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Newsblog zum Coronavirus+++ Corona-Selbsttests ab morgen im Handel +++

Ein Mann führt bei der Durchführung eines Corona-Selbsttests den Tupfer mit seinem Nasenabstrich in ein Plastikröhrchen, in dem sich eine Lösung befindet (gestellte Szene). (picture alliance / dpa-tmn | Zacharie Scheurer)
Corona-Selbsttest: Ab morgen im Handel (picture alliance / dpa-tmn | Zacharie Scheurer)

Der Verkauf von Corona-Selbsttests im deutschen Einzelhandel startet morgen. Bundespräsident Steinmeier ruft zum gemeinsamen Gedenken an alle 70.000 Corona-Toten in Deutschland auf. Die WHO meldet Bedenken gegen den von der EU-Kommission geplanten digitalen Corona-Impfpass an. Weitere Entwicklungen im Newsblog.

Freitag, 5. März

+++ Die Olympia-Stadt Tokio bleibt für zwei weitere Wochen im Corona-Notstand. Das hat der japanische Ministerpräsident Yoshihide Suga erklärt. Die medizinische Versorgung im Großraum der Millionenstadt sei noch immer stark durch Corona-Patienten belastet. Der am 7. Januar verhängte Notstand für Tokio und drei Nachbar-Präfekturen gilt nun bis mindestens 21. März.

Tokio ist im Sommer Gastgeber für die Olympischen Spiele und die Paralympics. Die Spiele waren wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben worden.

+++ Der Allgemeinmediziner Fabian Holbe sieht im Impfen gegen das Coronavirus in Hausarztpraxen eine große Chance. Holbe verabreicht bereits seit Januar in seiner Praxis in Nordwestmecklenburg Coronaimpfungen im Rahmen eines Pilotprojekts. Im Deutschlandfunk sagte er, durch Immunisierungen beim Hausarzt werde man einen enormen Geschwindigkeitsbonus erreichen. Ein großer Vorteil sei zudem, dass die Hausärzte die Informationen über die Vorerkrankungen der Patientinnen und Patienten vorliegen hätten.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz geht davon aus, dass alle Kinder und Jugendlichen noch in diesem Monat an die Schulen zurückkehren können. Einige Bundesländer haben dafür bereits Pläne entwickelt, andere sind noch zurückhaltend. Ein Überblick.

+++ Der Verkauf von Corona-Selbsttests im deutschen Einzelhandel startet am morgigen Samstag. Zunächst bieten die Unternehmen Aldi Nord und Aldi Süd eine Packung pro Kunde an. Eine Packung kostet rund 25 Euro und enthält fünf Tests. Mehrere Konkurrenten sowie Drogeriemärkte wollen bald nachfolgen. Apotheken wollen die Produkte ebenfalls anbieten.

+++ Die Bundesregierung will sich angesichts der unsicheren Infektionslage derzeit nicht festlegen, ob und wie in der Osterzeit Reisen ins In- und Ausland möglich sind. Regierungssprecher Seibert verwies auf die nächsten Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Politik, die für den 22. März vorgesehen sind. In diesem Rahmen werde man auch über die Osterferien sprechen.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Bareiß, mahnte im ARD-Fernsehen die Bürgerinnen und Bürger weiterhin zur Vorsicht, um dann "nach dem 22. März in den Urlaub gehen zu können". 

+++ Bundespräsident Steinmeier hat zum gemeinsamen Gedenken an die bislang mehr als 70.000 Corona-Toten in Deutschland aufgerufen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zündet eine Kerze vor einem Fenster an (picture alliance / dpa / Bundespresseamt / Jesco Denzel)Licht in einem Fenster von Schloß Bellevue: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier setzt ein Zeichen des gemeinsamen Gedenkens und ruft zur Aktion #lichtfenster auf. (picture alliance / dpa / Bundespresseamt / Jesco Denzel)

Das sei und das bleibe eine erschütternde, verstörende Dimension, sagte er bei einem Gespräch mit Hinterbliebenen, die während der Corona-Pandemie Angehörige verloren haben, im Schloss Bellevue in Berlin. Noch immer würden Tag für Tag hunderte Menschen an oder mit einer Covid-19-Infektion sterben. Hinter jeder Zahl stehe ein Schicksal und ein Mensch. Steinmeier betonte, er halte es für sehr wichtig, innezuhalten, um gemeinsam in Würde Abschied zu nehmen.

