Heroinen mit unverwechselbarem Timbre
Joan Sutherland (1926-2010) und Gwyneth Jones (*1936)
Am Mikrofon: Kirsten Liese
Hier Belcanto, dort dramatische Kraft: Die beiden Jubilarinnen zogen das Opernpublikum auf je eigene Art in ihren Bann.
Als kräftige junge Frau entsprach „La Stupenda“, wie ihre Bewunderer Joan Sutherland nannten, nicht den Idealen einer Primadonna. Gleichwohl war sie eine der ersten Australierinnen, die sich in der Opernwelt einen Namen machten. Mit der Leichtigkeit ihres Gesangs verzauberte die Koloratursopranistin in Opern von Donizetti, Verdi und Händel (mit Partien wie Lucia di Lammermoor, Alcina oder Amelia). In dem Dirigenten und Pianisten Richard Bonynge fand die Sängerin, die am 7. November 100 Jahre alt geworden wäre, ihren Ehemann und Mentor, der sie davon überzeugte, ihre makellose Technik in den Dienst des Belcantos zu stellen. Gwyneth Jones, zum 90. Geburtstag die zweite Jubilarin dieser Sendung, setzte in erster Linie als Wagner- und Strauss-Sängerin Maßstäbe. Unvergessen ist die Waliserin vor allem als Brünnhilde in dem Bayreuther Jahrhundertring, über den sie mit persönlichen Erinnerungen zu Wort kommt.