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Newsblog zum Coronavirus+++ Sieben-Tage-Inzidenz bei 162,3 +++

Beim Drive-In in der Kölner Lanxess Arena können Menschen sich per Schnelltest auf das Coronavirus testen lassen.  (picture alliance / Geisler-Fotopress / Christoph Hardt)
Am Sonntag wurden dem RKI mehr als 19.000 Neuinfektionen gemeldet. (picture alliance / Geisler-Fotopress / Christoph Hardt)

Die Gesundheitsämter haben dem RKI 19.185 Corona-Neuinfektionen gemeldet, 1.330 mehr als vor einer Woche. In Deutschland wird der Menschen gedacht, die im Verlauf der Pandemie verstorben sind. In Köln haben Menschen gegen die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen protestiert. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Sonntag, 18. April

+++ Dem RKI wurden 19.185 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind 1.330 mehr als vor einer Woche. 67 Menschen starben binnen eines Tages im Zusammenhang mit dem Virus. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht gestiegen - von 161 gestern auf 162,3.

Mehr Informationen über die Infektionszahlen, die Zahl der belegten Intensivbetten und die Impfquote in Deutschland finden Sie hier.

+++ Mit einer zentralen Veranstaltung wird heute der Menschen gedacht, die während der Corona-Pandemie gestorben sind. An der Zeremonie im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt nehmen Bundespräsident Steinmeier, Bundeskanzlerin Merkel, Bundestagspräsident Schäuble, Bundesratspräsident Haseloff und der Präsident des Bundesverfassungsgericht, Harbarth, sowie fünf Hinterbliebene teil. Wie das Bundespräsidialamt mitteilte, soll mit dem Innehalten gezeigt werden, dass die Gesellschaft Anteil nimmt und die Toten und das Leid der Hinterbliebenen nicht vergessen würden.

+++ Bundesfinanzminister Scholz ist trotz der gegenwärtigen Entwicklung in der Corona-Pandemie zuversichtlich, dass die Menschen im Sommer in den Urlaub fahren können. Es sei mitten in der Dritten Welle noch zu unklar, um genauere Prognosen abgeben zu können, sagte der SPD-Kanzlerkandidat der "Welt am Sonntag". Er rechne aber fest damit, im Sommer im Biergarten zu sitzen und die nächste Bundesliga-Saison auch mal im Stadion verfolgen zu können, so Scholz.

In Köln kontrollieren Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Einhaltung der nächtlichen Ausgangsbeschränkungen. (picture-alliance/dpa )Ausgangssperre in Köln (picture-alliance/dpa )

+++ In Köln haben Bürger gegen die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen demonstriert. Unter dem Motto "Nein zu Ausgangssperren! Gesundheitsschutz statt Einschränkung unserer Grundrechte!" kamen auf dem Heumarkt etwa 250 Teilnehmer zusammen. Laut Polizei verlief die Kundgebung friedlich und weitestgehend unter Einhaltung der Corona-Auflagen. Vor dem Beginn der Ausgangssperre wurde die Demonstration beendet. In der größten Stadt Nordrhein-Westfalens gilt bis auf weiteres eine Ausgangsbeschränkung von 21.00 Uhr abends bis 5.00 Uhr morgens als Schutzmaßnahme gegen die weitere Corona-Ausbreitung.

Samstag, 17. April

+++ Brandenburg hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine Ausgangssperre verhängt. Sie gilt zwischen 22.00 und 5.00 Uhr für Regionen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz mindestens drei Tage lang über 100 liegt. Ab 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche sollen in Landkreisen und kreisfreien Städten die Kitas und alle Schulen mit Ausnahme der Abschlussklassen geschlossen werden, wie Ministerpräsident Woidke erklärte.

+++ Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD wollen den Entwurf der Bundesregierung zum Infektionsschutzgesetz verschärfen. Der Zeitung "Welt am Sonntag" zufolge haben die Fraktionen bei erneuten Verhandlungen ihre Positionen angenähert. Die Union bestand nach Informationen von Reuters aus Koalitionskreisen darauf, dass die Schulen nicht erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 schließen sollen. Am Sonntag wollen sich die Koalitionsfraktionen einigen. Am Montag soll es sowohl bei der SPD als auch bei der CDU/CSU Sonder-Fraktionssitzungen zum Infektionsschutzgesetz geben. 

