Freitag, 09. Dezember 2022

Decadal Survey veröffentlicht
Super-Hubble-Teleskop im Zehn-Jahres-Plan

Am Beginn jedes Jahrzehnts veröffentlichen die Nationalen Akademien der USA einen Bericht, der die wichtigsten und erfolgversprechendsten Projekte der Astronomie auflistet. Was im „Decadal Survey“ genannt ist, hat die größte Chance, tatsächlich realisiert zu werden.

Von Dirk Lorenzen | 06.01.2022

In mehr als 20 Jahren könnte ein großes Weltraumteleskop viele Planeten bei fernen Sternen fotografieren
In mehr als 20 Jahren könnte ein großes Weltraumteleskop viele Planeten bei fernen Sternen fotografieren (ESO)
Grundlage sind Hunderte von Positionspapieren, die aus der Fachwelt angefordert wurden. Zudem gab es über mehrere Jahre öffentliche Diskussionen, um über die Ziele der Himmelsforschung zu sprechen. Im November wurde nun auf mehr als sechshundert Seiten ein neuer Bericht veröffentlicht.
Die wichtigste Empfehlung sorgte für Erstaunen: Die Astronomie brauche ein Weltraumteleskop im Infrarot-, sichtbaren und UV-Licht. Es solle rund sechs Meter Spiegeldurchmesser haben und kontrastreich die Planeten anderer Sterne abbilden.
Dieses Jahrzehnt sollten die Fachleute dazu nutzen, um die nötige Technologie voranzutreiben. Der nächste Zehn-Jahres-Plan könnte sich dann zum Bau äußern. Erwartet wird ein Start in frühestens zwanzig Jahren – und die Kosten würden bei rund elf Milliarden Dollar liegen.
Damit wäre dieses Super-Hubble-Teleskop teurer als das James-Webb-Teleskop, das auf neun Milliarden Dollar kommt, ursprünglich aber auf fünfhundert Millionen taxiert war.
Etwas konkreter sind andere Empfehlungen: Die Förderung des Giant Magellan-Teleskops in Chile und des 30-Meter-Teleskops in Hawaii, dessen Baubeginn allerdings noch immer offen ist. Nur mit diesen Instrumenten auf dem Boden hätten US-Astronomen auch zukünftig Zugang zu erstklassigen Beobachtungsdaten.

Bericht über die Vorlage des Decadal Survey
Der Decadal Survey – der 10-Jahres-Plan der US-Astronomie