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Newsblog zum Coronavirus+++ Entwicklungen vom 2. bis 4. Juli +++

Luxemburg: Xavier Bettel in einer Pressekonferenz (Diego Ravier/imago-images)
In zwei Wochen fällt es unter die "persönliche Entscheidung", ob die Menschen in England eine Corona-Maske tragen wollen oder nicht, erklärte ein britischer Minister. (Diego Ravier/imago-images)

Luxemburgs Premier muss ins Krankenhaus +++ Trotz steigender Corona-Infektionszahlen soll in Großbritannien die Maskenpflicht aufgehoben werden. +++ Unions-Kanzlerkandidat Laschet ist gegen Strafen für Menschen, die ihre Impftermine schwänzen. Mehr in unserem Newsblog.

Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.

Sonntag, 4. Juli

+++ Luxemburgs Premierminister Bettel ist eine Woche nach seinem positiven Corona-Test ins Krankenhaus gekommen. Dort sollen zusätzliche Tests und Untersuchungen vorgenommen werden, wie die Regierung mitteilte. Vorsichtshalber werde der Regierungschef 24 Stunden lang zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Der 48-Jährige war am vergangenen Sonntag nach dem EU-Gipfel in Brüssel positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er hatte nach Angaben seines Sprechers zunächst nur milde Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen und wollte seine Arbeit von zu Hause aus fortsetzen. Vorgesehen waren zehn Tage Quarantäne. Beim Gipfel hatte Bettel Kontakt mit vielen anderen europäischen Staats- und Regierungschefs, auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nach eigenen Angaben wurde er bislang einmal gegen das Coronavirus geimpft.

+++ In der Diskussion über Strafen für sogenannte Impfschwänzer hat sich Unions-Kanzlerkandidat Laschet gegen Bußgelder ausgesprochen. Solidarität erzwinge man nicht durch Strafen, sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Jeder, der einen Impftermin nicht wahrnehmen könne, solle seinen Termin absagen und somit Platz für andere Impfwillige schaffen, forderte Laschet.

Vertreter von SPD und Union hatten sich für Strafzahlungen ausgesprochen, sollten Menschen ihre Impftermine ohne eine Abmeldung verstreichen lassen. Der SPD-Politiker Lauterbach erklärte im ARD Fernsehen, Terminausfälle könnten dazu führen, dass die Impfkampagne ins Stocken gerate und Dosen weggeworfen werden müssten. Der Unions-Fraktionsvize Frei betonte, wer zu bequem sei, zum Telefon zu greifen oder mit wenigen Klicks im Internet einen Termin abzusagen, sollte für die Ausfallkosten aufkommen müssen. 

+++ In Hamburg ist der berühmte Fischmarkt nach mehr als 15 Monaten Corona-Pause wieder geöffnet. Los ging es am Sonntagmorgen um 5.00 Uhr. Der Fischmarkt im Stadtteil Altona läuft mit Corona-Auflagen im Testbetrieb. Marktschreier und Musiker sind noch nicht erlaubt. Besucher müssen eine medizinische Maske tragen und dürfen nur außerhalb des Geländes essen. Auf einer Länge von 250 Metern und einer Breite von 30 Metern dürfen zudem nur rund 60 Händler in zwei Reihen ihre Waren anbieten. Üblicherweise sind dort etwa 120 Marktstände aufgebaut.

Besucher gehen über den Hamburger Fischmarkt.  (dpa)In Hamburg ist der Fischmarkt wieder geöffnet. (dpa)

+++ In Großbritannien hat die Regierung trotz rapide steigender Corona-Infektionszahlen die Aufhebung der Maskenpflicht angekündigt. Es stehe den Bürgerinnen und Bürgern bald frei, ob sie in Geschäften, Bussen oder Bahnen bald noch eine Schutzmaske tragen möchten, sagte der britische Wohnungsbauminister Jenrick dem Sender Sky News. Die Regierung plant demnach, in zwei Wochen fast alle Corona-Beschränkungen aufzuheben. Unter anderem sind dann private Treffen nicht mehr auf eine bestimmte Anzahl von Personen begrenzt. Außerdem dürfen landesweit die Clubs wieder öffnen.

