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Newsblog zum Coronavirus+++ Ende der Impf-Priorisierung am 7. Juni +++

Zahlreiche Impfwillige lassen sich in der Turnhalle einer Schule in Berlin-Neukölln gegen Covid-19 impfen. (Bernd von Jutrczenka / dpa)
Schwerpunktimpfung gegen Corona in Berlin-Neukölln (Bernd von Jutrczenka / dpa)

Die Konferenz der Gesundheitsministerinnen und -minister hat eine Aufhebung der Priorisierungen bei den Corona-Impfungen ab dem 7. Juni beschlossen. In Italien sind die ersten Touristen eingetroffen. Die USA wollen weitere 20 Millionen Dosen Impfstoff an andere Länder abgeben. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Montag, 17. Mai

+++  Die USA wollen bis Ende kommenden Monats weitere 20 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an andere Länder abgeben und im globalen Kampf gegen die Pandemie eine Führungsrolle einnehmen. "Wir wissen, dass Amerika nie ganz sicher sein wird, bis die Pandemie, die weltweit wütet, unter Kontrolle ist", sagte Biden im Weißen Haus. Bis Ende Juni würden die USA mindestens 20 Millionen Impfdosen mit anderen Staaten teilen - zusätzlich zu bereits angekündigten 60 Millionen. Insgesamt würden die USA damit mehr Impfstoff abgeben als jedes andere Land. 

+++ Die University of Alabama-Birmingham in den USA hat eine Studentin für das Herbstsemester ausgeschlossen, weil sie sich aus religiösen Gründen nicht gegen Corona impfen lassen will. Die Studentin argumentiert, die Bibel verbiete ihr, ihrem Körper chemische Stoffe zu injizieren, schreibt die "Christian Post". Sie legte der Hochschule ein Schreiben des "First Liberty Institute" vor, in dem es heiße, die Frau habe das Recht, sich aus religiösen Gründen von der Impfpflicht befreien zu lassen.

+++ Die Europäische Arzneimittelbehörde hat die Bedingungen für die Lagerung des Corona-Impfstoffes von Biontech und Pfizer erleichtert. Wie die EMA mitteilte, kann der aufgetaute, unverdünnte Impfstoff bei Temperaturen von zwei Grad bis acht Grad für etwa einen Monat gelagert werden. Bisher waren es fünf Tage. Die Behörde hatte ihre bisherige Einschätzung nach neu eingereichten Daten geändert.

+++ Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin DIVI weist Vorwürfe zurück, dass sich Krankenhäuser mit falschen Angaben zu Intensivbetten und Panikmache in der Corona-Pandemie möglicherweise bereichert haben. In einer gemeinsamen Erklärung mit dem Marburger Bund und der Deutschen Krankenhausgesellschaft heißt es, ein entsprechender Bericht sei irreführend und basiere auf Fehleinschätzungen und mangelnder Kenntnis der tatsächlichen Lage in den Kliniken. Es sei bei der Debatte über die Belegung der Intensivbetten nie um Panik oder Angstmache gegangen, sondern darum, Kliniken vor Überlastung zu bewahren und auf extrem steigende Patientenzahlen in kurzer Zeit vorbereitet zu sein.

+++ Die Konferenz der Gesundheitsministerinnen und -minister hat eine Aufhebung der Priorisierungen bei den Corona-Impfungen ab dem 7. Juni beschlossen. Der Beschluss fiel einstimmig. Damit sind künftig alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren berechtigt, einen Impftermin zu vereinbaren. Ebenfalls ab dem 7. Juni sollen Betriebspraxen und niedergelassene Ärzte routinemäßig in die Impfungen einbezogen werden.

+++ Nach der Lockerung der Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind die ersten Touristen in Italien eingetroffen. Den Anfang machte eine Maschine aus Griechenland. Alle Passagiere mussten vor dem Start einen negativen Corona-Test vorlegen.

