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Newsblog zum Coronavirus+++ Niederlande: Corona-Pass im Visier von Hackern +++

Auf einem Smartphone erscheint ein Haken vor grünem Hintergrund, als eine Person hinter der Theke den QR-Codes eines Gastes auf dessen Handy kontrolliert. (imago/Guus Schoonewill)
Seit dem 25. September müssen Gastwirte in den Niederlanden kontrollieren, ob Gäste einen Corona-Pass haben. (imago/Guus Schoonewill)

Der Start des Corona-Passes in den Niederlanden ist durch Hackerangriffe behindert worden. +++ In Rosenheim und möglicherweise ganz Bayern funktioniert die Software der Impfzentren nicht. +++ In Norwegen sind die Corona-Regeln beendet und Nachtclubs wieder voll. +++ Mehr im Newsblog.

Sonntag, 26. September

+++ Im Impfzentrum von Rosenheim ist das Computerprogramm ausgefallen. Nach Angaben der Stadtverwaltung betrifft das Software-Problem aber nicht nur Rosenheim, sondern den "gesamten Freistaat". Eine Bestätigung des bayerischen Gesundheitsministeriums gab es zunächst nicht. Der Betrieb laufe weiter, allerdings nur analog, erklärte die Stadt Rosenheim.  Im Impfablauf sei deshalb mit mit Wartezeiten zu rechnen.

+++ Der Start des Corona-Passes in den Niederlanden ist durch Hackerangriffe behindert worden. Dadurch war es am Samstagabend zeitweise nur schwer oder mit Verzögerungen möglich, den erforderlichen QR-Code zum Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines negativen Tests herunterzuladen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Den Haag mit. Die Angriffe seien aber abgewehrt worden. Der Corona-Pass muss seit gestern von Menschen ab 13 Jahren vor dem Besuch von Gaststätten, Kultur oder Sport vorgezeigt werden. Zum Start gab es mehrere Demonstrationen gegen die Einführung des Passes.

+++ In Norwegen haben viele Menschen das Ende der Corona-Regeln gefeiert. Nachtclubs und Kneipen waren am Samstagabend voll, vor Discos und Bars gab es Warteschlangen. In Trondheim mussten mehrere Menschen versorgt werden, die beim langen Anstehen ohnmächtig geworden waren. Aus mehreren Städten wurden allerdings auch Schlägereien, Verletzte und Festnahmen gemeldet, wie der öffentlich-rechtliche Sender NRK berichtete.

+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist leicht gestiegen. Sie liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts jetzt bei 61,4 - nach 60,6 am Vortag und 70,5 vor einer Woche. Die Gesundheitsämter meldeten 7.774 neue Ansteckungen, das sind 437 mehr als vergangenen Sonntag. Zudem wurden 28 weitere Todesopfer im Zusammenhang mit einer Infektion registriert. Die Hospitalisierungsrate, also die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, wurde vom RKI zuletzt am Freitag bekannt gegeben und lag bei 1,58. Der bisherige Höchstwert wurde im vergangenen Winter mit rund 15,5 verzeichnet.

Wofür steht die Hospitalisierungsrate? Wir erklären es.

+++ In Mailand ist es bei einer nicht angemeldeten Demonstration gegen staatliche Corona-Maßnahmen zu Ausschreitungen gekommen. Mehrere tausend Menschen waren gestern Abend in der norditalienischen Stadt auf die Straße gegangen. Einige von ihnen gerieten mit Polizisten und Carabinieri aneinander. Diese setzten Schlagstöcke ein, einige Demonstranten wurden Medienberichten zufolge leicht verletzt. Auch in Rom und Triest kam es zu Protesten, die sich insbesondere gegen den "Grünen Pass" richten. Ab dem 15. Oktober müssen Beschäftigte im öffentlichen Bereich und in der Privatwirtschaft einen Nachweis vorlegen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind; Tests sind nicht mehr kostenlos.

