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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 08.11.2026

  • 00:05 Uhr

    Neue Herrlichkeiten
    Die Lange Nacht über Günter de Bruyn
    Von Carola Wiemers
    Regie: Klaus-Michael Klingsporn

    Der Schriftsteller Günter de Bruyn, dessen hundertster Geburtstag am 1. November gewesen wäre, hat in sechs Jahrzehnten bis zu seinem Tod 2020 mit seinen Romanen, Erzählungen, Essays und autobiografischen Büchern die deutsch-deutsche Literaturlandschaft enorm bereichert. In einer lebenslangen schonungslosen Auseinandersetzung hinterfragte er wie kaum ein anderer Autor seiner Generation die eigene Schreibposition. In Berlin geboren, zog es de Bruyn Ende der 1960er-Jahre in die Mark Brandenburg, wo er im „Abseits“, wie er es nannte, fortan seine Schreibwerkstatt und seinen Lebensmittelpunkt fand - und eine Landschaft, die er akribisch erkundete. Aus dem Ortskundigen wurde ein engagierter Regionalforscher, der in einer Vielzahl von Texten das Märkische in seiner kulturhistorischen Bedeutung zeigt. Mit den Autobiografien „Zwischenbilanz. Eine Jugend in Berlin“ von 1992 und „Vierzig Jahre. Ein Lebensbericht“ von 1996, in Essays und Reden, erweist sich de Bruyn zu Beginn des 21. Jahrhundert als ein wacher Chronist, der das eigene Handeln unausweichlich mit den gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden sah. Die Lange Nacht geht dem reichen wie eigenwilligen Kosmos eines deutschen Schriftstellers und Intellektuellen nach, der Mündigkeit als eine kostbare zivile Errungenschaft verstand, und für den persönliche Unabhängigkeit und gesellschaftliche Mitverantwortung keine Gegensätze waren. (Wdh.v. 12./13.02.2022)

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    zamus early music festival

    Ludwig van Beethoven
    Sinfonie Nr. 6 F-Dur, op. 68. Bearbeitet für Klavier zu vier Händen

    Duo Pleyel

    Aufnahme vom 23.05.2025 aus dem „Ventana" in Köln

    03:05 Uhr   Heimwerk

    String Quartets 7-13

    Dmitrij Schostakowitsch
    Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello Nr. 9 Es-Dur, op. 117

    Asasello Quartett

  • 06:05 Uhr

    Jugendproteste und Krawalle: Das Konstrukt „migrantisches Milieu“
    Von Luise Sammann

  • 06:10 Uhr

    Heinrich Schütz
    „Herr, der du bist vormals gnädig gewest“. Psalmkonzert, SWV 461
    La Chapelle Rhénane
    Leitung: Benoît Haller

    Johann Sebastian Bach
    „Falsche Welt, dir trau ich nicht“. Kantate zum 23. Sonntag nach Trinitatis, BWV 52
    Anna Prohaska, Sopran
    Collegium Vocale 1704
    Collegium 1704
    Leitung: Václav Luks

    Rihards Dubra
    Fantasie und Fuge
    Ilze Reine an der Walcker-Orgel der Kathedrale St. Marien zu Riga

    Johannes Brahms
    „Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen“. Motette op. 74,1
    Cappella Amsterdam
    Leitung: Daniel Reuss

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    DHI in London wird 50 - Historische Perspektiven von der Insel

    Der bessere Feiertag? Der 9. November in der deutschen Geschichte - Ein Interview mit dem Historiker Hanno Hochmuth

    Serbien - Gelingt der politische Neuanfang? Ein Interview mit der Osteuropa-Historikerin Marie-Janine Calic

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Demokratien - Resilienter als gedacht? Ein Interview mit dem Politologen Aurel Croissant

    Denk ich an Deutschland: der Arzt und Autor Dietrich Grönemeyer

    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Schweigen
    Eine ungeheure Kraft
    Von Pfarrerin Sandra Zeidler
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 100 Jahren: Der italienische Kommunist Antonio Gramsci wird verhaftet

  • 09:10 Uhr

    Sinfonische Musik

  • 09:30 Uhr

    Die lesende Demokratie
    Wie digitale Medien die politische Öffentlichkeit verändern
    Von Claus Leggewie

