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Presseschau 13:55

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6. Dezember 2016Die Wirtschaftspresseschau von 13:55 Uhr

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Angesichts der möglichen ökonomischen Folgen lässt der Ausgang des Referendums in Italien natürlich auch die Wirtschaftskommentatoren nicht kalt.

Immerhin, stellt DER TAGESSPIEGEL aus Berlin erleichtert fest, sei

"... die große Börsen- und Euro-Krise am Tage eins nach dem Wählervotum ausgeblieben. Die Spekulanten hatten Renzis Niederlage in den Kursen bereits vorweggenommen, also musste sich jetzt niemand mehr aufregen. Italien, das ist zwar ein Krisenland, dessen hoch verschuldetes Staatswesen und dessen Banken durch keinen Euro-Rettungsschirm gerettet werden könnten. Aber Italien, das ist eben auch die viertgrößte Volkswirtschaft der EU."

Das HANDELSBLATT erklärt:

"Der Bankensektor ist das schwächste Glied des italienischen Finanzsystems, deshalb ist das jähe Ende des Reformkurses eine so schlechte Nachricht. Die Aussicht auf Neuwahlen ist ein ausgesprochen wirksames Abschreckungsmittel für ohnehin schon hochnervöse Investoren. Das gilt vor allem für die schwer angeschlagene Traditionsbank Monte dei Paschi. Findet sich für die Sanierung nicht sehr schnell doch noch eine Marktlösung, dann bleibt nur eine Option: Der Staat muss einspringen. Genau das ist durch die Gläubigerhaftung in der EU aber nicht mehr erlaubt."

Die BÖRSEN-ZEITUNG beklagt, dass das Referendum zu einem "Politikum für oder gegen Renzi" ausgeartet sei:

"Sein Kalkül, dass Italiens Wirtschaft wieder Fuß fasst, die Reformen das sozioökonomische Klima verbessern und das Land durch die Verfassungsreform regierbarer wird, ging nicht auf. Gewinner des Referendums ist der Komiker und Gründer der 5-Sterne-Protestbewegung, Grillo. Als Kabarettist genießt er Narrenfreiheit. Diese Freiheit wendet er auch auf die Politik an und forderte die Italiener auf, 'mit dem Bauch und nicht mit dem Kopf zu wählen'. Wenn das die Zukunft ist, na dann viel Glück."

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG schließlich fragt, ob es in Österreich besser aussehe nach dem Sieg des Wirtschaftsprofessors Van der Bellen bei der Präsidentenwahl. Ihre Antwort lautet:

"Nein, denn in dem Bemühen, die 'Rechtspopulisten' zu verhindern, hat sich eine breite Negativallianz gebildet, die inhaltlich noch weniger eint als die lethargische rot-schwarze Regierung. Allein mit demokratischen Singstunden und der stolzen Selbstgewissheit, einen Rechtsruck verhindert zu haben, wird Österreich aus seinem Reformstau nicht herausfinden. Nötig sind vielmehr Wettbewerb und Streit: um Programme, Parteien, Personen."

Redaktion: Anette Grotha

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