+++ Bundesentwicklungsminister Müller warnt vor einer zunehmenden Benachteiligung armer Länder bei Impfstoffen gegen Covid-19. Reiche Länder hätten zusätzliche Vakzine vom Weltmarkt weggekauft, um Drittimpfungen zu ermöglichen, sagte der CSU-Politiker der "Funke Mediengruppe". Zugleich aber hätten mehr als 90 Prozent der Afrikaner noch nicht einmal die erste Dosis erhalten. Daher sei das Ziel der internationalen Impfstoffinitiative Covax nicht mehr zu erreichen, bis Ende des Jahres zwei Milliarden Impfstoffdosen für Menschen in armen Ländern zur Verfügung zu stellen. Bisher seien lediglich rund 300 Millionen Einheiten durch Covax verteilt worden, erklärte Müller weiter.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) spricht auf einer Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung eines Corona-Sofortprogramms des Entwicklungsministeriums und zum Reformkonzept 2030. (picture alliance / AFP Pool / Britta Pedersen)Entwicklungsminister Müller mahnt immer wieder mehr Solidarität in der Corona-Pandemie gegenüber Entwicklungsländern an. (picture alliance / AFP Pool / Britta Pedersen)

+++ In Nordrhein-Westfalen ermitteln die Behörden in mehr als 100 Fällen wegen gefälschter Impfausweise. Bislang liege die Zahl der gemeldeten Fälle für den Zeitraum April bis September im unteren dreistelligen Bereich, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes in Düsseldorf. Die entsprechende Statistik werde täglich aktualisiert. Ob es eine steigende Tendenz gebe, war aber unklar.

Samstag, 25. September

+++ Der Chef der Ständigen Impfkommission, Mertens, hat sich unzufrieden mit dem Verlauf der Impfkampagne in Deutschland gezeigt. Es sei betrüblich, dass sich gerade die entscheidende Altersgruppe der 18 bis 59-Jährigen im Augenblick nicht so gegen das Coronavirus impfen lasse, wie die Stiko das gerne sehen würde, sagte Mertens im Bayerischen Rundfunk. Dabei werde diese Altersgruppe aller Berechnung zufolge entscheidend sein für den Verlauf der vierten Corona-Welle. Er sei froh, dass in der Gruppe der über 60-Jährigen die meisten durchgeimpft seien. Bei den Impfunwilligen sei einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, so Mertens.

+++ Im niederländischen Den Haag protestieren hunderte Menschen gegen die Einführung eines "Corona-Passes". In den Niederlanden ist seit heute ein Corona-Pass mit dem Nachweis über eine Impfung oder ein negativer Test Voraussetzung für einen Besuch in Restaurants, Bars, Theatern oder anderen Veranstaltungsorten. Im Gegenzug wurden Abstandsregeln und Maskenpflicht weitgehend aufgehoben.

+++ Die Mitnahme von Schutzmasken im Auto soll bald zur Pflicht werden. Fahrer müssten künftig zwei Mund-Nase-Bedeckungen mit sich führen, wie das Bundesverkehrsministerium bestätigte. Die Neuregelung solle mit der nächsten Änderung in die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung übernommen werden.

Ein Mann holt den Verbandkasten aus seinem Auto.  (picture-alliance / dpa / Christin Klose)Erste-Hilfe-Set (picture-alliance / dpa / Christin Klose)

+++ In Hamburg gibt es in Clubs, Bars, Restaurants, Kultur- und Sporteinrichtungen, die am sogenannten 2G-Modell teilnehmen, seit 0.00 Uhr auch keine Beschränkungen mehr bei der Zahl der Besucher oder Teilnehmer einer Veranstaltung. Wo also nur Geimpfte und Genesene hinein dürfen, kann abstandslos und ohne Maske bis auf den letzten Platz gefeiert, getanzt, können Filme und Theater geschaut oder bei sportlichen Wettkämpfen mitgefiebert werden. Allerdings müssen weiter Kontaktdaten erhoben und Hygienekonzepte eingehalten werden. Auf Wochenmärkten entfällt zudem die Maskenpflicht für Verkäufer.

+++ Rund 230.000 Verstöße gegen die Maskenpflicht in Zügen hat die Bundespolizei dieses Jahr laut "Welt am Sonntag" bisher erfasst. In den allermeisten Fällen hätten es die Beamten bei einer Belehrung belassen können, berichtete die Zeitung. In rund 11.300 Fällen wurden demnach zur Einleitung von Bußgeldverfahren die zuständigen Behörden vor Ort informiert.

