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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 06.09.2026

  • 00:05 Uhr

    Traum von Unabhängigkeit und Freiheit.
    Die Lange Nacht über Tschetschenien
    Von Elke Bredereck und Maynat Kurbanova
    Regie: Roman Ruthardt

    Tschetschenien. Der Name ruft Bilder auf: Ruinen, Bomben, Kämpfer, Islam. Kaum jemand weiß in Europa, wo genau dieses Land liegt, wie seine Sprache klingt oder was es bedeutet, dass die tschetschenische Grußformel „Kommt frei“ und der Abschied „Geht frei“ heißt. Seit dem Ende des zweiten Tschetschenienkrieges lebt ein großer Teil dieses Volkes im europäischen Exil - in Deutschland, Österreich, Belgien, Frankreich, Norwegen. Sie leben unsichtbar, ohne eigene Botschaften und ohne Fürsprecher. Maynat Kurbanova, aufgewachsen in Tschetschenien und seit mehr als zwanzig Jahren in Deutschland und Österreich, und Elke Bredereck, Kaukasus-Kennerin aus Berlin, sind durch ganz Europa gereist. Sie haben mit Nachfahren der Stalin-Deportation gesprochen, mit einer Frau, die acht Jahre unschuldig ein russisches Straflager überlebte, mit einem Schweizer Diplomaten, der beim Friedensabkommen zwischen Russland und Tschetschenien im Jahr 1996 dabei war. Es kommen junge Menschen aus Wien zu Wort, die zwischen tschetschenischen Familientraditionen und europäischem Alltag ihren eigenen Weg suchen und darüber auf der Theaterbühne und in selbstverfassten Texten auch lachen können. Europa hat bei den Tschetschenien-Kriegen weggesehen und zu Beginn des Krieges gegen Ukraine 2014 auch nicht genau hinsehen wollen. Diese Sendung aber schaut hin: auf Geschichte, auf Traumata, auf den Willen zum Widerstand, aber auch auf Gebote eines Ehrenkodex und darauf, was von der Erinnerung bleibt, wenn diese nur noch im Exil einen Ort hat.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Kammermusikfest Spannungen 2025

    Antonín Dvořák
    Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violoncello Es-Dur op. 87

    Zoltán Fejérvári, Klavier
    Christian Tetzlaff, Violine
    Elisabeth Kufferath, Viola
    Julia Hagen, Violoncello

    Konzertmitschnitt vom 17.06.2025, Heimbach, Kraftwerk

    03:05 Uhr   Heimwerk

    "Bach vs. Scheibe"

    Johann Adolf Scheibe
    1. Satz: Sonata aus: Der sterbende Jesus. Passionskantate für 2 Soprane, Tenor, Bass und Orchester

    Johann Sebastian Bach
    Concerto für Violine, 2 Oboen, 3 Trompeten, Pauken, Streicher und Basso continuo D-Dur, BWV 1045

    Concerto Köln
    Max Volbers, Leitung

  • 06:05 Uhr

    Defizit in den Pflegekassen: Es braucht mehr Geld
    Von Birgid Becker

  • 06:10 Uhr

    Joseph Haydn
    „Insanae et vanae curae“. Motette für Chor und Orchester
    Tenebrae
    Chamber Orchestra of Europe
    Leitung: Nigel Short

    Johann Sebastian Bach
    „Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe“, BWV 25. Kantate zum 14. Sonntag nach Trinitatis
    Hana, Blazíková, Sopran
    Thomas Hobbs, Tenor
    Peter Kooij, Bass
    Collegium Vocale Gent
    Leitung: Philippe Herreweghe

    César Franck
    Offertoire g-Moll, FWV 24,26
    aus: Pièces posthumes pour harmonium ou orgue à pédales pour l'office ordinaire
    Ben van Oosten an der Aristide Cavaillé-Coll Orgel der Abteikirche Saint-Ouen,
    Rouen

