Die Nachrichten
Die Nachrichten

Newsblog zum Coronavirus+++ Englische App soll Impf-Status nachweisen +++

Der 61-jährige Pillay Jagambrun bekommt eine Pfizer/BioNTech COVID-19-Impfung im Rahmen der größten Impfaktion der britischen Geschichte. 8. Dezember 2020.  (Dan Charity/Pool via AP)
Corona-Impfung in Großbritannien: ab Montag auch per App nachweisbar. (Dan Charity/Pool via AP)

In England ist der Impf-Status von diesem Montag an per App abrufbar. Aus Sicht von Bundespräsident Steinmeier brauche es nach Ende der Pandemie eine "gesellschaftliche Versöhnung". Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt laut RKI weiter. Das und weitere Entwicklungen im Newsblog.

Sonntag, 16. Mai

+++ Ihren Impfstatus gegen Covid-19 können Menschen in England von Montag an per App abrufen.

Wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt, funktionierte die Funktion auf vielen Geräten bereits am Wochenende. Die App sei nicht identisch mit der Corona-Warn-App, sondern diene unter anderem auch dazu, Termine beim Hausarzt zu vereinbaren oder die eigene Krankenakte einzusehen. Nach Angaben des britischen Gesundheitsdiensts NHS soll der elektronische Impfpass auch für Reisen als Nachweis gegenüber ausländischen Behörden benutzt werden können. Unklar war jedoch zunächst, welche Länder die App als Impfnachweis akzeptieren.

Weiterführende Information: So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen

Pläne für einen Einsatz der App im Inland sind aber in Großbritannien derzeit nicht mehr im Gespräch. Gedankenspiele der Regierung, die Vorlage des Impfnachweises beispielsweise als Voraussetzung für einen Pub-Besuch zu machen, waren auf großen Widerstand gestoßen.

+++ Aus Sicht von Bundespräsident Steinmeier brauche es nach Ende der Pandemie eine "gesellschaftliche Versöhnung".

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht während des Schlussgottesdienstes des 3. Ökumenischen Kirchentags. (dpa)Abschluss 3. Ökumenischer Kirchentag (dpa)

"Wir haben erbittert gestritten - über Virus und Maskenpflicht, über Beschränkung und Lockerung, über Kita und Schule, über Impfstoffe und Impfreihenfolge", bilanzierte der Bundespräsident zum Abschluss des 3. Ökumenischen Kirchentages in Frankfurt am Main. Freundschaften seien zerbrochen, Familien entzweit, tiefe Risse gingen durch die Gesellschaft. Natürlich müsse dies aufgearbeitet werden. Die sozialen Folgen würden nicht einfach so wieder verschwinden, betonte Steinmeier.

+++ Bayern will Indien 100 medizinische Beatmungsgerät zur Behandlung von Covid-19-Patienten zur Verfügung stellen. Das kündigt Bayerns Ministerin für Internationales, Huml, an. Die Geräte sollten voraussichtlich kommende Woche über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum für Bund und Länder auf den Weg gebracht werden. Die Bundesregierung hat dem von der Pandemie besonders hart betroffenen Indien bereits 120 Beatmungsgeräte und andere medizinische Güter geliefert, weitere Bundesländer planen Hilfen.

+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 8.500 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind gut 4.100 weniger als eine Woche zuvor. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank im Vergleich zum Vortag von 87,3 auf 83,1. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung lag bei 71 und stieg damit auf insgesamt 86.096.

Mehr zum Thema: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

+++ Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Wenker fordert, bei den Corona-Impfungen Jugendliche und junge Eltern vorzuziehen. Seit gut einem Jahr sei deren Leben fast auf null gefahren - kein ordentlicher Schulunterricht mehr, kein Sport und so weiter, sagte Wenker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Zusammen mit den Alten habe diese Gruppe die größten Opfer in der Pandemie gebracht und sollte daher bei den Impfungen vorgezogen werden.

+++ Der britische Gesundheitsminister Hancock hat die Öffnungspläne der Regierung in London trotz lokaler Ausbrüche der indischen Coronavirus-Variante im Land verteidigt. Sollte sich die höhere Übertragbarkeit der Mutante als gering herausstellen, werde es so gut wie keine Auswirkungen auf den Lockerungsfahrplan des Landes geben, sagte Hancock dem Nachrichtensender Sky News. Von Montag an sollen im größten britischen Landesteil England wieder Treffen von bis zu sechs Personen in Privathaushalten möglich sein. Auch die Innengastronomie, Theater, Kinos und Museen dürfen wieder Gäste empfangen.

