Sonntag, 02. Oktober 2022

Newsblog zum Coronavirus
Die Entwicklungen vom 15. bis 20. Januar

In Österreich hat das Parlament einer Impfpflicht ab 18 Jahren zugestimmt. +++ In Deutschland steigt die Zahl der Corona-Ausbrüche in Kitas, Schulen und Pflegeheimen. +++ Der Merck-Konzern erlaubt Nachahmer-Präparate seines neuen Covid-Medikaments. +++ Mehr im Newsblog.

20.01.2022

    Österreichs Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein
    Österreichs Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (ROLAND SCHLAGER / APA / AFP)
    Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier.

    Donnerstag, 20. Januar

    +++ In Deutschland steigt die Zahl von Corona-Ausbrüchen in Kitas, Schulen und Pflegeheimen.

    Das geht aus dem neuen Wochenbericht des Robert Koch-Instituts hervor. Demnach gibt es bundesweit aktuell 153 aktive Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen. Vor einer Woche waren es 123. In Kitas wurden dem Bericht zufolge in den vergangenen vier Wochen insgesamt 252 Ausbrüche registriert, in Schulen waren es deutschlandweit 293. Das RKI spricht von einem Ausbruch, wenn aus einer Einrichtung gleichzeitig zwei oder mehr Fälle gemeldet werden. Durchschnittlich waren in den Pflegeheimen 14 Personen betroffen, in Kitas 6 und in Schulen 4.

    +++ In Österreich kann zum 1. Februar eine allgemeine Impfpflicht eingeführt werden.

    Der Nationalrat stimmte mit breiter Mehrheit zu. Die Impfpflicht soll für alle Bürger gelten, die mindestens 18 Jahre alt sind. Ausnahmen sind vorgesehen für Schwangere sowie alle, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen dürfen. Genesene sind für ein halbes Jahr von der Impfpflicht befreit. Bei Verstößen drohen einkommensabhängige Strafen von bis zu 3.600 Euro. Die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus, sie wird Anfang Februar erwartet.

    +++ Arzneimittelhersteller in ärmeren Ländern können ein Covid-Medikament des Merck-Konzerns herstellen, ohne dafür Lizenzgebühren zu zahlen.

    Das gab der Medicines Patent Pool bekannt, eine von den Vereinten Nationen unterstützte Organisation. Entsprechende Vereinbarungen über die Generika-Herstellung von Molnupiravir habe man mit insgesamt 27 Unternehmen in elf Ländern geschlossen. Die Firmen haben ihren Sitz unter anderem in Bangladesch, China, Ägypten, Vietnam, Kenia und Südafrika. Ziel ist es, 105 Entwicklungsländer mit dem Medikament zu versorgen. Molnupiravir ist eine antivirale Tablette, die bei frühen Anzeichen einer Corona-Erkrankung die Symptome lindern und die Wahrscheinlichkeit senken kann, dass ein Patient ins Krankenhaus muss.

    +++ Arbeitnehmer und Selbständige können ihren Anspruch auf Ersatz von Verdienstausfällen verlieren, wenn sie keinen vollen Impfschutz durch eine Corona-Drittimpfung haben und in Quarantäne müssen.

    Das geht aus einer Expertise der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags hervor. Darin heißt es, das Fehlen einer Auffrischungsimpfung würde zum Ausschluss des Entschädigungsanspruchs führen. Schließlich könne die Quarantäne mit einer öffentlich empfohlenen dritten Impfung vermieden werden. Das Infektionsschutzgesetz gewährt Personen, die infiziert sind oder unter Infektionsverdacht stehen und die deshalb nicht arbeiten können, einen finanziellen Entschädigungsanspruch. Bisher erhalten nur Ungeimpfte im Quarantäne-Fall keinen Lohn mehr.
    Aufrischungsimpfungen - Warum die Booster-Dosis sinnvoll ist

    +++ Zusätzlich zur geplanten Corona-Impfpflicht in Österreich sollen finanzielle Anreize die Menschen zur Immunisierung bewegen.

    Vor der parlamentarischen Abstimmung über die allgemeine Impfpflicht ab 18 Jahren kündigte die konservativ-grüne Koalitionsregierung gemeinsam mit den oppositionellen Sozialdemokraten eine Impflotterie an. Außerdem sollen Gemeinden bei Erreichen von hohen Impfquoten mit Förderungen belohnt werden. Insgesamt soll rund eine Milliarde Euro für diese Maßnahmen zur Verfügung stehen. Bei der Lotterie sind pro Teilimpfung 500 Euro zu gewinnen, die als Gutscheine in Gastronomie oder im Handel eingelöst werden können. Teilnehmen können nicht nur Spätentschlossene, sondern auch jene, die schon geschützt sind.

    +++ Die AfD-Fraktion hat Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen die neuen Corona-Regeln im Bundestag eingereicht.

    Die Deutsche Presse-Agentur meldet, bereits vor zwei Tagen sei ein Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung zur Aufhebung der Vorgaben gestellt worden. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Brandner, sagte, die neue 2G-plus-Regel im Parlament müsse umgehend gestrichen werden, damit jeder Abgeordnete unabhängig von seinem Impfstatus gleichberechtigt und diskriminierungsfrei seine parlamentarischen Aufgaben wahrnehmen könne. Er sprach von einer Ausgrenzung frei gewählter Abgeordneter, die sich gezielt gegen die AfD-Fraktion richte. Der Bundestag hatte in der vergangenen Woche die verschärften Corona-Regeln beschlossen.
    Karsten Hilse (AfD), Mitglied des Deutschen Bundestages, spricht oben auf der Tribüne während einer Debatte im Bundestag.
    Für den Plenarsaal des Bundestages gilt 2G Plus - viele AfD-Abgeordnete müssen deshalb oben auf der Tribüne Platz nehmen. (dpa/Michael Kappeler)

    +++ Die Omikron-Welle bei der Handball-Europameisterschaft erfasst neben der deutschen Mannschaft zunehmend auch andere Nationen.

    Gesstern wurden aus dem Lager der zwölf im Turnier verbliebenen Teams 18 positive Corona-Fälle gemeldet - inklusive der drei in der DHB-Auswahl. Am Donnerstag gab es die ersten zwei Infektionen bei Titelverteidiger Spanien. Das DHB-Team ist mit bisher zwölf infizierten Spielern am stärksten betroffen. Ähnlich heftig erwischt hat es bei der Endrunde in Ungarn und der Slowakei den EM-Zweiten Kroatien, bei dem es neun positive Fälle gab. Polen beklagte bis zu diesem Zeitpunkt sechs infizierte Spieler, die Niederlande und Russland jeweils vier, Schweden und Island je drei und Olympiasieger Frankreich einen.

    ++ Der britische Gesundheitsminister Javid hat das Ende der Maskenpflicht für Schulkinder in England verteidigt.

    "Es ist schwieriger, Kinder zu unterrichten und hat Einfluss auf ihre Bildung, wenn sie zu jeder Zeit im Klassenraum Masken tragen müssen", sagte er dem Sender BBC Radio 4. Aufgabe der Regierung sei, eine ausgewogene und verhältnismäßige Entscheidung zu treffen, in diesem Fall im Interesse der Kinder. Der britische Premierminister Johnson hatte gestern das sofortige Ende der Maskenpflicht in Schulen verkündet. Zudem gilt nicht mehr die Aufforderung, möglichst von Zuhause zu arbeiten. Kommende Woche läuft auch die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und anderen öffentlichen geschlossenen Räumen aus.

    +++ Der Deutsche Städtetag hat mit Blick auf eine mögliche allgemeine Corona-Impfpflicht Bund und Länder aufgefordert, für ausreichende kommunale Impfkapazitäten zu sorgen.

    "Wenn eine allgemeine Impflicht kommt, rechnen wir damit, dass sich noch mehr Menschen impfen lassen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Dedy, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. "Bund und Länder müssen jetzt für Klarheit sorgen, in welchem Umfang kommunale Impfkapazitäten bis Ende des Jahres und darüber hinaus vorgehalten werden sollen und die Kosten dafür übernehmen", forderte Dedy.

    +++ Das Parlament in Österreich stimmt heute über den von der Regierung vorgelegten Gesetzentwurf zur Impfpflicht ab.

    Erwachsene ab 18 Jahren sollen sich demnach ab Anfang Februar gegen das Coronavirus impfen lassen müssen, andernfalls drohen Geldstrafen. Ausnahmen von der Impfpflicht soll es für Schwangere und für Menschen geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Auf den Gesetzentwurf haben sich die Regierungsparteien ÖVP und Grüne mit der sozialdemokratischen SPÖ und den liberalen Neos geeinigt. Die Annahme der Vorlage gilt daher als gesichert.

    +++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen hat erstmals die Schwelle von 600 überschritten.

    Das RKI gab den Wert mit 638,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag lag die Inzidenz bei 584,4 und vor einer Woche bei 427,7. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 133.536 Corona-Neuinfektionen - etwa 52.000 mehr als vor einer Woche. Gestern hatte die Zahl der Neuinfektionen erstmals über 100.000 gelegen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 234 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt mit 3,34 an.
    Unser ausführlicher Blick aufs Thema: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    +++ Angesichts knapp werdender PCR-Tests hat der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, einen pragmatischen Umgang bei der Isolierung von jüngeren Menschen gefordert.

