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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 18.10.2026

  • 00:05 Uhr

    Gesetzesbruch in staatlichem Auftrag
    Eine Lange Nacht über das Spionieren
    Von Christian Blees
    Regie: Jan Tengeler

    Die Spionage zählt zu den ältesten Gewerben der Welt. Schon vor mehr als 2500 Jahren versuchten Herrschende in Erfahrung zu bringen, was potenzielle Staatsfeinde im Schilde führten. Abhören, bespitzeln, täuschen, lügen, verraten - all das gehört seit jeher zum täglichen Geschäft der Geheimdienste. Dabei wird auch immer wieder geltendes Recht gebrochen - allerdings zumeist das Recht anderer Staaten. Und weil es alle tun (einen Staat ohne Geheimdienst gibt es nicht), kann sich die Weltgemeinschaft nicht auf ein Verbot von Spionage einigen. Inzwischen hat die digitale Revolution zudem dafür gesorgt, dass nicht nur BND, CIA & Co. immer mehr Daten abgreifen können. Auch Journalisten, Hacker und Konzerne verfügen heutzutage über ein umfangreiches Instrumentarium zum Sammeln von Informationen. Die Lange Nacht unternimmt einen Streifzug durch die Geschichte der Spionage und zeigt auf, inwiefern selbst normale Bürgerinnen und Bürger heutzutage im Alltag durch Spionageaktivitäten bedroht sind.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Joseph Bologne
    Sinfonie G-Dur, op. 11 Nr. 1
    Leitung: Giovanni Antonini
    Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

    Aufnahme vom 29.11.2025 aus der Philharmonie Berlin

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Sinfonias · Harpsichord Concertos

    Johann Heinrich Rolle
    Sinfonia F-Dur
    Michael Borgstede, Cembalo
    Kölner Akademie, Orchester
    Leitung: Michael Alexander Willens

  • 06:05 Uhr

    Rücktritt von Bärbel Bas: SPD-Attacken auf die CDU sind maßlos
    Von Daniel Friedrich Sturm

  • 06:10 Uhr

    Max Reger
    Wohl denen, die ohne Wandel leben
    Susanne Langner, Mezzosopran
    Ullrich Böhme an der Sauer-Orgel der Thomaskirche in Leipzig

    Antonín Dvořák
    Kyrie und Gloria aus der Messe D-Dur, op. 86
    Anne Bretschneider, Sopran
    Christine Lichtenberg, Alt
    Holger Marks, Tenor
    Georg Witt, Bass
    Rundfunkchor Berlin
    Polyphonia Ensemble Berlin
    Leitung: Risto Joost

    Alessandro Grandi
    „O quam tu pulchra es“. Geistliches Konzert für 3 Singstimmen und Basso continuo
    Massimo Altieri, Tenor
    Massimo Lombardi, Tenor
    Guglielmo Buonsanti, Bass
    I Disinvolti

    Johann Sebastian Bach
    „Ich geh und suche mit Verlangen“. Kantate zum 20. Sonntag nach Trinitatis, BWV 49
    Miriam Feuersinger, Sopran
    Klaus Mertens, Bass
    Ensemble der „Bachkantaten in Vorarlberg“

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Vor den Toren von Paris - Ein neues Centre Pompidou entsteht

    Zuckersteuer - Wie viel Macht hat die Industrie? Ein Interview mit Monika Hartmann, Leiterin der Abteilung Marktforschung der Agrar- und Ernährungswirtschaft an der Universität Bonn

    Vor der UN-Biodiversitätskonferenz - Warum Artenvielfalt auch die Wirtschaft bereichert. Ein Interview mit der Biologin Katrin Böhning-Gaese

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Rückkehr der Bolsonaros? Brasilien vor der Stichwahl - Ein Interview mit dem Lateinamerika-Experten Günther Maihold

    Denk ich an Deutschland: der Schauspieler Peter Jordan

    Am Mikrofon: Britta Fecke

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Heilen und Halten
    Medizin und Militärseelsorge
    Von Pfarrer Markus Bräuer
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 100 Jahren: Schauspieler Klaus Kinski geboren

  • 09:10 Uhr

    Vokalmusik

  • 09:30 Uhr

    Das Recht der Stärkeren - Wie das Leistungsprinzip den Sozialstaat zu verändern droht
    Von Lea De Gregorio

