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Newsblog zum Coronavirus+++ WHO stuft indische Coronavirus-Variante als "besorgniserregend" ein +++

In Neu-Delhi schieben zwei Männer eine Bahre mit einem Toten an einen Platz, auf dem Leichen verbrannt werden. (picture alliance/dpa/Sputnik | Idrees Mohammed)
Die Corona-Pandemie hat Indien fest im Griff. (picture alliance/dpa/Sputnik | Idrees Mohammed)

Die Virusvariante B.1.617 wird von der WHO nun als besorgniserregend eingestuft. Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen in Deutschland sinkt weiter. AfD-Mitglieder klagen in Hamburg gegen die nächtliche Ausgangsbeschränkung und bekommen in erster Instanz Recht. Das und weitere Entwicklungen im Newsblog.

Dienstag, 11. Mai

+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat die in Indien aufgetretene Mutante des Coronavirus als besorgniserregende Variante eingestuft. Vorliegende Informationen wiesen auf eine erhöhte Übertragbarkeit hin. Nach vorläufigen Studienergebnissen könnte zudem das menschliche Immunsystem weniger stark auf diese Variante reagieren. Bislang hatte die UNO-Behörde in Genf nur die sogenannten britischen, südafrikanischen und brasilianischen Varianten als besorgniserregend bezeichnet.

Mehr zum Thema: Indische Mutation - Wie gefährlich B.1.617 ist

+++ Der Inzidenzwert in Deutschland ist weiter gesunken. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 6.125 Corona-Neuinfektionen gemeldet, das sind rund 1.400 weniger als vor einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz wird vom RKI jetzt mit 115,4 angegeben; am Vortag lag sie bei 119,1.

Unser ausführlicher Blick aufs Thema: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

+++ Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet im Sommer wieder mit deutlich steigenden Passagierzahlen. Im ersten Quartal habe es aufgrund des weltweiten Infektionsgeschehens noch keine spürbare Erholung gegeben, erklärte Fraport-Chef Schulte. Man gehe aber davon aus, den Tiefpunkt nun überschritten zu haben.

Wichtige Informationen zum Thema Reisen:
So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen

+++ Das Hamburger Verwaltungsgericht hat einer Klage von vier AfD-Mitgliedern gegen die in der Stadt geltende nächtliche Ausgangsbeschränkung im Eilverfahren stattgegeben. Die Entscheidung gilt aber nur für die vier Politiker. Sie brauchen ab sofort keine Sanktionen zu befürchten, wenn sie sich mit einem höchstens zwölf Stunden alten negativen Corona-Testergebnis nach draußen begeben, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Stadt Hamburg kündigte Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht an.

+++ Angesichts drohender Steuerausfälle infolge der Corona-Pandemie haben die Kommunen massive Finanzhilfen vom Bund und von den Ländern gefordert. Ohne Hilfen müssten Investitionen gravierend eingeschränkt werden, was den erhofften Konjunkturaufschwung bremsen würde, sagte der Präsident des Deutschen Städtetages, Jung, der Funke Mediengruppe.

+++ Nach Kanada haben auch die USA den Corona-Impfstoff von Biontech-Pfizer für Kinder und Jugendliche zugelassen. Das Vakzin kann fortan in der Altersgruppe der Zwölf- bis 15-Jährigen verabreicht werden. Auch die EU-Arzneimittelagentur prüft derzeit die Zulassung für diese Altersgruppe. Mit einer Entscheidung ist voraussichtlich im nächsten Monat zu rechnen.

Weiterführende Informationen: Wann auch Kinder geimpft werden könnten

+++ Die Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene sind jetzt auch bundesweit gelockert. Hier finden Sie einen Überblick, was genau die Erleichterungen bedeuten und wie sie umgesetzt werden.

Montag, 10. Mai

+++ Das Kölner Impfprojekt an sozialen Brennpunkten ist vorerst ausgesetzt. Das Land Nordrhein-Westfalen habe bisher kein Zusatzkontingent an Impfstoffen bereitgestellt, teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Man habe Ende vergangener Woche wie gefordert einen Bericht verschickt und um weiteren Impfstoff gebeten. Bislang habe es jedoch keine Reaktion gegeben. Die SPD in Köln sprach von einem Schlag ins Gesicht für die Menschen in den Hochinzidenz-Gebieten. Das Landesgesundheitsministerium in Düsseldorf teilte mit, ein Erlass sei in Arbeit.