Italien hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass die Quarantäne-Bestimmungen für Reisende aus der EU, aus Großbritannien und Israel wegfallen würden. Damit sollte der italienischen Tourismusbranche ein Schub verliehen werden, die in den vergangenen Monaten praktisch zum Erliegen gekommen war. 

Ein Mann hat sich im Juni 2019 unter einem Sonnenschirm an einen Strand auf der italienischen Insel Sardinien gesetzt. (ZB)Ein Urlauber auf der italienischen Insel Sardinien (ZB)

+++ Bei den Corona-Impfungen in Deutschland soll nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Spahn ab dem 7. Juni keine Priorisierung mit einer festgelegten Reihenfolge mehr gelten. Damit wären alle Bürger ab 16 Jahren berechtigt, einen Impftermin zu vereinbaren, wie aus dem Beschlussentwurf des Bundes für die Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder hervorgeht.

Darin wird betont, dass aufgrund der aktuell erwarteten Liefermengen nicht gleich alle Impfwilligen bereits im Laufe des kommenden Monats geimpft werden könnten.

+++ Thüringens Ministerpräsident Ramelow hat auf ein Stadt-Land-Gefälle bei den Corona-Infektionszahlen hingewiesen. Es sei in seinem Bundesland offensichtlich so, dass sich die Menschen auf dem Land unvorsichtiger verhielten, sagte der Linke-Politiker im ZDF. Die Infektionszahlen in den Städten seien niedriger. Das liege offenbar daran, dass die Menschen dort die Abstands- und Hygiene-Regeln stärker beachteten, führte Ramelow aus.

+++ Erstmals seit knapp einem Monat sind in Indien weniger als 300.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag registriert worden. Insgesamt waren es in den vergangenen 24 Stunden 281.000 neue Corona-Fälle und gut 4.100 Tote im Zusammenhang mit Covid-19, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In absoluten und offiziell erfassten Zahlen ist Indien nach den USA am zweitmeisten von Corona betroffen. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer noch viel höher ist, weil wenig getestet wird.

Wie gefährlich ist die indische Mutation B.1.617? Hier finden Sie weitere Informationen zu dem Thema.

+++ Die Bundesregierung sieht trotz der Entspannung der Corona-Lage noch keinen Anlass zur Entwarnung auch für den Sommer. Die täglich fallenden Neuinfektionszahlen und die mit großem Schwung laufende Impfkampagne könnten zuversichtlich machen, aber nicht voreilig, sagte Regierungssprecher Seibert. Es gebe noch nicht die Voraussetzungen dafür, einen genauso entspannten Sommer wie im vergangenen Jahr zu genießen. Vor einem Jahr habe die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz um diese Zeit bei fünf gelegen.

+++ In Deutschland sind bisher mehr als 40 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht worden. 30 Millionen davon wurden in den Impfzentren gespritzt, gut zehn Millionen in Arztpraxen, wie das Robert-Koch-Institut mitteilte. 37 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung erhalten, das sind 30,8 Millionen Menschen. Vollständig immunisiert sind davon 9,3 Millionen, also etwas mehr als elf Prozent aller Bürger.

Grafik-Diagramm Nr. 101897, Hochformat 90 x 105 mm, "Covid-19-Impfungen in den Bundesländern (Aktualisierung)"  (dpa Grafik)Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung (17.05.2021) (dpa Grafik)

Je nach Bundesland variiert der Impf-Fortschritt. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 41,4 Prozent. Sachsen liegt mit 32 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück.

Wir haben mögliche Nebenwirkungen von Corona-Impfstoffen in diesem Beitrag zusammengefasst.

+++ Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Johna, kritisiert, dass diese Woche in einigen Bundesländern die Impfpriorisierung aufgehoben wird. Johna sagte im Deutschlandfunk, dies werde am Ende zu mehr Frust bei den Menschen führen, da nicht alle gleichzeitig geimpft werden könnten. Zudem sei zu befürchten, dass die Tendenz einiger noch verstärkt werde, sich bei den Impfungen vorzudrängeln. Zuvor hatten bereits andere Mediziner Kritik an der Maßnahme geäußert.

