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Newsblog zum Coronavirus+++ Proteste in Dublin - teils gewaltsam +++

Polizeibeamte gehen während eines Protests gegen den coronabedingten Lockdown mit Schlagstöcken in der Hand auf Demonstranten zu. (Damian Eagers / PA Wire / dpa)
Proteste gegen die Corona-Beschränkungen in Dublin (Damian Eagers / PA Wire / dpa)

In Irland hat es teils gewaltsame Proteste gegen den Lockdown gegeben. Die katholische Kirche in Deutschland hat der Opfer der Pandemie gedacht. Großbritannien nimmt Abschied von "Captain Tom", der Millionenspenden für das Gesundheitssystem gesammelt hatte. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Samstag, 27. Februar

+++ Wie viele Menschen können an einem Tag gegen Covid-19 geimpft werden? Bei einer Generalprobe für die Hochphase der Corona-Impfkampagne haben in Dänemark mehr als 37 500 Menschen einen Stich erhalten. 36.564 Menschen bekamen ersten Zahlen zufolge am Freitag ihre erste Impfdosis, 990 weitere ihre zweite, wie Gesundheitsminister Heunicke auf Twitter mitteilte. Damit wurden bisher mehr als 412.000 Dänen erstmals geimpft, rund 182.000 davon haben beide notwendigen Impfungen erhalten. Wie aus den Daten der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervorgeht, zählt Dänemark im europäischen Vergleich zu den Ländern in der EU, die bislang den größten Bevölkerungsanteil gegen eine Covid-19-Erkrankung geimpft haben.

+++ In Großbritannien hat der Plan der britischen Regierung, möglichst bis Ende Juni alle Coronabeschränkungen aufzuheben, zu einem Ansturm auf Konzert- und Festivaltickets geführt. Wie der britische "Guardian" berichtet, verzeichneten entsprechende Anbieter seit Montag - dem Tag der Ankündigung - einen deutlichen Anstieg der Verkaufszahlen. Ticketportale im Internet berichten über einen Anstieg des Datenverkehrs um bis zu 600 Prozent im Vergleich zur Situation in den vergangenen Wochen. Festivals wie das "Field Day" in London - geplant für Juli - waren binnen kurzer Zeit ausverkauft. Dennoch gibt es unter Verantalterinnen und Veranstaltern Unruhe: Sie wünschen sich eine Art Pandemie-Versicherung.

Hinter einer Absperrung dicht an dicht gedrängte Menschen, die ihre Arme in die Höhe recken. Im Vordergrund eine Frau in goldenem Bustier, geschlossenen Augen und geöffnetem Mund. (imago /David Jensen)Die Festivals in England sind gut gebucht worden in den vergangenen Tagen. (imago /David Jensen)

+++ In der irischen Hauptstadt Dublin haben hunderte Menschen zum Teil gewaltsam gegen die Lockdown-Maßnahmen in dem Land demonstriert. Zu Zusammenstößen mit der Polizei kam es nach Medienberichten, als Demonstranten versuchten, zu einem zentral gelegenen Park durchzudringen. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Die irische Regierung hatte kürzlich angekündigt, die höchste Lockdown-Stufe in dem Land bis mindestens zum 5. April beizubehalten. Die Schulen sollen allerdings schrittweise von Montag an wieder geöffnet werden.

+++ Die Briten haben sich in einer emotionalen Zeremonie von ihrem Pandemie-Helden Tom Moore ("Captain Tom") verabschiedet. Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus waren nur acht Familienmitglieder bei der Trauerfeier mit militärischen Ehren im ostenglischen Bedford dabei. Die BBC übertrug das Ereignis aber live im Fernsehen. Der Anfang Februar im Alter von 100 Jahren nach einer Coronavirus-Infektion gestorbene Weltkriegsveteran hatte im vergangenen Jahr umgerechnet knapp 37 Millionen Euro an Spenden für den in der Pandemie unter Druck geratenen Gesundheitsdienst NHS gesammelt. Er war dafür 100 Runden mit seinem Rollator durch seinen Hinterhof spaziert. Beinahe über Nacht avancierte er zum nationalen Helden. Queen Elizabeth II. schlug ihn im vergangenen Sommer zum Ritter.

+++ Das palästinensische Westjordanland geht wegen eines drastischen Anstiegs an Corona-Neuinfektionen in einen zwölftägigen Lockdown. Unter anderem würden die Schulen geschlossen, nächtliche Ausgangssperren verhängt und Reisen in andere Bereiche des israelisch besetzten Gebiets untersagt, kündigte Ministerpräsident Schtajjeh an. Das palästinensische Gesundheitsministerium meldete am Samstag 1.472 neue Corona-Fälle im Westjordanland.