    Reinhardt sagte im Deutschlandfunk , bei jüngeren Menschen würde es ausreichen, eine Corona-Infektion mit einem Schnelltest festzustellen. Eine Bestätigung mit einem PCR-Test sei aus seiner Sicht nicht mehr nötig. Dadurch seien dann ausreichend Tests für ältere Menschen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens vorhanden. Reinhardt unterstützte damit den Vorschlag von Gesundheitsminister Lauterbach für eine Priorisierung von PCR-Tests.

    +++ Bundesgesundheitsminister Lauterbach will am Wochenende eine Verordnung zur Priorisierung von PCR-Tests vorlegen.

    Der SPD-Politiker sagte im ZDF, dass PCR-Tests in der Regel für diejenigen verwendet werden sollten, bei denen man ganz sicher wissen müsse, ob sie krank oder wieder gesund seien, etwa Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Die Beschlussvorlage solle dann von der Ministerpräsidentenkonferenz am Montag beschlossen werden.
    Eine Frau und ein Kind laufen in Hannover an einem Testzentrum für das Corona-Virus vorbei
    Eine Frau und ein Kind laufen in Hannover an einem Testzentrum für das Corona-Virus vorbei (Julian Stratenschulte/dpa)
    Lauterbach erklärte, er rechne damit, dass die jetzige Coronawelle Mitte Februar ihren Höhepunkt erreicht. Es sei mit Blick auf realistische Szenarien davon auszugehen, dass man dann mehrere Hunderttausend Fälle pro Tag erwarten müsse. Es sei nicht gesagt, dass es zu den Szenarien komme, aber diese hätten die größte Wahrscheinlichkeit.

    +++ Brasilien hat zum ersten Mal mehr als 200 000 tägliche Corona-Neuinfektionen registriert.

    Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Mittwochabend (Ortszeit) 204.854 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden. Zudem gab es in diesem 24 Stunden-Zeitraum 338 neue Todesfälle. Bereits am Vortag hatte das größte Land in Lateinamerika mit 137.103 Neuinfektionen einen Höchstwert verzeichnet.

    Mittwoch, 19. Januar

    +++ Frankreich meldet erneut mehr als 400.000 Neuinfektionen an einem Tag.

    Die Gesundheitsbehörden verzeichneten 436.167 neue Ansteckungen. Das sind etwas weniger als am Vortag, als mit 464.769 nachgewiesenen Infektionen der bisherige Höchstwert erreicht wurde. In französischen Krankenhäusern starben 231 weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    +++ Die Weltgesundheitsorganisation stuft die Corona-Pandemie weiterhin als "Notlage von internationaler Tragweite" ein.

    Die Situation sei in zahlreichen Regionen der Welt nach wie vor angespannt, begründete ein Sprecher in Genf die Entscheidung. Die beibehaltene Kategorie ist das höchste Alarmsignal, das die WHO geben kann. Sie soll Regierungen auf ein potenziell gefährliches Gesundheitsrisiko hinweisen, damit diese entsprechende Vorkehrungen zur Gefahrenabwehr treffen können. Zudem sind damit besondere Meldepflichten der Mitgliedsländer verbunden. Die WHO hatte den Notstand wegen Corona am 30. Januar 2020 erklärt. Inzwischen gibt es weltweit mehr als 326 Millionen gemeldete Infektionen und mehr als 5,5 Millionen Todesfälle.

    +++ Die Tagesschau muss erneut die Farbskala ihrer Deutschlandkarte erweitern, um die aktuellen Inzidenzen noch darstellen zu können.

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    +++ Der amerikanische Kontinent verzeichnet die höchsten Infektionsraten seit Beginn der Pandemie.

    Wie ein Sprecher der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation mitteilte, registrierten die USA, Kanada, die Länder Lateinamerikas sowie die Karibik in der vergangenen Woche insgesamt 7,2 Millionen Neuinfektionen. 15.000 Menschen seien in diesem Zeitraum im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das Virus breite sich aktiver denn je aus, erklärte der Sprecher. Untersuchungen zufolge geht die Mehrzahl der Ansteckungen auf die Omikron-Variante zurück.

    +++ In Portugal dürfen Wähler, die an COVID-19 erkrankt sind, bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 30. Januar ihre Stimme in einem Wahllokal abgeben.

    Das teilte die Regierung in Lissabon mit. Innenministerin Van Dunem sagte, Wähler, die sich in Quarantäne befänden, sollten sich nur zwischen 18 und 19 Uhr in die Wahllokale begeben. Alle anderen Personen sollten vor diesem Zeitraum wählen. Das Personal in den Wahllokalen werde mit einer Schutzausrüstung ausgestattet. Die Leiterin der Gesundheitsbehörde DGS, Freitas, erklärte, dass es für Menschen mit COVID-19 keine ausgewiesenen Bereiche geben werde, in denen sie wählen könnten. Zudem müssten sie keinen Nachweis über ihren Gesundheitszustand erbringen.

    +++ Auf kreative Weise haben Kulturschaffende in den Niederlanden gegen die staatlichen Corona-Bestimmungen protestiert.

    Das Land befindet sich seit Mitte Dezember in einem Lockdown. Am vergangenen Freitag hatten die Behörden Erleichterungen für Unternehmen wie Friseure, Fitnessstudios und eine Reihe von Geschäften bekanntgegeben, während Museen, Theater und Kinos weiter geschlossen bleiben müssen. Aus Protest dagegen verwandelten sich einige Kultureinrichtungen etwa in Friseursalons oder Nagelstudios. Im Amsterdamer Concertgebouw - der Philharmonie - konnten sich Menschen zu Orchestermusik die Haare schneiden lassen; auch im Van-Gogh-Museum gab es Haarschnitte und es wurde an Nägeln gefeilt, um das Öffnungsverbot zu umgehen. Ähnlich handhabten es andere Betriebe.
    In der Amsterdamer Philharmonie - dem Concertgebouw - lässt sich ein Besucher während eines Konzerts die Haare schneiden. Im Hintergrund sind die Orchestermusiker zu sehen.
    Auch die Amsterdamer Philharmonie - das Concertgebouw - beteiligt sich an der Protestaktion. (imago images/Richard Wareham)

    +++ Während der laufenden Handball-Europameisterschaft sind in der deutschen Nationalmannschaft vier weitere Corona-Fälle aufgetreten.

    Nach Angaben des Deutschen Handballbunds wurden drei Spieler und ein Mitglied des Funktionsteams positiv getestet. Die Betroffenen hätten sich in Isolation begeben. Für das nächste Spiel morgen gegen Europameister Spanien in Bratislava stehen nun nach Angaben des Verbands noch 13 Spieler zur Verfügung.

    +++ Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die 2G-Regel für den Einzelhandel in dem Freistaat gekippt.

    Die Richter entschieden, dass die Verordnung des Landes den Anforderungen des Infektionsschutzgesetzes nicht gerecht wird. Damit wurde dem Eilantrag der Inhaberin eines Beleuchtungsgeschäftes stattgegeben. Streitpunkt war im vorliegenden Fall, für welche Läden des täglichen Bedarfs eine Ausnahme von der 2G-Regel gilt. Die Richter monierten, dies müsse sich mit hinreichender Klarheit aus der Verordnung ergeben – und dies sei nicht der Fall gewesen. Der Gerichtsbeschluss kann nicht mehr angefochten werden. Im Dezember hatte bereits das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die 2G-Regel für den Einzelhandel in Niedersachsen gekippt.

    +++ Österreich ändert seine Corona-Teststrategie.

    Zu Hause durchgeführte Antigen-Schnelltests sollen wieder als Nachweis für Arbeit, Freizeit und beim Einkaufen akzeptiert werden, wie die Regierung in Wien mitteilte. Bislang hatte Österreich auf flächendeckende und kostenlose PCR-Tests gesetzt. Allerdings kam es in den vergangenen Tagen in mehreren Regionen zu langen Verzögerungen bei der Auswertung der Proben. Bundeskanzler Nehammer sagte, die aktuellen Infektionszahlen überforderten jedes PCR-Testsystem. Gestern wurden in Österreich nach Nehammers Angaben rund 30.000 Neuinfektionen registriert. Er sprach von einer erschreckend hohen Zahl. – Österreich hat 8,9 Millionen Einwohner.

    +++ Israel hat einen Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

    Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es 72.120 positive neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Israel hat insgesamt 9,4 Millionen Einwohner. Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Asch, geht davon aus, dass in rund einer Woche der Höhepunkt der Omikron-Welle in Israel erreicht sein dürfte.
    Auf einer Covid-Intensivstation im nordisraelischen Safed
    Auch Israel muss in der Omicron-Welle wieder Covid-Patienten auf Intensivstationen behandeln (AFP/Jalaa Marey)

    +++ Die neue Regierung in Tschechien hebt die geplante Corona-Impfpflicht für Menschen über 60 Jahre und Mitarbeiter des Gesundheitswesens auf.

    Diese wäre ab März in Kraft getreten. "Wir sehen keine Gründe für eine Impfpflicht; wir wollen Spaltungen in der Gesellschaft nicht vertiefen", sagte Ministerpräsident Fiala in Prag.

    +++ In England sollen die Corona-Maßnahmen gelockert werden.

    Das kündigte Premierminister Johnson im Parlament in London an. Demnach sind die Bürgerinnen und Bürger ab Donnerstag kommender Woche nicht mehr verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen oder von zu Hause aus zu arbeiten. Er gehe davon aus, dass die Regeln zur Selbstisolierung bei Infektionen zwar wie geplant noch bis März in Kraft blieben, dann aber ausliefen. Johnson betonte, Wissenschaftlern zufolge hat die Omikron-Welle des Coronavirus landesweit ihren Höhepunkt erreicht. Da die Pandemie endemisch werde, müsse man die gesetzlichen Verpflichtungen durch Ratschläge und Empfehlungen ersetzen.