+++ Der französische Pharmakonzern Sanofi hat Zwischenergebnisse der klinischen Studie seines Corona-Impfstoffes veröffentlicht. Die Ergebnisse der Phase-2-Studie am Menschen zeigen demnach, dass sich nach der Verabreichung des Impfstoffes eine hohe Konzentration an neutralisierenden Antikörpern bei Erwachsenen aller Altersgruppen bildete. Nach Angaben Sanofis entsprach die Menge in etwa der bei Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben. Schwere Nebenwirkungen habe es keine gegeben. Sanofi entwickelt seinen Impfstoff in Zusammenarbeit mit dem britischen Unternehmen GSK und hofft auf eine Zulassung im vierten Quartal 2021.

©PHOTOPQR/VOIX DU NORD/PASCAL BONNIERE ; 11/12/2020 ; SANOFI ; LILLE 11.12.2020 illustration Covid 19 , vaccin . covid19 , coronavirus.PHOTO PASCAL BONNIERE / LA VOIX DU NORD - VACCINE AGAINST COVID-19 *** Local Caption *** (picture alliance/dpa/MAXPPP | Pascal Bonniere)LILLE - ILLUSTRATION VACCIN COVID 19 (picture alliance/dpa/MAXPPP | Pascal Bonniere)

+++ In Großbritannien dürfen ab dieser Woche Theater und Kinos wieder öffnen. Voraussetzung ist, dass sie nur die Hälfte ihrer eigentlichen Kapazitäten nutzen, um Abstand im Publikum zu ermöglichen. Die Society of London Theatre sprach vom "Beginn der Erholung". Allerdings rechnet die Dachorganisation der Theater damit, dass zunächst nur kleinere Produktionen zu sehen sein werden. Für die großen Shows im Londoner West End rentiere es sich nicht, vor einem so kleinen Publikum zu spielen.

+++ Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Corona-Virus in Deutschland ist weiter rückläufig. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 5.412 Infektionen. Vor einer Woche lag der Wert bei 6.922 Ansteckungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt unverändert bei 83,1.

+++ In Baden-Württemberg und Berlin endet heute die Priorisierung bei den Corona-Impfungen in Arztpraxen. Bayern folgt voraussichtlich im Laufe der Woche, Sachsen am 24. Mai. Allerdings dürfte vielerorts noch nicht ausreichend Vakzine zur Verfügung stehen, um allen Impfwilligen auch schnell einen Termin vergeben zu können. In den Impfzentren hingegen bleibt die Priorisierung zunächst noch bestehen. Auch Thüringens Ministerpräsident Ramelow sagte im ZDF, in seinem Bundesland könne der Hausarzt künftig über die Reihenfolge entscheiden, falls ausreichend Vakzine zur Verfügung stünden. 

+++ In einigen Bundesländern werden heute die Corona-Regeln gelockert. So öffnet sich Schleswig-Holstein unter strengen Auflagen für Touristen. Auch in weiteren Bereichen wird das öffentliche Leben wieder hochgefahren. Bisher waren touristische Übernachtungen nur in einzelnen Modellregionen möglich. In Mecklenburg-Vorpommern öffnen Schulen und Kindertagesstätten wieder. Die Berliner Kitas bieten wieder für alle Kinder ein Betreuungsangebot an.

+++ Der nordrhein-westfälische Justizminister Biesenbach fordert härtere Strafen für Impfpass-Fälscher. "Die bestehende Regelung, die für das Fälschen von Gesundheitszeugnissen niedrigere Strafrahmen vorsieht als für die normale Urkundenfälschung, wird der hohen kriminellen Energie, die dahintersteckt, nicht gerecht", sagte der CDU-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Beim Justizministertreffen im Juni wolle er vorschlagen, dass der Bund einen geänderten Gesetzentwurf erarbeitet. Urkundenfälschung kann laut Biesenbach mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

+++ Die Türkei lockert nach einem knapp dreiwöchigen harten Lockdown die Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. Die Menschen dürfen das Haus ab heute tagsüber wieder verlassen, abends gilt aber ab 21.00 Uhr eine Ausgangssperre. Die türkische Regierung hatte Ende April angesichts hoher Corona-Infektionszahlen den 17 Tage langen Lockdown verhängt. Die Menschen durften nur aus triftigen Gründen wie etwa zum Einkaufen auf die Straße.