+++ US-Präsident Biden hat den Senat zur schnellen Verabschiedung des von ihm vorgelegten Konjunkturpakets gegen die Corona-Krise aufgerufen. Es gebe keine Zeit zu verlieren, sagte Biden im Weißen Haus. Die Menschen im Land hätten schon viel zu lange gelitten. Sein amerikanischer Rettungsplan werde dieses Leid lindern.

+++ Die katholische Kirche in Deutschland hat in zahlreichen Gottesdiensten an die Opfer der Corona-Pandemie erinnert. Dabei sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Bätzing, man denke an die vielen Verstorbenen, vor allem an die, die einsam gestorben seien, sowie an die Trauernden. Hinter den kaum begreiflichen Zahlen der Corona-Toten steckten einzelne Schicksale, betonte Bätzing.

+++ Wie ist die Coronalage in Deutschland? Aufschluss liefert auch die Grafik der Deutschen Presse-Agentur.

Die Karte zeigt die Corona-Fälle in Deutschland. (dpa-Grafik)Corona-Fälle in Deutschland (27.02.2021) (dpa-Grafik)

+++ In Brasilien sind offenbar in mehreren Städten Bürger um ihre Impfungen gegen das Coronavirus betrogen worden. Wie das Magazin "Der Spiegel" berichtet, zeigen bei angeblichen Impfungen aufgenomme Videos, dass zwar Spritzen angewandt wurden. Allerdings wurde der Kolben dann entweder nicht nach unten gedrückt oder es fehlte die Flüssigkeit im Impfzylinder. Helfer stehen im Verdacht, die Dosen entweder teuer verkauft oder für die eigene Familie einbehalten zu haben. Die Zivilpolizei in Rio ermittelt wegen Veruntreuung.

+++ Österreich will bei der Eindämmung der Corona-Pandemie verstärkt mit Dänemark und Israel zusammenarbeiten. Bundeskanzler Kurz teilte in Wien mit, er werde dazu am Donnerstag gemeinsam mit der dänischen Regierungschefin Frederiksen den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu besuchen. Es gehe um die Entwicklung und Produktion von Impfstoffen und Medikamenten, auch mit Blick auf die Verbreitung mutierter Coronaviren, erklärte Kurz.

+++ Wegen wieder steigender Corona-Infektionszahlen werden in mehreren europäischen Ländern die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verschärft. In Tschechien dürfen die Menschen von Montag an ihren jeweiligen Wohnbezirk nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Die Maßnahmen gelten nach Angaben der Regierung in Prag zunächst für drei Wochen. Tschechien hat mit mehr als 700 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche die höchste Infektionsrate in der EU.

+++ In der neuseeländischen Metropole Auckland wurde nach langer Zeit wieder eine Corona-Infektion nachgewiesen. Die Stadt geht wegen dieses einen Falls deshalb ab morgen für sieben Tage in einen kompletten Lockdown. In Neuseeland ist die Corona-Pandemie bislang sehr moderat verlaufen. Es gab rund 2.400 Infektionen und 26 Todesfälle.

+++ Bundesbildungsministerin Karliczek (CDU) rechnet für die kommenden Monate mit viel Präsenzunterricht an Schulen. Die Ausgangslage sei besser als noch vor Monaten, sagte sie der Augsburger Allgemeinen. Dass sich die Grundschullehrkräfte bald gegen Corona impfen lassen könnten und dass es Schnelltests gebe, werde zur Stabilisierung des Unterrichts beitragen. Zugleich warnte Karliczek aber vor zu viel Euphorie: "Es gibt in dieser Pandemie für nichts einen Freifahrtschein." Wenn konsequent im Sinne der Infektionsprävention gehandelt werde, könnten für die Schulen die Spielräume aber nach und nach größer werden.

+++ Die Bundesregierung will Handynutzer bei der Einreise nach Deutschland per SMS auf die Infektionsschutzvorschriften hinweisen. Von Montag an sollen die Mobilfunknetzbetreiber diese Kurznachrichten an alle Handys verschicken, die sich in ein deutsches Netz einbuchen. Das teilt das Gesundheitsministerium mit.

+++ Die Bundesregierung will das Beförderungsverbot für Einreisende aus sogenannten Virusvarianten-Gebieten bis 17. März verlängern. Das berichtet die "Funke Mediengruppe", der ein entsprechender Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vorliegt. "Mit einem deutlich verringerten Eintrag von Virusvarianten sollen weitere Infektionen möglichst verhindert werden", heißt es demnach in dem Papier. Aktuell gilt das Beförderungsverbot, das derzeit auch Einreisen aus Tschechien und weite Teile des österreichischen Bundeslandes Tirol umfasst, bis 3. März. Im Prinzip dürfen von dort nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. 