Mehrere Länder haben bereits mit Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus begonnen. Wer braucht die dritte Dosis wirklich und welche Kritik gibt es an den "Booster"-Impfungen?

+++ Die Mitnahme von Schutzmasken im Auto soll nach Zeitungsinformationen bald zur Pflicht werden. Fahrer müssten künftig zwei Mund-Nase-Bedeckungen mit sich führen, schreibt die "Rheinische Post" unter Berufung auf eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums. Die Masken sollen dem vorgeschriebenen Inhalt von Verbandskästen in Pkw, Lkw und Bussen hinzugefügt werden. Demnach wird dies auch für die Zeit nach der Pandemie gelten.

+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist erneut leicht gesunken. Sie liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts jetzt bei 60,6 – nach 62,5 am Vortag und 72,0 vor einer Woche. Die Gesundheitsämter meldeten 7.211 neue Ansteckungen, das sind 1.690 weniger als vergangenen Samstag. Zudem wurden 62 weitere Todesopfer im Zusammenhang mit einer Infektion registriert.

Hier können Sie alle relevanten Zahlen nachlesen.

Die Hospitalisierungsrate, also die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, lag zuletzt bei 1,58.

+++ Angesichts hoher Corona-Fallzahlen in britischen Schulen geht ein Experte davon aus, dass sich die meisten Kinder im Winter mit dem Virus anstecken werden oder schon angesteckt waren. "Ich denke, dass sich in sechs Monaten die Mehrheit infiziert haben wird", sagte der Public-Health-Experte Azeem Majeed vom Imperial College London der Deutschen Presse-Agentur. Seit Ende der Schulferien in England sind die Fallzahlen unter den 5- bis 14-Jährigen enorm gestiegen. 

Großbritannien impft erst seit kurzem auch 12- bis 15-Jährige.

+++ Seit Beginn der Impfungen gegen das Coronavirus gab es in nahezu allen Bundesländern Angriffe gegen Impfzentren oder Störungen von Impfaktionen, besonders viele in Bayern und Sachsen. Wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienst unter den Ministerien, Landeskriminalämtern und einer Kassenärztlichen Vereinigung ergab, handelte es sich dabei meistens um Sachbeschädigungen, vor allem Schmierereien. Es gab aber auch Drohungen, Beleidigungen, körperliche Angriffe und in Sachsen eine Brandstiftung. Die Angriffe gegen Impfzentren werden nicht einheitlich erfasst.

Der Umfrage zufolge gab es bundesweit mindestens 190 polizeilich relevante Fälle, die im Zusammenhang mit Corona-Schutzimpfungen stehen.

+++ Corona hat für eine bizarre Szene in einer bekannten US-Talkshow gesorgt: Eigentlich sollte in der Sendung "The View" Vize-Präsidentin Kamala Harris live im New Yorker Studio interviewt werden. Inmitten der Sendung wurden die beiden Moderatorinnen Sunny Hostin und Ana Navarro aber plötzlich gebeten, das Set zu verlassen. Die beiden waren vor der Sendung auf das Coronavirus getestet worden - und waren positiv. Medienberichten zufolge hatte Harris keinen Kontakt zu den Moderatorinnen. Sie wurde aber zum Interview nur in das Studio zugeschaltet.

Freitag, 24. September

+++ In der US-Fernsehsendung "The View" haben zwei Moderatorinnen das Studio verlassen müssen, weil sie positiv auf das Corona-Virus getestet wurden. Sie erfuhren dies selbst erst während der Live-Sendung - und zwar kurz bevor sie eigentlich Vize-Präsidentin Kamala Harris interviewen sollten. Harris wurde dem Sender ABC dann sicherheitshalber aus einem anderen Studio zugeschaltet. Der Sender betonte, die beiden Moderatorinnen seien voll geimpft. Man rechne deshalb nicht mit schweren Erkrankungen. 

