Collegium Vocale Gent
Pracht der spanischen Renaissance

Um 1600 blühte Spanien in seinem "Goldenen Zeitalter". Damals pulsierte die Wirtschaft und die Kunst glänzte. So fiel auch die Kirchen-Chormusik prächtig aus, wie die Werke von Cardoso, Guerrero und de Victoria mit dem Collegium Vocale Gent beweisen.

Am Mikrofon: Bernd Heyder | 24.09.2023
Blick in ein altes, sehr hohes Kirchen-Deckengewölbe mit bunten Glasfenstern.
Der Reichtum der Kolonien kam auch der Kirche zugute: im Bau, in der Ausstattung und in der Musik, die darin erklang. (Unsplash / Chris Linnett)
Das „Goldene Zeitalter“ Spaniens verband sich eng zum einen mit der Ausbeutung der Rohstoffquellen in den Kolonien der Neuen Welt. Macht und Reichtum des habsburgischen Herrscherhauses beförderten zum anderen aber auch die Künste.
Bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen 2023 lenkte Philippe Herreweghe den Blick mit den sechs Solostimmen seines Collegium Vocale Gent auf das geistliche A-cappella-Repertoire der iberischen Halbinsel im späten 16. Jahrhundert.

Ein besonderes Strahlen in den Stimmen

Da ließen sich Francisco Guerrero und Tomás Luis de Victoria bei Rom-Aufenthalten auch von der Vokalkunst Italiens inspirieren.
Manuel Cardoso sorgte für eine späte Blüte der Vokalpolyphonie in Portugal. Im Zentrum des Konzerts stand Victorias beeindruckende Totenmesse, sein Nachruf auf die 1603 verstorbene Kaiserin Maria von Österreich, der Witwe des Kaisers Maximilian II.
Aufnahme vom 14.7.2023 aus der Stadtkirche Ludwigsburg
Manuale Cardoso
„Non mortui”. Motette

Francisco Guerrero
„Usquequo Domine“
„Deus, Deus meus respice in me“. Motetten

Tomás Luis de Victoria
„Domine, non sum dignus“. Motette Officium defunctorum

Collegium Vocale Gent
Leitung: Philippe Herreweghe