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Newsblog zum Coronavirus+++ Inzidenz kaum verändert +++

PCR-Test-Röhrchen (dpa)
Das RKI meldet eine Inzidenz von 71 - nach 70,5 gestern (dpa)

Inzidenz mit 71,0 fast unverändert +++ Spahn erwartet Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren im ersten Quartal +++ Kassenärztechef Gassen wegen „Freedom Day“-Forderung in der Kritik +++ Mehr im Newsblog.

Montag, 20. September

+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen hat sich nur wenig verändert. Sie liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts jetzt bei 71,0. Am Vortag betrug der Wert 70,5, eine Woche zuvor 81,9. Die Gesundheitsämter meldeten mehr als 3.700 neue Ansteckungen. Den Angaben zufolge starben 13 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten seit Beginn der Pandemie auf hierzulande knapp 93.000. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,89 an. Wochen- oder Monatsvergleiche sind wegen der hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

+++Bundesgesundheitsminister Spahn rechnet damit, dass im ersten Quartal nächsten Jahres ein Corona-Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren zur Verfügung steht. Dann könne man auch die Jüngeren noch besser schützen, sagte er den Funke-Medien. Der Minister wies darauf hin, dass zwischen der Zulassung und einer Impfempfehlung durch die Ständige Impfkommission noch einmal Zeit vergehen könne. Die Empfehlung werde auch in diesem Fall zeitlich etwas später kommen, erklärte der CDU-Politiker. Der Hersteller Biontech hat angekündigt, in den kommenden Wochen die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren zu beantragen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur teilte mit, dass sie noch keinen Zeitrahmen für eine mögliche Zulassung nennen könne.

+++ Positive Corona-Folge: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern stark gesunken. Auf den Straßen seien so wenige Mädchen und Jungen verunglückt wie noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990, teilte das Statistische Bundesamt mit. Rund 22.500 Kinder seien bei Unfällen im Straßenverkehr zu Schaden gekommen, fast 20 Prozent weniger als 2019. Im Schnitt sei 2020 alle 23 Minuten ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt oder getötet worden. Damit sank die Zahl der Unfallopfer unter 15 Jahren stärker als die der Unfallopfer insgesamt, die im Corona-Jahr um 15 Prozent zurückging. Auch die Zahl der getöteten Kinder sank: von 55 im Jahr 2019 auf 48 im vergangenen Jahr. Ein Grund für den Tiefstand dürfte laut Bundesamt die zeitweilige Schließung der Schulen sowie vieler Freizeiteinrichtungen sein.

Sonntag, 19. September

+++ Der scheidende Berliner Regierende Bürgermeister Müller erwartet für den Herbst Verschärfungen in der Corona-Politik. Im ARD-Fernsehen sagte der SPD-Politiker, er glaube, dass Getestete dann immer seltener mit Geimpften und Genesenen gleichgestellt würden. "Ich glaube, das wird Ende Oktober eine Rolle spielen, schon durch viel privates Engagement, dass es immer mehr in die Richtung geht", so Müller, der als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz die Coronapolitik an vorderster Stelle mit aushandelt. Er begründete dies mit dem ausreichenden Impfangebot für alle in Frage kommende Bevölkerungsgruppen. "Jeder konnte es in Anspruch nehmen. Auch die Jüngeren konnten es in Anspruch nehmen. Und tatsächlich wird dann 2G immer mehr umgesetzt."

+++ Der Vorstoß des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen, zum 30. Oktober alle Corona-Beschränkungen aufzuheben, hat für Unverständnis gesorgt. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Brysch, erklärte: "Der 'Freedom Day' zur Aufhebung aller Corona-Beschränkungen ist eine tolle Sache. Doch beim Blick in die Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeheime scheinen solche flotten Sprüche nicht anzukommen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Hier seien die Einschränkungen für Patienten, Pflegebedürftige und Angehörige allgegenwärtig. Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach bezeichnete den Vorstoß auf Twitter als "nicht ethisch vertretbar". Bundesgesundheitsminister Spahn verwies gegenüber der Funke Mediengruppe darauf, dass von den 24 Millionen Menschen über 60 Jahren knapp vier Millionen noch nicht geimpft seien.