+++ In Nordrhein-Westfalen sollen ab Mitte März auch alle Schüler der weiterführenden Schulen zumindest tageweise in den Präsenzunterrricht zurückkehren. In einer Mail des Bildungsministeriums an die Schulen heißt es, geplant sei vorerst bis zu den Osterferien ein Unterricht bei halbierter Klassenstärke im Wechselmodus. Niemand solle dabei länger als eine Woche ohne Präsenzunterricht zu Hause lernen müssen.

+++ Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Wieler, warnt vor den Folgen einer zunehmenden Ausbreitung der Mutanten des Coronavirus. Es sei absehbar, dass diese britische Variante hierzulande bald die vorherrschende sei, sagte Wieler in Berlin. Dann werde es noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten, da diese Mutante ansteckender und gefährlicher sei als die Ursprungsform.

Coronavirus-Modell, Symbolfoto Virus-Mutation *** Coronavirus model, symbol photo virus mutation  (www.imago-images.de)Coronavirus-Modell, Symbolfoto Virus-Mutation (www.imago-images.de)

Wieler erklärte weiter, es sei zwar erfreulich, dass die Inzidenz in der Altersgruppe über 80 Jahre aufgrund der Impfungen rückläufig sei. Auch die Zahl der Corona-Intensivpatienten sinke langsam. Dennoch gebe es nach wie vor jeden Tag zu viele Tote. Besorgniserregend sei zudem, dass die Inzidenz bei den Jüngeren wieder steige, betonte der RKI-Chef.

+++ Städte und Gemeinden fordern Bund und Länder auf, schnell die offenen Fragen zur neuen Corona-Teststrategie zu klären. Damit es am Montag losgehen könne, müssten ausreichend Testkits beschafft werden, sagte der Präsident des Deutschen Städtetages, Jung, der "Augsburger Allgemeinen". Die Enttäuschung beim Start der Impfkampagne dürfe sich nicht wiederholen. Außerdem müsse klar kommuniziert werden, wofür die Menschen einen bescheinigten negativen Schnelltest benötigten. Sonst würden die Teststationen vermutlich überrannt, meinte Jung.

Wegweiser mit Richtungspfeil zeigen in Richtung der Covid-19 Testzentren mit Abstrichzentrum von Centogene im Flughafen Frankfurt. (imago images / Ralph Peters)Wegweiser mit Richtungspfeil zeigen in Richtung der Covid-19 Testzentren (imago images / Ralph Peters)

+++ Die Weltgesundheitsorganisation meldet Bedenken gegen den von der EU-Kommission geplanten digitalen Corona-Impfpass an. Der europäische WHO-Regionalchef Kluge sagte der Zeitung "Die Welt", es sei unsicher, wie lange die Immunität nach einer Impfung anhalte. Auch könne die Immunisierung nicht unbedingt verhindern, dass der Empfänger andere Menschen anstecke.

+++ Weltweit sind mehr als 115,48 Millionen Infektionsfälle nachgewiesen worden. Das hat die Nachrichtenagentur Reuters errechnet. Über 2,66 Millionen Menschen starben nachweislich mit oder an dem Coronavirus, seit im Dezember 2019 die ersten Fälle im chinesischen Wuhan bekanntgeworden sind. Die meisten Infektionsfälle weisen die USA, Indien, Brasilien, Russland und Großbritannien auf.

Gedenken an die Corona-Toten am Arnswalder Platz in Berlin Prenzlauer Berg  (imago/snapshot/M. Krause)Gedenken an die Corona-Toten am Arnswalder Platz in Berlin Prenzlauer Berg (imago/snapshot/M. Krause)

+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 10.580 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind knapp 600 Fälle mehr als am Freitag vergangener Woche. Zudem wurden 264 neue Todesfälle im Zusammenhang mit der Viruserkrankung registriert. Insgesamt sind in Deutschland bisher 71.504 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt nach Angaben des RKI 65,4.

Ausführlichere Zahlen zum Infektionsgeschehen in Deutschland können Sie hier nachlesen. Dort finden Sie auch Angaben über den Anteil der positiven Tests an der Gesamtzahl der Testungen sowie zur Zahl der Patienten auf Intensivstationen und zum Stand der Impfungen.

+++ Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ernst, geht davon aus, dass alle Schülerinnen und Schüler noch im März wieder in die Schule gehen können. Die brandenburgische Bildungsministerin sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, alle ihre Länderkollegen wollten das erreichen - auch wenn es im Regelfall erst mal Wechselunterricht sein werde. 