    Wie verändern TikTok, Künstliche Intelligenz und sinkende Lesekompetenz unsere Demokratie? Zwischen Fake News, Bildungsungleichheit und digitaler Zerstreuung entscheidet sich, ob Bücher und Bibliotheken Orte politischer Mündigkeit bleiben.
    Lesen fördert demokratische Urteilskraft, schützt aber nicht automatisch vor autokratischen Herrschaftsformen und Propaganda. Digitale Plattformen erweitern den Zugang zu Informationen, begünstigen algorithmisch fragmentierte Öffentlichkeiten und oberflächliche Rezeption. Generative KI beschleunigt die Wissensproduktion, kann aber eigenständiges Denken und den Umgang mit Ambivalenz schwächen.
    Analoges und digitales Lesen sind deshalb zu verbinden: Entscheidend ist der Wechsel zwischen konzentrierter Lektüre, kritischer Prüfung und multimodaler Nutzung. Leseschwäche ist Ausdruck sozialer und bildungspolitischer Ungleichheit.
    Bibliotheken bleiben deshalb als „Dritte Orte“ unverzichtbar, weil sie Teilhabe, Begegnung und Kreativität ermöglichen. Das gedruckte Buch hat Zukunft, wenn seine kulturellen Räume geschützt werden.
    Claus Leggewie, Jahrgang 1950, ist Professor für Politikwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Mitherausgeber der Blätter für deutsche und internationale Politik. Von 2007 bis 2017 war er Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Pfarrkirche St. Jodokus in Bielefeld
    Zelebrant: Dechant Norbert Nacke
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Boris Pistorius, Bundesverteidigungsminister, SPD

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Fetische und Lebensfreude: Die Casamance im Süden Senegals

    "Inside Senegal" - Weniger Klischees, mehr Verständnis?

    Luxusgewürz aus Madagaskar: Der wilde Pfeffer und der Waldverlust

    Angola drängt auf die touristische Landkarte

    Am Mikrofon: Laura Kingston

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Antirassismus-Expertin Tupoka Ogette im Gespräch mit Anna Seibt

    In der DDR galt sie als fremd, im wiedervereinigten Deutschland zudem als Ossi. Ihre Diskriminierungserfahrungen als Schwarze Frau teilt sie in Büchern, Workshops und Podcasts. Sie möchte die weiße Mehrheitsgesellschaft ermutigen, sich zu engagieren.

  • 15:05 Uhr

    Erfolgreich im Einzelkampf
    Die US-amerikanische Musikerin LP
    Von Marcel Anders

    Bemerkenswert eigenständig, unbeirrbar - und erfolgreich: Laura Pergolizzi ist ein unbekannter Weltstar.

    „You don´t like me? I can´t help you,” typisches Zitat von Laura Pergolizzi. Die 45-jährige Wahlkalifornierin veröffentlicht unter dem unscheinbaren Künstlernamen LP und schreibt Songs für Rihanna, Celin Dion oder die Backstreet Boys und schafft 2016 den Monsterhit „Lost In You“. Gleichzeitig wird die Sängerin und Gitarristin von diversen Major-Labels gefeuert. Nicht, weil ihr Indie-Pop erfolglos wäre, sondern weil homophobe Plattenbosse - sagt sie - keine homosexuelle Künstlerin beschäftigen wollen. Das käme bei den Aktionären schließlich nicht gut an. LP reagiert mit einem gewaltigen Output, der auch seinen Weg in TV, Film und Werbung findet und inzwischen acht Solo-Alben füllt. Das neueste heißt „Room 12“, und dazu gewährt sie eines ihrer seltenen Interviews.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Tan Twan Eng: „Die Gabe des Regens“
    Aus dem Englischen von Simone Jakob
    (DuMont Buchverlag)
    Ein Beitrag von Eberhard Falcke

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    Zukunft der Arbeit (2/3) - Wie verändert KI meinen Job?
    Von Maximilian Brose und Friederike Walch

    Künstliche Intelligenz transformiert den Arbeitsalltag: Aufgaben wandeln sich, neue Expertise ist gefragt und KI hat auch Auswirkungen auf Arbeitsbelastung und Motivation. Mitarbeitende verhandeln jetzt Grenzen von KI-Einsatz im Job. Fedi und Max diskutieren, wie sich dadurch die Arbeitswelt von morgen verändert.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Absagen und Ausladungen im Kulturbereich - Ein Problem für die Kunstfreiheit? Julius Heinicke, Professor für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim im Gespräch mit Lars Hendrik Beger über Kunst- und Meinungsfreiheit auf der Bühne, im Rahmen der Deutschlandfunk Kultur Thementage "Freiheit: Mein Recht, dein Problem?"

