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Presseschau 13:55

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26. September 2016Die Wirtschaftspresseschau von 13:55 Uhr

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Wieder einmal geht es um die Frage, wann und wie viel der frühere VW-Chef Winterkorn über die Abgas-Manipulationen bei Dieselmodellen wusste und ob er sie - was neue Medienberichte nahelegen - möglicherweise sogar ausdrücklich gedeckt hat.

Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf würde es nicht überraschen, wenn - Zitat:

"in einem so patriarchalisch geführten Konzern wie Volkswagen der Chef selbst den Abgas-Betrug gebilligt, geduldet oder gar angeordnet hat. Zumal Martin Winterkorn, der die Spaltmaße der Autos persönlich kontrollierte, als detailverliebter Technik-Kenner galt. Kaum vorstellbar, dass er von der illegalen Software und ihrer heilsamen Wirkung bei Abgastests nichts wusste. Nichts ist bewiesen, Winterkorn nicht mal Angeklagter. - Für die Bewertung der Ära Winterkorn ist es unerheblich, ob er den Betrug geduldet hat. Unter seiner Führung hat VW lange betrogen, haben die Kontrollmechanismen versagt. Winterkorn steht schon jetzt als Versager von Wolfsburg da."

Es mache durchaus einen Unterschied, "ob bei kleinen Ingenieuren die Sicherung durchgebrannt ist oder ob der Betrug von oben gedeckt wurde", meint DER STANDARD aus Wien.

"Der Fisch beginnt bekanntlich am Kopf zu stinken. In diesem Zusammenhang erscheint noch ein anderer Punkt von Interesse: In der Bilanz 2015 hat Volkswagen allein für Winterkorn einen Pensionsbeitrag von gut 28 Millionen Euro zurückgestellt. Derartige Summen wären auch bei einem untadeligen Konzernchef höchst fragwürdig."

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG erklärt sich das Schweigen des Konzerns so:

"Das Unternehmen kann sich zu den Vorwürfen nicht äußern, solange die unabhängigen Ermittler der amerikanischen Anwaltskanzlei Jones Day ihre Ergebnisse nicht vorgelegt haben. Es geht um viel Geld. Die Anwälte der Investoren, die gegen VW klagen, erhöhen seit einiger Zeit spürbar den Druck. Noch ist alles, was über Winterkorn und Co. geschrieben wird, notgedrungen Spekulation. Allerdings wird mit jeder Veröffentlichung die Luft dünner."

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG hat dagegen wenig Verständnis für das Vorgehen der VW-Spitze:

"Zugegeben wird nur das, was schon bewiesen ist. Angesichts der größten Krise der Konzerngeschichte ist diese Salami-Taktik unwürdig. Und eine Frechheit: denen gegenüber, die zur Aufklärung beitragen wollen, gegenüber der Belegschaft, die um ihre Jobs fürchtet, und gegenüber enttäuschten Kunden in aller Welt. Klar ist: VW hat millionenfach betrogen. Wegducken verschlimmert das Problem nur."

Redaktion: Annette Grotha

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