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Presseschau 13:55

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21. Februar 2017Die Wirtschaftspresseschau von 13:55 Uhr

Ein Thema ist der Beschluss der Euro-Finanzminister, wieder Fachleute zur Überprüfung der Reformen nach Griechenland zu schicken. Neue Erkenntnisse erhoffen sich die Kommentatoren davon aber offenbar nicht.

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG hält fest, dass es

"Griechenland trotz milliardenschwerer Rettungspakete und jahrelanger Reformversuche wirtschaftlich nach wie vor schlecht geht. Dennoch ist nicht zu erwarten, dass die Gläubiger dem Krisenstaat den Geldhahn zudrehen. Das hat weniger mit ökonomischen Fakten zu tun als mit der politischen Großwetterlage. Es geht ums Ganze, nicht nur für Griechenland, sondern für die gesamte Europäische Union."

Nach Einschätzung des HANDELSBLATTS ist nicht viel Fantasie nötig, um den Verlauf der Verhandlungen in den nächsten Monaten zu erahnen:

"Dass die Athener Regierung bisher nicht willens und in der Lage war, alle Auflagen zu erfüllen, werden Europäer und IWF mit dem Verschreiben von noch mehr Reformen beantworten. Und Griechenland wird zumindest auf dem Papier zustimmen. Der Währungsfonds, der noch vor Wochen darauf bestand, dass die Sparauflagen unrealistisch seien, wird mitmachen. Warum aber ein Hilfsprogramm nun Erfolg haben soll, das sieben Jahre lang nicht richtig funktionierte, diese Frage bleibt unbeantwortet."

Auf wenig Gegenliebe stoßen die Änderungswünsche des SPD-Kanzlerkandidaten Schulz an der 'Agenda 2010". Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kritisiert, dass Schulz ausgerechnet den ...

"... wichtigsten Hebel der Schröderschen Reformen zum Fehler erklärt: die kürzere Bezugszeit des Arbeitslosengeldes. Das war kein Fehler, sondern eine große wirtschaftspolitische Reformleistung der rot-grünen Regierung. Zugleich haben Schröders Reformen zugunsten befristeter Arbeitsverträge auch viele neue Chancen auf Arbeit geschaffen. Hier hat das heutige Beschäftigungswunder eine Hauptwurzel. Schulz erwägt, das Rad vollends zurückzudrehen. Für einen Wahlkämpfer ist das verführerisch. Es wäre aber ein Fehler."

"Schulz wirft sich letztlich den Gewerkschaften in die Arme", glaubt die BÖRSEN-ZEITUNG.

"Anstatt den Beschäftigungsboom auf die Habenseite der SPD zu buchen, nachdem ein Niedriglohnsektor und mehr Flexibilität im Rechtsrahmen einen leichteren Start in den Arbeitsmarkt erlauben, wird Schulz nun zum Anti-Erben Schröders. Dreht er die Agenda 2010 zurück, wird dies bald wieder Arbeitsplätze kosten und Menschen zu Almosenempfängern machen. Ungleichheit ist dann nicht gefühlt, sondern ganz real."

Redaktion: Annette Grotha

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