+++ Der russische Impfstoff Sputnik V ist russischen Forschern zufolge auch gegen Varianten des Coronavirus wirksam. Eine erneute Impfung mit dem Vakzin wirke "sehr gut" gegen neue Virus-Varianten, darunter auch die besonders ansteckende britische und südafrikanische, teilt das Gamaleja Zentrum mit, das Sputnik V entwickelt hat. Das zeigten Tests für eine Studie, deren Details demnächst veröffentlicht werden sollen.

+++ In den USA sind mehr als 2.100 Todesfälle binnen eines Tages im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden. Laut Johns-Hopkins-Universität wurden zudem rund 73.000 Neuinfektionen gemeldet – am meisten im Bundesstaat Kalifornien. Der bisherige Höchstwert wurde am 2. Januar mit fast 300.000 neuen Fällen verzeichnet.

+++ Deutsche Politiker blicken skeptisch auf die geplante Einführung eines europaweiten Corona-Impfausweises. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Dittmar, sagte der Zeitung "Die Welt", ein europäisches Impfzertifikat sei kein Freifahrtschein mit Privilegien für Einzelne. Das Impfzertifikat könne lediglich die Dokumentation dessen sein, was im Mittelpunkt stehen müsse: möglichst schnell der gesamten Bevölkerung ein Impfangebot zu machen. "Wir müssen darauf achten, dass es keine Sanktionen für Nichtgeimpfte geben sollte", sagte Unionsfraktionsvize Leikert (CDU). CDU-Chef Laschet sagte der Koblenzer "Rhein-Zeitung", man dürfe die Menschen nicht einteilen in Geimpfte und Nicht-Geimpfte. 

Symbolfoto: Digitaler Impfass und Reisepass vor Fernweh-Motiv auf einem Laptop. (IMAGO / Political-Moments)Symbolfoto: Digitaler Impfass und Reisepass, (IMAGO / Political-Moments)

+++ Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer (SPD) rechnet damit, das beim nächsten Corona-Gipfel der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin ein "Perspektivplan" für Öffnungen beschlossen wird. "Wir arbeiten zwischen den Ländern und dem Bund im Hintergrund sehr hart daran, die unterschiedlichen Vorstellungen, die es dazu gibt, zusammenzuführen", sagte Dreyer der Saarbrücker Zeitung. Nach den Schulen und Kitas sowie den Friseuren gehe es nun zuerst um Perspektiven für den Einzelhandel und die Kultur. Ebenso werde man über Gastronomie im Außenbereich und die Öffnung von Hotels und Ferienwohnungen sprechen.

+++ Patientenschützer haben die Pläne von Bund und Ländern, weitere Öffnungsschritte mit Hilfe von flächendeckenden Corona-Schnelltests abzusichern, als "reines Wunschdenken" kritisiert. "Selbst für Hunderttausende geimpfte Pflegeheimbewohner gibt es keine Freiheitsrechte, weil die täglichen Schnelltests für Besucher und Altenpflegekräfte fehlen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. Schon für diese vergleichbar kleine Gruppe gelinge es nicht, genügend Schnelltests zu organisieren. 

+++ Eine Mehrheit der Deutschen wünscht sich einen Corona-Impfpass, der den Besuch von Theatern, Fitnessstudios, Sportereignissen oder auch Reiseerleichterungen ermöglicht. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 16 Prozent dafür, einen solchen «Grünen Pass» nach dem Vorbild Israels sofort einzuführen. Weitere 44 Prozent meinen, man sollte damit warten, bis alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekommen haben.

+++ Die Ständige Impfkommission (Stiko) will ihre Empfehlung zum Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca rasch ändern. Es werde "sehr bald zu einer neuen, aktualisierten Empfehlung kommen", sagte Stiko-Chef Thomas Mertens am Freitagabend im ZDF-"heute journal". Bisher empfiehlt die Stiko den Einsatz nur bei Menschen unter 65 Jahren. Dies hatte in Deutschland zu Akzeptanzproblemen für das Mittel geführt. Zu dem Zeitpunkt der Empfehlung hätten keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffs bei älteren Menschen vorgelegen. "Wir haben nie den Impfstoff kritisiert. Wir haben nur kritisiert, dass die Datenlage für die Altersgruppe über 65 nicht gut oder nicht ausreichend war", betonte der Stiko-Chef. Ansonsten sei der Impfstoff "sehr gut" und werde "jetzt durch hinzukommende neue Daten noch besser in der Einschätzung".