Der neue britische Gesundheitsminister Javid hatte die Lockerungen zuletzt verteidigt und mit der psychischen Belastung vieler Menschen begründet. Die hochansteckende Delta-Variante lässt die Corona-Fallzahlen in Großbritannien derzeit steigen, die Inzidenz liegt bei knapp 200.

Auch wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, muss unter Umständen in Quarantäne - nicht nur bei der Rückkehr aus einem Virusvariantengebiet, sondern auch bei Kontakt zu einer Person, die nachweislich mit der Delta-Variante infiziert ist. Die Details haben wir hier für Sie zusammengefasst.

+++ Die Corona-Pandemie hat sich negativ auf die Ausbildung von Geflüchteten ausgewirkt. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages unter 70 Wirtschaftsorganisationen, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Demnach sind Migrantinnen und Migranten stärker von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen als andere Bevölkerungsschichten. Dies liege hauptsächlich an der schlechten technischen Ausstattung der Geflüchteten. So sei Online-Unterricht wegen fehlender Laptops oder schwacher Internetverbindungen in vielen Fällen nicht möglich gewesen, hieß es.

+++ Knapp drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio gibt es einen weiteren Corona-Fall unter einreisenden Athleten. Wie die japanische Regierung mitteilte, wurde ein Mitglied des Olympia-Teams aus Serbien bei der Ankunft am Flughafen Haneda in Tokio positiv auf das Coronavirus getestet. Die Person sei isoliert und vier weitere Mitglieder des Teams in eine Unterkunft nahe des Flughafens gebracht worden. Zuvor waren schon zwei Mitglieder der Olympia-Mannschaft aus Uganda positiv getestet worden. Dies löste in Japan Zweifel an den Schutzmaßnahmen rund um die Olympischen Spiele aus.

+++ Angesichts der gesunkenen Corona-Infektionszahlen wächst nach Angaben der Lufthansa die Nachfrage nach Dienstreisen. Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister sagte der "Welt am Sonntag", man erlebe derzeit ein "Comeback der Dienstreise". Gerade in Deutschland und Europa ziehe die Nachfrage der Unternehmen nach Flugreisen wieder deutlich an. "Seit vier Wochen registrieren wir eine verstärkte Nachfrage nach dienstlichen Flügen für September, Oktober und November. Das ist ein deutliches Signal." Hohmeister erwartet, dass die Dienstflüge im dritten und vierten Quartal dieses Jahres lediglich 30 bis 40 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen dürften. "Das ist aber eine Vervielfachung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum", sagte er.

Ein Airbus A330-300 der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa, mit Beinamen/Taufname Siegen, kurz nach dem Start von der Centerbahn (picture alliance / Wolfgang Minich)Bei der Lufthansa gibt es wieder mehr Nachfrage nach Dienstreisen. (picture alliance / Wolfgang Minich)

+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erstmals seit Wochen nicht weiter gesunken. Das Robert Koch-Institut gab den Wert heute früh mit 5,0 an. Gestern hatte er bei 4,9 gelegen und vor einer Woche bei 5,7. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 559 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Das waren 21 Fälle mehr als vor einer Woche. Sieben Menschen starben im Zusammenhang mit einer Ansteckung.

+++ Seit heute gelten die Insel Zypern und die spanische Region Katalonien als Corona-Risikogebiete. Die Einstufung bedeutet, dass das Auswärtige Amt von Reisen dorthin abrät. In die Liste aufgenommen wurden zudem weitere Regionen in Spanien und Norwegen. Als Risikogebiete werden Länder und Regionen eingestuft, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner über 50 liegt.

Hier finden Sie eine aktuelle Liste, welche Länder und Regionen in Europa das Robert Koch-Institut als Risikogebiete einstuft - und welche Länder als Virusvarianten-, sowie Hochinzidenzgebiet gelten. 

