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Presseschau 13:55

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24. Mai 2016Die Wirtschaftspresseschau von 13:55 Uhr

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Das offizielle Übernahmeangebot von Bayer für den US-Agrochemiekonzern Monsanto ist heute das alles beherrschende Thema.

Für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG wirkt Bayer

"wie ein Getriebener, der im Übernahmewahn der Agrochemieindustrie schnell noch zugreifen will, ehe alles verteilt ist oder er selbst übernommen wird. Dumm für Bayer, dass das zuständige EU-Gremium die Entscheidung über die weitere Zulassung von Glyphosat vertagt hat. Der Wirkstoff Glyphosat, die Herbizide, die ihn enthalten, und gegen ihn resistentes Saatgut sind die wichtigsten Produkte von Monsanto. Die Bewertung des Konzerns hängt davon ab. Die Investoren haben das Urteil, wie risikoreich das Angebot von Bayer für Monsanto ist, bereits gefällt. Die Aktie hat an Wert verloren. Das Management in Leverkusen aber hat noch nicht begriffen."

DER STANDARD aus Wien bemerkt:

"Die Produkte aus dem Hause Monsanto lesen sich wie ein Ranking 'Best of Böse'. Und ausgerechnet dieses Unternehmen will sich Bayer nun einverleiben. Dazu muss man wissen, dass wie im Pharma- auch im Agrarchemiebereich das große Fressen längst begonnen hat. Nach Ankündigung der Fusion von Dupont und Dow Chemical kam Monsanto stärker unter Druck zu wachsen. Bayer wollte die Agrarchemiesparte nicht hergeben, sondern selbst entwickeln, mit Monsanto als integralem Bestandteil, trotz der Risiken. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt."

Und DIE WELT hält fest:

"Bayer und Monsanto ergänzen sich regional und strategisch. Dass Börse und Öffentlichkeit das Angebot bisher trotzdem ablehnen, hat zwei Gründe: den Preis und das Image. Vielen Experten ist der geplante Kaufpreis von 122 Dollar je Monsanto-Aktie viel zu hoch. Noch schwerer wiegt das Imagerisiko, das sich Bayer einhandeln würde. Der Name Monsanto steht für Gensaat und für Glyphosat. Immer wieder prangern Kritiker zudem die Lobbymethoden und Patentpraktiken des Konzerns an. Genau dieses Misstrauen ist es, das den Deal noch viel teurer macht als die Summe, die auf dem Papier steht."

Noch nie, betont DER TAGESSPIEGEL aus Berlin, habe ein deutsches Unternehmen so viel Geld für einen Kauf im Ausland aufgebracht:

"Durch die für den Schritt nötige Kapitalerhöhung werden die Anteile der Anleger verwässert. Vorbei die Zeiten, als risikoscheue Privatanleger bedenkenlos auf einen soliden Dax-Wert wie Bayer setzen konnten. Wenn sich die Leverkusener mit diesem Projekt überheben, wird das Geheul groß werden."

Redaktion: Anette Grotha

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