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Presseschau 13:55

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23. August 2016Die Wirtschaftspresseschau von 13:55 Uhr

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Auch heute ist der Streit zwischen VW und einem Zulieferer eindeutiger Schwerpunkt der Kommentare.

Der Fall zeige, wie verwundbar die Autohersteller seien, schreibt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:

"In guten Zeiten mag es unproblematisch sein, abhängig von wenigen Lieferanten zu sein. In den schlechten, durch die VW geht, birgt es riesiges Zerstörungspotenzial. Denn Volkswagen nimmt wegen der Produktionsausfälle nun Waren anderer Zulieferer nicht mehr ab. Dabei standen viele schon zuvor unter höchstem Druck, weil VW seit der Abgaskrise noch spitzer kalkuliert. Ob der drastische Schritt des Lieferstopps in dieser Gemengelage ein Akt der Verzweiflung ist oder kühle Taktik, muss sich noch herausstellen. Fest steht aber, dass die gesamte Branche mit solchen Eskalationen äußerst sparsam sein sollte."

Nach Ansicht der BÖRSEN-ZEITUNG gibt es derzeit

".... in dem ungleichen Kampf nur Verlierer. Gewiss werden manche Zulieferanten in einer ersten Reaktion klammheimlich Freude darüber empfinden, dass es einem David gelingt, das gut geschmierte Räderwerk eines Goliath wie Volkswagen zum Stillstand zu bringen. Aber die Folgen für das künftige Geschäft dürften bitter ausfallen."

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG hält es für unangemessen, dass VW für die von dem Streit betroffenen Mitarbeiter Kurzarbeitergeld beantragt hat beziehungsweise beantragen will:

"Einmal, weil der VW-Konzern einen solchen Engpass auch anders überbrücken könnte, etwa mit Arbeitszeitkonten. Zum anderen, weil derlei Aktionen das Instrument der Kurzarbeit aushöhlen. Sie ist eben kein Instrument, um unternehmerische Risiken aller Art abzufedern. Sie dient auch nicht dazu, Firmen im Verhandlungspoker einen längeren Atem zu verschaffen. Die Kurzarbeit soll helfen, schwere Wirtschaftskrisen zu überstehen. Dabei sollte es bleiben."

Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf ein anderes Thema. DIE WELT ist erfreut darüber, dass offenbar immer mehr Deutsche Wohneigentum erwerben:

"Mögen viele noch vor den hohen Kosten zurückschrecken, die der Wohnungskauf gerade in Deutschland mit sich bringt – der Schrecken vor einem sinkenden Rentenniveau und vor der Aussicht darauf, noch im hohen Alter steigenden Mieten ausgesetzt zu sein, ist mittlerweile größer. Ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung ist angesichts der Lage am Kapitalmarkt für Millionen von Haushalten die beste Möglichkeit, fürs Alter vorzusorgen." 

Redaktion: Annette Grotha

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