+++ Die Virologin Brinkmann fordert angesichts der Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus ein neues Testkonzept für Schulen. Sie sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, sinnvoll wäre ein vermehrter Einsatz der sogenannten Gurgel- und Lolli-Tests anstelle weniger präziser Antigen-Schnelltests. Sie könnten mit der PCR-Methode ausgewertet werden und Kosten sparen, da sie auch gruppenweise abgenommen und auf einmal ausgewertet werden könnten.

+++ Aus Protest gegen die Corona-Politik des brasilianischen Präsidenten Bolsonaro sind erneut tausende Menschen auf die Straße gegangen. Demonstrationen gab es nach Korrespondentenberichten in 110 Städten Brasiliens, auch in dutzenden europäischen Städten protestierten die Menschen. 

Demonstranten protestierten bei einem Marsch auf der Avenida Presidente Vargas gegen den brasilianischen Präsidenten Bolsonaro und fordern seinen Rücktritt.  (dpa / ZUMA Wire)In Brasilien haben - wie hier in Rio de Janeiro - tausende Menschen gegen die Corona-Politik von Präsident Bolsonaro protestiert. (dpa / ZUMA Wire)

Samstag, 3. Juli

+++ Brasiliens Oberster Gerichtshof lässt Ermittlungen gegen Präsident Jair Bolsonaro in Zusammenhang mit mutmaßlicher Korruption bei einem Impfstoffvertrag zu. Laut Staatsanwaltschaft soll Bolsonaro bei der Beschaffung eines indischen Impfstoffes seine Amtspflichten verletzt haben. Hintergrund sind Unregelmäßigkeiten bei einem 316 Millionen Dollar umfassenden Vertrag vom Februar mit dem indischen Hersteller Bharat Biotech über 20 Millionen Dosen, in die Bolsonaro verwickelt sein soll. Ein Untersuchungsausschuss des Senats hat den Verdacht erhoben, dass der Impfstoff überteuert und dass Korruption im Spiel war. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe setzte die Regierung den Vertrag aus. Bolsonaro bestreitet jedes Fehlverhalten.

+++ Sri Lanka will seine staatlichen Schulen nach einer dreimonatigen Schließung wieder öffnen. Zunächst würden Vorbereitungen für die Öffnung von Schulen mit weniger als 100 Schülerinnen und Schülern getroffen, teilte das Bildungsministerium mit. Es gebe fast 3000 davon. Andere Schulen würden schrittweise folgen. Die Zahl der Corona-Fälle in Sri Lanka hatte im April stark zu steigen begonnen, weil das singhalesische Neujahrsfest gefeiert wurde. Vor einer Woche ging ein einmonatiger Lockdown zu Ende, doch viele Beschränkungen gelten weiterhin.

+++ Der Präsident des Berliner Roten Kreuzes, Czaja, hat sich angesichts Tausender verfallener Impftermine dafür ausgesprochen, "Impfterminschwänzer" künftig zur Kasse zu bitten. Wer etwa seinen Termin für die Zweitimpfung in einem der Impfzentren ohne Absage verstreichen lässt, könne mit einer Strafzahlung von 25 bis 30 Euro belegt werden, schlug Czaja im Interview mit dem RBB vor. Das sei teilweise auch bei niedergelassenen Ärzten gängige Praxis.  "Wir erleben leider seit einigen Wochen, dass zunehmend Menschen sich nicht abmelden, obwohl sie einen Termin in den Impfzentren haben. Das ist ziemlich unsolidarisch denen gegenüber, die schneller einen Termin haben wollen", so Czaja.

Ein Impfarzt bittet den nächsten Patienten in eine Impfkabine. ( picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jan Woitas)Immer mehr Impftermine werden nicht wahrgenommen. ( picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jan Woitas)

+++ In Afghanistan ist bei Corona-Patienten eine tödliche Pilzinfektion entdeckt worden. Über das Auftreten des sogenannten Schwarzen Pilzes, der zunächst in Indien bei Corona-Patientinnen und -patienten festgestellt worden war, berichtete Gesundheitsminister Madschroh. Eine Person sei in Afghanistan daran gestorben und der Pilz sei auch bei zwei anderen Erkrankten festgestellt worden, sagte er. In Afghanistan ist die Zahl der vermeldeten Neuinfektionen stetig gestiegen. Krankenhausbetten und medizinischer Sauerstoff sind knapp. Der Pilz ist auch schon in Ägypten aufgetreten.