    Der Sozialstaat unter Druck: Kürzungen bei Gesundheit, Pflege und Inklusion folgen einer alten Logik - der Macht des Stärkeren. Woher kommt dieses Denken, und welche Gesellschaft entsteht, wenn Leistungsfähigkeit über Teilhabe entscheidet?
    Menschen sollen mehr arbeiten. Alle müssen vermeintlich mitwirken, um die Wirtschaft voranzubringen. Zugleich sollen die Gelder, die einmal in Gesundheit, Pflege und Inklusion geflossen sind, künftig gekürzt werden. Diejenigen, die in der Gesellschaft als schwach gelten, zurückstecken. Dahinter verbirgt sich eine alte Logik: die Macht des Stärkeren. Eine Macht, die heute, so scheint es, einige als selbstverständliches Recht ansehen.
    Dieses vermeintliche Recht hat Wurzeln in der Antike. Es findet sich bei Platon, führte später zu beispielloser Vernichtung. Es kommt in verschiedenen Formen immer wieder auf. Was ist das für eine Gesellschaft, in der die Starken, womit wir häufig meinen: die Gesunden, Angepassten, Unversehrten, überlegen sein sollen? Und vor allem: Wollen wir heute in solch einer Gesellschaft leben?
    Lea De Gregorio ist Schriftstellerin und Journalistin und lebt in Berlin. Sie hat Kulturwissenschaft und Philosophie studiert und schreibt über Macht, Diskriminierung und andere gesellschaftspolitischen Themen. Ihre Texte erscheinen unter anderem bei Deutschlandradio, in der taz und der ZEIT. 2024 erschien ihr Buch „Unter Verrückten sagt man du“, eine Psychiatrie- und Gesellschaftskritik, bei Suhrkamp.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Pfarrkirche Unsere Frau in Bruchsal
    Zelebrant: Pfarrer Johannes Mette
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Was man so alles mit Eisen machen kann - Steyr, Enns- und Steyrtal

    Zu Gast im Seilbahn-Paradies

    Die "Feuernacht" in Südtirol

    Alpenraum - Warum Bergrettung immer mehr gefordert ist

    Am Mikrofon: Dörte Hinrichs

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Literaturwissenschaftlerin Juliane Vogel im Gespräch mit Florian Felix Weyh

    Welche Rolle spielt die Schere in der Literaturgeschichte? Was bedeutet es, Auftritte zu absolvieren? Für ihren unkonventioneller Blick auf Kulturpraktiken erhielt Juliane Vogel 2020 den Leibniz-Preis. Sie spürt neugierig Weltzusammenhänge auf.

  • 15:05 Uhr

    Meisterbäcker, Miesepeter, Mittelmeerpoeten
    Italiens wahre Musikhelden 
    Von Giordana Marsilio und Fabian Elsäßer

    Nicht nur Pasta und Pizza: Die italienische Musikszene hat mehr zu bieten als die wenigen altbekannten Stars.

    Italiener schütteln gerne mit dem Kopf, wenn sie erfahren, welche Musiker aus ihrem Land in Deutschland am bekanntesten sind. Eros Ramazotti, Zucchero, Gianna Nannini, eventuell noch Måneskin. Aber wieso nicht Fabrizio de André, der als einer der größten Cantautori aller Zeiten gilt? Der Genua ein Denkmal schuf, indem er ein Album komplett im Dialekt der Hafenstadt aufnahm? Oder dem genial-sensiblen Lucio Battisti, der ab den späten 70ern weder auftrat noch Interviews gab? Dessen Gesamtwerk aber ebenso vielschichtig wie erfolgreich war. Auch die Premiata Forneria Marconi - Die preisgekrönte Bäckerei Marconi - kennen hierzulande allenfalls ein paar Progrock-Experten. Mit Unterstützung seiner römischen Kollegin Giordana Marsilio füllt Fabian Elsäßer in dieser Sendung musikalische Wissenslücken - auch seine eigenen. 