+++ In Deutschland haben 32,5 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus neuen Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervor. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 9,4 Prozent der Bevölkerung. Die Impfstellen haben in der Corona-Pandemie mittlerweile insgesamt mehr als 35 Millionen Dosen verabreicht. 

+++ Die Gefahr einer Coronavirus-Infektion ist im öffentlichen Nahverkehr nicht höher als etwa im eigenen Auto. Das teilte das Verkehrsministerium Baden-Württembergs mit und beruft sich dabei auf eine Studie der Charité Research Organisation im Auftrag der Bundesländer und des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen. Die Experten verglichen das Ansteckungsrisiko von Pendlern in Bussen und Bahnen mit demjenigen von Menschen, die regelmäßig mit Auto, Motorrad oder Fahrrad unterwegs sind.

+++ Innenminister Seehofer ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er befinde sich aktuell in häuslicher Isolation, teilte sein Sprecher mit. Er habe derzeit keine Krankheitssymptome.

+++ Nordrhein-Westfalen hat als erstes Bundesland sogenannte Lolli-Tests flächendeckend an Grund- und Förderschulen eingeführt. Mit dem Test sollen die mehr als 730.000 Schüler der Grund- und Förderschulen zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf das Coronavirus getestet werden. Die Tests sind leichter anzuwenden als andere. Die Kinder müssen auf einem Stäbchen wie auf einem Lolli 30 Sekunden lang herumlutschen. Kuriere fahren auf gut 400 Routen die Schulen ab und sammeln die Proben ein.

+++ In England dürfen sich die Menschen ab der kommenden Woche wieder in den Arm nehmen. Man dürfe dann wieder selbst entscheiden, ob man mit engeren Freunden und Familie auf Abstand bleibe oder nicht, kündigte Premier Boris Johnson an. Das heiße nicht, dass man die Vorsicht in den Wind schlagen könne.

+++ Die Gewalt gegen Frauen ist in der Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Wie die Leiterin des Hilfetelefons, Söchting, in Berlin mitteilte, gab es im letzten Jahr rund 51.000 Anrufe oder Online-Kontakte. Dies sei ein Anstieg um 15 Prozent. Vor allem seit April 2020, also mit Beginn des ersten Lockdowns, habe es vermehrt Übergriffe gegeben.

+++ Die WHO hat drei weitere mögliche Medikamente gegen Covid-19 in eine internationale Studienreihe aufgenommen. An dem sogenannten Solidarity Trial können Forschungsteams weltweit teilnehmen. Dadurch soll die Suche nach einem Medikament gegen Covid-19 beschleunigt werden. Getestet werden sollen Infliximab, das zu den monoklonalen Antikörpern gehört, das Krebsmedikament Imatinib und das Malariamedikament Artesunat. Alle drei Präparate wirken entzündungshemmend, berichtet "Nature".

Terminbestaetigung für eine Coronaimpfung und Impfpass. Foto: Winfried Rothermel (picture alliance / Winfried Rothermel)Geimpft oder genesen - das sind aktuell die Voraussetzungen für mehr Erleichterungen. (picture alliance / Winfried Rothermel)

+++ Die Mehrheit der Deutschen hält die Lockerungen der Corona-Beschränkungen für Genesene und Geimpfte für gerechtfertigt. Knapp zwei Drittel (64,1 Prozent) äußerten Zustimmung zu den Lockerungen, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des "Bonner General-Anzeigers" ergab. Fast jeder Dritte (27,9 Prozent) hingegen gab an, die Lockerungen für ungerechtfertigt zu halten. Der Rest (acht Prozent) äußerte sich unentschieden.

Besonders hoch waren die Zustimmungswerte der Auswertung zufolge bei den Menschen über 65 Jahren (70,8 Prozent). Die Ablehnungswerte hingegen waren in den Gruppen zwischen 30 und 39 Jahren (36,9 Prozent) sowie zwischen 40 und 49 Jahren (30,1 Prozent) am höchsten.

Die Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene sind jetzt auch bundesweit gelockert. Was bedeuten die Erleichterungen genau und wie werden sie umgesetzt? Ein Überblick.