    André Campra
    „Venite, exultemus“. Petit Motet
    Concerto Soave

    Franz Xaver Richter
    „Exsultate Deo“. Motetto für Chor und Orchester
    Pavla Radostová, Sopran
    Jakub Kubín, Tenor
    Jirí Miroslav Procházka, Bass
    Czech Ensemble Baroque
    Leitung: Roman Valek

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Krisenmodus - Das serbische Theaterfestival BITEF unter politischem Druck

    Hochgebirge und Klimawandel - Fluten und Felsstürze als neue Normalität? Ein Interview mit der Glaziologin Andrea Fischer

    Linker Antisemitismus - Unterschätzte Gefahr für Politik und Gesellschaft? Ein Interview mit dem Historiker Uffa Jensen

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Sabotageakte und Drohnenangriffe - Wann fühlt sich eine Gesellschaft unsicher? Ein Interview mit dem Soziologen Martin Voss

    Denk ich an Deutschland: der Schauspieler Hanns Zischler

    Am Mikrofon: Ute Reckers

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Jeder Mensch zählt
    Erinnerung an die jüdische Gesellschaftstherapeutin Ruth Cohn
    Von Pfarrerin Petra Schulze
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 125 Jahren: Attentat auf US-Präsident William McKinley

  • 09:10 Uhr

    Neue Musik

  • 09:30 Uhr

    Nach 9/11
    Trost und Untröstlichkeit
    oder: Wie das Hadern mit der Welt die Oberhand gewann
    Von Ralf Konersmann

    Nach 9/11, angesichts von Terror, Krieg und Krisen, schien jedes Weltvertrauen naiv. Trost war kaum möglich, vielmehr bildete sich eine Kultur der Untröstlichkeit. Und eine der Unversöhnlichkeit. 
    Louis Armstrongs What a Wonderful World, ein Lied, das 1967 mitten in Krieg und Rassenunruhen an der Schönheit der Welt festhielt, geriet nach dem 11. September 2001 unter Verdacht: Sein Vertrauen in Blumen, Bäume und gesegnete Tage erschien plötzlich als Zumutung. Es sollte nicht im Radio gespielt werden.
    Die Erschütterungen des Weltvertrauens lassen eine Geschichte des Trostes erkennbar werden, von der Genesis und dem Paradiesverlust über die Psalmen, die Gnosis und das Erdbeben von Lissabon bis hin zu Voltaire und Montaigne. Immer wieder kehrt dieselbe Frage zurück: Darf Trost die Schrecken der Welt mildern, oder verrät er sie? Die Moderne misstraut dem Trost als Beschwichtigung und setzt auf Veränderung, Beratung, Trauerpolitik. Doch gerade die kleinen, schwachen Trostmittel - Lied, Freundschaft, Reise, Schreiben - bewahren eine Freiheit: Sie versöhnen nicht alles, aber sie helfen, in die Welt zurückzufinden.
    Ralf Konersmann, geboren 1955 in Düsseldorf, Hochschullehrer und Publizist, war bis 2021 Direktor des Philosophischen Seminars an der Universität Kiel. Einem größeren Publikum bekannt wurde er durch seinen Bestseller Die Unruhe der Welt (2015), 2017 kam das Wörterbuch der Unruhe heraus, das mit dem Tractatus-Preis ausgezeichnet wurde und 2021 erschien Welt ohne Maß. 2025 erschien, ebenfalls bei S. Fischer, sein Essay Außenseiter.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Kirche St. Maria Rosenkranz in Mönchengladbach
    Zelebrant: Propst Peter Blättler
    Katholische Kirche

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Grönland:
    Per Küstenfähre von Ilulissat nach Nuuk

    Traum aus Holz
    Schwedens UNESCO-gekrönte Bauernhäuser

    Auf den Spuren Tucholskys
    Rheinsberg und das "Bilderbuch für Verliebte“

    Star-Architektur
    Zu Besuch in der Neutrasiedlung in Mörfelden-Walldorf

    Am Mikrofon: Daniela Wiesler

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Philosoph Tobias Rosefeldt im Gespräch mit Joachim Scholl

    Den ersten philosophischen Gedanken hatte er als Kind vor dem Einbauschrank seiner Eltern. Heute lehrt Tobias Rosefeldt Praktische Philosophie in Berlin und zeigt in eleganten Essays, wie wichtig Kant und Hegel für das Verständnis unserer Welt sind.