+++ In mehreren Bundesländern ist die Polizei gegen verbotene "Querdenken"-Demonstrationen vorgegangen. In Stuttgart stoppten Sicherheitskräfte einen Aufzug mit rund 100 Teilnehmern. Die "Querdenken"-Initiative hatte dazu aufgerufen, in die Innenstadt zu kommen, obwohl die Kundgebungen von der Stadt untersagt worden waren. Auch in Heidelberg wurde eine verbotene Demonstration aufgelöst. In Dresden versammelten sich ebenfalls kleinere Gruppen zu Corona-Protesten. Die Polizei schritt ein und sprach Platzverweise aus. Wegen Aufrufen zu unangemeldeten Versammlungen gegen die Corona-Maßnahmen verstärkte die thüringische Polizei ihre Einsatzkräfte in Erfurt und Jena.

+++ Zur Entlastung der Gefängnisse inmitten der Corona-Pandemie hat Simbabwe mit der Freilassung von rund 3000 Häftlingen begonnen. Sie kamen in den Genuss einer Amnestie von Präsident Mnangagwa. Die Haftanstalten des Landes haben eine Kapazität von 17 000 Gefangenen, zuletzt saßen dort aber etwa 22 000 Menschen ein. Die Amnestie werde zu einer Kostenreduzierung beitragen und die Gefahr verringern, dass sich das Coronavirus in Gefängnissen ausbreite, hieß es.

+++ Im Saarland wird das Modellprojekt mit Corona-Lockerungen auf der Basis von Schnelltests um eine Woche verlängert. Das teilte die Staatskanzlei in Saarbrücken mit. Somit bleibt es bei der bisherigen Ampelstufe Gelb, aber das Testangebot und die Testpflicht sollen ausgeweitet werden. 

Ein Mann trainiert mit Mund-Nasen-Schutz in einem Fitnessstudio.  (dpa)Im Saarland sind auch Fitnessstudios wieder geöffnet. (dpa)

+++ Angesichts der geplanten Reform des Infektionsschutzgesetzes blicken die Theater in Deutschland mit großer Sorge auf die bevorstehenden Monate. In den Plänen der Bundesregierung werde nicht zwischen Veranstaltungen drinnen und draußen differenziert, sagte der Präsident des Bühnenvereins, Hamburgs Kultursenator Brosda, der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies darauf, dass viele Theater spätestens ab dem Frühsommer vieles nach draußen verlagern wollten. Er hoffe, dass noch ein "kluger Weg" gefunden werde, den Theatern die Unsicherheit zu nehmen und das Planen für die Wiederaufnahme des Kulturbetriebs zu erleichtern. Modellprojekte mit einem überzeugenden und wirkungsvollen Hygienekonzept müssten umsetzbar sein, erklärte der SPD-Politiker.

+++ Das für Samstag und Sonntag geplante Top-Four-Turnier um den deutschen Basketball-Pokal ist kurz vor Beginn verschoben worden. Nach zwei positiven Coronatests bei namentlich nicht genannten Personen aus dem Kreise der BG Göttingen wurde aufgrund einer Quarantäne-Anordnung des Münchner Gesundheitsamtes das zweite Halbfinale am Samstagabend gegen Titelverteidiger Alba Berlin abgesagt. 

+++ "Campen statt Malle" - In Berlin haben viele hundert Camping-Anhänger für eine sofortige Öffnung der Campingplätze demonstriert. Sie versammelten sich mit Wohnmobilen und Wohnwagen vor dem Olympiastadion, um in einem Korso zum Reichstagsgebäude zu fahren. Die Initiative betonte: "Camping ist mit Abstand die beste, sicherste und kontaktärmste Regenerationsform". 

+++ Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bätzing, hat einen jährlichen nationalen Gedenktag für die Toten der Corona-Pandemie angeregt. Er schlug als Datum den Tag der ersten Impfung in Deutschland vor - als Zeichen dafür, wie "mit Wissen, Vernunft, Mut  und politischer Klugheit der Weg aus der Krise gefunden wurde". Morgen gedenken die Spitzen des deutschen Staates all jener, die während der Pandemie in Deutschland gestorben sind.

+++ In einer Hamburger Unterkunft für Obdachlose wurden 42 Personen positiv auf Covid-19 getestet. Das zuständige Gesundheitsamt ordnete für alle 150 Bewohner eine mindestens zweiwöchige Quarantäne an. Es bestehe der Verdacht auf die britische Variante B.1.1.7.