+++ Das US-Repräsentantenhaus hat das Corona-Hilfspaket von Präsident Biden in Höhe von 1,9 Billionen Dollar gebilligt. 219 Abgeordnete stimmten für das Maßnahmenpaket und 212 Abgeordnete dagegen. Nun muss noch der Senat noch zustimmen. In dem Programm sind weitere Direktzahlungen an die Bürger von jeweils 1.400 Dollar enthalten. 440 Milliarden Dollar sollen etwa an kleinere Unternehmen und Kommunen fließen, die besonders von der Pandemie betroffen sind. Zudem sind 160 Milliarden Dollar für Corona-Impfungen, Tests und das Gesundheitspersonal vorgesehen. 

+++ Nach Ansicht des FDP-Europapolitikers Andreas Glück sollten Menschen mit einem Impfnachweis gegen Covid-19 wieder frei reisen dürfen. Die Grundlage für Einschränkungen entfalle, wenn ein Mensch geimpft sei und so keine Gefahr für sich selbst oder andere mehr darstelle, sagte Glück im Deutschlandfunk. Es gehe nicht um neue Freiheiten für geimpfte Personen, sondern um bestehende Grundrechte, betonte der FDP-Politiker. Der EU-Gipfel hatte sich im Grundsatz auf einen europäischen Impfpass geeinigt. Es gab aber noch keine Verständigung darüber, ob eine Impfung gegen Covid-19 das Reisen wieder uneingeschränkt ermöglichen soll.

+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 9.762 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind fast 600 mehr als vor einer Woche. Außerdem verzeichnete das RKI im Zusammenhang mit dem Coronavirus 369 weitere Todesfälle, deren Gesamtzahl nun 69.888 beträgt. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 63,8 gegenüber 62,6 am Vortag.

Röhrchen mit den Abstrichen von Personen, die sich in einem Corona-Testzentrum einem PCR-Test unterzogen haben (imago/Sven Simon)Röhrchen mit den Abstrichen von Personen, die sich in einem Corona-Testzentrum einem PCR-Test unterzogen haben (imago/Sven Simon)

+++ Die dritte Welle der Corona-Pandemie wird nach Berechnungen des Saarbrücker Pharmazie-Professors Thorsten Lehr ähnlich stark ausfallen wie die zweite. "Ich gehe schon davon aus, dass wir wieder so Zustände wie vor Weihnachten bekommen werden", sagte der Experte für Corona-Prognosen der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Er rechnete damit, dass in der erste Aprilhälfte wieder Sieben-Tage-Inzidenzen um 200 erreicht werden könnten - zum einen wegen der deutlich ansteckenderen britischen Mutante, zum anderen sehe er seit Mitte Februar wieder mehr Kontakte. Die Wirkung der Impfungen sei momentan noch kaum zu sehen. Das liege daran, dass über 95 Prozent noch nicht geimpft seien. Effekte sehe man erst, wenn man 30 Prozent der Bevölkerung geimpft habe. 

+++ Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz hat sich gegen die von führenden Wissenschaftlern geforderte "No-Covid-Strategie" und für vorsichtige Lockerungen ausgesprochen. "No Covid ist aus der Gesundheitsperspektive das richtige Ziel. Das kann für uns aber nicht der einzige Maßstab sein, weil es nur langfristig und sehr schwer zu erreichen ist," sagte Michael Müller (SPD) dem Tagesspiegel. Bei einer "No-Covid-Strategie" drohten "fatale Folgen" in den Bereichen Soziales, Bildung und Wirtschaft. "Wir können nicht dauerhaft im Lockdown leben." 

+++ Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) plädiert für einen europäischen Trauerakt für die an dem Coronavirus gestorbenen Menschen. "Das wäre ein sichtbares Zeichen, dass wir nicht nur die Pandemie gemeinsam bekämpfen, sondern auch in unserer Trauer um die Opfer vereint sind", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Von den Wirtschaftshilfen über die wechselseitige Aufnahme von Intensivpatienten bis zur Impfstoffbeschaffung sei Corona eine gesamteuropäische Herausforderung.

+++ Der UNO-Sicherheitsrat hat eine gerechte weltweite Verteilung der Impfstoffe gegen das Coronavirus gefordert. Ein entsprechender Resolutionsentwurf Großbritanniens wurde einstimmig in New York gebilligt. Darin wird verlangt, vor allem ärmere und konfliktbeladene Staaten mit Impfstoffen zu versorgen. Dazu soll es nach dem Willen des Gremiums Waffenruhen in den betroffenen Ländern geben, um die Vakzine zu den Menschen bringen zu können. An die UNO-Mitgliedstaaten wird appelliert, keine Impfstoffe zu horten. Nach Angaben von UNO-Generalsekretär Guterres wurden bisher 75 Prozent aller verfügbaren Corona-Impfdosen in nur zehn Ländern verabreicht. In 130 Staaten haben die Kampagnen demnach noch nicht einmal begonnen.