+++ Nach der Ankündigung eines neuen Corona-Dekrets wollen sich in Italien deutlich mehr Menschen impfen lassen. Im Vergleich zur Vorwoche stiegen die Anmeldungen für eine Erstimpfung landesweit zwischen 20 und 40 Prozent. Das teilte der außerordentliche Kommissar für den Corona-Notfall, Figliuolo, mit. Allein gestern hätten sich 35 Prozent mehr Menschen gemeldet als am Samstag zuvor, um sich impfen zu lassen. Das Kabinett von Ministerpräsident Draghi hatte in der vergangenen Woche beschlossen, dass vom 15. Oktober an alle Beschäftigten im privatwirtschaftlichen wie öffentlichen Sektor einen "Grünen Pass" haben, also geimpft oder getestet sein müssen.

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat eine positive Bilanz der Impf-Aktionswoche gegen Covid-19 gezogen. Man habe in dem Zeitraum rund 500.000 Erstimpfungen registriert, sagte der CDU-Politiker der "Funke Mediengruppe". Er gehe davon aus, dass etwa die Hälfte auf den bundesweiten Aufruf zurückgingen. Vereine, Organisationen, Privat-Initiativen und andere Freiwillige hätten mindestens 1.500 Aktionen auf die Beine gestellt. Möglicherweise habe es noch deutlich mehr gegeben.

Zugleich zeigte sich Spahn besorgt über die weiterhin große Gruppe älterer Ungeimpfter. Von den 24 Millionen Menschen über 60 Jahren hätten knapp vier Millionen immer noch kein Vakzin erhalten, das sei fast jeder sechste in dieser Risikogruppe. 

+++ Rund 25.000 junge Menschen haben in Madrid trotz eines Verbots eine riesige Open-Air-Party zum Semesterauftakt gefeiert. Die Polizei konnte nach eigenen Angaben die Feier auf dem Gelände der Universität Complutense in der Nacht zu Samstag aus Personalmangel nicht auflösen. "Ohne vorherige Warnung durch die Universität oder Zeit für die Vorbereitung eines angemessenen Einsatzes ist die Auflösung einer Versammlung von etwa 25.000 Menschen eine fast unmögliche Aufgabe", teilte sie mit.

In Barcelona fand ebenfalls eine Party im Freien mit viel Alkohol statt, die in Spanien als "Botellones" bekannt sind. Rund 8.000 junge Menschen versammelten sich auf dem Campus der Autonomen Universität, wie der Rektor der Hochschule dem Radionsender RAC 1 sagte.

+++ Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland findet es richtig, wenn nur gegen das Coronavirus Geimpfte und davon Genesene (2G) ins Restaurant gehen oder Veranstaltungen besuchen dürfen. In einer Insa-Umfrage im Auftrag der "Bild am Sonntag" sprachen sich 57 Prozent dafür aus. 33 Prozent halten es für falsch, wenn dies so wäre. Von den Befürwortern wünschen sich 66 Prozent, dass 2G-Regeln verpflichtend eingeführt werden, 31 Prozent meinen, dass die Einführung jedem Gastronom oder Veranstalter überlassen werden sollte.

+++ Zypern und die portugiesische Region Algarve sind von nun an keine Corona-Hochrisikogebiete mehr. Die Bundesregierung hat beide Gebiete von der Liste gestrichen, ebenso wie die irische "West"-Region, Brasilien, Indien, Nepal, Bangladesch sowie einige afrikanische Länder. Neu aufgenommen wurden dagegen Armenien, Moldau, Venezuela, Guyana, Belize, Barbados sowie Antigua und Barbuda.

Wir haben hier alle Risikogebiete für Sie zusamengestellt.

+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter zurückgegangen. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, sank der Wert auf 70,5 – nach gestern 72,0 und 80,2 vor einer Woche. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 7.337 weitere Ansteckungen. Das sind acht weniger als am vergangenen Sonntag. 38 weitere Todesfälle wurden in Zusammenhang mit einer Infektion regisitriert.

Die Hospitalisierungsrate, also die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, lag zuletzt bei 1,89.

Hier finden Sie alle relevanten RKI-Zahlen.

