittlerweile bereits geimpft. "Die Schwächsten zu schützen, ist das erste Ziel unserer Impfkampagne", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Diese erste Phase soll insgesamt bis Ende März dauern.

Hohe Priorität:
Ab April sollen dann in der zweiten Stufe Menschen geimpft werden, die 70 Jahre oder älter sind, aber auch Menschen mit Trisomie 21, mit Demenz, geistiger Behinderung oder Menschen nach Organtransplantationen. In diese Stufe fallen auch – neben weiteren Gruppen – Polizei- und Ordnungskräfte, die einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind (beispielsweise bei Demonstrationen) sowie bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen, Schwangeren und Personen, die in Flüchtlings- oder Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind. Auch andere Risikopatienten sollen mit einer Arzt-Bescheinigung in diese Stufe vorgezogen werden.

Erhöhte Priorität:
In die dritte Stufe fallen Menschen im Alter von 60 Jahren und älter, aber auch Erzieher und Lehrer sowie Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen. Zudem können Menschen mit bestimmten Krankheiten in dieser Phase geimpft werden (darunter Erkrankungen von Leber, Niere oder Herz, aber auch Asthma und Rheuma).

In Stufe vier können alle weiteren Impfwilligen den Impfstoff erhalten. Die Impfverordnung sieht allerdings auch vor, dass Impfstoff aus angebrochenen Fläschchen jenseits der Prioritäten gespritzt werden kann.

Terminvergabe

Die Bundesländer regeln die Terminvergabe für die Menschen, die an der Reihe sind. Dazu wird die Hotline 116117 unter anderem auch als Zugangsnummer für die Terminvergabe genutzt. In manchen Ländern sind auch digitale Terminvereinbarungen möglich. Viele Impftermine sind bereits ausgebucht. Wegen Lieferproblemen wurde in einigen Bundesländern der Impfstart in den Impfzentren verschoben.  

RKI-Chef Lothar Wieler dämpft allerdings die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität: "Auch wenn wir die ersten Gruppen geimpft haben, werden nicht alle Gruppen geschützt sein, denn kein Impfstoff ist perfekt. Wir müssen uns in den nächsten Monaten alle weiterhin an die AHA+L-Regeln halten und unsere Kontakte einschränken." 

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Wo kann man sich impfen lassen? Beim Hausarzt?

Die mobilen Impfteams werden in den Pflegeheimen eingesetzt. Wer nicht im Heim lebt, kann dann in den von den jeweiligen Bundesländern eingerichteten Impfzentren geimpft werden. Das sind zum Beispiel Messehallen, Flughafengelände oder große Arenen. Dafür können auch Krankentransporte bestellt werden. Wenn mehr Impfstoff zur Verfügung steht, der nicht auswändig gekühlt werden muss, soll auch bei Haus- oder Fachärzten geimpft werden können.

Wie viele Menschen pro Tag geimpft werden können, hängt stark von der Verfügbarkeit des Impfstoffs ab. Die Länder organisieren auch das Impfpersonal in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung und Organisationen wie dem Roten Kreuz. Im Deutschlandfunk sagte Bundesgesundheitsminister Spahn: "Mein Ziel ist, wenn Zug um Zug weitere Impfstoffe kommen, die von der Lagerung und der Menge her geeignet sind für die Arztpraxen, dass wir dann ab dem Frühjahr, Frühsommer auch in den Arztpraxen impfen."

Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Wie bei allen Impfungen kann es zu Nebenwirkungen kommen. Darüber werden die zu Impfenden vorher umfassend aufgeklärt. In frühen Studien traten Rötungen an der Einstichstelle auf, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Fieber und Schüttelfrost - ähnlich wie bei einer Grippeimpfung. Diese typischen Impfreaktionen zeigen an, dass sich der Körper mit dem fremden Stoff auseinandersetzt, erklärte Werner Bartens, Medizinjournalist bei der "Süddeutschen Zeitung", im Dlf. Das sei also eine erwünschte Reaktion. 