+++ Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die autoritär regierte Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan in Zentralasien eine Impfpflicht für Erwachsende eingeführt. Bürger über 18 Jahre müssen sich ab sofort spritzen lassen, wie der zuständige Stab am Samstag in der Hauptstadt Duschanbe mitteilte. Geimpft werde mit den Präparaten Astrazeneca aus indischer Herstellung und mit dem chinesischen Vakzin Coranavac. Tadschikistan, das mehr als neun Millionen Einwohner hat, verzeichnete am Samstag 21 Neuinfektionen. Seit Beginn der Pandemie sind es damit nach offiziellen Angaben 13.569 Corona-Fälle und 92 Tote gewesen.

+++ An einer Schnellteststelle im Kreis Borken sind 30 Menschen innerhalb kurzer Zeit positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Kreisgesundheitsamt Borken geht der Möglichkeit fehlerhafter Tests nach, teilte die Behörde mit. Demnach stammten alle Tests aus einer Charge. Die positiv Getesteten wurden nun PCR-Tests unterzogen. Deren Ergebnisse werden für Montag erwartet. Bis dahin sollen die Betroffenen in Quarantäne gehen.

+++ Knapp drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Japan meldet die Hauptstadt Tokio mehr als 700 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden - so viele wie seit mehreren Wochen nicht mehr. Tokio und drei benachbarte Präfekturen gehören zu den Regionen in Japan, in denen bis zum 11. Juli schärfere Einschränkungen gelten. Die Olympischen Spiele sollen dann am 23. Juli beginnen.

+++ In Indonesisen gilt seit heute ein Teil-Lockdown. Schulen, Restaurants, Einkaufszentren und Moscheen müssen geschlossen bleiben. Auf den Inseln Java und Bali errichtete die Polizei Straßensperren und mehr als 400 Kontrollpunkte, um den Lockdown durchzusetzen. In Indonesien hatte es zuletzt 25.000 Infektionen und mehr als 500 Todesfälle binnen 24 Stunden gegeben.

Eine Person geht in Jakarta über eine Fußgängerbrücke, die über eine gesperrte und unbefahrene Straße führt.  (dpa / XinHua)In Indonesien gilt vom 3. bis 20. Juli ein Lockdown. (dpa / XinHua)

+++ Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante haben Mediziner vor einer baldigen Aufhebung aller Corona-Maßnahmen in England gewarnt. "Da die Fallzahlen wegen der hohen Ansteckungsrate der Delta-Variante weiterhin alarmierend ansteigen und mehr Menschen sich treffen, macht es keinen Sinn, die Beschränkungen in etwas mehr als zwei Wochen vollständig aufzuheben", sagte Chaand Nagpaul von der British Medical Association dem Sender BBC. Der Medizinerverband fordert, Masken in Innenräumen wie Geschäften oder Bahnen und Bussen weiterhin verpflichtend zu machen. Außerdem solle bessere Lüftungstechnik eingesetzt werden.

Die britische Regierung will nach derzeitigem Stand am 19. Juli die meisten verbleibenden Corona-Maßnahmen in England aufheben. So könnten dann Nachtclubs wieder öffnen und Menschen sich in unbegrenzt großen Gruppen treffen und feiern. Auch die Aufhebung der Maskenpflicht steht zur Debatte. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante war die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der vergangenen Woche um 75 Prozent gestiegen. Die Inzidenz lag zuletzt bei 181.

+++ Russland meldet den fünften Tag in Folge einen Rekord bei den täglichen Todesfällen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Binnen 24 Stunden starben nach Angaben der Regierung 697 Menschen, so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. 24.439 Neuinfektionen seien bestätigt worden. Zuletzt wurde ein solches Niveau Anfang Januar gemeldet. Als Grund sehen die Behörden die Ausbreitung der Delta-Variante des Virus.

