Ein „Geschöpf des Prometheus"?
Der Pianist Vladimir Sofronitzky (1901-1961)
Am Mikrofon: Michael Stegemann
Sein 125. Geburtstag am 8. Mai liegt zwar schon einige Monate zurück, aber es gibt Gründe genug, an den Pianisten Vladimir Sofronitzky zu erinnern. Zum einen galt er als maßgeblicher Interpret des Prométhée-Komponisten Alexander Skrjabin, mit dessen Tochter Jelena er verheiratet war. Zum anderen zeigen seine Schubert-, Schumann-, Chopin- und Liszt-Aufnahmen eine souveräne Eigenständigkeit, die keiner Schule verpflichtet zu sein scheint. Sein Repertoire reichte von Buxtehude bis zur sowjetischen Avantgarde. „Meine Sarkasmen spielt er besser, als sie komponiert sind", behauptete Sergej Prokofjew. Was weder das begeisterte Publikum noch seine Kollegen ahnten, war seine labile Gesundheit: Vladimir Sofronitzky wurde nur 60 Jahre alt. Ein Glück, dass es Tondokumente seines überragenden Klavierspiels gibt.