+++ Millionen Menschen in Lateinamerika und der Karibik sind durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie in die Armut abgerutscht. Das geht aus einem Bericht der für die Region zuständigen UN-Wirtschaftskommission CEPAL hervor. Im vergangenen Jahr ist demnach die Zahl derjenigen, die in Armut leben, um 22 Millionen auf nun 209 Millionen Menschen gestiegen. Ein Drittel von ihnen lebe sogar in extremer Armut.
Besonders betroffen seien Frauen, deren Rechte und Autonomie mehr und mehr gefährdet seien, heißt es weiter.

+++ Neuseeland will nach einem rund einwöchigen Lockdown die Corona-Beschränkungen in der größten Stadt Auckland von Sonntag an wieder lockern. Das kündigte Premierministerin Jacinda Ardern an. Dann dürften unter anderem Schulen und Geschäfte regulär öffnen. Zudem seinen Versammlungen von bis zu 100 Menschen unter Einhaltung von Abstandsregeln erlaubt. Nach der Meldung einer einzigen Corona-Neuinfektion wurde in Auckland am vergangenen Sonntag ein Lockdown verhängt.

+++ Weltweit sind im vergangenen Jahr mindestens 17.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben. Das geht aus einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hervor, für den Daten aus mehr als 80 Ländern ausgewertet wurden. Es sei tragisch, dass alle 30 Minuten eine im Gesundheitswesen arbeitende Person an Covid-19 sterbe, sagte der Amnesty-Experte für wirtschaftliche und soziale Menschenrechte, Cockburn.

+++ Australien hat den Lieferstopp von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union kritisiert. Gesundheitsminister Hunt erklärte in Melbourne, man habe die EU um eine Überprüfung der Entscheidung gebeten. Premierminister Morrison sagte, seine Regierung habe bereits damit gerechnet, dass es Probleme mit Lieferungen aus Europa geben könnte. Dort stecke man anders als in Australien in einer schweren Krise. Dennoch werde Australiens Impfplan weiter voranschreiten wie geplant.

+++ In Zypern sind nach einem BBC-Bericht ab Mai geimpfte Reisende aus Großbritannien willkommen. Allerdings würden die Corona-Auflagen in Großbritannien den Bürgern erst zwei Wochen später überhaupt erlauben, eine solche Reise anzutreten.

+++ Im Großraum Tokio soll wegen der hohen Corona-Zahlen für mindestens weitere zwei Wochen der Notstand gelten. Die Krankenhäuser seien nach wie vor durch die vielen Covid-19-Patienten überlastet, sagte der zuständige Minister Yasutoshi Nishimura am Freitag zur Begründung. Der Notstand gilt in Tokio schon seit dem 7. Januar und wäre eigentlich am 7. März ausgelaufen. Einen verpflichtenden Lockdown gibt es trotz des Notstands nicht, wohl aber Aufrufe an Restaurants und Bars, freiwillig ab 20 Uhr zu schließen.

+++ Trotz der globalen Rezession durch die Corona-Pandemie will China in diesem Jahr ein starkes Wirtschaftswachstum von "mehr als sechs Prozent" erreichen. Um unabhängiger vom Ausland zu werden, unterstrich Regierungschef Li Keqiang am Freitag zur Eröffnung der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking, dass der Entwicklung der heimischen Wirtschaft 'Vorrang gegeben' werden müsse. Auch solle die eigene Innovation viel stärker als früher gefördert werden, um die technologischen Abhängigkeiten zu verringern.

Donnerstag, 4. März

+++ Die große Mehrheit der Deutschen steht weiter hinter den Coronamaßnahmen. Das ist das Ergebnis des ARD-Deutschlandtrends. Knapp die Hälfte (47 Prozent) bezeichnen die derzeitigen Bestimmungen als angemessen. Weitere 20 Prozent können sich sogar eine Verschärfung vorstellen. Aber auch die Kritik wächst: 30 Prozent waren der Meinung, dass die Maßnahmen mittlerweile zu weit gingen. Anfang Februar waren es 22 Prozent gewesen. Hier die Beschlüsse von Gestern in einem Schaubild der Bundesregierung:

Ein Schaubild. (Bundesregierung)So haben sich Bund Und Länder die Öffnungsschritte vorgestellt. (Bundesregierung)

+++ Das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut hält den Impfstoff von Astrazeneca für genauso gut wie die Vakzine von Pfizer/Biontech und Moderna. Für Astrazeneca würden aber mehr Verdachtsfälle von Nebenwirkungen gemeldet als für die anderen beiden. Allerdings könne das laut Paul-Ehrlich-Institut auch daran liegen, dass Astrazeneca zuletzt medial mehr in der Öffentlichkeit gestanden habe.