+++ Aus Sorge vor neuen Corona-Varianten verschärft die Slowakei ihre Einreiseregeln drastisch. Vom 9. Juli an müssen alle Ungeimpften für 14 Tage in Quarantäne, wie am Samstag aus einer neuen Verordnung der Regierung des EU-Mitgliedstaats hervorging. Das gilt unabhängig vom Herkunftsland. Frühestens am fünften Tag ist dann ein PCR-Corona-Test möglich, mit dem man sich aus der Quarantäne befreien kann. Reisende, die seit mindestens 14 Tagen einen vollständigen Impfschutz haben, sind von der Quarantäne ausgenommen.

+++ Der Corona-Impfstoff Covaxin des indischen Herstellers Bharat Biotech schützt neuen Studienergebnissen zufolge zu 77,8 Prozent vor symptomatischen Verläufen der Krankheit. Vor schweren Verläufen schütze er zu gut 93 Prozent, teilte das Unternehmen unter Berufung auf die sogenannten Phase-III-Studie mit. Gegen die Delta-Variante betrage die Schutzwirkung allerdings nur gut 65 Prozent. Covaxin hatte in Indien im Januar Januar eine Notfallzulassung erhalten. Auch mehrere andere Staaten haben das Vakzin vor Veröffentlichung der Studienergebnisse zugelassen, darunter Mexico und die Philippinen. 

+++ Italienische Ermittler haben mehrere Kanäle des Mitteilungsdienstes Telegram beschlagnahmt, weil darüber gefälschte Zertifikate für digitale Corona-Impfpässe angeboten wurden. Insgesamt habe es sich um zehn Kanäle gehandelt, teilte die Finanzpolizei in Rom mit. Sie hätten Nutzer zu anonymen Konten im Dark Web geführt. Die gefälschten Impfpässe sollten demnach in Kryptowährungen bezahlt werden - umgerechnet zu Preisen zwischen 110 und 130 Euro. Der digitale Nachweis bescheinigt den vollständigen Impfschutz gegen Covid-19 und soll das Reisen innerhalb der EU erleichtern. 

Ein Impfpass und ein Smartphone, auf dem die App CovPass läuft, liegen auf einem Impfzertifikat, das von einer Apotheke ausgestellt wurde. Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. (dpa / Stefan Puchner)Coronavirus - Digitaler Impfnachweis (dpa / Stefan Puchner)

+++ Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Klein-Schmeink hat beklagt, dass man viele Menschen derzeit überzeugen müsse, sich überhaupt impfen zu lassen. Andere nähmen ihre Zweitimpfung nicht in Anspruch, sagte sie im Deutschlandfunk (Audio-Link). Das sei ein Problem. Denn es müsse sichergestellt werden, dass man einen möglichst großen Schutz vor der Delta-Variante habe. Klein-Schmeink betonte, es seien genügend Impfstoffe vorhanden. 

+++ Zum ersten Mal seit rund elf Monaten ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen unter 5 gefallen. Das Robert Koch-Institut gab den bundesweiten Wert heute früh mit 4,9 an. Gestern hatte er bei 5,0 gelegen und vor einer Woche bei 5,9. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 671 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Das sind 79 mehr als vor einer Woche. Zudem wurden innerhalb der letzten 24 Stunden 16 neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. 

+++ Die Hausärzte beklagen wegen der neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission zu Corona-Kreuzimpfungen einen immensen Mehraufwand. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Weigeldt, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Patientinnen und Patienten seien verunsichert. Sie fragten, welchen Impfstoff sie nun bei der Zweitimpfung bekämen. Die Impfkommission hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass Menschen, die eine erste Dosis des Corona-Vakzins von Astrazeneca erhalten haben, künftig als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff bekommen sollen. Dann sei die Wirkung besser, hieß es.