  • 15:05 Uhr

    Das Magazin - Neues aus der Szene
    Am Mikrofon: Tim Schauen

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Dana Vowinckel: „Anton und Alma“
    (Suhrkamp Verlag)
    Ein Beitrag von Maike Albath

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    KI aus Europa - Wie Synthesia mit Avataren die Arbeitswelt verändert
    Von Carina Schroeder und Friederike Walch

    Das britische Start-up Synthesia ist in Europa Vorreiter für KI-Avatare für den Berufsalltag. Personalisierte Agenten und digitale Doppelgänger sollen Wissen in Unternehmen vermitteln. Das könnte die Kommunikation in Konzernen grundlegend verändern. Friederike Walch und Carina Schroeder sprechen auch über den Ressourcenverbrauch und mögliche Risiken der neuen Avatare.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente
    Über ostdeutsche Identitäten und die AfD - Schriftstellerin Heike Geißler im Gespräch mit Lucca Pizzato

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Wirklich - Das "Film ohne Grenzen"-
    Festival im brandenburgischen Bad Saarow

    "Love, Death & Shadows":
    Christian Friedel inszeniert Shakespeares Sonette in Dresden

    Annemirl Bauer im MINSK Potsdam -
    Wiederentdeckung einer DDR-Künstlerin

    Kein Geld für freiwillige Aufgabe Kultur -
    Skadi Jennicke, Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig, im Gespräch

    Am Mikrofon: Jörg Biesler

  • 17:55 Uhr

    Sachsen-Anhalt hat gewählt

  • 20:05 Uhr

    Der Politikpodcast

  • 22:05 Uhr

    Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2026
    Vögel der Nacht

    Werke des 16. und 17. Jahrhunderts u.a. von Clément Janequin, Luca Marenzio, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Melchior Vulpius, Johann Eccard und Jacobus Clemens non Papa sowie
    „Nacht.Tick.All“ (2014) von Moritz Eggert

    Seicento Vocale
    Max Volbers, Blockflöte
    Charlotte Schwenke, Violone
    Lukas Oppermann, Laute, Theorbe
    Jan Croonenbroeck und Alexander Toepper, Truhenorgel und Leitung

    Aufnahme vom 25.6.2026 aus der Friedenskirche Potsdam

    Am Mikrofon: Helga Heyder-Späth

    Nacht und Dämmerung ließen Max Volbers und Seicento Vocale aufleben, mit Werken von der Renaissance bis in die Moderne.

    Ums „Licht“ ging es diesmal bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci: Das Ensemble Seicento Vocale entwarf dazu ein raffiniertes Gegenbild. Unter dem Motto „Vögel der Nacht“ präsentierte es Vokalwerke des 16. und 17. Jahrhunderts, die reizvolle Nachtstimmungen zaubern und allerlei Vogelstimmen imitieren. Vor allem vom Gesang der Nachtigall ließ sich Max Volbers in seinem virtuosen Blockflötenspiel inspirieren und setzte so den Vokalwerken eine musikalische Krone auf. „Keck wie ein Vogel“ darf sich die Blockflöte ausdrücklich auch in Moritz Eggerts Komposition „Nacht.Tick.All.“ von 2014 geben. In einem zunehmend ausgelassenen Zusammenspiel von Instrument und Singstimmen erklingt der Name der Nachtigall darin in 20 verschiedenen Sprachen.

  • 23:05 Uhr
  • 23:30 Uhr

    "Halte es für denkbar" - UEFA Vizepräsident Watzke hofft auf Infantino-Rücktritt

    Matthias Friebe im Gespräch mit Hans-Joachim Watzke