+++ In Deutschland haben 32,5 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus neuen Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervor. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 9,4 Prozent der Bevölkerung.

Hier finden Sie ausführliche Informationen zu den Impfzahlen, der Zahl der Infizierten und der Belegung der Intensivbetten in Deutschland.

+++ Russlands Präsident Putin hat seine Landsleute einmal mehr dazu aufgerufen, sich gegen das Coronavirus immunisieren zu lassen. Außerdem müsse ausreichend getestet werden, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge. Vor dem Hintergrund, dass Russland bereits im vergangenen Dezember mit Massenimpfungen begonnen hat, ist die Impfquote im flächenmäßig größten Land der Welt weiter verhältnismäßig gering.

+++ Hamburgs Gesundheitssenatorin Leonhard hat die Aufhebung der Corona-Notbremse ab Mittwoch angekündigt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in der Hansestadt den fünften Werktag in Folge unter 100. Gemäß dem Infektionsschutzgesetz würden nun die besonders scharfen Corona-Regeln außer Kraft gesetzt, hieß es. Dann können sich die Menschen in Hamburg nachts wieder frei auf der Straße bewegen. Die Kontaktbeschränkung auf einen Haushalt mit nur einer Person eines anderen Haushalts bleibt aber vorerst bestehen. Morgen wollen Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz Lockerungen beschließen, wo die Inzidenz ebenfalls seit Tagen unter 100 liegt.

Nächtliche Ausgangssperre in Hamburg. Blick auf die Kreuzung Glockengießerwall/Ballindamm an der Binnenalster. (dpa/Georg Wendt)Nächtliche Ausgangssperre in Hamburg (dpa/Georg Wendt)

+++ In Österreich öffnen am 19. Mai die Restaurants, Cafés und Hotels. Auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen können nach sieben Monaten Lockdown wieder Besucher empfangen. Voraussetzung ist, dass die Menschen geimpft, getestet oder von einer Corona-Infektion wieder genesen sind. Kanzler Kurz erklärte, als Zutrittsberechtigung setze Österreich auf den grünen Pass. Auch die Ausgangssperren würden dann aufgehoben.

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat die Menschen in Deutschland aufgerufen, beim Reisen vorerst noch zurückhaltend vorzugehen. Er sagte in Berlin, das Gefühl sei im Moment besser als die Lage. Bei der Reiseaktivität sei nicht allein die Inzidenz am Zielort entscheidend, sondern auch der Weg dorthin. Spahn sagte, es gebe eine ermutigende Entwicklung bei den Neuinfektionen und auch auf den Intensivstationen. Man befinde sich aber immer noch auf sehr, sehr hohem Niveau. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 119.

+++ Im Laufe der Corona-Pandemie ist die Dunkelziffer der Infektionen gesunken. Zu Beginn sollen auf eine nachgewiesene Infektion neun oder zehn unbekannte gekommen sein. Die Uni Lübeck hat nun erforscht, dass die Dunkelziffer deutlich gesunken sein dürfte. Sie hat in ihrer Elisa-Studie ein Jahr lang mehr als 3.000 Personen in Lübeck regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Dabei kam heraus, dass im Mai 2020 bei den Untersuchten tatsächlich neun von zehn Infektionen unentdeckt geblieben wären - sie wurden nur im Rahmen der Studie über einen Antikörpertest nachgewiesen. Knapp ein Jahr später, also im April dieses Jahres, seien nur noch drei von zehn Infektionen unentdeckt geblieben. Der Großteil der Sars-CoV-2-Infektionen wird demnach auch in den offiziellen Zahlen abgebildet. Allerdings haben sich innerhalb der Studie insgesamt nur etwa hundert Personen infiziert. Ähnliche Studien kommen in früheren Phasen der Pandemie auf fünf- bis sechsmal mehr Infizierte als bekannt.

+++ Nach Ansicht führender Intensivmediziner ist die dritte Corona-Welle in Deutschland gebrochen. Der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Karagiannidis, verwies zur Begründung in der "Rheinischen Post" auf sinkende Infektionszahlen und weniger Intensivpatienten. Er geht davon aus, dass sich die Lage auf den Intensivstationen voraussichtlich bis Ende Juni entspannt haben wird. Jetzt müsse das Einschleppen von Virusvarianten verhindert werden - durch strenge Kontrollen von Reiserückkehrern aus Ländern außerhalb Europas.