+++ Bundestagspräsident Schäuble hat sich gegen einen Untersuchungsausschuss zur Beurteilung des Corona-Krisenmanagements in Deutschland ausgesprochen. Der CDU-Politiker sagte in Zeitungs-Interviews, er plädiere dafür, zwischen "Entscheidungen in der Krise und Rechthaberei hinterher" zu trennen. Die AfD hatte mehrfach eine Untersuchung zu den Entscheidungen der Bundesregierung während der Pandemie gefordert.

+++ Die Bundespolizei wird trotz der Urlaubssaison und der raschen Verbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus vorerst keine stationären Grenzkontrollen durchführen. "Im Moment gibt es keine Anweisung für Kontrollen an den Grenzen", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Bundespolizei, Roßkopf, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Sollte sich die Lage verschärfen, müssten an den Landesgrenzen zwar verstärkt Kontrollen durchgeführt werden - "das ginge aber bloß stichpunktartig", so Roßkopf. Solche Kontrollen müsste demnach das Bundesinnenministerium anweisen.

+++ Kritisch beurteilt der Düsseldorfer Virologe Adams die zum Teil voll besetzten Stadien bei der gerade laufenden Fußball-Europameisterschaft. "Wir alle spüren den Überdruss", sagte er im Interview mit der Rheinischen Post auf die Frage, ob man Verständnis für die Fans vor Ort aufbringen müsse. Aber die Bilder setzten "falsche Signale, und wir spielen auf Risiko vor allem gegenüber zwei Gruppen: den Patienten, die dann doch mit Covid auf den Intensivstationen landen, und denjenigen, die sie versorgen müssen. In letzter Konsequenz sind wir dann wieder alle betroffen."

Volle Ränge beim Spiel Portugal/Frankreich in Budapest. (picture alliance / NurPhoto / Alex Nicodim)Die Stadien bei der Fußball-EM sind bei vielen Spielen - wie hier bei der Partei zwischen Portugal und Frankreich am 23. Juni in Budapest - voll. (picture alliance / NurPhoto / Alex Nicodim)

Freitag, 2. Juli

+++ Die Delta-Variante des Coronavirus lässt die Fallzahlen in Afrika nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation rapide steigen. Tempo und Ausmaß der dritten Welle auf dem Kontinent seien mit nichts vergleichbar, "das wir vorher gesehen haben", sagte Moeti, WHO-Regionaldirektorin für Afrika. Die Zahl der Infektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle steige gleichermaßen. Brennpunkt der neuen Welle sei Südafrika, wo sich die Fallzahlen alle drei Wochen verdoppelten, teilte die WHO weiter mit.

Coronavirus, Eindrücke aus Südafrika  (imago images / Xinhua)Coronavirus, Eindrücke aus Südafrika (imago images / Xinhua)

+++ US-Präsident Biden hat sich beunruhigt wegen möglicher Coronavirus-Ansteckungen von ungeimpften Amerikanern über das Feiertagswochenende rund um den Unabhängigkeitstag in den USA geäußert. "Ich bin besorgt, dass Menschen, die noch nicht geimpft worden sind, sich die Variante einfangen und die Variante an andere Personen verbreiten können, die noch nicht geimpft worden sind", sagte Bide. Er sei beunruhigt, dass Menschen sterben könnten.

+++ EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus eindringlich für Impfungen geworben. "Wir machen uns Sorgen wegen der Delta-Variante, sie wird die Zahl der Infektionen erhöhen", sagte sie bei einem Besuch in Litauen. Die "gute Nachricht" aber sei, dass die Corona-Impfstoffe wirksam gegen die ansteckendere Delta-Variante seien. Die Schwere der Infektion könne durch Impfungen und Hygienemaßnahmen reduziert werden.

+++ Der Chef der Weltgesundheitsorganisation sieht die Welt wegen der besonders ansteckenden Virusvariante Delta in "einer sehr gefährlichen Phase" der Pandemie. Denn die Mutante sei inzwischen in fast 100 Ländern nachgewiesen, sagte Tedros in Genf. Die Delta-Variante mutiere auch noch weiter und entwickele sich in vielen Staaten zum vorherrschenden Virustyp. Tedros mahnte vor diesem Hintergrund ein hohes Impftempo weltweit an.