    +++ Der Grünen-Gesundheitspolitiker Dahmen befürwortet als Reaktion auf die hohen Coronazahlen eine Verschärfung der Maskenpflicht in Deutschland.

    "Die Ausweitung der FFP2-Maskenpflicht in Innenräumen und der 2Gplus-Regel, wo Masketragen unmöglich ist, wären sinnvolle Ergänzungen", sagte er Reuters. Im Nah- und Fernverkehr sollte landesweit eine FFP2-Maskenpflicht gelten. Die erwartete "Omikron-Wand" habe Deutschland nun erreicht, die Fallzahlen würden "wohl noch weitere Wochen" steigen. In den Krankenhäusern werde die Omikron-Wand frühestens in zwei Wochen ankommen. Man müsse damit rechnen, dass die bisherigen Maßnahmen zum Gegensteuern nicht ausreichten.

    +++ In der sich verschärfenden Auseinandersetzung über den richtigen Corona-Kurs hat Bundespräsident Steinmeier dazu aufgerufen, den Pandemie-Leugnern nicht das Feld zu überlassen.

    Die große, oft stille Mehrheit handele solidarisch und verantwortungsvoll, sagte Steinmeier in Berlin. Diese Mehrheit dürfe nicht still bleiben, wenn Extremisten die Axt ans demokratische Urvertrauen legten, so das Staatsoberhaupt. Steinmeier sagte, er sehe mit Sorge, dass radikale, vor allem rechtsextreme Kräfte die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen für ihre Zwecke instrumentalisierten und zunehmend andere vor ihren demokratiefeindlichen Karren spannten. Wenn sogenannte Spaziergänger von einer "Corona-Diktatur" schwurbelten, dann stecke darin nicht nur Verachtung für staatliche Institutionen, sondern es beleidige alle Bürger.
    Bundespräsident Steinmeier steht hinter einem Rednerpult.
    Bundespräsident Steinmeier (dpa/Wolfgang Kumm)

    +++ Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Anträge auf Kinderkrankengeld bei der Techniker Krankenkasse (TK) mehr als verdoppelt.

    Eine Auswertung der TK zeigt einen Anstieg von 353.000 Anträgen im ersten Corona-Jahr 2020 auf 786.000 im vergangenen Jahr. Wegen der Corona-Pandemie war die Zahl der Kinderkrankentage im vergangenen Jahr von sonst 10 auf 30 pro Elternteil verdreifacht worden. Das Geld können Eltern in Anspruch nehmen, wenn sie wegen eines kranken Kindes nicht zur Arbeit können. Eine Corona-Sonderregel sieht die Leistung aber unter anderem auch dann vor, wenn die Kinder zu Hause betreut werden müssen, weil die Schule nur Distanzunterricht anbietet oder die Kita geschlossen ist.

    +++ Japan hat wegen eines drastischen Wiederanstiegs der Corona-Neuinfektionen erneut einen Quasi-Notstand über Tokio verhängt.

    In der Hauptstadt und einem Dutzend weiterer Präfekturen können die Gouverneure nun Restaurants und Bars früher zu schließen und den Ausschank von Alkohol zu begrenzen oder einzustellen. Japan verzichtet damit auf einen Lockdown. Landesweit ist die Zahl der Neuinfektionen auf mehr als 38.000 innerhalb von 24 Stunden gestiegen. Die Regierung fürchtet Personalausfälle in wichtigen Wirtschaftsbereichen.

    +++ Der Medizinrechtler Alexander Ehlers hat Forderungen nach einer allgemeinen Impfpflicht bekräftigt.

    Der Sprecher des Beirats Gesundheit beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft sagte im Deutschlandfunk , er sehe hierzu keine Alternative. Die Omikron-Variante des Coronavirus sei infektiöser und würde dadurch trotz insgesamt milderer Verläufe zu einer massiven Belastung des Gesundheitssystems führen. Daten aus anderen Ländern hätten zudem gezeigt, dass nach Einführung einer gesetzlich verankerten Impfpflicht mehr Menschen zum Impfen gehen würden. Ehlers sagte weiter, ein solches Gesetz müsse gut begründet sein, damit es vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand habe.

    +++ Die Zahl der innerhalb eines Tages in Deutschland registrierten Corona-Neuinfektionen hat einen neuen Höchstwert erreicht und ist erstmals sechsstellig.

    Das Robert Koch-Institut gab sie am Morgen mit 112.323 an. Das sind 31.893 mehr als am vergangenen Mittwoch. Zudem wurden 239 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Ansteckung registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 584,4 und markierte damit ebenfalls einen Höchstwert - nach 553,2 gestern und 407,5 vor einer Woche. Die Hospitalisierungsrate hatte das RKI zuletzt mit 3,17 angegeben. Dabei handelt es sich um die Zahl der innerhalb von sieben Tagen in Kliniken neu aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner.

    +++ Der französische Tennisprofi Ugo Humbert ist nach seinem Erstrunden-Aus bei den Australian Open positiv auf das Coronavirus getestet worden.

    Das gab der Weltranglisten-40. bei Instagram bekannt. Er werde noch eine Woche in Isolation in Australien bleiben, teilte der 23-Jährige mit. Beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison hatte Humbert in der ersten Runde gegen seinen Landsmann Richard Gasquet verloren.

    +++ In Cottbus hat die Polizei gestern Abend eine unangemeldete Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen aufgelöst.

    Es habe sich kein Versammlungsleiter gefunden, zudem hätten sich die meisten Teilnehmenden nicht an Abstandsregeln gehalten und keinen Mund-Nasen-Schutz getragen, teilte die Polizei zur Begründung mit. Sie sprach von rund 1.000 Teilnehmern. Als einige Menschen versucht hätten, eine Polizeikette zu durchbrechen, hätten die Einsatzkräfte Reizgas eingesetzt. Sechs Strafanzeigen seien aufgenommen worden.

    +++ Die Polizei ermittelt in mehr als 12.000 Verfahren zu falschen Impfpässen.

    Bei einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa berichteten Polizeibehörden der Bundesländer, die Zahl sei vor allem im Dezember in die Höhe geschnellt. Allein in Bayern wurden mehr als 5.500 Impfpässe und -Zertikate sichergestellt und mehr als 4.000 Verfahren eingeleitet, in Nordrhein-Westfalen über 3.500 Verfahren. Die Landesregierung in München geht von einer hohen Dunkelziffer aus.

    +++ Eine allgemeine Impfpflicht gegen Covid-19 sollte nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Lauterbach möglichst schnell umgesetzt werden.

    Dies müsse nun zügig geschehen, damit man eine weitere Welle im Herbst noch abwenden könne, sagte der SPD-Politiker dem RTL-Fernsehen. Schließlich müssten etwa diejenigen, die sich noch gar kein Vakzin haben verabreichen lassen, bis dahin noch mindestens drei Impfzyklen durchlaufen. Auch müsse man damit rechnen, dass bis zum Herbst weitere Virusvarianten auftauchten, erklärte Lauterbach weiter. Dann stünde man "mit leeren Händen" da, wenn es erneut eine große Zahl an Ungeimpften gebe, die man schützen müsse, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.
    Christian Drosten, Lothar Wieler und Karl Lauterbach (SPD), äußern sich in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.
    Karl Lauterbach (SPD) (HANNIBAL HANSCHKE / AFP)

    +++ Nachdem der Südseestaat Kiribati zwei Jahre lang coronafrei war, hatte das erste Flugzeug 36 Infizierte an Bord.

    Eine aus Fidschi kommende Maschine hatte 54 vollständig geimpfte Passagiere an Bord, die vor dem Abflug drei negative Corona-Tests vorgelegt hätten, teilte die Regierung mit. 36 Menschen seien dann aber nach der Ankunft positiv getestet worden. Sie wuden in ein Quarantänezentrum gebracht. Die Behörden verhängten für alle Bürger eine nächtliche Ausgangssperre und führten eine Maskenpflicht ein.

    Dienstag, 18. Januar

    +++ In Frankreich ist ein Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet worden - in Spanien gibt es dagegen einen Rückgang.

    Innerhalb von 24 Stunden wurden in Frankreich 464.769 Fälle verzeichnet, wie aus offiziellen Daten hervorgeht. In Spanien sind die Infektionszahlen erstmals seit zweieinhalb Monaten gesunken. Die Gesundheitsbehörden meldeten rund 94.400 neue Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank von 1.657 pro 100.000 Einwohner auf 1.522.

    +++ Im vergangenen Jahr sind in Deutschland so viele Straftaten mit politischem Hintergrund verübt worden wie in den vergangenen 20 Jahren nicht.

    Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage des AfD-Abgeordneten Hess hervor. Ursächlich für den Anstieg sind politisch motivierte Straftaten, die weder dem linken noch dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden spielt hier das aufgeheizte gesellschaftliche Klima in der Corona-Pandemie eine wesentliche Rolle.

    +++ Im Finanzausgleich der Bundesländer steigt Rheinland-Pfalz durch Biontech vom Nehmerland zum Geberland auf.

    Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Entwicklung sei vor allem auf die extrem guten Geschäfte des in Mainz anssässigen Corona-Impfstoffherstellers zurückzuführen. Im Jahr 2020 hatte Rheinland-Pfalz demnach noch 334 Millionen Euro aus dem Finanzausgleich bekommen; bis Ende November 2021 standen dann aber 155 Millionen Euro auf dem Geberkonto des Bundeslandes.