+++ Die Abstands- und Hygieneregeln haben nach Darstellung der Techniker Krankenkasse dazu geführt, dass der Krankenstand zu Beginn dieses Jahres deutlich gesunken ist. Bei den TK-Versicherten lage er im ersten Quartal bei 3,8 Prozent und damit auf dem niedrigsten Wert seit 13 Jahren. Demnach gab es besonders bei den Erkältungskrankheiten weniger Fehltage. Auch die Grippewelle blieb aus, die sonst in der Regel alle zwei Jahre im Februar für einen erhöhten Krankenstand sorgt.

+++ Der Pharmahersteller Biontech aus Mainz expandiert weiter ins Ausland. Wie das Unternehmen mitteilte, soll in diesem Jahr ein weitere Produktionsstätte in Singapur entstehen. Biontech plant dort auch einen "regionalen Hauptsitz", wie er bereits in den USA eröffnet wurde.

Ein Verkäufer wartet in Prag auf Kundschaft am ersten Tag der Wiederöffnung des Einzelhandels in Tschechien am 10. Mai 2021. (AFP - Michal Cizek)Ein Verkäufer wartet in Prag auf Kundschaft am ersten Tag der Wiederöffnung des Einzelhandels in Tschechien. (AFP - Michal Cizek)

+++ Nach einer sechs Monate langen Schließung hat in Tschechien der gesamte Einzelhandel wieder geöffnet. Ein großer Andrang blieb am Montag zunächst aus. Es gelten strenge Hygieneregeln, eine FFP2-Maskenpflicht und eine Begrenzung der Kundenzahl auf eine Person je 15 Quadratmeter Verkaufsfläche. Wegen der Corona-Pandemie waren alle Geschäfte des nicht-alltäglichen Bedarfs seit Ende Oktober geschlossen - abgesehen von einer kurzen Unterbrechung vor Weihnachten.

+++ Ähnlich wie beim Impfstoff von AstraZeneca soll nun auch das Vakzin von Johnson & Johnson in der Regel bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Zugleich wird für den Impfstoff die Priorisierung in Arztpraxen und bei Betriebsärzten aufgehoben, wie Gesundheitsminister Spahn in Berlin bekanntgab. Nach ärztlicher Aufklärung können demnach auch jüngere Menschen das Präparat von Johnson & Johnson bekommen. Die Entscheidung hatten zuvor die Gesundheitsminister von Bund und Ländern getroffen und sich dabei auf eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission berufen. Auch im Zusammenhang mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson gibt es Berichte über einzelne Fälle von Hirnvenenthrombosen. Bei dem Vakzin reicht im Gegensatz zu den anderen Mitteln eine Injektion, um den vollen Impfschutz zu bekommen. 

Nahaufnahme: Eine Hand im grünen Plastikhandschuh hält die Ampulle.  (Johnson & Johnson / dpa)Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson. (Johnson & Johnson / dpa)

+++ Der Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes, Hilgers, hat eine rasche Umsetzung des sogenannten Corona-"Aufholpaketes" für Kinder und Jugendliche gefordert. Hilgers sagte im Deutschlandfunk (Audio-Link), Bund, Länder und Gemeinden müssten sich mit den freien Trägern zusammensetzen und dafür sorgen, dass es schon im Sommer Angebote etwa in den Bereichen Sport und Kultur gebe. Dies sei besonders wichtig für benachteiligte Kinder und Jugendliche, die nicht mit ihren Familien in Urlaub fahren könnten. Hilgers betonte zudem, bis spätestens zum Ende der Sommerferien müssten alle Über-12-Jährigen geimpft sein, die dies wollten und bei denen eine Impfung möglich sei. Dann könne endlich wieder normaler Unterricht stattfinden. 

+++ Der starke Einsatz von Kurzarbeit hat einer Studie zufolge in der Corona-Pandemie Massenarbeitslosigkeit verhindert. Auf dem Höhepunkt der Krise seien dadurch 2,2 Millionen Jobs gesichert worden, sechsmal so viel wie während der Finanzkrise 2008/2009, heißt es in der Untersuchung des Instituts für Makroökonomie und der Universitäten Kiel und Münster. Aus der Studie zitiert die Süddeutsche Zeitung. Darin heißt es demnach weiter, allerdings werde es für manche Beschäftigten finanziell knapp. Die Regierung hatte die Zuschüsse für die ausgeweitete Kurzarbeit im Sommer 2020 trotz Kritik für dieses Jahr verlängert.