+++ US-Präsident Joe Biden hat angesichts neuer Coronavirus-Varianten vor der Gefahr erneut steigender Fallzahlen in der Pandemie gewarnt. "Das Schlimmste, was wir jetzt tun können, ist, in unserer Wachsamkeit nachzulassen", sagte Biden am Freitagabend (Ortszeit) bei einem Besuch in Houston im Bundesstaat Texas. Er rief die Amerikaner dazu auf, sich impfen zu lassen. "Die Impfungen sind sicher", sagte er. "Ich schwöre Ihnen, sie sind sicher und wirksam." Biden appellierte außerdem an seine Landsleute, Masken zu tragen. Er betonte erneut, es sei keine politische Aussage, ob man einen Mund-Nasen-Schutz trage oder nicht. Forscher in den USA haben sich zuletzt besorgt über neue Coronavirus- Varianten in Kalifornien und New York gezeigt. 

US-Präsident Biden steht hinter einem Rednerpult. (AP/Evan Vucci)Joe Biden (AP/Evan Vucci)

Freitag, 26. Februar

+++ Die Intendanten der Staatstheater in München dringen auf Öffnungen von Theatern, Konzert- und Opernhäusern spätestens zum 1. April. Der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolas Bachler, sagte, nach einem Jahr Lockdown bewege man sich mit Riesenschritten auf eine "kulturelle Klimakatastrophe" zu. Wenn es nicht bald Änderungen gebe, entstünden Ödnisse, von denen man sich jahrelang nicht erholen werde. Mehr dazu 

+++ Gemeinsames Singen ist in den meisten Schulen in Deutschland derzeit wegen Corona nicht erlaubt. Dieser Chor in einer Schule im US-Bundesstaat Washington probt unterdessen in Schutzzelten: 

Junge Sängerinnen stehen in hellgrünen, hohen schmalen Zelten mit Sichtfenster und singen. (AFP/Getty Images)Chorprobe in Einzel-Zelten in der US-amerikanischen Stadt Wenatchee (AFP/Getty Images)

+++ In Deutschland nutzen inzwischen rund 50.000 Menschen die neue App "SafeVac", mit der man mögliche Nebenwirkungen der Corona-Impfungen melden kann. Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, sagte dem Deutschlandfunk, die App werde gut angenommen, obwohl die meisten Impflinge zu Beginn der Kampagne älter als 80 Jahre waren. Der älteste Teilnehmer sei über 100 Jahre alt. Mit der App werden Geimpfte regelmäßig nach ihrem Befinden befragt. Mehr dazu in der Sendung Wissenschaft im Brennpunkt: Seltenen Impfrisiken auf der Spur.

+++ Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat nach Beratungen mit Wirtschaftsverbänden und Kollegen aus den Bundesländern ein eigenes Öffnungskonzept in der Pandemie angekündigt. Altmaier sagte in Berlin, er werde am Wochenende Bundeskanzlerin Merkel und die Regierungschefs der Länder darüber informieren. Eine unveränderte Fortführung der Corona-Beschränkungen könne sich Deutschland nicht leisten, erklärte der CDU-Politiker.

+++ In Berlin und in NRW können Schülerinnen und Schüler dieses Schuljahr freiwillig wiederholen, wenn ihre Eltern einen entsprechenden Antrag stellen. Auch die Kultusministerkonferenz und der Deutsche Lehrerverband hatten für diese Möglichkeit plädiert, damit die Jungen und Mädchen corona-bedingte Lernrückstände aufholen können.

Schülerinnen und Schüler nehmen mit Mund- und Nasenschutz am Unterricht teil, eine Schülerin meldet sich. (picture alliance/dpa | Matthias Balk)Coronavirus – Unterricht in einer Schulklasse (picture alliance/dpa | Matthias Balk)

+++ Im Vogtland ist die Sieben-Tage-Inzidenz über 200 gestiegen. Kitas und Schulen müssen deshalb ab Montag wieder schließen. Vom 16. bis zum 25. Februar wurden im Vogtlandkreis 18 Infektionen bei Schülern und sechs bei Lehrkräften gemeldet.

+++ Die Europäische Arzneimittelbehörde hat den Einsatz eines Präparates für die Antikörper-Therapie gegen Covid-19 genehmigt. Das Mittel des US-Biotechkonzerns Regeneron könne zur Behandlung von Corona-Patienten genutzt werden, die noch keine Sauerstoffzufuhr benötigten und ein hohes Risiko hätten, dass sich ihr Zustand ernsthaft verschlechtere, teilte die EMA mit. Mit der Entscheidung der Behörde kann das Präparat in der Europäischen Union bereits vor einer offiziellen Marktzulassung eingesetzt werden.

