
Anfang Januar haben die USA den Flugzeugträger USS Lincoln in die Golfregion geschickt. Er ist mittlerweile dort angekommen. Laut Trump sind aktuell weitere Kriegsschiffe in Richtung des Landes unterwegs. Trump hat Teheran mehrfach mit Militärschlägen gedroht.
Worum geht es Trump im Iran?
Trump hatte Teheran zunächst wegen der blutigen Niederschlagung von regierungskritischen Protesten und möglichen Massenhinrichtungen mit einem militärischen Eingreifen gedroht. Zudem sprach er sich zwischenzeitlich für einen Regierungswechsel aus. Es sei an der Zeit, für eine neue Führung in dem Land zu sorgen, sagte er dem Magazin "Politico".
Inzwischen richtet er seinen Blick zunehmend auf das iranische Atomprogramm. Nach einem zwölftägigen Krieg im Juni, in dem die USA und Israel iranische Atomanlagen bombardierten, hatte Trump noch darauf bestanden, dass die iranischen Atomanlagen "ausgelöscht" worden seien.
Gestern sagte er, er hoffe auf einen "Deal" mit Teheran. Wenn das nicht geschehe, "werden wir sehen, was passiert". Auf die Frage, ob er dem Iran eine Frist gesetzt habe, antwortete er: "Das wissen nur sie mit Sicherheit."
Wie reagiert der Iran auf die Bedrohung durch die USA?
Teheran hat sich zu einer Wiederaufnahme der Gespräche über sein Atomprogramm bereit erklärt. Entsprechende Verhandlungen müssten "fair und auf Augenhöhe" stattfinden und dürften keine Debatten über die Raketenbestände oder Verteidigungskapazitäten seines Landes beinhalten, sagte der Außenminister Araghtschi in Istanbul vor Journalisten.
Konkrete Pläne für ein Treffen mit US-Vertretern zur Wiederaufnahme der Atomgespräche mit dem Iran gebe es bislang nicht, so Araghtschi. Dafür seien zu einem möglichen Ort und zu Inhalten der Gespräche "weitere Vorbereitungen erforderlich". Er schob allerdings eine Warnung hinterher und ergänzte: "Die Islamische Republik Iran ist ebenso bereit für Verhandlungen wie für einen Krieg."
Am Donnerstag hatte der iranische Armeechef Akraminia im Staatsfernsehen gedroht, der Iran werde im Fall eines Angriffs der USA "umgehend" reagieren. Mögliche Ziele könnten die US-Militärbasen in der Golfregion oder ein Flugzeugträger sein. Heute erklärte er, das Land habe seine Streitkräfte in volle Verteidigungs- und Kampfbereitschaft versetzt.
Wie sieht die Bevölkerung im Iran mögliche US-Angriffe?
Der Iran ist eine Diktatur, daher gibt es keine unabhängigen Meinungsumfragen. Die ”Neue Zürcher Zeitung” hat Iraner befragt, die deutlich formulieren: "Ein Krieg mit den USA und Israel ist unsere letzte Hoffnung." Auch die Nachrichtenagentur dpa zitiert einzelne Stimmen aus dem Land. Demnach ergibt sich ein gemischtes Bild.
Der Goldhändler Mehrdad hofft auf Besserung ohne militärisches Eingreifen. Ein Angriff könne die Infrastruktur zerstören, innere Spannungen verschärfen und die Spaltung der Gesellschaft vertiefen: "Ich habe Angst, dass es durch einen Angriff nur noch schlimmer wird."
Anders wiederum sieht es Student Armin: "Vielleicht denkt Amerika nicht an unser Wohl, aber man kann auf eine bessere Zukunft hoffen." Keine Zukunft sehe er dagegen in seinem Studium, während Preisexplosionen und Perspektivlosigkeit den Alltag bestimmen. Mit einem Angriff verbindet er die Hoffnung, dass sich im Land grundlegend etwas ändert.
Bei den Protesten im Iran wurden laut der in den USA ansässigen Organisation HRANA mehr als 6.300 Menschen getötet, darunter fast 6.000 Demonstranten. Die NGO, die über ein umfangreiches Netzwerk von Informanten im Iran verfügt, fügte hinzu, dass noch mehr als 17.000 weitere mögliche Todesfälle untersucht würden.
Was passiert beim morgen geplanten Militärmanöver des Irans?
Irans Revolutionsgarden wollen ab Sonntag ein Militärmanöver in der Straße von Hormus abhalten. Dabei soll mit scharfer Munition geschossen werden. Die Meerenge ist die weltweit wichtigste Route für den Ölexport und verbindet die Förderländer am Golf mit dem offenen Meer.
Das US-Militär warnte die Revolutionsgarden. Man werde keine "unsicheren" Manöver wie zum Beispiel Flüge über Kriegsschiffe oder Stützpunkte in niedriger Höhe tolerieren, das gelte auch für das Annähern iranischer Schnellboote, erklärte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando. Das Manöver der Iraner dürfe die Freiheit der Schifffahrt und die internationale Handelsschifffahrt in der wichtigen Meerenge nicht beeinträchtigen.
Was bedeuten die Spannungen für den Nahen Osten?
Das Säbelrasseln zwischen dem Iran und den USA hat für Verunsicherung im Nahen Osten gesorgt. Verbündete und Partner der USA in der Region bemühten sich darum, in Gesprächen mit beiden Seiten eine drohende militärische Eskalation zu verhindern, sagte ein arabischer Diplomat, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AP. Saudi-Arabien, die Türkei, Oman und Katar hätten ihre Bedenken vorgebracht und unter anderem auf eine Beeinflussung der Energiemärkte hingewiesen.
Der türkische Präsident Erdogan hatte zuvor die Bereitschaft bekräftigt, zwischen den USA und dem Iran zu vermitteln.
Weiterführende Informationen
Diese Nachricht wurde am 31.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.








