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Presseschau 13:55

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27. Juni 2016Die Wirtschaftspresseschau von 13:55 Uhr

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Wie geht es weiter nach der Brexit-Entscheidung? Diese Frage stellen sich natürlich auch die Kommentatoren der Wirtschafts-Ressorts.

Für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG steht fest:

"Großbritannien kann auch außerhalb der EU bestehen. Aber dass ein Brexit Firmen, Banken, Beschäftigten nutzt, ist Wunschdenken. Viel wahrscheinlicher ist, dass der Austritt der Wirtschaft schadet. Die Folge sind weniger Jobs, weniger Steuereinnahmen, weniger Geld für Gesundheit oder Schulen. Der Absturz des Pfundes und der Aktienkurse zeigt, wie viel Glauben Investoren dem Versprechen auf eine bessere Zukunft schenken: gar keinen. Und dafür gibt es gute Gründe. Die britische Regierung wird nun Verhandlungen mit Brüssel über die Trennung beginnen. Es kann Jahre dauern, bis diese Gespräche abgeschlossen sind. Solange herrscht lähmende Unsicherheit auf der Insel."

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG geht davon aus, dass die Lage der Briten nach dem EU-Austritt nur noch schlimmer wird:

"Wirtschaftlich bringt er viele Risiken und wenig Chancen. Warum etwa soll Großbritanniens Handel mit wachstumsstarken Schwellenländern durch den Brexit plötzlich aufblühen, wie die EU-Gegner behaupten? Weil Brüsseler Eurokraten wackere britische Exporteure bisher daran gehindert haben? Wohl kaum, die deutsche Wirtschaft jedenfalls hat chinesische Märkte längst erschlossen."

Und DER TAGESSPIEGEL aus Berlin merkt an:

"Die wichtigsten Versprechen der Brexit-Befürworter sind schon kassiert. Von wegen 350 Millionen Pfund pro Woche für das Gesundheitswesen. Unglaublich, diese Dreistigkeit. Sie ist aber auch eine Chance. Soll London doch über den Ausstieg aus der EU verhandeln, schnell – und dann über das Ergebnis ein neues Referendum ansetzen. Die Jungen, die Schlauen, die Schotten und die Nordiren machen schon mobil. Die wollen nicht aus der EU heraus."

Das HANDELSBLATT schließlich geht auf die Sorgen der Anleger ein:

"Auch wenn der Einbruch bei Aktien viele aufgeschreckt hat und Kursschwankungen uns in den nächsten Wochen begleiten werden, gilt es, Ruhe zu bewahren. Die Ertragsaussichten der Firmen sind zwar schlechter geworden durch die britische Entscheidung und damit auch die Chancen auf steigende Kurse für den Rest des Jahres. Aber nach einem Crash am Aktienmarkt auszusteigen war schon immer die falsche Entscheidung. Ohnehin gilt heute mehr denn je: Die Dividende ist der neue Zins. An der Aktie führt also kein Weg vorbei."

Redaktion: Anette Grotha

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