+++ Weltweit sind inzwischen mehr als 3 Millionen Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Das geht aus neuesten Zahlen der Johns-Hopkins-Universität hervor.  Die meisten Opfer haben die USA zu verzeichnen mit mehr als 566.000 Opfern. Gefolgt von Brasilien, Mexiko und Indien.  

Beerdigung in den USA (www.imago-images.de)In den USA soll von Seiten des Staates an die Corona-Toten erinnert werden (www.imago-images.de)

+++ Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Müller, hat mehr Unterstützung für Verbraucherinnen und Verbraucher in der Pandemie angemahnt. Die bisherige Krisenpolitik sei einseitig auf Unternehmen und Branchen ausgerichtet, sagte der dem "Handelsblatt". Müller plädierte für einen "Rettungsschirm für Verbraucher". Konkret fordert Müller wirksame Regeln gegen Kostenfallen, geringere Inkassogebühren, eine Beschränkung der Vorkasse bei Reisen und mehr Wettbewerb im Online-Handel. 

+++ Linken-Chefin Wissler fordert härtere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Sie sagte der "Augsburger Allgemeinen", ein konsequenter und solidarischer Lockdown mit dem Herunterfahren der meisten Bereiche über zwei, drei Wochen wäre deutlich sinnvoller, als sich im halbherzigen Dauer-Lockdown weiterzuschleppen.   

+++ Auf das Auto des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach haben Unbekannte in der Nacht einen Farbanschlag verübt. Lauterbach schrieb, er könne seinen Wagen nicht mehr benutzen. Der SPD-Politiker zählt zu den exponiertesten Persönlichkeiten in der Debatte um die Maßnahmen gegen das Coronavirus.

+++ Der US-Bundesstaat Alaska will Touristen mit einer Impfung gegen das Coronavirus locken. Gouverneur Dunleavy kündigte an, an den Flughäfen Anchorage, Fairbanks, Juneau und Ketchikan solle ab dem 1. Juni geimpft werden. Beschränkungen für Kreuzfahrtschiffe hatte die Tourismusbranche in Alaska schwer getroffen.       

+++ Die Jugendämter in Deutschland rechnen aufgrund der Coronakrise mit einem drastischen Anstieg der Zahl an Schulabbrechern. Es drohe eine Verdoppelung, sagte der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter, Bahr, der Funke Mediengruppe. 2020 und in diesem Jahr dürften es jeweils 210.000 Schülerinnen und Schüler sein, sagte Bahr. Diese Entwicklung ziehe sich durch viele soziale Schichten. Auch Kinder aus der Mittelschicht würden einen Karriereknick erleben. 

+++ Der saarländische Ministerpräsident Hans sieht die Pläne für härtere Maßnahmen in der Corona-Krise kritisch. Wenn man erneut völlig unkreativ in einen weiteren "Voll-Lockdown" gehe, werde das zwar irgendwie helfen, sagte Hans der Zeitung "Die Welt". Aber es werde auch für viel Verdruss sorgen.

+++ Bundesjustizministerin Lambrecht hat die Polizei aufgefordert, bei Demonstrationen gegen die Corona-Politik konsequent durchzugreifen. Das Verhalten vieler Teilnehmer sei nicht hinnehmbar, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie sprach von einer Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie und verwies auf Bedrohungen von Wissenschaftlern oder Politikern und gewaltsame Angriffe gegen Journalisten.

+++ Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das Verbot von zwei Demonstrationen der so genannten Querdenker-Bewegung in Kempten bestätigt. Die Richter teilten gestern Abend mi, dies sei notwendig, um Infektionsgefahren zu verhindern. An der Veranstaltung sollte auch der Gründer der Querdenken-Initiative, Ballweg, teilnehmen.

+++  Im Zusammenhang mit den Soforthilfen aus dem Frühjahr 2020 gibt es rund 15.000 Strafanzeigen und Ermittlungsverfahren. Das schreibt das Bundeswirtschaftsministerium auf eine Anfrage der AfD-Fraktion, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Es wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.

+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 23.804 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind rund 2.000 weniger als gestern und rund 300 weniger als am Samstag vor einer Woche. Die Zahl der Todesfälle stieg um 219. Gestern waren es 247. Die Sieben-Tage-Inzidenz erhöht sich leicht von 160,1 auf 160,7.

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