    +++ Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der EM in Ungarn und der Slowakei weitere Corona-Ausfälle zu verzeichnen - und siegt dennoch klar gegen Polen.

    Die Mannschaft gewann in Bratislava mit 30 zu 23 und sicherte sich damit den Gruppensieg. Weniger als drei Stunden vor dem Spiel hatte der Deutsche Handballbund mitgeteilt, dass auch Torhüter Till Klimpke und Marcel Schiller positive Ergebnisse bei PCR-Tests aufwiesen. Damit erhöhte sich die Zahl der infizierten Nationalspieler auf neun.

    +++ Eine tschechische Folk-Musikerin ist nach einer absichtlichen Coronavirus-Infektion an Covid-19 gestorben.

    Hana Horka, Sängerin der Band "Asonance", hatte sich nach den Angaben ihres Sohnes bewusst dem Virus ausgesetzt, weil sie eine Impfung umgehen wollte. Der Sohn machte örtliche Vertreter der Impfgegner-Bewegung für Horkas Tod mitverantwortlich. Diese hätten "Blut an ihren Händen", weil sie seine Mutter gegen die Corona-Impfung aufgebracht hätten.

    +++ Die neue Version der Corona-Warn-App des Bundes kann Impf- oder Genesenen-Zertifikate sowie einen digitalen Testnachweis in einem Gesamtstatus zusammenfassen.

    Das teilten die Betreiber der App, die SAP und Deutsche Telekom, in einem Blogeintrag mit. Die Version 2.16.1 war am Vormittag bereits im App-Store von Apple für das iPhone verfügbar. Für Android-Smartphones soll die Version bis Mittwochabend zur Verfügung stehen.
    Damit die unterschiedlichen Zertifikate zu einem Gesamtstatus zusammengefasst werden können, müssen die Details der Nachweise übereinstimmen. Das betrifft Daten wie das Geburtsdatum, sämtliche Vornamen und die Schreibweise des Namens. In der App werden dann vier verschiedene Kombi-Anzeigen dargestellt: 2G, 2G+, 3G und 3G+.

    +++ Nach Erkenntnissen des nordrhein-westfälischen Innenministeriums kommt es bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen vereinzelt vor, dass Eltern ihre Kinder Plakate tragen lassen.

    Das Ministerium schreibt in einem Bericht an den Innenausschuss des Landtages, es lägen aber keine Hinweise dafür vor, dass Kinder als "Schutzschilde" missbraucht würden. Unterdessen warnte das Ressort vor einer weiteren Instrumentalisierung der Proteste durch Rechtsextreme: "In der Gesamtschau versuchen in den vergangenen Monaten sämtliche rechtsextremistische Organisationen verstärkt, Inhalte und Organisation zu beeinflussen."

    +++ Der Vorsitzende des Bundesverbandes für den Schutz kritischer Infrastrukturen, Holger Berens, sieht keine akuten Gefahren durch die Omikron-Welle.

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    "Wir werden belogen" steht auf dem Plakat, das eine Frau bei einer Demonstration vor dem Thüringer Landtag in den Händen hält.
    "Wir werden belogen" steht auf dem Plakat, das eine Frau bei einer Demonstration vor dem Thüringer Landtag in den Händen hält.
    Sieben hartnäckige Behauptungen über die Pandemie – und warum sie falsch sind
    Mit dem Coronavirus haben sich auch viele Falschbehauptungen ausgebreitet. Ob über das Virus, die Impfstoffe, die Zahl der Toten oder die Wirkung der Gegenmaßnahmen - rund um die Pandemie gibt es zahlreiche Mythen. Einige basieren dabei auf Fehlinterpretationen von statistischen Zahlen.

    +++ Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland hat in der Corona-Pandemie laut einer Umfrage gelitten.

    Dieser Meinung sind 72 Prozent der Befragten, wie aus der Erhebung im Auftrag des Caritasverbandes hervorgeht. Demgegenüber sehen nur 25 Prozent eine Verbesserung. "Die Zahlen bestätigen, was unsere Kolleginnen und Kollegen in den Diensten und Einrichtungen erleben. Es gibt großartige Momente gelebter Solidarität und viele Beispiele für ein Zusammenrücken in der Pandemie. Insgesamt überwiegt aber das Gefühl, dass das 'Wir' in der Pandemie erheblich leidet", erklärte Caritas-Präsidentin Deffaa. Die Pandemie habe "die Kräfte erschöpft".

    +++ Chinas politische Führung will, dass die Bevölkerung keine Waren mehr im Ausland bestellt und auch internationale Briefsendungen auf ein Minimum reduziert.

    Grund ist die Befürchtung, dass darüber die Omikron-Variante verbreitet werden könnte. Der Staatssender CCTV schreibt in den sozialen Medien, Pakete und Umschläge aus dem Ausland sollten möglichst im Freien geöffnet werden und die Empfänger sollten dabei Masken und Handschuhe tragen. Die chinesische Post wies ihre Beschäftigten an, Sendungen aus dem Ausland systematisch zu desinfizieren.
    In einer früheren Phase der Pandemie hatte die Volksrepublik bereits die These vertreten, Corona könne durch Import-Tiefkühllebensmittel verbreitet werden. Die WHO hält das für unwahrscheinlich.

    +++ In Hongkong sind zwei Angestellte einer Fluggesellschaft wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln festgenommen worden.

    Sie seien zu Weihnachten aus den USA gekommen und hätten sich isolieren sollen, teilte die Stadtregierung mit. Stattdessen hätten sie "unnötige Aktionen" unternommen und später sei bei ihnen das Virus festgestellt worden. Die beiden wurden gegen Kaution freigelassen und sollen sich im Februar vor Gericht verantworten. Ihnen drohen bis zu sechs Monate Haft und eine Geldstrafe.

    +++ Bundesgesundheitsminister Lauterbach "warnt" davor, mit der Einführung einer Corona-Impfpflicht auch ein nationales Impfregister aufzubauen.

    Das würde zu lange dauern und sei auch datenschutzrechtlich nicht unumstritten, sagte der SPD-Politiker im Dlf. Man könne eine Impfpflicht auch ohne Register einführen, betonte Lauterbach. Das bezweifelt der ehemalige Bundesverfassungsrichter Papier. Papier schreibt in einer Beurteilung, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe zitieren, ohne ein zentrales Impfregister könnten Verstöße gegen eine Impfpflicht kaum sanktioniert werden, weil Impfverweigerer dem Behörden in aller Regel unbekannt blieben.

    +++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz in der Corona-Pandemie hat erneut einen Höchstwert erreicht.

    Das Robert Koch-Institut gab sie heute früh mit 553,2 an. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 387,9. Das RKI verzeichnet 74.405 weitere Neuinfektionen mit dem Coronavirus - rund 28.700 mehr als am Dienstag der Vorwoche. Gemeldet wurden zudem 193 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Deren Gesamtzahl steigt damit auf 115.842. Die Hospitalisierungsinzidenz wurde zuletzt mit 3,14 angegeben. Gemeint sind damit die Corona-bedingten Krankenhauseinweisungen pro Woche und 100.000 Einwohner. Eine Woche zuvor wurde mit 3,37 noch ein etwas höherer Wert verzeichnet.
    Weitere aktuelle Zahlen zum Coronavirus haben wir hier zusammengestellt.
    Aufbereitete PCR-Tests auf das Corona-Virus, zu sehen im PCR-Labor des Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA).
    Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen ist im Wochenvergleich erneut gestiegen. (picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

    +++ Bisher gibt es in Kliniken keine Hinweise auf vermehrte Kündigungen wegen der einrichtungsbezogenen Pflicht zur Impfung gegen das Coronavirus.

    Sie gilt ab Mitte März. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gaß, sagte der "Rheinischen Post", die Impfquote in den Kliniken sei bundesweit mit mehr als 90 Prozent sehr hoch. Aber man könne nicht ausschließen, dass es an einzelnen Standorten auch zu Problemen kommen könne. Mit Kündigungen in der Branche aufgrund der einrichtungsbezogenen Impfpflicht rechnet der Deutsche Pflegerat. Dies betreffe weniger das Pflege-Fachpersonal, sondern unterstützende Tätigkeiten wie Betreuungsassistenten, sagte Pflegerats-Präsidentin Volger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das Gleiche gelte für Küchen- oder Reinigungskräfte.

    +++ Australien meldet einen neuen Höchststand der an einem Tag im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verzeichneten Todesfälle.

    In den drei bevölkerungsreichste Bundesstaaten New South Wales, Victoria und Queensland wurden 74 Tote registriert. Der bisherige landesweite Höchststand wurde am vergangenen Donnerstag mit 57 verzeichnet. Auch in Australien breitet sich die Omikron-Variante des Coronavirus aus.

    Montag, 17. Januar

    +++ In mehreren Städten sind am Abend Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Corona-Leugner, Impfgegner und Verschwörungsideologen ein Zeichen zu setzen.

    In Leipzig versammelten sich Beobachtern zufolge zwischen 400 und 500 Menschen auf dem Augustusplatz. Sie warben für ein Miteinander in der Pandemie. Auch in Chemnitz, Dresden und Zwickau gab es Gegenproteste. Rund um den Zwickauer Dom am Marienplatz wurden eine Menschenkette in Erinnerung an die Corona-Opfer gebildet und Kerzen aufgestellt.
    Erneut demonstrierten in vielen Städten auch tausende Personen gegen die Corona-Maßnahmen. In der Bautzener Innenstadt versammelten sich nach Polizeiangaben rund 650 Menschen. In Freiberg kamen laut offiziellen Angaben bis zu 1.000 Gegener der Corona-Politik zusammen. Proteste und Gegendemonstrationen gab es unter anderem auch in Berlin, Cottbus, Nürnberg und Köln.