+++ Die US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA hat ihre Vorschriften zur Lagerung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer gelockert. Das Vakzin muss nun nicht mehr bei Temperaturen von bis zu minus 80 Grad aufbewahrt werden. Stattdessen darf es nun in den USA bis zu zwei Wochen lang in üblichen pharmazeutischen Gefrierschränken mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad gelagert werden. Ein FDA-Expertenkomitee berät zudem im Laufe des Tages über die Zulassung des Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson, der im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Vakzinen nur einmal injiziert werden muss.

Welche Erfahrungen es bisher zu Nebenwirkungen der Impfstoffe gibt, haben wie hier für Sie zusammengetragen.

+++ Der Bundestag hat weitere Corona-Hilfen beschlossen, die Familien und Firmen zugute kommen sollen. So wird in diesem Jahr ein Kinderbonus von 150 Euro für jedes Kind gezahlt. Einen solchen Bonus hatte es bereits im vergangenen Jahr gegeben; damals hatte er 300 Euro pro Kind betragen. Daneben beschloss der Bundestag, auf Speisen in Gaststätten länger als zunächst geplant nur den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent zu erheben. Mehr dazu...

+++ Deutschland will sich in der Gruppe der führenden Wirtschaftsnationen dafür stark machen, die staatlichen Corona-Hilfen nicht zu früh zurückzufahren und die Impfstoffe weltweit fair zu verteilen. Bundesfinanzminister Scholz sagte vor Beratungen der G20-Gruppe, anders als erhofft könne man noch nicht von einer umfassenden Erholung der Weltwirtschaft sprechen. Deshalb dürfe man die Unterstützungsprogramme nicht zu früh und zu schnell zurückfahren. Der Weg aus der Pandemie führe am Ende aber nur über Impfungen, betonte der SPD-Politiker. Er wolle sich im Rahmen der G20 dafür einsetzen, die Produktion und Verteilung von Impfstoffen weiter zu verstärken.

+++ SPD-Chef Walter-Borjans hat die Einigung der EU auf einen digitalen Impfpass begrüßt. Er sagte im ZDF, Deutschland werde sich der Debatte über mehr Rechte für Geimpfte in Europa nicht entziehen können. Wenn es die Gewissheit gebe, dass Geimpfte nicht ansteckend sind, es genügend Geimpfte gebe und es Techniken gebe, das nachzuweisen, dann werde man um eine Lockerung nicht herumkommen. Ähnlich äußerte sich der Grünen-Europaabgeordnete Bütikofer. Er sagte im Deutschlandfunk, wer diese Impfungen nachweisen könne, der könne sich dann auch freier bewegen.

Sollen Geimpfte früher bestimmte Freiheitsrechte zurückerhalten als Nichtgeimpfte? Ein Überblick über Einschätzungen, Argumente und die Regelungen in Israel.

+++ Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther hält es für denkbar, dass Bürgerinnen und Bürger mit einem Impfpass auch Inlandsreisen antreten könnten. Das gilt seiner Meinung nach aber erst dann, wenn allen Deutschen ein Impfangebot gemacht worden sei. Der CDU-Politiker sagte im Fernsehsender RTL/ntv, Öffnungen im Bereich Tourismus seien ohnehin nur möglich sind, wenn gleichzeitig bestimmte Restriktionen eingeführt würden. 

Eine kleine Sandburg mit dem Schriftzug «Sylt» aus Muscheln steht am Strand von Westerland auf Sylt. (dpa-Bildfunk / Christian Charisius)Urlaub zum Beispiel auf der Nordseeinsel Sylt nur mit Impfpass? Einige Politiker können sich das vorstellen (dpa-Bildfunk / Christian Charisius)

Die Einigung der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union auf einen digitalen Impfpass macht Hoffnung auf Urlaub: Könnten Geimpfte und Genesene schon bald wieder normal auf Reisen gehen? Das hängt nicht zuletzt von den Regelungen der einzelnen Urlaubsländer ab. Ein Überblick

+++ Die beiden Gründer des Mainzer Unternehmens Biontech, das einen der ersten Corona-Impfstoffe entwickelt und auf den Markt gebracht hat, erhalten eine der höchsten Auszeichnungen der Bundesrepublik: Bundespräsident Steinmeier wird dem Forscher-Ehepaar Özlem Türeci und Ugur Sahin am 19. März das Große Verdienstkreuz mit Stern überreichen. Den offiziellen Angaben zufolge wird es die erste persönliche Ordensverleihung des Staatsoberhauptes in diesem Jahr sein und im Schloss Bellevue in Berlin stattfinden.