Es gebe bis jetzt keine Hinweise auf schwere Langzeitnebenwirkungen. Diese könne man nicht generell ausschließen, dazu ist der Impfstoff noch zu neu und die Studien erst wenige Monate alt. Die schwersten Nebenwirkungen seien allerdings bisher Gelenkschmerzen oder Lymphknotenschwellungen von bis zu einer Woche gewesen – bei weniger als einer Handvoll der 40.000 Probanden. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, betont, dass bisher keine Risiken beim Impfen festgestellt wurden. "Haben Sie Vertrauen. Ein kleiner Piks schützt vor einer gefährlichen Infektion."

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Menschen, die bereits schwere Allergieprobleme haben, könnten mit allergischen Reaktionen reagieren. Aus Großbritannien und den USA, wo die Impfungen mit dem Biontech-Pfizer-Impfstoff früher gestartet sind, gab es vereinzelt Berichte darüber. Dass in Großbritannien zwei Personen stark auf den Corona-Impfstoff reagiert haben, bedeute aber nicht, dass zum Beispiel Allergiker gegen Gräser oder Hausstaub sich nicht impfen lassen dürfen, sagte Allergologin Christiane Bayerl im Dlf

Auch in Deutschland habe es laut Paul-Ehrlich-Institut bis zum 14. Januar sechs Fälle gegeben, bei dem ein anaphylaktischer Schock aufgetreten ist. Daher solle man nach der Impfung noch 15 bis 30 Minuten vor Ort bleiben, berichtet . "Wenn man sich daran hält, spricht nichts gegen eine Impfung." Laut PEI habe es zudem sieben Todesfälle in den Stunden und Tagen nach der Impfung gegeben, so Wildermuth: "Aber wenn man sich die Altersstruktur der Geimpften anguckt, sind das größtenteils über 80-Jährige, dann liegt das im üblichen Rahmen und hat nichts mit der Impfung zu tun."  

Das RKI rät in seinem Aufklärungblatt zur Schutzimpfung gegen COVID-19 Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren von einer Impfung ab, denn die jeweiligen mRNA-Impfstoffe sind erst für Personen ab 16, bzw. 18 Jahren zugelassen.  

Wann wäre eine Herdenimmunität erreicht?

Darüber gehen die Meinungen auseinander. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet bei einer Impfung von 60 Prozent der deutschen Bevölkerung damit, dass eine Herdenimmunität erreicht werden kann - das wäre laut Spahn bis Ende Sommer 2021 möglich. Die Experten der Weltgesundheitsorganisation schätzen, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden müssten.

Andere Fachleute - wie zum Beispiel der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach - gehen von einer noch höheren Durchimpfungsrate bis zu 85 Prozent aus, je nachdem, wie infektiös das Virus durch eine Mutation ist und werden kann. Auch Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung schätzt, dass man eine 80- bis 85-prozentige Durchimpfung der Bevölkerung benötigt.

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Wirkt der Impfstoff auch gegen Mutationen des Coronavirus?

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Zu diesem Schluss kommt auch der Infektions-Epidemiologe Timo Ulrichs bei Dlf Kultur: "Die Immunantwort, die das Impfen hervorrufen soll, wird immer noch umfassend sein. Alles zusammengenommen wird dieser Impfstoff nach wie vor wirken. Das gilt für alle bisher aufgetauchten Mutationen." Mutationen stellen für Viren alltägliches Ereignis dar, kommentiert Dlf-Wissenschaftsredakteur Arndt Reuning. Dass die Impfstoffe ihre Wirksamkeit einbüßen, sei nicht zu erwarten.  

Das Paul-Ehrlich-Institut erklärt auf seiner Homepage: "Nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist davon auszugehen, dass die bisher beobachteten Virusmutationen keine Auswirkungen auf die Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe haben. mRNA-Impfstoffplattformen bieten insbesondere den Vorteil, dass sie schnell an Mutationen angepasst werden können."

Coronavirus (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)Übersicht zum Thema Coronavirus (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)

Wie oft muss man sich impfen lassen?