+++ Bundesfinanzminister Scholz (SPD) sagte in Washington nach einem Gespräch mit seiner US-Amtskollegin Yellen, auch 2022 müsse noch gegen die Corona-Krise angekämpft werden. Um die Konjunktur anzuschieben, seien weltweit riesige Hilfspakete geschnürt worden. Diese Maßnahmen dürften nicht zu früh auslaufen.

+++  Ein erheblicher Teil der betrieblichen Corona-Impfungen geht einem Bericht zufolge bisher nicht in die Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) ein. Ein zentraler Grund sei, dass zahlreiche Betriebsärzte ihre Daten noch nicht an die Digitale Impfquotenmonitoring (DIM), eine Datenbank des RKI, melden könnten, berichtete unter anderem die "Stuttgarter Zeitung". Daraus ergibt sich nach Angaben des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) ein erheblicher Melderückstand.

Corona-Impfung von Beschäftigten im Krankenhaus Bethel in Berlin (dpa/Kay Nietfeld)Corona-Impfung von Beschäftigten im Krankenhaus Bethel in Berlin (dpa/Kay Nietfeld)

+++ In Portugal treten zur Eindämmung der Corona-Pandemie heute wieder nächtliche Ausgangssperren in Kraft. Nach Angaben der Regierung betreffen sie neben Lissabon und Porto rund 40 weitere Städte und damit fast vier der insgesamt zehn Millionen Einwohner des Landes. Grund sei die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus, erklärte eine Regierungssprecherin.

+++ Die Weltkunstausstellung documenta findet wie geplant vom 18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel statt. Dies gaben die Gesellschafter und der Aufsichtsrat bekannt. Mit der Ausrichtung solle nach der schweren Corona-Zeit ein Zeichen der Hoffnung und des Aufbruchs gesetzt werden, hieß es zur Begründung.

+++ Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hat dem britischen Premierminister Johnson versprochen, die strikten Einreisebeschränkungen für Großbritannien wegen der Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus bald zu lockern. Sie gehe davon aus, dass das Land "in wirklich absehbarer Zeit" vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet heruntergestuft wird, sagte sie nach einem Treffen mit Johnson auf dessen Landsitz in Chequers bei London.

+++ Angesichts der rasch voranschreitenden Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante hat Frankreichs Gesundheitsminister Véran vor einer neuen Corona-Welle gewarnt. Künftig soll es deshalb mehr Flexibilität beim Impfen geben. So solle die zweite Impfdosis überall, auch etwa am Urlaubsort, empfangen werden können, sagte Véran. Derzeit sind in Frankreich etwas mehr als die Hälfte der Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. 

Mehr Informationen zur Delta-Variante des Coronavirus finden Sie hier

+++ Trotz neuer Höchstwerte bei der Zahl der Corona-Toten hat die russische Regierung einen erneuten Lockdown ausgeschlossen. "Niemand will Einschränkungen, das steht nicht zur Diskussion", sagte Regierungssprecher Peskow vor Journalisten. Damit es nicht zu einem Lockdown komme, "müssen wir uns alle so schnell wie möglich impfen lassen", fügte er hinzu. Die Behörden meldeten derweil den vierten Tag in Folge einen Höchststand bei den Corona-Toten.

+++ Die Karnevalisten in den rheinischen Hochburgen Köln und Düsseldorf richten sich auf eine normale Karnevalssaison wie vor der Corona-Pandemie ein, in der auch auch die Rosenmontagsumzüge wieder durch die Straßen ziehen. "Wir planen momentan eine ganz normale Session», sagte der Vizepräsident des Comitees Düsseldorfer Carneval (CC), Kleinehr bei der Jahreshauptversammlung in Düsseldorf. In Köln gingen die Vorbereitungen in eine ähnliche Richtung, sagte Michael Kramp, Sprecher des Festkomitees Kölner Karneval, der "Rheinischen Post". 