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Lauren Groff: „Raufbold. Erzählungen“
    Aus dem Englischen von Stefanie Jacobs
    (Claassen Verlag)
    Ein Beitrag von Undine Fuchs

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    KI-Agenten allein zuhause - Worüber KI-Bots sprechen, wenn kein Mensch zuhört
    Von Carina Schroeder und Friederike Walch

    Wenn KI-Agenten sich vernetzen, entsteht eine ganz eigene Kommunikationsform und Dynamik - und das kann gefährlich werden. Das zeigt unter anderem der jüngste Ausbruch von OpenAI-Agenten. Sicherheitsforschende versuchen, die Kontrolle zu behalten. Friederike Walch und Carina Schroeder diskutieren, ab wann eigentlich Grund zur Sorge besteht.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Die soziale Dimension psychischer Gesundheit - Der Schriftsteller, Musiker, Hörspielautor und ausgebildete Psychotherapeut Leon Engler im Gespräch mit Jan Drees

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Der Hase mit den Bernsteinaugen - In Leipzig wird das Buch zum Musical

    "Jugend ohne Gott" - Die Münchner Kammerspiele inszenieren Horváths Roman

    Kulturelle Räume unter Druck - Diskussion der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine.
    Ein Gespräch mit der ADKV-Vorsitzenden Ursula Schoendeling

    "Moteur imaginaire" - Highlight des Pariser Kunstherbstes auf der Île Seguin

    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr

    Zurück zum Bargeld? Schweden denkt um

  • 20:05 Uhr

    Lillo
    Mein Großvater, der Faschismus, Italien und ich
    Von Livia Valensise
    Regie: Stella Luncke mit Livia Valensise
    Dramaturgie: Julia Illmer
    Deutschlandfunk 2026
    (Wdh. v. 17.10.2026, 18.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur)

    Jahrzehntelang engagierte sich mein Großvater für die neofaschistische Partei Italiens. Nach seinem Tod begebe ich mich auf Spurensuche, will seinen Lebensweg und den Aufstieg der Rechten in Italien besser verstehen.

    „Avere il sole in tasca“ - Die Sonne in der Manteltasche tragen. Diesen Spruch verbinde ich mit meinem Großvater. Die Falten an seinem Hals, seine ruhige Art zu sprechen. Und die Büste des italienischen Diktators Benito Mussolini in seinem Bücherregal. 26 Jahre saß mein Großvater für die neofaschistische Partei Italiens im Parlament. Um die Jahrtausendwende starb er. Jetzt, wo auch meine Großmutter tot ist, tauchen alte Fotos und Erinnerungen auf. Und mir, der Enkelin, stellen sich alte Frage neu: Wie wurde aus meinem Großvater ein überzeugter Faschist? Das Thema sei zu komplex, heißt es in der Familie. Doch dann reden mein Vater und seine Geschwister dennoch: über ihren Vater, die Geschichte Italiens und den Aufstieg der Rechten in Italien.

    Livia Valensise, geboren 1989 in Rom, Drehbuchautorin, studierte an der deutschen Film- und Fernsehakademie DFFB. Ihr Hörspiel „Fiktive Gelände“ (Deutschlandfunk Kultur 2023) war für den max15-Preis nominiert. „Lillo“ ist ihr erstes Radio-Feature. Mit zwei weiteren Autorinnen gründete sie das Kollektiv Fieber.

  • 21:05 Uhr

    Musikfest Bremen 2026

    „Lighten mine eyes" - Psalmen, Lieder und „Harp Consorts" von William Lawes

    Près de votre oreille
    Leitung: Robin Pharo, Viola da gamba

    Mitschnitt vom 27.8.2026 aus der Alten Rheder Kirche, Rhede

    Am Mikrofon: Hannah Bernitt

    Die subtile Vokal- und Instrumentalmusik von William Lawes: eine Art „Missing Link“ zwischen William Byrd und Henry Purcell

    William Lawes war im 17. Jahrhundert Hofkomponist unter dem englischen König Charles I. Damals geschätzt für seine Consort-Musiken für Gambenensemble, verblasste sein Ruhm schnell nach seinem Tod im Jahr 1645. Das Vokal- und Instrumentalensemble Près de votre oreille bringt den Komponisten entsprechend dem Ensemblenamen „nah an Ihr Ohr" und verdeutlicht, dass Lawes' Werke heute häufiger gespielt werden sollten. Also, Ohren auf für Lawes' harmonische Einfälle und die auffallende Expressivität seiner Musik.

  • 23:05 Uhr