+++ Die Ständige Impfkommission rechnet damit, dass im kommenden Jahr eine Impfauffrischung gegen das Corona-Virus nötig ist. Der Kommissions-Vorsitzende Mertens sagte den Funke-Medien, das Virus werde uns nicht wieder verlassen. Deswegen würden die aktuellen Impfungen nicht die letzten sein. Die Hersteller arbeiteten bereits an modifizierten Impfstoffen, die gegen derzeit bekannte Mutanten wirksam sein sollten. Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach geht davon aus, dass die Immunität nach einer Impfung gegen Covid-19 rund sechs Monate hält. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein.

Amelie Fromen, Impfärztin des Düsseldorfer Impfzentrums, impft einen Wohnungslosen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson. In Nordrhein-Westfalen sind weitere Wohnungslose gegen Corona geimpft worden. (picture alliance/dpa | Federico Gambarini)Coronavirus - Impfung von Wohnungslosen (picture alliance/dpa | Federico Gambarini)

+++ In Indien hat das Gesundheitsministerium 311.170 Infektionsfälle binnen 24 Stunden registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle steigt auf 24,7 Millionen. 4077 weitere Menschen starben in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Insgesamt sind es damit 270.284 Tote. Die Dunkelziffer in dem Land mit seinen mehr als 1,36 Milliarden Einwohnern dürfte Experten zufolge aber deutlich höher sein.

Wie gefährlich ist die indische Mutation B.1.617? Hier finden Sie weitere Informationen zu dem Thema.

+++ Tausende Einzelhändler wollen sich nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) großzügigere staatliche Corona-Hilfen auf dem Rechtsweg erstreiten. Rund 10.000 Unternehmen hätten staatliche November- und Dezemberhilfen beantragt, die vor allem für die Gastronomie vorgesehen sind. Geschäfte, die seit Monaten geschlossen seien, hätten darauf jedoch keinen Anspruch, sondern würden auf den schmaleren Fixkostenzuschuss verwiesen, sagte HDE-Chef Genth in der "Welt am Sonntag". "Das ist eine klare Ungleichbehandlung im Vergleich zur Gastronomie." Eine Muster-Klageschrift sei vorbereitet.

+++ Seit dem Start der Impfkampagne in Deutschland vor fast fünf Monaten ist die Impfbereitschaft deutlich gestiegen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. Danach wollen sich fast drei Viertel der Deutschen gegen das Coronavirus immunisieren lassen. Kurz vor Beginn der Impfkampagne hatten sich erst 65 Prozent für eine Impfung entschieden. 19 Prozent lehnten die Immunisierung damals ab, jetzt sind es nur noch 15 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen ist seit Ende Dezember von 16 auf 11 Prozent gesunken.

Samstag, 15. Mai

+++ Die Infektionszahlen bei gegen das Coronavirus Geimpften sinken einer Studie aus Italien zufolge binnen fünf Wochen nach der ersten Dosis massiv. In dieser Gruppe träten 35 Tage nach der Erstimpfung mit einem Vakzin von Pfizer/Biontech, Moderna oder AstraZeneca 80 Prozent weniger Infektionen auf, stellte das Nationale Institut für Gesundheit fest. Die Zahl der Einweisungen in ein Krankenhaus sinke um 90 Prozent, die Zahl der Todesfälle um 95 Prozent. Das gelte für alle Altersgruppen sowie Männer und Frauen gleichermaßen. Die Forscher hatten in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium die Daten von 13,7 Millionen Geimpften in dem Land untersucht.

+++ In Polen hat nach mehr als sechs Monaten die Außengastronomie wieder geöffnet. Die Kunden dürfen nur jeden zweiten Tisch besetzen, wie die Agentur PAP berichtete. Im Freien müssen die Menschen nun keine Masken mehr tragen, wenn sie im öffentlichen Raum einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen einhalten können. Die Maskenpflicht gilt indes weiter in Bus und Bahn, in Geschäften und den meisten öffentlichen Gebäuden. Zudem empiehlt das Gesundheitsministerium, stets eine Maske bei sich zu tragen allein schon für den Fall, dass man sich später einen Innenraum betrtete.

