Montag, 28. November 2022

Jupiter in Opposition
Riesenplanet und Raumsonden-Schubser

Heute Abend erreicht Jupiter im Sternbild Fische seine beste Stellung des Jahres. Der Riesenplanet steht die ganze Nacht über am Firmament und ist mit seinem cremefarbenen Licht nicht zu übersehen - nur Sonne, Mond und Venus erscheinen heller.

Von Dirk Lorenzen | 26.09.2022

Der Planet Jupiter, im Infrarotlicht aufgenommen vom James-Webb-Weltraumteleskop
Der Planet Jupiter, im Infrarotlicht aufgenommen vom James-Webb-Weltraumteleskop (NASA/ESA/CSA)
Jupiter steht ziemlich genau im Frühlingspunkt – also an der Stelle, an der sich die Sonne zu Frühlingsanfang im März befindet. Der Planet besteht – wie die Sonne – vor allem aus Wasserstoff und Helium und hat mehr als doppelt so viel Masse wie alle anderen Planeten, Asteroiden und Kometen zusammen.
Der Riese im Planetensystem hilft mit seiner Schwerkraft gelegentlich Raumsonden auf die Sprünge. Bei passender Wahl der Flugbahn wird etwas Bahnenergie des Planeten auf die Sonden übertragen.
Die Voyager-Sonden und die Pluto-Sonde New Horizons hätten ohne Jupiters Hilfe ihre Ziele kaum erreicht. Vor dreißig Jahren katapultierte Jupiter die Sonnensonde Ulysses aus der Ebene des Planetensystems heraus - auf diese Weise konnte die Sonde die Pole der Sonne erforschen. So ein Manöver wäre mit eigenem Treibstoff nicht möglich gewesen.
Der US-Raumfahrtingenieur Gary Flandro erkannte einst, dass um das Jahr 1980 die äußeren Planeten so aufgereiht sein würden, dass sich eine Raumsonde mit Hilfe einiger Schwungmanöver von Jupiter zu Saturn, Uranus und schließlich bis zu Neptun würde hangeln können. Dies wurde die große Planetentour von Voyager 2.
Jupiter, der größte Raumsonden-Schubser des Sonnensystems, strahlt jetzt in den Stunden rund um Mitternacht hoch am Südhimmel.