Freitag, 02. Dezember 2022

SOFIA am Ende, DZA bewiligt
Sieg und Niederlage für die deutsche Astronomie

Am 29. September lagen für Himmelsfans Trauer und Jubel dicht beieinander. Zum einen absolvierte die fliegende Infrarotsternwarte SOFIA ihren letzten Flug, zum anderen wurde die Gründung des Deutschen Zentrums für Astrophysik bekannt.

Von Dirk Lorenzen | 19.11.2022

Nur noch eine schöne Erinnerung: Die fliegende Infrarotsternwarte SOFIA im Flug
Nur noch eine schöne Erinnerung: Die fliegende Infrarotsternwarte SOFIA im Flug (NASA/DLR)
Der Jumbojet mit einem eingebauten Teleskop führte im Luftraum vor der Küste Kaliforniens letzte Beobachtungen durch. Das amerikanisch-deutsche Gemeinschaftsprojekt SOFIA wurde aus Kostengründen eingestellt – und damit sind bestimmte Bereiche der Infrarotstrahlung nun unbeobachtbar. Noch während die fliegende Sternwarte in der Luft war, fiel die Entscheidung in einem Wettbewerb für die Umgestaltung der Braunkohleregion in der Lausitz. Den Zuschlag bekam das Deutsche Zentrum für Astrophysik DZA.
Pressemitteilung zum Deutschen Zentrum für Astrophysik
Der letzte Flug von SOFIA
Das Institut kommt nach Görlitz. In der Region Hoyerswerda, Bautzen, Kamenz ist eine Anlage zur Messung von Gravitationswellen geplant. Später soll das DZA die Datenströme von Großteleskopen in aller Welt auswerten.

170 Millionen Euro Förderung

Dazu sind neue Verfahren der Datenverarbeitung nötig, denn die Datenströme werden den heutigen Internetverkehr um ein Vielfaches übersteigen. Zudem sollen in einem Hightech-Zentrum Halbleitersensoren, Silizium-Optiken und Regelungstechnik entstehen. Das DZA nimmt in rund drei Jahren den Betrieb auf und erhält dann pro Jahr 170 Millionen Euro Förderung.
Man hofft auf mehr als dreitausend neue Arbeitsplätze – im Zentrum selbst und in Unternehmen im Umfeld. Gehen die Pläne auf, dann greift die Astronomie bald von der Lausitz aus nach den Sternen.