+++ Der Virologe Alexander Kekulé hat sich aus Gründen der Solidarität dafür ausgesprochen, dass auch Geimpfte in Innenräumen Maske tragen sollen. Sonst habe man eine deutliche Zweiklassengesellschaft, sagte er in seinem Podcast auf MDR Aktuell. Kekulé erinnerte daran, dass vor allem Ältere geimpft seien. "Am Anfang war es so, dass vor allem die Jüngeren aufgefordert wurden, sich zurückzuhalten und die Schutzmaßnahmen einzuhalten, um die Älteren zu schützen". Jetzt sollten die Älteren die Solidarität mit den Jüngeren haben.

+++ Urlaub in Portugal ist wieder möglich. Wie die Regierung in Lissabon mitteilte, dürfen ab Montag alle Menschen zu touristischen Zwecken einreisen, die aus einem EU-Land kommen, in dem die Inzidenz niedriger ist als 500. Sie müssen bei der Einreise einen negativen PCR-Test vorweisen, der höchstens 72 Stunden alt ist. 

+++ In Deutschland haben nun mehr als 30 Millionen Menschen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Damit sind 36,5 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Das teilte Bundesgesundheitsminister Spahn auf Twitter mit. In einem Schreiben an seine Länderkolleginnen und Kollegen mahnte er zu Umsicht. Ein "politischer Wettlauf der Lockerungen" müsse unbedingt vermieden werden.   

+++ Der Deutsche Gewerkschaftsbund will eine Verlängerung der erleichterten Kurzarbeit. DGB-Chef Hoffmann sagte der Deutschen presseagentur, nicht alle Branchen würden nach einer Eindämmung von Corona gleich wieder auf die Beine kommen. Als Beispiele nannte Hoffmann den Messebau und den Luftverkehr.

+++ Sachsens Ministerpräsident Kretschmer hat die bundesweit geltende Corona-Notbremse kritisiert. Es sei nicht gelungen, die Bevölkerung von der Notwendigkeit dieser Maßnahmen zu überzeugen, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Man befinde sich in einer Spirale, die Politik und Bevölkerung auseinanderbringe. Kretschmer betonte: "Wir sollten daraus lernen, dass regionale Entscheidungen besser sind als das Eingreifen durch den Bund." 

+++ Bundesaußenminister Maas lehnt eine kurzfristige Freigabe von Corona-Impfstoff-Patenten ab. Bei einer Veranstaltung des 3. Ökumenischen Kirchentages in Frankfurt am Main empfahl Maas anstelle dessen direkte Partnerschaften zwischen Entwicklungsländern und Impfstoffproduzenten. Um kurzfristig weltweit Impfstoffe zur Verfügung stellen zu können, müsse man mit den vorhandenen Unternehmensstrukturen in der Pharmabranche arbeiten. 

+++ Der Präsident des Lutherischen Weltbundes, Panti Filibus Musa, hat eine globale Ungleichheit bei der Impfung gegen das Covid-19-Virus beklagt. Bislang seien 75 Prozent der verabreichten Impfstoffe in nur zehn Ländern verbraucht worden, sagte der Erzbischof der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria in einer auf dem 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt verbreiteten Video-Bibelarbeit. Dies sei Ausdruck von "struktureller Korruption und Gewalt" und könne Tausende von Menschenleben kosten.

+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland beträgt nach Angaben des Robert Koch-Instituts nun 87,3, gestern hatte der Inzidenz-Wert bei 96,5 gelegen, vor einer Woche bei 121,5. Laut RKI meldeten die Gesundheitsämter binnen eines Tages 7.894 Corona-Neuinfektionen. Es gab 177 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Das RKIverweist aber darauf, dass an Feier- und Brückentagen weniger getestet wird. 

+++ In Nordrhein-Westfalen will die Landesregierung Berichten nachgehen, wonach Bewohner von Alten- und Pflegeheimen trotz eines vollständigen Corona-Impfschutzes in Quarantäne untergebracht werden. Er nehme solche Hinweise sehr ernst, sagte Gesundheitsminister Laumann der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Besuchsverbote in Alten- und Pflegeeinrichtungen dürften nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung der Landesregierung ausgesprochen werden. 

+++ Die knapp elf Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland haben nach Angaben des Deutschen Lehrerverbandes seit Beginn der Corona-Pandemie auf rund die Hälfte der Schulstunden im Präsenzunterricht verzichten müssen. Seitdem seien durchschnittlich zwischen 350 und 800 Stunden Präsenzunterricht für jeden Schüler ausgefallen, sagte Verbandspräsident Meidinger der "Bild"-Zeitung.

Hier geht es zum Archiv

Nachrichtenportal