Einhundertzweiundneunzig Tage
Vom Sterben der Eltern
Von Lorenz Hoffmann
Regie: Nikolai von Koslowski
Mit: Lorenz Hoffmann, Petra Hartung, Christian Gutowski, Matthias Hummitzsch, Levia Vockert, Linus Vockert, Corinna Waldbauer, Nicoline Schubert
Ton und Technik: Holger Kliemchen und Christian Grund
Redaktion: Tobias Barth
MDR 2022
Als die Mutter an Krebs erkrankt, entscheidet sich der Sohn, ihr in ihren letzten Lebenstagen beizustehen. Noch bevor sie stirbt, bekommt auch der Vater die Diagnose Krebs. Eine Zeit voller Herausforderungen und widersprüchlicher Gefühle beginnt.
Ein Tumor in der rechten Hälfte der Lunge, bösartig und nicht operabel. Buchstäblich am Sterbebett der Mutter erfährt der Autor, dass auch sein Vater nur noch kurze Zeit zu leben hat. 192 Tage bleiben vom Tod der Mutter bis zum Tod des Vaters. Beide sterben an Krebs, beide zu Hause in der eigenen Wohnung. Und beide begleitet der Autor in ihren letzten Lebenstagen. Aus radikal subjektiver Perspektive erzählt er von einem halben Jahr, in dem Ängste, Hoffnung, Liebe, Verzweiflung und Trauer einander überlagern. Er erzählt, wie sich in dieser Zeit die Beziehung zu seinen Eltern wandelt, von der Intimität und vom Elend des Sterbens, der Schwierigkeit sich zu verabschieden und vom Glück intensiv erfahrener Nähe.
Lorenz Hoffmann, geboren 1974, ist in Salzwedel in der Altmark aufgewachsen. Er studierte Germanistik und Ostslawistik in Leipzig. Seit 2001 arbeitet er als Feature- und Hörspielautor und Übersetzer für den Hörfunk der ARD und den Deutschlandfunk, für Hörbuch- und Buchverlage. Zuletzt: „Begrabt mich und erhebt euch! - Eine Lange Nacht über den ukrainischen Nationaldichter Taras Schewtschenko“ (Deutschlandfunk 2024, mit Lars Meyer) sowie das Feature „Charkiw International“ (MDR 2026).