+++ Die Ständige Impfkommission Stiko hat ihre neuen Empfehlungen zum Umgang mit der Impfung gegen Covid-19 veröffentlicht. Eine allgemeine Auffrischungsimpfung mit einer 3. Dosis wird darin noch nicht angeraten. Empfohlen wird sie bisher nur für Patienten und Patientinnen mit Immundefizienz. Die Empfehlung könnte in den kommenden Wochen erweitert werden. Derzeit arbeite man die Evidenz dafür auf, schreibt die Stiko. 

Bestätigt ist in der neuen Empfehlung auch, dass Corona-Impfungen mit der Grippe-Impfung kombiniert werden können. Ein zeitlicher Abstand sei nicht mehr notwendig. 

+++ Gewalt gegen Kinder und Ausbeutung haben in Afrika während der Corona-Pandemie zugenommen. Das geht aus einem Bericht hervor, den sechs internationale Hilfsorganisationen gemeinsam veröffentlicht haben. So gaben beispielsweise in Kenia 60,5 Prozent der befragten Kinder an, während der Pandemie mehr geschlagen worden zu sein. Auch das Risiko für sexualisierte Gewalt sei gestiegen. Häufiger als vor der Pandemie müssten Kinder mit schwerer und gefährlicher Arbeit zum Familieneinkommen beitragen. Die Untersuchungsergebnisse basierten auf Befragungen in Äthiopien, Kenia, Mali, dem Senegal und Uganda.

+++ Russland hat so viele Covid-Todesfälle an einem Tag verzeichnet wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Behördenangaben zufolge starben 828 Menschen innerhalb eines Tages. 

Eine Frau in einem Moskauer Bus trägt eine Maske (AFP/Yuri Kadobnov)Die Infektionszahlen sind in Russland den Behörden zufolge zuletzt sprunghaft gestiegen (AFP/Yuri Kadobnov)

+++ Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt erstmals ein Medikament als Vorbeugung gegen eine schwere Covid-19-Erkrankung bei infizierten Risikopatienten. Konkret geht es um die Antikörper-Kombination der US-Firma Regeneron und des Schweizer Unternehmen Roche. Das Medikament verbessere die Überlebenschancen, heißt es in der Empfehlung, die im "British Medical Journal" veröffentlicht wurde. In Deutschland wird diese Antikörper-Kombination bereits in speziellen Fällen für Corona-Patienten eingesetzt. 

+++ Wie sieht es inzwischen an den Hochschulen in Deutschland aus? Dlf-Landeskorrespondent Johannes Kulms berichtet von der Fachhochschule Kiel, die sich bereits wieder im Präsenz-Modus befindet

Mehr Informationen: Ein Überblick zur Lage an den Hochschulen in der Pandemie

+++ Der Vorsitzende der Freien Wähler, Aiwanger, will die Streichung der Lohnersatzleistungen für ungeimpfte Beschäftigte in Corona-Quarantäne verfassungsrechtlich prüfen lassen. Aiwanger sagte der "Bild"-Zeitung, in einem Quarantäne-Fall sei ein Berufstätiger noch nicht infiziert. Seine Sorge sei, dass die Menschen zum Lügen gezwungen würden, führte Aiwanger aus, der auch bayerischer Wirtschaftsminister und Spitzenkandidat seiner Partei für die Bundestagswahl ist. Die Bundesländer und die Bundesregierung hatten sich darauf verständigt, Ungeimpften die Entschädigungen zu streichen, sollten sie in Quarantäne geschickt werden und deswegen nicht arbeiten können.

Aiwanger hatte in der Vergangenheit schon mehrfach einen Druck auf Ungeimpfte beklagt. Er selbst hatte es Ende Juli im Deutschlandfunk abgelehnt, sich impfen zu lassen.

+++ Der derzeitige Rückgang der Corona-Infektionszahlen ist nach Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Ein Grund sei der Rückgang des Sommerreiseverkehrs, sagte ein Sprecher in Berlin. Zudem trügen die erreichte Impfquote sowie die vielerorts eingeführten 2G- beziehungsweise 3G-Regelungen wahrscheinlich zu einer Abnahme der Infektionen bei. Grundsätzlich sei es aber noch zu früh, von einer Entwarnung oder von einem anhaltenden Trend zu sprechen, betonte der Ministeriumssprecher.