    +++ Die Gesundheitsminister der Länder wollen in der Corona-Pandemie die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung verlängern.

    Aufgrund der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante benötigten die Ärztinnen und Ärzte diese Unterstützung, um nicht von Patienten überrannt zu werden. Für die Verkürzung des Corona-Genesenenstatus' forderten die Ressortchefs das Bundesgesundheitsministerium auf, Übergangsregelungen zu erarbeiten. Diese seien insbesondere für gebuchte Reisen und für den Zugang zu Veranstaltungen notwendig.

    +++ Corona-Schock für die deutschen Handballer: Vor dem abschließenden Vorrundenspiel bei der Europameisterschaft gegen Polen sind fünf weitere Spieler positiv getestet worden.

    Betroffen sind Torwart Andreas Wolff, die Rückraumspieler Kai Häfner und Luca Witzke sowie die Außen Timo Kastening und Lukas Mertens. Nachdem sich zuvor bereits Julius Kühn und Hendrik Wagner mit dem Coronavirus infiziert hatten, fallen insgesamt sieben Akteure für die Partie an diesem Dienstag in Bratislava aus.
    Das Bild zeigt eine Szene aus dem Handball-EM-Spiel  Deutschland gegen Österreich. Timo Kastening wirft auf das Tor.
    Auch Timo Kastening ist betroffen. (Marijan Murat/dpa)

    +++ Das Verbot nicht angemeldeter Corona-"Spaziergänge" in Koblenz bleibt vorerst bestehen.

    Das Verwaltungsgericht Koblenz wies dagegen gerichtete Eilanträge in zwei am Montag veröffentlichten Beschlüssen zurück. Die von der Stadt Koblenz per Allgemeinverfügung angeordneten Verbote solcher "Spaziergänge", "Montagsspaziergänge" sowie entsprechender Ersatzversammlungen seien nicht offensichtlich rechtswidrig, entschied das Gericht. Bei den "Spaziergängen" handele es sich letztlich um Versammlungen.
    Demonstration gegen die Corona-Politik.
    Die Demos werden jetzt oft als "Spaziergänge" deklariert. (picture alliance/dpa)

    +++ Im Vorfeld der Demonstration gegen die Corona-Politik hat die Polizeiinspektion Magdeburg rund 240 Personen ein Betretungsverbot für große Teile der Altstadt erteilt.

    Das Verbot gilt für mehrere Stunden am Nachmittag und Abend der Versammlung. Wer gegen das Verbot verstößt, riskiert ein Ordnungsgeld von bis zu 500 Euro, wie eine Sprecherin mitteilte. Auch in weiteren Orten der Polizeiinspektion wurden den Angaben zufolge Betretungsverbote für einzelne Personen verhängt

    +++ Die Bundesregierung weist darauf hin, dass der Status als Genesener jetzt nach drei Monaten ausläuft.

    Die Verkürzung von bisher sechs Monaten sei auf die ansteckendere Omikron-Variante zurückzuführen, erklärt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Die sechs Monate seien auf Basis von Delta verankert worden.

    +++ Eine vierte Corona-Impfung schützt laut ersten Zwischenergebnissen einer israelischen Studie nicht ausreichend gegen die Omikron-Variante.

    Man beobachte auch bei vierfach Geimpften Ansteckungen, sagte Professor Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv. Rund 150 Teilnehmer der Studie hatten vor zwei Wochen eine vierte Dosis des Vakzins von Biontech-Pfizer erhalten. Vor einer Woche erhielten dann 120 weitere Teilnehmer nach drei Dosen Biontech/Pfizer eine vierte Impfung mit Moderna. Es sei weltweit der erste Versuch mit einer vierten Impfung mit kombinierten Vakzinen, sagte Regev. Die Ergebnisse beider Gruppen nach einer Woche seien sehr ähnlich.
    Gegen Omikron helfen die Impfstoffe auch nach der vierten Impfung nur bedingt.
    Ampullen mit dem Corona-Impfstoff von Moderna in einem Impfzentrum in Osaka, Japan (www.imago-images.de)

    +++ In Israel müsse positiv Getestete nur noch 5 statt 7 Tage in Quarantäne.

    Dann ist ein Freitesten mit negativem Antigen-Test möglich. Bis vor kurzem betrug die Quarantänezeit noch mindestens 10 Tage.

    +++ Die ansteckendere Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in Tschechien immer weiter aus.

    Sie habe inzwischen einen Anteil von mehr als 80 Prozent an den auf Varianten untersuchten Proben, teilte die staatliche Gesundheitsbehörde SZU in Prag mit. Omikron hat in dem deutschen Nachbarland Delta als vorherrschende Mutante längst abgelöst. Die Krankenhauseinweisungen gehen aber zurück.

    +++ Die Kontroverse über die mögliche Einführung einer Impfpflicht zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hält an.

    Der CSU-Gesundheitspolitiker Pilsinger kritisierte die von Bundesgesundheitsminister Lauterbach vorgeschlagene Beschränkung einer solchen Pflicht auf drei Impfdosen. Er halte nichts davon, vorschnell die Anzahl an obligatorischen Boosterimpfungen zu limitieren, da leider nicht sicher absehbar sei, ob gefährliche Varianten zusätzliche Impfungen erforderlich machen könnten, sagte Pilsinger der "Augsburger Allgemeinen". Sinnvoller sei eine vorläufige zeitliche Befristung der Impfpflicht auf zum Beispiel zwei Jahre.

    +++ Bundesfamilienministerin Spiegel lehnt eine Impfpflicht für Kinder und Jugendliche ab.

    Die Grünen-Politikerin sagte im Deutschlandfunk, die vergangenen zwei Jahre seien für viele Familien ein Härtetest gewesen. Spiegel verwies auf geschlossene Schulen und Kitas sowie fehlende Kontakte zu Gleichaltrigen. Kinder und Jugendliche hätten viele Opfer gebracht, um Eltern und Großeltern zu schützen. Nun liege es vor allem an den Erwachsenen, sich impfen und boostern zu lassen, meinte die Ministerin. Dies sei auch ein Akt der Solidarität Kindern und Jugendlichen gegenüber.
    Impfstützpunkt Rhein-Neckar - Kinderimpfaktion
    Familienministerin Spiegel lehnt eine Impfpflicht für Kinder und Jugendliche ab. (picture alliance/dpa)

    +++ In Deutschland sind am Wochenende mehr als eine halbe Millionen Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden.

    Am Sonntag wurden 129.000 Impfungen vorgenommen, am Samstag waren es 408.000, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Montag hervorgeht.
    Die neuesten Zahlen rund um die Pandemie in Deutschland finden Sie hier. Diesen Beitrag aktualisieren wir täglich.

    +++ Die Deutsche Krankenhausgesellschaft rechnet mit einer Verschiebung von planbaren Operationen.

    Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gaß, sagte der "Rheinischen Post", es gebe in den Krankenhäusern leider keine personellen Reserven. Deshalb müsse man erneut Patienten auf die Warteliste nehmen, wenn dies medizinisch vertretbar sei. Gaß erläuterte, es gehe vor allem um die Behandlung chronisch kranker Patienten. Er fügte hinzu, viele Menschen seien derzeit von sich aus zurückhaltender und riefen seltener den Notarzt. Er habe große Sorge, dass ein Teil dieser Fälle unversorgt bleibe.

    +++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen hat erneut einen Höchststand erreicht.

    Sie liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts jetzt bei 528,2. Am Vortag betrug der Wert 515,7. Die Gesundheitsämter meldeten mehr als 34.000 neue Ansteckungen. Den Angaben zufolge starben 30 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Die Zahl der in Krankenhäusern aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt mit 3,23 an.

    +++ Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Schneider, wirbt um Verständnis für friedliche Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen.

    Der SPD-Politiker sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, für viele Menschen im Osten sei der Gang auf die Straße die zentrale politische Ausdrucksweise, und das eher noch als Wahlen. Rechtsextremisten versuchten dies bei den Protesten gegen die Corona-Politik zu instrumentalisieren. Gewalt und Drohungen dürften dabei kein Mittel sein. Schneider betonte, die Mehrheit der einfachen Demonstrationsteilnehmer sei nicht extremistisch.
    Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider. Hinter ihm das SPD-Logo.
    Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider. (dpa/Bodo Schackow)

    +++ Das französische Parlament hat die Einführung eines neuen Covid-Impfpasses beschlossen.

    Die Nationalversammlung nahm den Gesetzentwurf in Paris mit breiter Mehrheit an. Die sozialistische Fraktion kündigte allerdings an, den Text dem Verfassungsgericht vorzulegen. Dadurch dürfte sich die offizielle Verkündung des Gesetzes verschieben. Der neue Nachweis soll den bisher geltenden Gesundheitspass ersetzen und entspricht der deutschen 2G-Regel. Besuche in Restaurants, Cafés, Einkaufszentren, Fernzügen, Kinos und anderen kulturellen Veranstaltungen nur mit einem negativen Test sind damit nicht mehr möglich.

    +++ In den Niederlanden haben erneut tausende Menschen gegen die Corona-Politik der Regierung demonstriert.