Ankara: Eine türkische Frau und Kinder tragen Mundschutz bei einem Spaziergang in einem öffentlichen Garten.  (AP/Burhan Ozbilici)Coronavirus - Türkei (AP/Burhan Ozbilici)

+++ Die Direktorin des Kinderhilfswerks Unicef, Fore, hat die G7-Länder aufgefordert, das weltweite Impfprogramm der Vereinten Nationen mit der Spende von überschüssigen Corona-Impfstoffen zu unterschützen. Die UNO-Organisation Unicef, die für das Covax-Programm zuständig ist, schätzt die Versorgungslücke infolge des Exportstopps Indiens auf 140 Millionen Dosen bis Ende Mai und etwa 190 Millionen bis Ende Juni.

Sonntag, 16. Mai

+++ Bei der ersten Berliner Schwerpunktimpfung für Stadtteile mit hohen Corona-Ansteckungszahlen haben in Neukölln 2.200 Menschen eine Spritze erhalten.

Die Senatsgesundheitsverwaltung äußerte sich in einem dpa-Bericht nach dem Ende des Modellversuchs zufrieden. Unter den Impfwillgen seien von Freitag bis Sonntag junge Menschen, Eltern sowie Ältere gewesen, darunter auch Menschen mit Migrationsgeschichte. Man habe die erreicht, die man habe erreichen wollen. Mit den Bezirken Mitte und Spandau gebe es Gespräche, Schwerpunktimpfungen auch dort anzubieten. Insgesamt sind dafür bisher rund 10.000 Dosen Impfstoff eingeplant.

Am Freitag hatte es vor dem Impfzentrum in einer Turnhalle an der Köllnischen Heide noch eine lange Warteschlange gegeben. Nicht jeder habe zum Zug kommen können. Samstag und Sonntag seien noch Kapazitäten frei gewesen. Daraufhin sei ein Rufwagen durch die Straßen gefahren und habe weitere Impfwillige motivieren können.

Das Impfangebot ist ein Modellversuch für Stadtgebiete mit einer Inzidenz, die weit über dem Berliner Durchschnitt liegt. Über Aushänge an den Haustüren sowie über Sozial- und Bildungsträger waren die Bewohner seit Mittwoch kurzfristig über das Angebot informiert worden. Als Impfberechtigung galt die Meldeadresse. Geimpft wurden Vakzine der Hersteller Moderna sowie Johnson & Johnson.

+++ Großbritannien und Portugal lockern am Montag ihre Corona-Restriktionen. In den meisten Teilen Großbritanniens dürfen sich die Menschen in geschlossenen Räumen wieder in Gruppen von bis zu sechs Menschen oder zwei Haushalten treffen. Restaurants und Pubs dürfen ihre Innenräume wieder öffnen, Museen, Kinos und Sportstätten ihren Betrieb aufnehmen. Die Lockerungen treten in Kraft, obwohl im Vereinigten Königreich Sorgen wegen der Ausbreitung der besonders ansteckenden Coronavirus-Variante aus Indien bestehen.

Portugal lockert seine Einreisebestimmungen für Reisende aus den meisten EU-Staaten. Menschen aus EU-Ländern, in denen die Corona-Infektionsrate bei unter 500 Fällen pro 100.000 Einwohnern im Zeitraum von 14 Tagen liegt, dürfen auch zu "nicht notwendigen" Zwecken wieder einreisen. Für Einreisende gilt allerdings eine Testpflicht.

+++ Ihren Impfstatus gegen Covid-19 können Menschen in England von Montag an per App abrufen.

Wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt, funktionierte die Funktion auf vielen Geräten bereits am Wochenende. Die App sei nicht identisch mit der Corona-Warn-App, sondern diene unter anderem auch dazu, Termine beim Hausarzt zu vereinbaren oder die eigene Krankenakte einzusehen. Nach Angaben des britischen Gesundheitsdiensts NHS soll der elektronische Impfpass auch für Reisen als Nachweis gegenüber ausländischen Behörden benutzt werden können. Unklar war jedoch zunächst, welche Länder die App als Impfnachweis akzeptieren.

Weiterführende Information: So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen

Pläne für einen Einsatz der App im Inland sind aber in Großbritannien derzeit nicht mehr im Gespräch. Gedankenspiele der Regierung, die Vorlage des Impfnachweises beispielsweise als Voraussetzung für einen Pub-Besuch zu machen, waren auf großen Widerstand gestoßen.

+++ Aus Sicht von Bundespräsident Steinmeier brauche es nach Ende der Pandemie eine "gesellschaftliche Versöhnung".

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht während des Schlussgottesdienstes des 3. Ökumenischen Kirchentags. (dpa)Abschluss 3. Ökumenischer Kirchentag (dpa)

"Wir haben erbittert gestritten - über Virus und Maskenpflicht, über Beschränkung und Lockerung, über Kita und Schule, über Impfstoffe und Impfreihenfolge", bilanzierte der Bundespräsident zum Abschluss des 3. Ökumenischen Kirchentages in Frankfurt am Main. Freundschaften seien zerbrochen, Familien entzweit, tiefe Risse gingen durch die Gesellschaft. Natürlich müsse dies aufgearbeitet werden. Die sozialen Folgen würden nicht einfach so wieder verschwinden, betonte Steinmeier.

+++ Bayern will Indien 100 medizinische Beatmungsgerät zur Behandlung von Covid-19-Patienten zur Verfügung stellen. Das kündigt Bayerns Ministerin für Internationales, Huml, an. Die Geräte sollten voraussichtlich kommende Woche über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum für Bund und Länder auf den Weg gebracht werden. Die Bundesregierung hat dem von der Pandemie besonders hart betroffenen Indien bereits 120 Beatmungsgeräte und andere medizinische Güter geliefert, weitere Bundesländer planen Hilfen.

+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 8.500 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind gut 4.100 weniger als eine Woche zuvor. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank im Vergleich zum Vortag von 87,3 auf 83,1. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung lag bei 71 und stieg damit auf insgesamt 86.096.

Mehr zum Thema: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

+++ Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Wenker fordert, bei den Corona-Impfungen Jugendliche und junge Eltern vorzuziehen. Seit gut einem Jahr sei deren Leben fast auf null gefahren - kein ordentlicher Schulunterricht mehr, kein Sport und so weiter, sagte Wenker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Zusammen mit den Alten habe diese Gruppe die größten Opfer in der Pandemie gebracht und sollte daher bei den Impfungen vorgezogen werden.

+++ Der britische Gesundheitsminister Hancock hat die Öffnungspläne der Regierung in London trotz lokaler Ausbrüche der indischen Coronavirus-Variante im Land verteidigt. Sollte sich die höhere Übertragbarkeit der Mutante als gering herausstellen, werde es so gut wie keine Auswirkungen auf den Lockerungsfahrplan des Landes geben, sagte Hancock dem Nachrichtensender Sky News. Von Montag an sollen im größten britischen Landesteil England wieder Treffen von bis zu sechs Personen in Privathaushalten möglich sein. Auch die Innengastronomie, Theater, Kinos und Museen dürfen wieder Gäste empfangen.

+++ Die Ständige Impfkommission rechnet damit, dass im kommenden Jahr eine Impfauffrischung gegen das Corona-Virus nötig ist. Der Kommissions-Vorsitzende Mertens sagte den Funke-Medien, das Virus werde uns nicht wieder verlassen. Deswegen würden die aktuellen Impfungen nicht die letzten sein. Die Hersteller arbeiteten bereits an modifizierten Impfstoffen, die gegen derzeit bekannte Mutanten wirksam sein sollten. Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach geht davon aus, dass die Immunität nach einer Impfung gegen Covid-19 rund sechs Monate hält. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein.