Gesundheitsminister Hoie umarmt Ministerpräsidentin Solberg (AFP/NTB/Javad Parsa)Erleichterung in Norwegen: Ministerpräsidentin Solberg und Gesundheitsminister Hoie vor dem Tag der Lockerungen (AFP/NTB/Javad Parsa)

+++ Norwegen verabschiedet sich von den meisten Corona-Beschränkungen. Morgen um 16.00 Uhr werden die allermeisten Maßnahmen innerhalb des Landes aufgehoben. Unter anderem gilt künftig nicht mehr die Ein-Meter-Abstandsregel, auch die Teilnehmerbeschränkungen bei Veranstaltungen und Zusammenkünften fallen weg. Einzig die Anforderung, im Falle einer Corona-Erkrankung in Isolation zu gehen, bleibt bestehen. Ministerpräsidentin Solberg sagte: "Jetzt ist die Zeit gekommen. Jetzt werden wir zu einem normalen Alltag zurückkehren."

+++ Singapur verschärft seine Corona-Regeln wieder. Treffen von mehr als zwei Personen sind wieder untersagt und mobiles Arbeit wird wieder zur Pflicht. In dem Stadtstaat mit fünf Millionen Einwohnern waren zuletzt wieder täglich mehr als 1.000 Neuinfektionen nachgewiesen worden - am Donnerstag sogar mehr als jemals zuvor in der Pandemie. 98 Prozent der Infizierten hatten nach Angaben der Regierung aber keine oder nur sehr milde Covid-Symptome. Die Impfquote in Singapur beträgt 82 Prozent.

+++ Amnesty International wirft reichen Ländern und Pharmafirmen im Zusammenhang mit der Impfstoffbeschaffung Menschenrechtsverletzungen vor. Dass reiche Länder Corona-Impfstoffe auf Lager hielten, während Millionen Menschen in ärmeren Ländern dringend auf eine Impfchance warteten, sei inakzeptabel, erklärte die Organisation in Genf. Namentlich kritisiert wurden die Pharmafirmen Biontech, Pfizer, Moderna und Johnson&Johnson. Amnesty forderte sie auf, auf Patente zu verzichten und mehr Firmen die Herstellung der Impfstoffe zu ermöglichen. Sie sollten zudem mindestens die Hälfte ihrer Produktion zu Herstellungskosten an ärmere Länder abgeben. Von Regierungen verlangte sie, ihre Vorräte umgehend an ärmere Länder weiterzureichen.

+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist erneut leicht gesunken. Sie liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts jetzt bei 62,5. Am Vortag betrug der Wert 63,1. Die Gesundheitsämter meldeten 9.727 neue Ansteckungen. Insgesamt fielen in Deutschland laut RKI bislang mehr als 4,18 Millionen Corona-Tests positiv aus. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 65.

Die Hospitalisierungsrate, also die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, lag zuletzt bei 1,57. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Der bisherige Höchstwert wurde im vergangenen Winter mit rund 15,5 verzeichnet.

Wofür die Hospitalisierungsrate in der Corona-Pandemie steht

+++ Die Ständige Impfkommission (Stiko) verzichtet derzeit auf eine generelle Empfehlung für Auffrischungsimpfungen bei Senioren. Das Gremium empfiehlt die sogenannten Booster bisher allein Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Eine Empfehlung nach Altersgruppen gebe die Kommission derzeit noch nicht, sagte der Stiko-Vorsitzende Mertens und bestätigte damit einen Bericht der Zeitungen der Funke Mediengruppe.

+++ In den USA hat die Gesundheitsbehörde CDC eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus für verschiedene Bevölkerungsgruppen empfohlen. Demnach sollen Personen ab 65 Jahren, Bewohner von Pflegeheimen sowie Menschen zwischen 50 und 64 Jahren mit Vorerkrankungen eine dritte Dosis erhalten. CDC-Direktorin Walensky empfahl Auffrischungsimpfungen zudem für Menschen ab 18 Jahren, die durch ihren Beruf einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Die Extradosis soll frühestens sechs Monate nach der letzten Impfung verabreicht werden.

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