    Sie versammelten sich in mehreren Vierteln der Hauptstadt Amsterdam und forderten eine vollständige Rückkehr zur Normalität. Die Behörden erklärten die betroffenen Gebiete zu Sicherheitszonen, um der Polizei präventive Durchsuchungen nach Feuerwerkskörpern und Waffen zu ermöglichen. Am Freitag hatte die Regierung von Premierminister Rutte einen seit knapp vier Wochen geltenden Lockdown trotz hoher Corona-Infektionszahlen teilweise aufgehoben.

    Sonntag, 16. Januar

    +++ Nach Einführung der Impfpflicht bei der Bundeswehr sind einem Bericht zufolge Disziplinarverfahren gegen Soldaten eingeleitet worden, die eine Impfung gegen das Corona-Virus verweigern.

    Wie das Magazin "Der Spiegel" unter Berufung auf interne Zahlen des Verteidigungsministeriums berichtet, laufen derzeit zwischen 50 und 60 Verfahren. Für die Soldaten gelte eine Ablehnung der Impfung als Befehlsverweigerung. Wie es weiter heißt, ermittelt der Militär-Geheimdienst MAD gegen mehrere Soldaten, die als radikale Impfverweigerer aufgefallen seien. Einige pflegten Verbindungen zur so genannten Querdenker-Szene.

    +++ Bundesgesundheitsminister Lauterbach sagte der "Bild am Sonntag", durch die Omikron-Variante drohten in Deutschland sehr schwere Wochen.

    Man dürfe sich mit Blick auf die aktuell sinkenden Krankenhauszahlen auf den Intensivstationen nicht in Sicherheit wiegen. Zur Zeit erkrankten vor allem die Jüngeren mit vielen Kontakten. Doch sobald sich auch die Älteren infizierten, werde die Zahl der Krankenhauseinweisungen wieder steigen.

    +++ Trotz einer Ausbreitung der Omikron-Variante im Land hat Dänemark seine Corona-Beschränkungen gelockert.

    Die Behörden erlaubten unter anderem die Öffnung von Kinos, Zoos, Museen und Theatern. Eine begrenzte Anzahl von Zuschauern darf wieder an Sportveranstaltungen im Freien und in der Halle teilnehmen. Dabei gilt meist die 3G-Regel und die Besucher müssen Masken tragen. Für den 31. Januar kündigte die Regierung weitere Lockerungen an.
    Sie finden hier eine Liste der Risikogebiete.

    +++ Etwa 2600 Apothekerinnen und Apotheker sollen bis Monatsende in Nordrhein-Westfalen Corona-Schutzimpfungen trainiert haben.

    Rund 100 von ihnen lernten heute unter ärztlicher Anleitung in einem Hotel in Düsseldorf das Setzen der Spritzen. Für ihr Training injizierten sich die Pharmazeuten gegenseitig eine Kochsalzlösung. Bis Ende Januar sollen in NRW bis zu 4000 Apotheker für die Impfung bereit stehen.

    +++ Bundeskanzler Scholz sieht einen wichtigen Meilenstein beim Impfen geschafft.

    Drei von vier Bundesbürgern seien inzwischen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. "Eine wichtige Wegmarke", erklärte der SPD-Politiker auf Twitter.

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    Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts haben inzwischen 72,6 Prozent der Bevölkerung den vollständigen Grundschutz. Fast jeder zweite (46,6 Prozent) hat bereits eine zusätzliche Auffrischungsimpfung erhalten, die für den Schutz vor der Omikron-Variante wichtig ist.
    Der Novavax-Impfstoff ist als erstes Protein-Vakzin in der EU zugelassen worden und soll eine Alternative für die mRNA-Wirkstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sowie die Vektor-Präparate von Astrazeneca und Johnson & Johnson darstellen. Doch wie funktioniert solch ein Eiweiß-Vakzin? Ein kompakter Überblick.

    +++ Gegner der Corona-Maßnahmen versuchen nach Kenntnis der Bundesregierung, Einfluss auf Schulen und Kitas zu nehmen.

    Das ergibt sich aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Linken, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In einzelnen Fällen haben demnach Vertreter der Querdenker-Bewegung vor Schulgebäuden demonstriert und dabei das Gespräch mit Schülern gesucht. Auch Fälle von Drohbriefen und E-Mails aus der Szene der so genannten Reichsbürger seien bekannt. Die Bildungsexpertin der Linken, Gohlke, nannte die Befunde alarmierend. Sie forderte das Bundeskriminalamt und die Polizeidienststellen der Länder auf, Einschüchterungen entgegenzutreten. Was heute noch Hetze sei, könnte sehr bald in tätliche Übergriffe übergehen, warnt Gohlke.

    +++ Die österreichische Regierung hat den Gesetzentwurf für die geplante Corona-Impfpflicht vorgelegt.

    Sie soll im Februar in Kraft treten und für Personen ab 18 Jahren gelten. Ursprünglich war vorgesehen, dass sich bereits 14-Jährige impfen lassen müssen; davon nahm die Regierung nun Abstand. Ausnahmen von der Impfpflicht sind für Schwangere und für Menschen vorgesehen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Auch Genesene werden für einen Zeitraum von sechs Monaten befreit. Bundeskanzler Nehammer sagte in Wien, die Impfpflicht sei der beste Garant, dass die Gesellschaft in Freiheit leben könne. Laut Gesundheitsminister Mückstein sollen Mitte März Kontrollen beginnen. Bei Verstößen drohen Strafen zwischen 600 und 3.600 Euro.

    +++ Die Corona-Pandemie hat einem Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam zufolge die soziale Ungleichheit weltweit massiv befeuert.

    Wie aus einer Erhebung hervorgeht, haben die zehn reichsten Männer zwischen März 2020 und November 2021 ihr Vermögen etwa verdoppelt. Alle Milliardäre und Milliardärinnen zusammen vermehrten demnach ihr Vermögen stärker als in den 14 Jahren vor der Pandemie. In Deutschland hätten die zehn reichsten Personen ihr Vermögen seit Beginn der Pandemie von umgerechnet rund 125 Milliarden Euro auf etwa 223 Milliarden Euro gesteigert und somit um rund 78 Prozent. Dieser Gewinn entspreche annähernd dem Gesamtvermögen der ärmsten 40 Prozent, also von 33 Millionen Deutschen. Die Armutsquote in Deutschland erreiche derweil mit etwa 16 Prozent und mehr als 13 Millionen Menschen einen Höchststand.

    +++ Der Sprachwissenschaftler Peter Schlobinski warnt davor, Begriffe von Corona-Skeptikern wie "Spaziergang" oder "Querdenken" unreflektiert zu übernehmen.

    Zwar nutzten viele öffentliche Stimmen bereits Anführungszeichen oder relativierende Formulierungen, um sich zu distanzieren, wenn Kritiker staatlicher Corona-Schutzmaßnahmen diese Worte mit neuen Bedeutungen besetzten. "Dennoch könnte und sollte meiner Ansicht nach im öffentlichen und medialen Diskurs sensibler und kritischer über den Sprachgebrauch kleiner, aber umso lauter auftretender Minderheiten reflektiert werden", sagte Schlobinski dem Evangelischen Pressedienst. Der Professor lehrt Germanistische Linguistik an der Universität Hannover und ist Vorsitzender der Gesellschaft für deutsche Sprache, die seit 1977 das "Wort des Jahres" auswählt.
    Eine Demonstrantin mit einem Plakat mit der Aufschrift "Willkommen in Diktatur - Sie verlassen Demokrati",, das einem Ortsschild nachempfunden ist.
    Eine Demonstrantin bei einer Kundgebung in Wiesbaden. (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)

    +++ Bundesfinanzminister Lindner hat sich skeptisch über neue Ausgabenprogramme für den Kampf gegen die Corona-Krise gezeigt.

    "Wir haben uns während der Pandemie an hohe Staatsleistungen gewöhnt. Diese Phase muss enden", sagte der FDP-Politiker der "Welt am Sonntag". Schon in diesem Jahr seien die Spielräume eng. 2023 werde die Lage wegen der Rückkehr zur Schuldenbremse noch anspruchsvoller. "Deshalb sehe ich das Ausloben neuer Boni, Subventionen und Programme kritisch." Man könne auf Dauer nicht alles mit Geld lösen. Stattdessen kündigte Lindner ein Corona-Steuergesetz an, das bald auf den Weg gebracht werden soll. Damit solle es etwa die Möglichkeit geben, gegenwärtige Verluste mit früheren Gewinnen bei der Steuer zu verrechnen.

    +++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen hat einen weiteren Höchststand erreicht.

    Sie liegt nun bei 515,7 nach 497,1 am Vortag, wie das Robert Koch-Institut in Berlin mitteilt. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Das RKI meldet 52.504 Neuinfektionen. Das sind 15.952 Fälle mehr als am Sonntag vor einer Woche. 47 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Krankheitserreger.
    Lesen Sie hier weitere aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland.

    +++ Bundesgesundheitsminister Lauterbach hat Einzelheiten zu einer möglichen Impfpflicht in Deutschland genannt.