Benjamin Netanjahu (l.), Premierminister von Israel, besucht gemeinsam mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ein Fitnessstudio, in dem Besucher mit einem "Green Pass" Sport machen dürfen. (Pool Yedioth Ahronoth/AP)Benjamin Netanjahu (l.), Premierminister von Israel, besucht gemeinsam mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ein Fitnessstudio, in dem Besucher mit einem "Green Pass" Sport machen dürfen. (Pool Yedioth Ahronoth/AP)

+++ Österreich, Dänemark und Israel haben angekündigt, gemeinsam Corona-Impfstoffe der nächsten Generation zu entwickeln und zu produzieren. Die drei Länder wollen einen Forschungs- und Entwicklungsfonds ins Leben rufen, sagte Israels Ministerpräsident Netanjahu. Österreichs Kanzler Kurz und Dänemarks Regierungschefin Fredriksen waren für Gespräche mit Netanjahu nach Israel gereist. Fredriksen war von palästinensischer Seite für ihre Reise kritisiert worden. Israel ist zwar beim Impfen der eigenen Bevölkerung weit vorne, liefert aber nur wenige und mit unter Bedingungen Dosen in die Palästinensergebiete.

+++ Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass genügend Corona-Schnelltests zur Verfügung stehen werden. Wie das Ministerium mitteilte, können 150 Millionen laut den Herstellern sofort geliefert werden. Länder und Kommunen müssten diese nur abrufen. Teils geschehe das schon, etwa für Pflegeheime. Insgesamt hat der Bund den Angaben zufolge 800 Millionen Schnelltests für dieses Jahr bestellt.

Ab Montag sollen sich alle Bürgerinnen und Bürgern einmal pro Woche kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können, etwa in darauf spezialisierten Zentren, Apotheken oder Arztpraxen.

Bereits in wenigen Tage soll es in Deutschland Corona-Schnelltests zur Eigenanwendung zu Hause geben. Wie funktionieren sie und was ist der Unterschied zu den bisherigen Schnelltests? Die wichtigsten Infos im Überblick.

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat die gestrigen Beschlüsse von Bund und Ländern zur stufenweisen Lockerung der Coronamaßnahmen verteidigt. Wichtig seien neben allgemeiner Umsicht die Punkte Impfen und Testen, sagte der CDU-Politiker in einer Rede im Bundestag. Die Bundesregierung gebe insbesondere bei den Tests rechtlich und finanziell den Rahmen vor, umgesetzt werde die Strategie dann vor Ort.

+++ Der Pharmazie-Professor Thorsten Lehr hält es für richtig, die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zum jetzigen Zeitpunkt zu lockern. Lehr sagte im Deutschlandfunk, zwar befinde sich Deutschland seiner Meinung nach am Fuße einer dritten Welle, doch die Menschen seien müde und der bisherige Lockdown habe nicht mehr gewirkt. Deshalb sei es jetzt wichtig, die von Bund und Ländern beschlossenen Öffnungsschritte mit Schnelltests abzusichern, betonte Lehr. Andernfalls werde Deutschland schnell wieder die Grenze von 100 Infektionen auf 100.000 Einwohner pro Woche erreichen, ab der Lockerungen zurückgenommen werden müssen.

Thorsten Lehr, Professor für Klinische Pharmazie der Saar-Uni, erläutert den Covid19-Online-Simulator. (Oliver Dietze, Universität des Saarlandes)Thorsten Lehr, Professor für Klinische Pharmazie der Saar-Uni, erläutert den Covid19-Online-Simulator. (Oliver Dietze, Universität des Saarlandes)

+++ Der Deutsche Kulturrat begrüßt die Beschlüsse von Bund und Ländern, in den kommenden Wochen Öffnungen von Museen und später auch anderer Kultureinrichtungen zu ermöglichen. Geschäftsführer Zimmermann sagte in Berlin, langsam lichte sich der Nebel. Für Buchhandlungen, Museen, Galerien, Gedenkstätten, Kinos, Theater sowie Konzert- und Opernhäuser sei damit ein Weg aus dem Lockdown zu erkennen. Für andere Anbieter wie Konzertveranstalter und Clubs, aber auch den großen Bereich der Amateurmusik seien allerdings noch keine Entscheidungen getroffen worden. Sie würden auf das nächste Krisentreffen am 22. März vertröstet.

