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Seit 06:50 Uhr Interview

Presseschau 13:55

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17. Januar 2017Die Wirtschaftspresseschau von 13:55 Uhr

Das erste Interview des künftigen amerikanischen Präsidenten mit europäischen Zeitungen interessiert natürlich auch die Wirtschaftskommentatoren.

Trump habe zwar eine "schräge Vorstellung von Freihandel", bemerkt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, aber sie könne - Zitat:

"die deutsche Wirtschaft in einen Konflikt treiben. Ihn ärgern die Überschüsse im Handel mit Amerika, obwohl sie im fairen Wettbewerb durch freie Entscheidungen amerikanischer Konsumenten erzielt werden. Er klagt über die Erfolge deutscher Autohersteller und sieht darüber hinweg, dass Deutsche so gerne amerikanische IT oder Internetdienste nutzen. Als 'Dealmaker' straft oder belohnt Trump einzelne Firmen. Damit mag er kurzfristig Erfolg haben, doch langfristig schadet Wirtschaftspolitik nach Gutsherrenart."

Die BÖRSEN-ZEITUNG vermutet, dass Trump zunächst aus dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta mit Mexiko aussteigen will:

"Dieses Projekt könnte er recht zügig in Angriff nehmen. Ein halbes Jahr dauert es von der schriftlichen, einseitigen Aufkündigung durch die USA bis zum Abschied aus dem Handelsvertrag. Verglichen mit den zähen Brexit-Debatten ist das geradezu rasant. Zwar wäre es das erste gekündigte US-Handelsabkommen binnen 150 Jahren. Trump hat indes mehrfach gezeigt, dass er sich nicht scheut, mit Traditionen zu brechen."

Alljährlich zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos stellt die Hilfsorganisation Oxfam ihre Studie zur ungleichen Verteilung des Reichtums vor, und ebenso regelmäßig hagelt es Kritik an den zugrunde liegenden Zahlen. Doch die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG betont:

"Bei aller Ungenauigkeit der Daten: Richtig ist es, die korrekten politischen Forderungen zu stellen. Konzerne sollten einem globalen Mindeststeuersatz unterworfen werden; es braucht eine schwarze Liste mit Steueroasen und Sanktionen gegen Steuerflucht; Unternehmensgewinne müssen transparenter gemacht werden; die Vermögensteuer bedarf der Reform."

Auch die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG hält die Mahnung von Oxfam für berechtigt:

"Denn es mehren sich die Zeichen, dass sich immer mehr Menschen abgehängt fühlen. Gelingt es nicht, eine bessere Teilhabe möglichst vieler Menschen am Wirtschaftswachstum zu organisieren, drohen verstärkte gesellschaftliche Spannungen, neue Flüchtlingsströme, ein weiterer Vormarsch von Populisten und damit ein Rückfall in politisch gefährlichen Nationalismus und wirtschaftlich fatalen Protektionismus."

Redaktion: Annette Grotha

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