+++ In den Niederlanden hat ein Berufungsgericht in Den Haag die Rechtmäßigkeit der wegen der Ausbreitung der Coronavirus-Mutanten erlassenen Ausgangssperre bestätigt. Sie sei vom gültigen Recht umfassend abgesichert, hieß es in der Urteilsbegründung. Angesichts der Schwere der Corona-Pandemie sei die zeitweilige Einschränkung von Grundrechten wie die Bewegungsfreiheit gerechtfertigt. Die Richter hoben mit ihrer Entscheidung das Urteil der vorigen Instanz auf. Mehr Hintergründe hier. 

+++ Viereinhalb Prozent der Bevölkerung sind laut Bundesgesundheitsminister Spahn mit einer ersten Dosis gegen das Coronavirus geimpft worden. Zwei Prozent der Bevölkerung hätten bereits die zweite Dosis erhalten, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Fast alle Menschen in Pflegeheimen hätten ein Impfangebot erhalten. Das Risiko für Höchstbetagte, an Corona zu erkranken, habe sich verringert. Die bisher überproportionale Fallzahl bei Älteren nähere sich dem Durchschnitt der Bevölkerung an.

Eine alte Frau in einem Seniorenheim erhält ihre Impfung. (Picture Alliance / dpa / CTK / Radek Petrasek)Deutschland hat anfangs vor allem in Alten- und Pflegeheimen geimpft. (Picture Alliance / dpa / CTK / Radek Petrasek)

+++ Der Biontech-Impfstoff gegen das Coronavirus soll spätestens ab Mai soll auch in den Arztpraxen geimpft werden. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung erwartet "einen Impfstart für die Praxen in den nächsten sechs bis acht Wochen", wie ein Sprecher der "Rheinischen Post" sagte. Nach Angaben des Apothekerverbands Nordrhein stehen allein in Nordrhein-Westfalen 4.000 Apotheken bereit, die niedergelassenen Ärzte ab Mai mit Impfstoff zu versorgen.

+++ Indonesien erlaubt neben dem staatlichen Programm auch Impfungkampagnen durch private Unternehmen. Angestellte und ihre Familien sollen dafür nicht zahlen müssen, den Preis will die Regierung festlegen, wie es in der Verordnung heißt. Die staatliche Pharmafirma Bio Farm werde die Verteilung des Impfstoffes übernehmen, die Impfung selbst müsse in privaten Gesundheitszentren vorgenommen werden. 

+++ Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Wieler, warnte, die bisherigen Vorsichtsmaßnahmen müssten weiter eingehalten werden, sonst drohe eine dritte Infektionswelle - insbesondere wegen der ansteckenderen Virusmutationen. Wieler appellierte an die Bevölkerung, ein Impfangebot anzunehmen. Es gebe großartige neue Daten aus anderen Ländern, die die Wirksamkeit aller zugelassenen Impfstoffe belegten. Er mahnte allerdings zur Vorsicht, was Schnell- und Selbsttests betrifft. Diese seien immer nur eine Momentaufnahme.

Bereits in wenigen Tage soll es in Deutschland Corona-Schnelltests zur Eigenanwendung zu Hause geben. Wie funktionieren sie und was ist der Unterschied zu den bisherigen Schnelltests? Die wichtigsten Infos im Überblick.

+++ Die katholische Kirche in Deutschland beteiligt sich am (morgigen) Samstag an einem europaweiten Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie. Der Limburger Bischof Georg Bätzing wird an diesem Tag um 18.00 Uhr einen Gottesdienst in der Kapelle seines Bischofshauses feiern, der live im Internet übertragen wird, wie die Deutsche Bischofskonferenz mitteilte. Bätzing ist Vorsitzender der Bischofskonferenz. Mehrere andere Bischöfe wollen sich ebenfalls der Initiative anschließen, die vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) ausgeht. 

+++ Nach Angaben von "Ärzte ohne Grenzen" ist in den meisten Ländern Afrikas noch keine einzige Impfstoff-Dosis angekommen. Kleine Mengen Corona-Vakzine treffen der Organisation zufolge erst vereinzelt ein, zum Beispiel aus China. Die internationale Covax-Initiative für arme Länder sandte am Mittwoch ein erstes Kontingent nach Ghana. Die Lage sei sehr unübersichtlich, sagte der Berliner Intensivmediziner Stöbe. In den meisten Ländern wie Malawi oder eSwatini sei aber noch überhaupt kein Impfstoff angekommen.

Corona-Patienten in einem Krankenhaus in Pretoria, Südafrika. (AFP)Südafrika etwa ist von der ersten und zweiten Corona-Welle heftig getroffen worden, die Lage beim Impfen aber ist laut "Ärzte ohne Grenzen" schlecht. (AFP)

+++ Südkorea und Hongkong haben mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu stärken, übertrug Südkorea am Freitag die erste Impfung in einem öffentlichen Gesundheitszentrum in Seoul im Fernsehen. In Hongkong wurde die Impfkampagne mit dem Wirkstoff des chinesischen Herstellers Sinovac gestartet. Hongkong will bis Jahresende alle Erwachsenen impfen, Südkorea plant, 70 Prozent seiner Bevölkerung innerhalb von sieben Monaten zu schaffen.