Amelie Fromen, Impfärztin des Düsseldorfer Impfzentrums, impft einen Wohnungslosen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson. In Nordrhein-Westfalen sind weitere Wohnungslose gegen Corona geimpft worden. (picture alliance/dpa | Federico Gambarini)Coronavirus - Impfung von Wohnungslosen (picture alliance/dpa | Federico Gambarini)

+++ Tausende Einzelhändler wollen sich nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) großzügigere staatliche Corona-Hilfen auf dem Rechtsweg erstreiten. Rund 10.000 Unternehmen hätten staatliche November- und Dezemberhilfen beantragt, die vor allem für die Gastronomie vorgesehen sind. Geschäfte, die seit Monaten geschlossen seien, hätten darauf jedoch keinen Anspruch, sondern würden auf den schmaleren Fixkostenzuschuss verwiesen, sagte HDE-Chef Genth in der "Welt am Sonntag". "Das ist eine klare Ungleichbehandlung im Vergleich zur Gastronomie." Eine Muster-Klageschrift sei vorbereitet.

+++ Seit dem Start der Impfkampagne in Deutschland vor fast fünf Monaten ist die Impfbereitschaft deutlich gestiegen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. Danach wollen sich fast drei Viertel der Deutschen gegen das Coronavirus immunisieren lassen. Kurz vor Beginn der Impfkampagne hatten sich erst 65 Prozent für eine Impfung entschieden. 19 Prozent lehnten die Immunisierung damals ab, jetzt sind es nur noch 15 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen ist seit Ende Dezember von 16 auf 11 Prozent gesunken.

Samstag, 15. Mai

+++ Die Infektionszahlen bei gegen das Coronavirus Geimpften sinken einer Studie aus Italien zufolge binnen fünf Wochen nach der ersten Dosis massiv. In dieser Gruppe träten 35 Tage nach der Erstimpfung mit einem Vakzin von Pfizer/Biontech, Moderna oder AstraZeneca 80 Prozent weniger Infektionen auf, stellte das Nationale Institut für Gesundheit fest. Die Zahl der Einweisungen in ein Krankenhaus sinke um 90 Prozent, die Zahl der Todesfälle um 95 Prozent. Das gelte für alle Altersgruppen sowie Männer und Frauen gleichermaßen. Die Forscher hatten in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium die Daten von 13,7 Millionen Geimpften in dem Land untersucht.

+++ In Polen hat nach mehr als sechs Monaten die Außengastronomie wieder geöffnet. Die Kunden dürfen nur jeden zweiten Tisch besetzen, wie die Agentur PAP berichtete. Im Freien müssen die Menschen nun keine Masken mehr tragen, wenn sie im öffentlichen Raum einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen einhalten können. Die Maskenpflicht gilt indes weiter in Bus und Bahn, in Geschäften und den meisten öffentlichen Gebäuden. Zudem empiehlt das Gesundheitsministerium, stets eine Maske bei sich zu tragen allein schon für den Fall, dass man sich später einen Innenraum betrtete.

+++ Der Virologe Alexander Kekulé hat sich aus Gründen der Solidarität dafür ausgesprochen, dass auch Geimpfte in Innenräumen Maske tragen sollen. Sonst habe man eine deutliche Zweiklassengesellschaft, sagte er in seinem Podcast auf MDR Aktuell. Kekulé erinnerte daran, dass vor allem Ältere geimpft seien. "Am Anfang war es so, dass vor allem die Jüngeren aufgefordert wurden, sich zurückzuhalten und die Schutzmaßnahmen einzuhalten, um die Älteren zu schützen". Jetzt sollten die Älteren die Solidarität mit den Jüngeren haben.

