Die verlorenen Söhne
Von Robert Schoen
Regie: der Autor
Mit: Lorenz Eberle, Bernd Pompina-Marschall, Wilhelm Doegen, Max Myron, Karl Heinrich, Paul Bousquet, Bernard Bilhès, Louis Serrier, Kurt Williger und August Brockmann
Ton: Roland Grosch
HR 2017
Länge: 51‘55
Am 9. März 1918 zählt Buhamad Azau ben Ali bis zehn. Im Lautarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin ist dieses Ereignis auf der Schellackplatte mit der Nummer PK 1229 dokumentiert.
Ort der Aufnahme: das sogenannte Halbmondlager bei Wünsdorf in der brandenburgischen Heide südlich Berlins. Versprengte Söhne Mohammeds aus aller Welt sollten hier einer Gehirnwäsche unterzogen werden, um als dschihadistische Agenten einer deutsch-türkischen Waffenbruderschaft den Ersten Weltkrieg doch noch zu Gunsten des Deutschen Reiches zu entscheiden. An den Reglern: Sprachwissenschaftler Wilhelm Doegen, der sich nicht um Sultane und Schicksale kümmert. Ihn interessiert der Kriegskaiser nur als Finanzier seiner Vision: den Stimmen der Welt im märkischen Sand nachzulauschen und sie für die Nachwelt auf Walzen zu ritzen und auf Platten zu pressen.
„Die verlorenen Söhne“ war Hörspiel des Monats März 2017.
Robert Schoen, geboren 1966 in Berlin, studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Radioarbeiten seit Mitte der 1990er-Jahre. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2011 der Hörspielpreis der Kriegsblinden für „Schicksal, Hauptsache Schicksal“ sowie 2013 der ARD Online Award für „Heidi Heimat“.