+++ Die Corona-Pandemie hat bei knapp einem Drittel der erwachsenen Deutschen dazu geführt, dass sie entweder seltener oder gar nicht mehr mit Bus und Bahn fahren. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Danach nutzen elf Prozent der Erwachsenen seit dem Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 überhaupt keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. 19 Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage gaben an, sie seien seither seltener mit Bus und Bahn unterwegs. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass ein Teil der Beschäftigten während der Pandemie im Home Office arbeitet.

Samstag, 18. September

+++ Die Bildungsgewerkschaft GEW warnt vor erneuten Schul- und Kita-Schließungen wegen der Corona-Pandemie im Herbst und Winter. Die GEW-Vorsitzende Finnern sagte dem Magazin "Business Insider", der aktuelle Kurs sei falsch und die Maßnahmen für Schulen seien zu zögerlich. Sie plädierte für flächendeckende PCR-Tests an Schulen, von denen zu viele noch auf die zu ungenauen Schnelltests setzten. Finnern kritisierte zudem die Entscheidung der Landesgesundheitsminister, die Quarantäne in Kitas und Schulen auf wenige Personen zu beschränken. Ohne eine Kombination aus PCR-Tests, Luftfilter-Einsatz und mehr Personal könne man den versprochenen Präsenz-Unterricht nicht garantieren.

Auch eine Folge der Schulschließungen: Schulen und Kitas haben im Frühjahr 2020 während der Corona-Pandemie deutlich weniger Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet.

+++ In Australien sind nach Ausschreitungen bei nicht genehmigten Demonstrationen gegen den Corona-Lockdown mehr als 200 Menschen festgenommen worden. Die Polizei in Melbourne setzte Tränengas ein, als Demonstranten Absperrungen durchbrechen wollten. Nach Angaben der Zeitung "The Age" wurden zehn Polizeikräfte verletzt, sechs von ihnen wurden im Krankenhaus behandelt. In Melbourne demonstrierten mehrere Hundert Menschen gegen den Lockdown, auch in Sydney gab es Proteste und Festnahmen.

+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter zurückgegangen. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, sank der Wert auf 72,0 - nach 82,8 vor einer Woche. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 8.901 Neuinfektionen. Das sind 2.313 weniger als am vergangenen Samstag. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus erhöhte sich um 63 auf 92.920. Die Zahl der Genesenen liegt laut RKI bei rund 3,9 Millionen.

Die Hospitalisierungsrate, also die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, lag zuletzt bei 1,89 - nach 1,87 am Vortag. Der bisherige Höchstwert wurde im vergangenen Winter mit rund 15,5 verzeichnet.

+++ Der Deutsche Städtetag fordert mit Blick auf die noch bis morgen laufende Aktionswoche für Corona-Impfungen weitere kreative Maßnahmen. Gelegenheit mache Impfungen, sagte Hauptgeschäftsführer Dedy dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Deshalb sei es wichtig, dass es nach der Schließung der Impfzentren am 1. Oktober weitere wirksame Angebote gebe.

Menschen warten am Riesenrad auf ihre Corona Schutzimpfung.  (dpa-Zentralbild)Impfen am Riesenrad - mit solchen Angeboten wird nicht nur hier in Wernigerode versucht, die Impfbereitschaft in Deutschland zu erhöhen. (dpa-Zentralbild)

+++ Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen, schlägt das Ende aller Corona-Beschränkungen zum 30. Oktober als Anreiz zum Impfen vor. Er verwies auf das Beispiel Großbritannien und meinte, man sollte auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt habe. Ende Oktober könnte die Impfquote bei mehr als 70 Prozent liegen, weil sehr viele Menschen das Angebot annehmen würden, sagte Gassen der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

+++ Ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA empfiehlt Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19 mit dem Wirkstoff von Biontech/Pfizer nur für ältere Menschen und Risikogruppen. Die Gruppe von Wissenschaftlern kam zu dem Schluss, dass vorliegende Daten eine allgemeine Einführung einer dritten Impfdosis für Menschen älter als 16 Jahre nicht rechtfertigten. Für Senioren über 65 und vulnerable Personen ergebe eine Booster-Impfung hingegen Sinn. Der Ausschuss empfiehlt eine dritte Dosis zudem für Mitarbeiter im Gesundheitswesen. 

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