    Nach seinen Vorstellungen sollte eine solche Verpflichtung drei Spritzen umfassen. Vollständig Geimpfte seien gegen alle Corona-Varianten - zumindest vor schwerer Krankheit und Tod - geschützt, sagte der SPD-Politiker der Zeitung "Bild am Sonntag". Daran müsse sich die Impfpflicht orientieren.
    Zugleich warnte Lauterbach angesichts der Omikron-Welle vor einer hohen Zahl an Toten und massiven Einschränkungen bei Krankenhausbehandlungen. Es drohten sehr schwere Wochen in Deutschland.
    Geplant ist, dass der Bundestag ohne Fraktionszwang über ein Gesetz zu Impfplicht abstimmt. Erwartet wird, dass sich Parlamentarier über Parteigrenzen hinweg zusammentun und sogenannte Gruppenanträge vorlegen, über die dann entschieden wird. Die Union kritisiert, dass die Ampelkoalition keinen entsprechenden Vorschlag vorlegen möchte.

    +++ Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland würde eine Impfpflicht befürworten.

    Das geht aus einer repräsentativen Umfrage mit 1004 Befragten des Meinungsforschungsinstitutes INSA für die "Bild am Sonntag" hervor. Dem Bericht zufolge befürworten 60 Prozent eine allgemeine Impfpflicht, 33 Prozent seien dagegen. 71 Prozent glaubten zudem, dass die Bundesregierung keine klare Richtung in der Corona-Politik vorgebe. Das Gegenteil glaubten 23 Prozent. 61 Prozent der Befragten meinten, dass Olaf Scholz in der Corona-Politik zu wenig Führungsstärke zeige, das Gegenteil glaubten 26 Prozent.

    +++ Der Virologe Drosten sieht in der milder verlaufenden Omikron-Variante des Coronavirus eine Chance.

    Der Wissenschaftler der Berliner Charité sagte dem "Tagesspiegel", alle Menschen müssten sich früher oder später mit Sars-Cov-2 infizieren. "Wir können nicht auf Dauer alle paar Monate über eine Booster-Impfung den Immunschutz der ganzen Bevölkerung erhalten." Die gute Nachricht sei aber, dass Omikron eine verringerte Krankheitsschwere habe. Durch die Virusvariante bestehe die Chance, in einen endemischen Zustand zu kommen. Der Übergang von einer pandemischen zu einer endemischen Situation bedeutet, dass das Virus sich zwar weiterhin verbreitet, aber weniger gefährlich ist - vergleichbar etwa mit den typischen Erkältungsviren.
    Virologe Christian Drosten bei einem Fototermin. Er trägt einen schwarzen Anzug, ein hellblaues Hemd und eine dunkle Krawatte.
    Der Virologe Christian Drosten (picture alliance/Rolf Vennenbernd)
    Im nächsten Winter rechne er aber noch einmal mit einer starken Inzidenz-Erhöhung. "Und wir werden wohl auch wieder Masken tragen müssen in Innenräumen, weil der Übertragungsschutz noch einmal ein wenig sinken wird und die Vulnerablen in der Bevölkerung geschützt werden müssen."

    +++ Die deutschen Klinken vermelden mehr Patientenaufnahmen mit Covid-Erkrankungen auf den Normalstationen.

    "Wir sehen diesen Anstieg auf den Normalstationen bereits in manchen Regionen, so zum Beispiel in Bremen, Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gaß, der "Augsburger Allgemeinen". Wenn die Modelle sich bewahrheiteten, müsse man schon sehr bald mit mehr als 100.000 Infizierten pro Tag rechnen. Wegen der hochansteckenden Omikron-Variante werde es auch zu mehr Personalausfällen in den Kliniken kommen. Er appelliere deshalb an Haus- und Fachärzte, Patienten, die nicht unbedingt im Krankenhaus behandelt werden müssten, soweit es gehe ambulant zu versorgen.

    +++ Entwicklungsministerin Schulze verurteilt Spenden von Impfstoffdosen mit geringer Haltbarkeit an Entwicklungsländer.

    "Afrika ist nicht die Resterampe für abgelaufene Impfstoffe", sagt Schulze den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Notwendig seien planbare Lieferungen, um die Vakzine auch verimpfen zu können. Man könne die Pandemie nur besiegen, wenn die ganze Welt geimpft sei. "Gelingt dies nicht, gehen wir in eine Endlosschleife mit immer neuen Mutationen."

    Samstag, 15. Januar

    +++ Ab Mitternacht gilt eine neue Liste der Corona-Risikogebiete.

    Damit zählt auch Österreich wieder als Hochrisikogebiet, mit Ausnahme einiger Gemeinden. Das hatte das Das Robert Koch-Institut am Freitag mitgeteilt. Damit sind nun alle Nachbarländer Deutschlands Hochrisikogebiete.
    Überblick über die Corona-Risikogebiete

    +++ Corona hat das deutsche Team bei der Handball-EM erreicht.

    Rückraumspieler Julius Kühn wurde per PCR positiv auf das Virus getestet, wie der Deutsche Handballbund mitteilt. Der 28-Jährige wird deshalb zumindest in den verbleibenden zwei Vorrundenspielen gegen Österreich und Polen fehlen. Im Auftaktspiel gegen Belarus hatte Kühn zu den besten Torschützen gezählt. Nach Angaben des Verbands hat er bereits eine Booster-Impfung erhalten und ist bislang nicht erkrankt.

    +++ Die internationale Covax-Initiative zur Verteilung von Corona-Impfstoffen hat nach eigenen Angaben eine Milliarde Impfdosen ausgeliefert.

    Die einmilliardste Dosis war demnach teil einer Lieferung, die heute in Ruanda ankam. Covax hat bislang rund 8,8 Milliarden Euro Spenden eingenommen. Die Verantwortlichen betonten, dass der Zugang zu Impfungen gegen Covid-19 immer noch sehr ungleich verteilt ist. 41 Prozent der Weltbevölkerung hätten noch keine Impfung erhalten. Mehr

    +++ In mehreren deutschen Städten gab es weitere Demonstrationen.

    In Hamburg aktualisierte die Polizei die Teilnehmerzahl der Proteste, die sich gegen Corona-Leugner und Verschwörungsideologien wandten. Auch in anderen Städten gab es Proteste - für und gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. Mehr
    Ein Teilnehmer einer Demonstration hält ein Transparent mit der Aufschrift "Impfen statt verunglimpfen!" auf der Mohrweide am Dammtorbahnhof in Hamburg.
    Demonstration gegen Impfgegner und Querdenker in Hamburg (Georg Wendt/dpa)
    Auch in Italien und Frankreich gab es Proteste gegen verschiedene Schutz- und Impfvorschriften. Mehr

    +++ Zum Ende verschiedener Lockdown-Maßnahmen gab es in den Niederlanden kostenlose Tulpensträuße.

    In Amsterdam verteilten Züchter die Blumen unter anderem von Booten aus. Die Aktion sollte der Freude darüber Ausdruck verleihen, dass von heute an Geschäfte wieder öffnen durften. Restaurants, Cafés und kulturelle Einrichtungen bleiben aber weiter geschlossen.
    Ein Boot voller Tulpen fährt durch eine Gracht, Menschen auf einer Brücke fangen hochgeworfene Blumensträuße.
    Zum Ende des Lockdowns verteilten Tulpenzüchter kostenlose Blumensträuße (dpa/AP/Peter Dejong)

    +++ Gegen den britischen Premierminister Johnson sowie dessen Personal werden erneut Vorwürfe erhoben, die Corona-Regeln missachtet zu haben.

    Der "Daily Mirror" berichtet von einem regelmäßigen Feierabend-Umtrunk im Londoner Regierungssitz, der auch während des Lockdowns stattgefunden habe. Johnson sei an einigen Tagen auch dabei gewesen. Nach Informationen der Zeitung war der freitägliche Termin in den Kalendern von rund 50 Beschäftigten verzeichnet. Der eigens dafür angeschaffte Weinkühlschrank sei über den Hintereingang von Downing Street No. 10 geliefert worden. Die Regierung äußerte sich sich nicht zu dem Bericht. In den vergangenen Tagen waren bereits mehrere Feiern im Amtssitz des Premierministers bekannt geworden, die nach den damals geltenden Corona-Regeln nicht hätten stattfinden dürfen. Johnson bat dafür im Parlament um Entschuldigung.

    +++ In Frankreich gilt seit heute eine neue Frist für den Status einer vollständigen Corona-Impfung.

    Liegt die letzte Immunisierung mehr als sieben Monate zurück, ist der Status nicht mehr gültig. Er kann nur durch eine Auffrischungsimpfung wiedererlangt werden. Die Regel galt bereits seit Mitte Dezember für Menschen über 65 Jahre. Von heute an betrifft sie alle im impffähigen Alter. Nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums stehen derzeit etwa 560.000 Menschen kurz davor, ihren Impfstatus zu verlieren. Er wird beispielsweise für den Zutritt zur Gastronomie oder zu Theatern benötigt.

    +++ In Deutschland sind inzwischen mindestens 60,4 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

    Das entspricht 72,6 Prozent der Bevölkerung, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht. 46,6 Prozent haben demnach eine Auffrischungsimpfung erhalten. Diese ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron. Nach Angaben des RKI wurden gestern 650.000 Menschen geimpft. Die Bundesregierung strebt bis Ende Januar eine Quote von 80 Prozent vollständig Geimpfter an. Als solcher gilt, wer zweifach geimpft oder die Einmalimpfung von Johnson & Johnson erhalten hat. Auf seinen Internet-Seiten weist das RKI darauf hin, dass es sich bei den Zahlen um Mindestimpfquoten handelt. Eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem könne nicht erreicht werden, heißt es.

    +++ Verfassungsschutzpräsident Haldenwang warnt vor einer zunehmenden Staatsfeindlichkeit in Deutschland.

    Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte Haldenwang, eine neue Szene verbinde "die Verachtung des demokratischen Rechtsstaats und seiner Repräsentanten". Die Demonstranten gegen die Corona-Politik ließen sich den bisherigen Kategorien wie Rechts- oder Linksextremismus nicht mehr eindeutig zuordnen. Sie verbinde keine ideologische Klammer. Diese Extremisten brauchten auch kein spezifisches Thema. Die Corona-Pandemie sei dabei "nur der Aufhänger". Mehr...
    Eine Menschengruppe durchbricht eine Polizeiabsperrung und wird dabei von Einsatzkräften mit Pfefferspray besprüht. Nach Aufrufen zu Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen in sozialen Netzwerken kam es in mehreren Städten in ganz Sachsen zu Protesten
    Eine Menschengruppe durchbricht bei einem Protest gegen Corona-Maßnahmen eine Polizeiabsperrung. (picture alliance/dpa/B&S | Bernd März)

    +++ Handball-Bundestrainer Alfred Gislason sieht die unterschiedlichen Corona-Maßnahmen bei der Europameisterschaft in der Slowakei und Ungarn kritisch.

    Er sagte in Bratislava, er sei wirklich gespannt, wie es weitergehe, "wenn man sieht, dass in Budapest 20.000 sind und keiner eine Maske trägt". In der Slowakei scheine das Corona-Management sehr gut gemacht zu sein. Aber laut Berichten aus Ungarn sei es dort ein bisschen anders. Während etwa die ungarischen Hallen voll mit Zuschauern ausgelastet werden können, ist in der Slowakei nur eine Auslastung von 25 Prozent der Hallenkapazität erlaubt. Die DHB-Auswahl bestreitet ihre Vorrunde bei der Europameisterschaft in der slowakischen Hauptstadt und hatte dort am Freitagabend vor etwas mehr als 1.200 Zuschauern gegen Belarus gespielt. Einen Tag zuvor waren in Budapest bei der Partie der Ungarn gegen die Niederlande mehr als 20.000 Fans in der Halle.

    +++ Der FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Dürr, sieht eine allgemeine Corona-Impfpflicht skeptisch.

    Es gebe noch viele ungeklärte praktische Fragen, sagte Dürr im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Welche Gruppen seien von einer Impfpflicht betroffen? Könnte eine Impfpflicht für Menschen über 50, wie etwa in Italien geplant, sinnvoll sein? Sollte ein Impfregister eingeführt werden? Sollte es Wiederholungsimpfungen geben? Die Akzeptanz für eine mögliche Impfpflicht würde massiv sinken, wenn praktische Fragen ungeklärt seien, meinte Dürr. Aus diesem Grund habe er sich auch noch nicht festgelegt. Am Ende handele es sich um eine sachlich wohl begründete Gewissenentscheidung.

    +++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts abermals einen Höchstwert erreicht.

    Der Wert liegt jetzt bei 497,1 - nach 470,6 am Vortag. Insgesamt wurden innerhalb eines Tages mehr als 78.000 neue Ansteckungen registriert. Einen Tag zuvor waren es über 92.000. Den Angaben zufolge starben 235 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Damit stieg die Gesamtzahl der Corona-Toten auf hierzulande 115.572. Die Zahl der registrierten Genesenen liegt laut RKI bei fast sieben Millionen. Die Hospitalisierungs-Inzidenz stand zuletzt bei 3,1.
    Mehr aktuelle Zahlen zum Coronavirus finden Sie in diesem Beitrag.

    +++ Die französische Nationalversammlung hat in zweiter Lesung für die Einführung eines neuen Corona-Impfpasses gestimmt.

    Er soll den bisher geltenden Gesundheitspass ersetzen und entspricht der deutschen 2G-Regel. Künftig ist auch in Frankreich der Nachweis einer Corona-Impfung oder einer Genesung per QR-Code notwendig, um Einkaufszentren, Cafés, Restaurants oder kulturelle Veranstaltungen besuchen zu können. Ein negativer Test reicht dann nicht mehr aus.

    +++ In China haben die Behörden in einer weiteren Millionenstadt Fälle der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus entdeckt.

    Die südchinesische Stadt Zhuhai, die an die Sonderverwaltungszone Macau angrenzt, meldete sieben Omikron-Fälle. Die Behörden hatten gestern damit begonnen, alle 2,4 Millionen Einwohner Zhuhais auf das Coronavirus zu testen, nachdem Anfang der Woche in der Nachbarstadt Zhongshan ein Corona-Fall entdeckt worden war.
    Eine lange Reihe Menschen stehen vor einem Testzentrum an. Hinter ihnen Hochhäuser.
    In einigen Städten müssen sich alle Bewohnerinnen und Bewohner testen lassen. Das Bild zeigt Einwohner in Tianjing. (ASSOCIATED PRESS | Uncredited)

    +++ In den Gesundheitsämtern der Länder sind im Zuge der Corona-Pandemie bisher mehr als 2.000 Stellen neu geschaffen worden.

    Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor. Die Länder haben demnach damit die zum 31. Dezember 2021 vereinbarten Vorgaben zum Stellenaufbau aus dem sogenannten Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst um mehr als 500 Stellen übertroffen. Der Nachrichtenagentur lagen Rückmeldungen aus den zuständigen Ministerien und Verwaltungen von 14 der 16 Länder vor. Dort sind demnach insgesamt 2.171 Stellen neu entstanden. Wegen der Corona-Pandemie hatten Bund und Länder 2020 den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst beschlossen - mit dem Ziel, Personal vor allem in den rund 400 Gesundheitsämtern in Deutschland aufzustocken. Seit Beginn der Pandemie stehen diese durch die Kontaktnachverfolgung, Infektionszahlenermittlung und Überwachung von Schutzvorgaben unter Dauerbelastung.

    +++ Die gegenwärtige Omikron-Welle ist nach Angaben der Fachgesellschaft der Intensiv- und Notfallmediziner noch nicht auf den Intensivstationen angekommen.

    Er rechne damit, dass die Zahlen spätestens in der übernächsten Woche deutlich nach oben gingen, sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Karagiannidis, im Deutschlandfunk. Derzeit sei vor allem die Altersgruppe bis 35 Jahre betroffen. Bei den über 60-Jährigen gebe es nur eine zweistellige Inzidenz. In Deutschland seien immer noch zu wenig Menschen geimpft und genesen, betonte Karagiannidis. Deshalb brauche man Notfallpläne für die Krankenhäuser. Schon jetzt sei die Trennung von Geimpften und Ungeimpften in den Notaufnahmen schwierig. Karagiannidis ist auch Mitglied im Expertenrat der Bundesregierung.
    Omikron-Welle noch nicht auf den Intensivstationen angekommen

    +++ Die niederländische Regierung hebt nach rund vier Wochen Lockdown einen Teil der Corona-Auflagen auf.

    Geschäfte, Friseure und Sportclubs sowie Hochschulen dürften wieder öffnen, kündigte Premierminister Rutte in Den Haag an. Geschlossen bleiben Gaststätten, Museen, Theater und Kinos. Zur Begründung verwies Rutte auf die weiterhin steigenden Infektionszahlen. Man könne nicht gleichzeitig alle Bereiche öffnen, sagte Rutte. Gesundheitsminister Kuipers sprach von einer neuen Phase der Pandemie. Man müsse lernen, mit dem Virus zu leben. Gastwirte haben Proteste angekündigt. Einige von ihnen wollen trotz des Verbots ihre Cafés und Restaurants öffnen. In den Niederlanden liegt die Wocheninzidenz bei 1.300 pro 100.000 Einwohner.

    +++ In Polen ist ein Großteil der Regierungsberater für die Corona-Pandemie zurückgetreten.

    13 der insgesamt 17 Mitglieder des Corona-Ausschusses protestierten mit dem Schritt dagegen, dass ihre Empfehlungen von der Regierung nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. Die medizinischen Berater warfen Warschau vor, zunehmend das Verhalten von Teilen der Gesellschaft zu tolerieren, welche die von Covid-19 ausgehende Bedrohung und die Bedeutung der Impfung zur Bekämpfung der Pandemie leugnen. Die Regierung habe nur sehr begrenzte Maßnahmen ergriffen, um dem Anstieg der Fälle im Herbst entgegenzuwirken. Der Rücktritt erfolgte wenige Tage, nachdem das Land mit 38 Millionen Einwohnern die Schwelle von 100.000 Corona-Todesfällen überschritten hatte.

    +++ Weitere Bundesländer wollen die Luca-App zur Rückverfolgung von Kontakten in der Corona-Pandemie nicht mehr nutzen.

    Auch Bremen und Brandenburg planen, den Vertrag auslaufenlassen. Die Luca-App habe keinen großen Mehrwert gebracht, sagte Bremens Gesundheitssenatorin Bernhard. Es seien nur wenige Abfragen vorgenommen worden, sodass sich das System nicht bewährt habe, führte die Linken-Politikerin aus. Ihre Brandenburger Kollegin Nonnenmacher von den Grünen verwies zur Erklärung auch auf Datenschutzprobleme. Mehrere Länder erwägen einen Ausstieg aus der App. In Schleswig-Holstein ist die Entscheidung bereits gefallen.
    Ein Besucher eines Clubs hat mit der Luca-App auf seinem Smartphone einen QR-Code gescannt, um in einem Club einzuchecken.
    Ein Besucher eines Clubs hat mit der Luca-App auf seinem Smartphone einen QR-Code gescannt, um in einem Club einzuchecken. (picture alliance/dpa)

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