+++ Der DBB Beamtenbund fordert wegen der Corona-Pandemie die Verbeamtung aller Lehrerinnen und Lehrer. Der Gewerkschaftsvorsitzende Silberbach sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Krise habe die Bedeutung des Beamtenstatus von Lehrkräften zur Aufrechterhaltung der Schulpflicht unter Pandemiebedingungen offengelegt. Viele Lehrkräfte seien größten Belastungen ausgesetzt. In Deutschland gibt es rund 800.000 Lehrerinnen und Lehrer. Nach DBB-Angaben sind rund 200.000 davon angestellte Lehrkräfte.

+++ In Berlin beginnt ein Pilotprojekt zum Impfen in Betrieben. Die Senatsverwaltung stellt dafür insgesamt 13.000 Impfdosen aus dem Landeskontingent zur Verfügung. Gesundheitssenatorin Kalayci teilte mit, gestartet werde in sechs Betrieben der kritischen Infrastruktur. Das Einbeziehen der Betriebe sei ein weiterer "Meilenstein" des Impfmanagements neben den Zentren und Arztpraxen. Der Bund hat den Beginn des Impfens in den Betrieben für den 7. Juni 2021 angekündigt.

+++ Bayerns Ministerpräsident Söder hält eine Verlängerung des Lockdowns über den Juni hinaus für möglich. Der CSU-Chef sagte der "Bild"-Zeitung, auch wenn die dritte Welle unter Kontrolle zu sein scheine, dürfe man sich nicht täuschen. Die Notbremse gelte gesetzlich bis zum 30. Juni. Dann werde man sehen, wie die Gesamtlage sei. "Bloß, weil ein Gesetz endet, ist Corona nicht vorbei", so Söder.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 6.922 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind gut 2.200 weniger als eine Woche zuvor. Die 7-Tage-Inzidenz wird vom RKI mit 119,1 angegeben; am Vortag lag sie bei 118,6. Außerdem wurden 54 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung registriert. Am Wochenende sind die gemeldeten Infektionszahlen niedriger, auch weil in der Regel nicht so viel getestet wird.

Weitere aktuelle Zahlen zum Coronavirus haben wir hier zusammengestellt.

+++ Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Buyx, fordert verstärkte Anstrengungen, um Bewohner ärmerer Stadtviertel gegen Corona zu impfen. Sinnvoll seien etwa mobile Dienste oder Impfungen in Gemeindezentren, um mehr Menschen zu erreichen, sagte Buyx den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Man müsse "die sozio-demografischen Unterschiede beim Impfen unbedingt berücksichtigen". Es sei ein Problem, das mit Faktoren wie Sprache, Bildung, Vertrauen sowie mit kulturellen Unterschieden zu tun habe, fügte die Ethikrat-Vorsitzende hinzu. 

+++ Der Berliner Virologe Christian Drosten ist zuversichtlich, dass der Sommer "ganz gut werden kann in Deutschland". Er sagte im ZDF, man werde dann erstmals Impfeffekte sehen. Deutschland sei allerdings noch nicht so weit wie andere Länder. Drosten verwies auf offene Fragen im Zusammenhang mit Impfungen von Kindern. Entsprechende Studien seien kompliziert und dauerten, sagte der Direktor der Virologie an der Charité. Er sei sich nicht so sicher, ob man so schnell kleinere Kinder impfen könne.

Fragen und Antworten zu Impfungen von Kindern finden Sie hier.

+++ Nordrhein-Westfalen führt im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie heute als erstes Bundesland sogenannte Lolli-Tests flächendeckend an allen Grund- und Förderschulen ein. Auf diese Weise sollen dort alle etwa 730.000 Schülerinnen und Schüler zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf den Krankheitserreger getestet werden. Die Untersuchungen werden Lolli-Tests genannt, weil die Kinder auf dem Teststäbchen 30 Sekunden lang herumlutschen müssen. Die Proben werden dann in PCR-Testverfahren von Laboren untersucht.

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