Eine Clowns-Figur sitzt mit den Händen vor dem Gesicht auf einem Rosenmontagswagen, links unten ist ein Modell eines Coronavirus zu sehen, im Hintergrund Modelle von Häusern (Festkomitee Kölner Karneval / Costa Belibasakis)Puppen statt Menschenmengen: Das Kölner Hänneschen-Theater inszeniert einen Umzug mit Stockpuppen während der Corona-Pandemie. (Festkomitee Kölner Karneval / Costa Belibasakis)

+++ Australien hat angesichts der weltweiten Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus wieder strengere Einreisebeschränkungen erlassen. Wie Premierminister Morrison mitteilte, wird die Zahl der erlaubten Einreisen per Flugzeug von 6.000 auf 3.000 pro Woche reduziert. Etwa die Hälfte der australischen Bevölkerung lebt seit der vergangenen Woche im Lockdown, Auslöser waren neue Ausbrüche der Delta-Variante. Mehr

+++ Die Kirchen in Nepal können nach dem Corona-Tod von mindestens 130 Pastoren nur noch mit Mühe ihre Seelsorge und geistliche Arbeit aufrechterhalten. Das berichtet der asiatische Pressedienst Ucanews. Die Delta-Variante des Coronavirus hat sich aus dem Nachbarland Indien nach Nepal ausgebreitet. Das Gesundheitssystem des Himalaja-Staates ist überlastet.

+++ Die Zahl der neu festgestellten Infektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland weiter gesunken. Das Robert Koch-Institut gibt die Sieben-Tage-Inzidenz heute mit 5,0 an. Das bedeutet, in den vergangenen sieben Tagen wurde das Virus bei 5 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern nachgewiesen. Gestern betrug der Wert 5,1, vor einer Woche 6,2. Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter 642 neue Infektionen, das sind 132 weniger als vor einer Woche. Außerdem gab es 69 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

Alle tagesaktuellen Zahlen zur Corona-Lage in Deutschland im Überblick

+++ Patientenschützer fordern mit Blick auf die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus eine rasche Auffrischungsimpfung für Heimbewohner. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Brysch, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, noch in diesem Monat brauche es dazu eine politische Entscheidung. Die meisten Heimbewohner seien im Februar zum zweiten Mal geimpft worden. Es zeichne sich ab, dass der Schutz bei Hochbetagten schneller seine Wirkung verliere als bei der jungen und mittleren Generation. Mehr

Eine alte Frau in einem Seniorenheim erhält ihre Impfung. (Picture Alliance / dpa / CTK / Radek Petrasek)Ältere Menschen in Heimen müssen bald womöglich zur Auffrischung erneut geimpft werden (Picture Alliance / dpa / CTK / Radek Petrasek)

+++ Erstmals gibt es in der kommenden Woche ausreichend Corona-Impfstoff für die Arztpraxen. Es seien weniger Dosen von Biontech/Pfizer oder Astrazeneca bestellt worden als möglich gewesen wären, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen, der Deutschen Presse-Agentur. Bisher hätten die Vertragsärztinnen und -ärzte regelmäßig deutlich weniger Impfstoff erhalten als sie benötigt hätten. Nun machten sich die Sommerferien bemerkbar. Zudem seien immer mehr Menschen geimpft. Trotzdem sei der Andrang in den meisten Arztpraxen ungebrochen groß. Mehr

+++ Der Impfstoff von Johnson & Johnson zeigt nach Angaben des US-Unternehmens eine hohe Wirksamkeit gegen die Delta-Variante des Coronavirus. Der Impfstoff sei zu 85 Prozent gegen die neue Mutante wirksam. Daten hätten gezeigt, dass die Immunisierung mindestens acht Monate anhalten würde.

+++ In Spanien verzeichnet das Gesundheitsministerium 12.345 Neuinfektionen und acht weitere Todesfälle binnen 24 Stunden. Ein Grund für den raschen Anstieg der Ansteckungszahlen ist die Verbreitung der Delta-Variante. Über 747.000 Menschen wurden an einem Tag geimpft, das ist ein Rekordwert.

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