Bei den von der EMA aktuell zugelassenen Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca zweimal - im Zeitraum von knapp einem Monat. Eine erste Impfung bringt eine Grundimmunisierung. Nach drei bis vier Wochen muss man erneut geimpft werden. Weitere zwei bis drei Wochen später soll der volle Schutz aufgebaut sein. Die immunisierende Wirkung soll nach Angaben von Biontech/Pfizer mindestens ein Jahr lang anhalten.

Reicht der Impfstoff?

Insgesamt gibt es laut Bundesgesundheitsminister Spahn aktuell weitere Impfstoff-Kandidaten, "die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bis zur Jahresmitte zugelassen werden: Neben den Produkten von Biontec, Moderna und AstraZeneca auch die von Curevac und Johnson & Johnson." 

Sollten alle zugelassen werden, erhält Deutschland laut Gesundheitsministerium insgesamt 300 Millionen Impfdosen. Für 2021 hat sich Deutschland insgesamt über 85 Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer gesichert. Bis Ende März wird mit 11 bis 13 Millionen Impfdosen gerechnet. Gesundheitsminister Spahn rechnet damit, bis Herbst jedem Menschen in Deutschland ein Impfangebot machen zu können.

Was bewirkt der Impfstoff? Ist man dann immun?

Der Impfstoff soll schwere Verläufe verhindern. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, erklärt, dass der Impfstoff eine "ganz hervorragende Wirkung" zeige. Die Aufnahme und Weitergabe von Viren werde deutlich reduziert. Der Impfschutz soll relativ lange anhalten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Geimpfte andere anstecken können - aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist nicht sehr groß. Wie lang eine Impfung vor einer Infektion schützt, ist ebenfalls noch unklar, da noch keine Langzeitstudien vorliegen.

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna verwenden mRNA, um die Zellen dazu zu bringen, das Viruseinweiß Spike herzustellen und damit das Immunsystem zu aktivieren, erklärt Dlf-Wissenschaftsredakteur Volkart Wildermuth. Der Impfstoff von Biontech ist etwas günstiger (12 Euro). Dafür ist der Moderna-Impfstoff (15 Euro) bei minus 20 Grad in einer normalen Kühl-Gefrierkombination haltbar, während der Biontech-Impfstoff bei minus 80 Grad in Spezialbehältern gekühlt werden muss.

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Verändern mRNA-Impfstoffe das menschliche Erbgut?

Nein. Laut Paul-Ehrlich-Institut besteht "keine Gefahr einer Integration von mRNA in das humane Genom". Das Erbgut besteht aus DNA und liegt im Zellkern, erklärt Dlf-Wissenschaftsredakteur Volkart Wildermuth: "Die mRNAs sind Arbeitskopien der aktiven Gene, die die genetische Information für die Produktion von Eiweißen nutzbar machen. mRNA wird rasch abgebaut, so bleibt die Zelle flexibel. Die mRNA aus dem Impfstoff integriert sich in diesen natürlichen Prozess. Sie gelangt nicht in den Zellkern, sondern sorgt für die Produktion des Vireneiweiß-Spike. Das regt dann das Immunsystem an, während die mRNA aus dem Impfstoff abgebaut wird."

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"Das ist räumlich total voneinander getrennt. Die RNA kann nicht in den Zellkern gelangen", bestätigt Werner Bartens, Medizinjournalist bei der Süddeutschen Zeitung, im Dlf. "Die RNA wird gespritzt und integriert sich in die Muskelzelle - aber nicht dort, wo die DNA ist, sondern ins Zellplasma. Dort ist das genetische Programm für die Spike-Proteine, also dieser Stachel, mit dem das Coronavirus die Zelle entert. Das wird dort hergestellt und an der Zelloberfläche präsentiert. Daraufhin bildet der Körper Antikörper - ähnlich wie nach einer Infektion, die man im Falle von Corona aber niemanden wünscht."

Wie sicher können Impfstoffe sein, die in Rekordtempo entwickelt und zugelassen wurden?