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Schillerrede - Helga Schubert spricht in Marbach

    "Fadenkreuze für das Leben" - Herlinde Koelbls fotografischer Umgang mit Krebs

    Die Jahreszeiten der Machtstrukturen - das Projekt "Tanz III - Macht/Freiheit"
    Ein Gespräch mit der Choreografin Davina Wölfle-Obitz

    "Weil der Frieden Zucker ist" - Uraufführung im Schauspielhaus Hamburg

    DHI in London wird 50 - Historische Perspektiven von der Insel

    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr

    Transnationale Repression - Wenn Staaten ihre Gegner im Ausland verfolgen

  • 20:05 Uhr

    doku drops 17+18
    Zusammenstellung: Judith Geffert und Ingo Kottkamp

    doku drops 17: places
    Zusammenstellung: Judith Geffert und Ingo Kottkamp
    Am Mikrofon: Judith Geffert
    Ton: Azadê Peşmen (Mesopotamian Garden), Ingo Kottkamp (Beyond The Yellow Haze), Judith Geffert (gesamte Folge)
    Deutschlandfunk 2026

    Mesopotamian Garden
    Von Azadê Peşmen
    Länge: 10'07

    Weite Landschaften, Gemeinschaft, Zusammensein - so sieht der Mesopotamische Garten für Azadê Peþmen aus. Unterbrochen vom unablässigen Sound der Drohnen in einem Krieg, der über die Köpfe der Menschen hinweg geführt wird.

    Beyond The Yellow Haze
    Von Emeka Ogboh
    Länge: 9:52

    Von Ojuelegba in Lagos fahren die berühmten gelben Busse in alle Teile Nigerias - hier kehrt niemals Ruhe ein. Emeka Ogboh hat seine Klänge und ihre Energie aufgenommen. Und damit fängt die Transformation erst an.

    Anschließend:

    doku drops 18: Freiheit
    Zusammenstellung: Judith Geffert und Ingo Kottkamp
    Am Mikrofon: Ingo Kottkamp
    Ton: Ingo Kottkamp und die Autor*innen
    Deutschlandfunk 2026

    You only live once
    Von Judith Geffert
    Sie bremsen für alte Menschen und Hunde, aber geben richtig Gummi, wenn die Ampel auf rot springt. Ein O-Ton-Stück über Freiheit und Grenzen beim E-Scooter fahren.

    Ein Mobile aus Individuen
    Von Leonie Reineke
    Straffe Führung mit dem Taktstock ist nicht die einzige Möglichkeit, ein Orchester zu leiten. Viele Ensembles organisieren sich selbst. Wie geht das - und was bringt das?

    „doku drops“ ist das monatliche Magazin für kurzes dokumentarisches Audio: „doku“. Und „drops“ steht für: süße Drops, saure Drops, Tropfen, die Wellen schlagen, Tränen der Freude, der Rührung oder der Wut, Mike drops, kleine Einheiten, die Teil eines größeren Ganzen sind. In der Nachfolge der Feature-Antenne stellen wir jeden Monat neue Kurzdokus vor: vielfältig, vielschichtig und mit viel Spaß produziert.

  • 21:05 Uhr

    Grundton D - Konzert und Denkmalschutz

    Johann Sebastian Bach
    Partita Nr. 3 E-Dur, BWV 1006
    Partita Nr. 2 d-Moll, BWV 1004

    Giuseppe Tartini
    Sonate g-Moll „Teufelstriller-Sonate“
    (Bearbeitung für Solovioline von Chouchane Siranossian)

    Eugène Ysaÿe
    Sonate für Violine a-Moll op. 27 Nr. 2

    Chouchane Siranossian, Violine

    Aufnahme vom 11.10.2026 aus der Klosterschule Roßleben / Thüringen

    Am Mikrofon: Jochen Hubmacher

    Mühelos und stilsicher bewegt sich Geigerin Chouchane Siranossian von der Barockmusik bis hin zu zeitgenössischen Werken.

    Normalerweise ist Chouchane Siranossian auf den großen Konzertbühnen der Welt zwischen Montreal, Baden-Baden und Warschau anzutreffen. Bei ihrem Auftritt im Rahmen der Benefizkonzertreihe „Grundton D“ von Deutschlandfunk und Deutscher Stiftung Denkmalschutz war sie in der Klosterschule in Roßleben, im intimen Ambiente der Klosterkirche zu erleben. So nah kommt man einem Klassik-Star selten. Für ihre CD-Einspielungen wurde sie mehrfach mit Preisen wie dem International Classical Music Award und dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Beim Grundton D-Konzert in Roßleben spannte sie den dramaturgischen Bogen von Johann Sebastian Bachs Partita Nr. 3 über Giuseppe Tartinis hochvirtuose „Teufelstriller-Sonate“, die sie selbst für Solovioline bearbeitet hat, bis hinein ins 20. Jahrhundert zu Eugène Ysaÿes Violinsonate Nr. 2 „Obsession“.

  • 23:05 Uhr