+++ Die Arzneimittelbehörde der Europäischen Union hat mit der Prüfung begonnen, ob der russische Corona-Impfstoff Sputnik V zugelassen wird. Das teilte die Behörde EMA in Den Haag mit. In Ungarn wird der Impfstoff bereits eingesetzt, auch andere Länder planen eigene Zulassungen unabhängig von der EU. Vertreter des Herstellers stellten in Aussicht, ab Juni Impfstoff für 50 Millionen Europäer liefern zu können. 

+++ Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit ist Schätzungen zufolge im Februar auf rund 2,8 Millionen gestiegen. Das waren rund 100.000 mehr als im Januar, erklärte das Ifo-Institut in München. Betroffen seien insgesamt 8,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Zugenommen habe die Kurzarbeit zuletzt vor allem in Hotels, Gaststätten und im Einzelhandel. In der Industrie sei sie dagegen rückläufig.

+++ Der Handelsverbands HDE hat die Beschlüsse des Corona-Gipfels als Katastrophe für den Einzelhandel bezeichnet. Faktisch werde der Lockdown damit für die große Mehrheit der Händler bis Ende März verlängert, sagte Hauptgeschäftsführer Genth. Eine stabile Inzidenz von unter 50, die für eine Wieder-Öffnung aller Geschäfte als Bedingung genannt werde, sei auf absehbare Zeit wohl nicht flächendeckend zu erreichen.

+++ Die Beschlüsse von Bund und Ländern zu den Maßnahmen in der Coronapandemie werden von Oppositionspolitikern, aber auch von Wirtschaftsverbänden kritisiert. Einigen gehen die Lockerungen nicht schnell genug, andere warnen vor vorschnellen Schritten und werfen der Bundesregierung und den Ländern zuviel Bürokratie und zu wenig effektives Handeln vor.

Der Vorsitzende der Grünen, Habeck, meint, als Bürger fühle man sich im Stich gelassen und als Politiker, der nicht in der Regierung sei, außen vor: Er hätte gestern gern mitgeredet. Habeck sagte im Deutschlandfunk, man stehe am Beginn einer dritten Welle und rede über Öffnungen. Impfungen und Tests würden nur angekündigt, aber es werde nichts getan. 

Rund 4,4 Millionen Menschen in Deutschland haben inzwischen eine erste Impfung erhalten, beinahe die Hälfte davon laut Robert-Koch-Institut aus beruflichen Gründen. Dazu zählen unter anderem Ärztinnen und Krankenpfleger. Eine weitere große Gruppe ist die der über 80-Jährigen. Mit wem geht es entsprechend der Impfverordnung nun weiter? Eine Übersicht.

+++ Die Lufthansa hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 6,7 Milliarden Euro verbucht. Grund ist die geringere Nachfrage wegen der Corona-Krise. Nach eigenen Angaben war das Unternehmen nur zu 31 Prozent ausgelastet. Auch für 2021 rechnet die Fluggesellschaft mit roten Zahlen. Der Reiseverkehr erhole sich langsamer als erhofft, hieß es. Erst zur Mitte des Jahrzehnts erwarte man, das Niveau von 2019 annähernd wieder zu erreichen.

+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 11.912 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 43 Fälle mehr als am Donnerstag vergangener Woche. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 359 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Krankheitserreger registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt nach Angaben des Instituts auf 64,7.

Lesen Sie hier alle relevanten Zahlen.

+++ Die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus sollen in Deutschland schrittweise gelockert werden. Darauf haben sich Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder am späten Abend verständigt. Grundsätzlich werden die Beschränkungen bis zum 28. März verlängert. Ab der kommenden Woche sollen aber zunächst Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte wieder öffnen. Private Kontakte werden wieder für zwei Haushalte mit insgesamt bis zu fünf Erwachsenen erlaubt.

Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin: Auf einem Monitor in der Staatskanzlei sind bei der Video-Schaltkonferenz zur Entwicklung der Corona-Pandemie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Michael Müller (SPD), der Regierende Bürgermeister von Berlin zu sehen. (Jens Büttner/ZB/dpa)Bund-Länder-Videokonferenz (Jens Büttner/ZB/dpa)

+++ Der Bundestag entscheidet heute darüber, ob für Deutschland weiterhin eine "epidemische Notlage von nationaler Tragweite" besteht. Sie ist die Rechtsgrundlage für die Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit in der Corona-Pandemie und würde Ende des Monats automatisch enden. In der zur Abstimmung stehenden Gesetzesfassung wurden einige Passagen geändert. Unter anderem sollen Beschränkungen künftig nicht mehr nur am Inzidenzwert, sondern auch an anderen Kennzahlen fesgemacht werden dürfen.

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