"An Impfstoffe, die in Deutschland oder der EU zugelassen werden, werden immer, egal welches Tempo, die höchsten Sicherheitsstandards angelegt", erklärte Marylyn Addo, Leiterin der Infektiologie des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf, im Dlf. Es seien in sicherheitsrelevanten Fragen keine Kompromisse eingegangen worden. Bundesgesundheitsminister Spahn und Forschungsministerin Anja Maria-Antonia Karliczek bestätigten, dass es keine "riskanten Abkürzungen" gebe. Medizinerinnen und Mediziner sind der Meinung, dass das Risiko eines schweren COVID-19-Verlaufs oder bleibender Organschäden höher ist als die Gefahr schwerer Nebenwirkungen, die bislang in den Studien noch nicht aufgetreten sind.

Im Zuge der Corona-Pandemie haben die Expertinnen und Experten die Zusammenarbeit intensiviert und Zeitabläufe optimiert, etwa durch das Rolling-Review-Verfahren, bei dem noch während der klinischen Phase-3-Prüfung einzelne Datenpakete zur Vorab-Bewertung für die Zulassung vorgelegt werden können. Zudem war die Sequenz des Viren-Erbguts schnell bekannt und die ersten Forschungsprojekte konnten zügig beginnen.

Soll es Privilegien für Geimpfte geben?

Die Bundesregierung hat Privilegien für Geimpfte bisher abgelehnt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einer Impfpflicht im Deutschlandfunk eine Absage erteilt. "Wir setzen auf Argumente, auf Information und Vertrauen in den Impfstoff". Dieser Meinung ist auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keinen Anlass für Sonderrechte für Corona-Geimpfte. Solange nicht klar sei, ob man trotz Impfung das Virus weiterhin übertragen könne, verböten sich gegenwärtig Privilegien für Geimpfte, sagte Lambrecht der dpa. Solange es nicht genügend Impfstoff für alle gebe, sei es zudem ein Gebot der Fairness, Sonderrechte weder einzufordern noch anzubieten. Auch der Ethikrat hält es nicht für sinnvoll, die Corona-Einschränkungen für geimpfte Menschen wieder aufzuheben.

Volker Lipp (picture alliance/dpa | Michael Kappeler) (picture alliance/dpa | Michael Kappeler)Ethikrat gegen Ausnahmen für Geimpfte
Der Ethikrat empfiehlt, gegen Corona geimpfte Personen nicht anders zu behandeln als nicht-geimpfte. Erst müsse klar sein, ob Geimpfte weiter ansteckend seien und die Impfung müsse für alle zur Verfügung stehen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Ethikrates, Volker Lipp, im Dlf.

Außenminister Heiko Maas hat sich zuvorfür mehr Freiheiten für Geimpfte ausgesprochen. Dabei gehe es nicht um Privilegien, sondern darum, dass Menschen wieder ihre Grundrechte ausüben dürfen, sagte er gegenüber der "BILD". So sollten Geimpfte beispielsweise wieder früher Restaurants und Kinos besuchen dürfen. Maas räunte jedoch ein, dass es nicht abschließend geklärt sei, inwiefern sich Geimpfte weiterhin infizieren könnten. Ähnlich argumentierte im Dezember bereits der ehemalige Vorsitzende des Ethikrates, Peter Darbock. Sofern geimpfte Personen nicht mehr ansteckend seien, sei die Wiedererteilung der Grundrechte "im Verfassungsstaat die Normalität".

Die EU arbeitet an der Einführung eines Impfzertifikats, also einen EU-weit anerkannten Impfausweis, den vor allem die Länder, die vom Tourismus abhängen, befürworten. Auch hier gibt es zahlreiche Einwände.

EU-Coronagipfel: Suche nach Einigkeit beim Impfzertifikat
Beim Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs wird auch über die Einführung eines EU-weit anerkannten Impfausweises diskutiert. 

Quellen: og, BMG, RKI, PEI, dpa, AFP

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