+++ In der Kölner Innenstadt dürfen ab sofort keine Straßenkünstler mehr auftreten. Damit sollten Menschenansammlungen verhindert werden, bei denen die Abstandsregeln zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus nicht sichergestellt werden könnten, teilte die Stadt Köln mit. Als Straßenkunst gelten demnach Musik, Theater "und andere Darbietungen im öffentlichen Raum".

Der Straßenmusiker Klaus Wrochem spielt auf seiner Geige vor einem Schaufenster auf der Kölner Domplatte. (Deutschlandradio / Moritz Küpper)Auftritte von Straßenkünstlern sind auf der Kölner Domplatte und anderswo nicht mehr erlaubt. (Deutschlandradio / Moritz Küpper)

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut innerhalb eines Tages 9.997 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind rund 900 mehr als vor einer Woche. Außerdem verzeichnete das RKI im Zusammenhang mit dem Coronavirus 394 weitere Todesfälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz erhöhte sich auf 62,6.

Weitere Zahlen zum Coronavirus in Deutschland finden Sie hier.

+++ In den USA sind seit dem Amtsantritt von Präsident Biden 50 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Biden hatte 100 Millionen Impfungen in seinen ersten 100 Tagen im Amt als Ziel ausgegeben. "50 Millionen Spritzen in 37 Tagen. Wir sind Wochen vor dem Zeitplan", sagte Biden nun. Bis zum späten Frühjahr solle genügend Impfstoff zur Verfügung stehen, damit alle geimpft werden können, die dies wünschen. Insgesamt haben mehr als 45 Millionen Menschen in den USA bislang mindestens eine Impfdosis erhalten, mehr als 20 Millionen auch die zweite Dosis.

+++ Im Bundestag soll heute ein neues Hilfspaket für Familien, Geringverdiener und Unternehmen beschlossen werden. Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger sollen wegen der Corona-Krise einmalig 150 Euro als Zuschuss zur Grundsicherung erhalten. Für Familien mit Kindern ist ein Bonus von ebenfalls 150 Euro zum Kindergeld vorgesehen. Auf Speisen in Restaurants und Bars soll nach einer Öffnung bis Ende des kommenden Jahres weiterhin der ermäßigte Mehrwertsteuersatz anfallen. Für die Wirtschaft ist zudem die Ausweitung einer steuerlichen Erleichterung geplant, mit der Unternehemen aktuelle Verluste mit früheren Gewinnen verrechnen können. Wir übertragen ab 9.00 Uhr die Debatte aus dem Deutschen Bundestag im Livestream unter www.deutschlandfunk.de/bundestag sowie im Digitalradio.

+++ Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände macht mit Blick auf Pläne für ein breites Angebot an kostenlosen Corona-Schnelltests auf Probleme in der Praxis aufmerksam. Präsidentin Overwiening sagte der "Rheinischen Post", nicht in allen Apotheken gebe es die dafür notwendigen Voraussetzungen. So seien etwa hohe Anforderungen an den Arbeitsschutz wie separate Räumlichkeiten und besondere Schutzkleidung erforderlich. Auch habe sich bei den bislang bereits zugänglichen Antigen-Tests für Selbstzahler gezeigt, dass diese je nach Bundesland in nur bis zu zehn Prozent aller Apotheken durchgeführt würden. Für die den Bürgern in Aussicht gestellten kostenlosen Angebote aber sei mit einer höheren Nachfrage zu rechnen.

Corona-Schnelltests (imago-images/Blickwinkel)Corona-Schnelltests (imago-images/Blickwinkel)

+++ Bayerns Ministerpräsident Söder mahnt vor den Bund-Länder-Beratungen zur Vorsicht bei möglichen Lockerungen von Alltagsbeschränkungen. Man wolle schrittweise öffnen, aber mit Vernunft und Vorsicht, sagte der CSU-Vorsitzende dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Man dürfe angesichts der Mutationen "keinen Blindflug starten", in "Öffnungshektik" verfallen und die Politik jetzt nicht "die Nerven verlieren".

Mit Blick auf Stufenpläne aus mehreren Bundesländern mahnte Söder ebenfalls zur Vorsicht. Bei derartigen Papieren müsse man aufpassen, dass am Ende nicht ein Datum alle nächsten Schritte bestimme. Auch müssten Lockerungen bei Bedarf wieder zurückgenommen werden können. Der bayerische Ministerpräsident plädierte in diesem Zusammenhang dafür, sich weiterhin an den Inzidenzwerten von 35 und 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen zu orientieren.

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