+++ Urlaub in Portugal ist wieder möglich. Wie die Regierung in Lissabon mitteilte, dürfen ab Montag alle Menschen zu touristischen Zwecken einreisen, die aus einem EU-Land kommen, in dem die Inzidenz niedriger ist als 500. Sie müssen bei der Einreise einen negativen PCR-Test vorweisen, der höchstens 72 Stunden alt ist. 

+++ In Deutschland haben nun mehr als 30 Millionen Menschen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Damit sind 36,5 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Das teilte Bundesgesundheitsminister Spahn auf Twitter mit. In einem Schreiben an seine Länderkolleginnen und Kollegen mahnte er zu Umsicht. Ein "politischer Wettlauf der Lockerungen" müsse unbedingt vermieden werden.   

+++ Der Deutsche Gewerkschaftsbund will eine Verlängerung der erleichterten Kurzarbeit. DGB-Chef Hoffmann sagte der Deutschen presseagentur, nicht alle Branchen würden nach einer Eindämmung von Corona gleich wieder auf die Beine kommen. Als Beispiele nannte Hoffmann den Messebau und den Luftverkehr.

+++ Sachsens Ministerpräsident Kretschmer hat die bundesweit geltende Corona-Notbremse kritisiert. Es sei nicht gelungen, die Bevölkerung von der Notwendigkeit dieser Maßnahmen zu überzeugen, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Man befinde sich in einer Spirale, die Politik und Bevölkerung auseinanderbringe. Kretschmer betonte: "Wir sollten daraus lernen, dass regionale Entscheidungen besser sind als das Eingreifen durch den Bund." 

+++ Bundesaußenminister Maas lehnt eine kurzfristige Freigabe von Corona-Impfstoff-Patenten ab. Bei einer Veranstaltung des 3. Ökumenischen Kirchentages in Frankfurt am Main empfahl Maas anstelle dessen direkte Partnerschaften zwischen Entwicklungsländern und Impfstoffproduzenten. Um kurzfristig weltweit Impfstoffe zur Verfügung stellen zu können, müsse man mit den vorhandenen Unternehmensstrukturen in der Pharmabranche arbeiten. 

+++ Der Präsident des Lutherischen Weltbundes, Panti Filibus Musa, hat eine globale Ungleichheit bei der Impfung gegen das Covid-19-Virus beklagt. Bislang seien 75 Prozent der verabreichten Impfstoffe in nur zehn Ländern verbraucht worden, sagte der Erzbischof der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria in einer auf dem 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt verbreiteten Video-Bibelarbeit. Dies sei Ausdruck von "struktureller Korruption und Gewalt" und könne Tausende von Menschenleben kosten.

+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland beträgt nach Angaben des Robert Koch-Instituts nun 87,3, gestern hatte der Inzidenz-Wert bei 96,5 gelegen, vor einer Woche bei 121,5. Laut RKI meldeten die Gesundheitsämter binnen eines Tages 7.894 Corona-Neuinfektionen. Es gab 177 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Das RKIverweist aber darauf, dass an Feier- und Brückentagen weniger getestet wird. 

+++ In Nordrhein-Westfalen will die Landesregierung Berichten nachgehen, wonach Bewohner von Alten- und Pflegeheimen trotz eines vollständigen Corona-Impfschutzes in Quarantäne untergebracht werden. Er nehme solche Hinweise sehr ernst, sagte Gesundheitsminister Laumann der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Besuchsverbote in Alten- und Pflegeeinrichtungen dürften nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung der Landesregierung ausgesprochen werden. 

+++ Die knapp elf Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland haben nach Angaben des Deutschen Lehrerverbandes seit Beginn der Corona-Pandemie auf rund die Hälfte der Schulstunden im Präsenzunterricht verzichten müssen. Seitdem seien durchschnittlich zwischen 350 und 800 Stunden Präsenzunterricht für jeden Schüler ausgefallen, sagte Verbandspräsident Meidinger der "Bild"-Zeitung.

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