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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 01.02.2026

  • 00:05 Uhr

    Mensch ohne Gott
    Eine Lange Nacht über Atheismus
    Von Rolf Cantzen
    Regie: Philippe Brühl

    Ohne Gott denken, ohne Gott leben - zwischen Philosophie, Theologie und Literatur entfaltet sich ein facettenreiches Feature über die wohl grundlegendste Frage der Menschheit: Gibt es einen Gott - und wenn ja, was sagt das über unsere Welt aus? Zweifel an der Existenz eines gütigen, allmächtigen Gottes reichen weit zurück: Die Gnostiker der Antike sahen in der Schöpfung nicht das Werk eines weisen Schöpfers, sondern eines fehlerhaften - oder bösen - Gottes. Radikal-Aufklärer des 17. Jahrhunderts entlarvten den Gottesglauben als Instrument weltlicher Herrschaft. Für Ludwig Feuerbach war die Gottesliebe eine fehlgeleitete Menschenliebe. Sigmund Freud ging noch weiter: Der Glaube sei ein kindlicher Reflex, den der reife Mensch ablegen müsse. Kann man moralisch handeln ohne göttliche Instanz? Was bleibt von Ethik ohne ein Jenseits? Sind alles diese Fragen falsch gestellt, wie Eugen Drewermann meint? Was treibt religiösen Glauben in einer zunehmend säkularen Gesellschaft immer wieder an die Oberfläche? Literarische Figuren - wie Dostojewskis zerrissene Helden - und moderne Theologen, die selbst eine individuelle Weiterexistenz nach dem Tod für unwahrscheinlich halten, begleiten diese „Lange Nacht“ voller Fragen, Zweifel, Ideen und unbefriedigenden Antworten.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Klavier-Festival Ruhr 2024

    Johann Sebastian Bach
    Präludium Nr. 11 F-Dur, BWV 880

    Fuge Nr. 8 dis-Moll, BWV 877

    Präludium Nr. 4 cis-Moll, BWV 873

    Fuge Nr. 2 c-Moll, BWV 871

    Anton Mejias, Klavier
    Aufnahme vom 30.05.2024 in der Zeche Zollverein, Essen

    03:05 Uhr   Heimwerk

    UKAI

    Chaya Czernowin
    "The last leaf". für Oboe solo. Bearbeitet für Helder Evo Tenorblockflöte mit integriertem Mikrofon und Volumenpedal

    Unbekannt
    "Hon Shirabe" ausgeführt mit Tenorblockflöte solo

    Susanne Fröhlich, Tenorblockflöte

  • 06:05 Uhr

    Merz und Europa: Findet der Kanzler die richtigen Worte?
    Von Friederike Sittler

  • 06:10 Uhr

    Carlos Patiño
    Magnificat zu 8 Stimmen
    La Grande Chapelle
    Leitung: Albert Recasens

    Dietrich Buxtehude
    "Gelobet seist du, Jesu Christ". Choralfantasie für Orgel, BuxWV 188
    Thiemo Janssen, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    "Wär Gott nicht mit uns diese Zeit". Kantate am 4. Sonntag nach Epiphanias, BWV 14
    Peter Hinterreiter, Knaben-Sopran
    Marius van Altena, Tenor
    Max van Egmond, Bass
    Tölzer Knabenchor
    Leonhardt-Consort (Amsterdam)
    Leitung: Gustav Leonhardt

    Johann Heinrich Rolle
    "Der Herr ist König" für Chor a cappella
    Sächsisches Vocalensemble
    Leitung: Matthias Jung

    Johann Adolf Hasse
    Kyrie für 4 Singstimmen und Orchester D-Dur
    Musica Fiorita
    Leitung: Daniela Dolci

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Zur Aktualität von Mary Shelley 175 Jahre nach ihrem Tod - Ein Interview mit dem Autor und Übersetzer Alexander Pechmann

    Teil des Gründungsmythos? Gewalt als politisches Mittel in den USA - Ein Interview mit der Historikerin Dagmar Ellerbrock

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Immer noch der koloniale Blick? Indien und die EU - Ein Interview mit Johannes Plagemann, Kommissarischer Direktor des GIGA Instituts für Asien-Studien

    Denk ich an Deutschland: die Journalistin und Autorin Pascale Hugues

    Am Mikrofon: Änne Seidel

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Lass dein Licht leuchten!
    Überraschende Weisheit
    Von Georg Magirius
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 175 Jahren: Frankenstein-Erfinderin und Autorin Mary Shelley gestorben

  • 09:10 Uhr

    Sinfonische Musik

  • 09:30 Uhr

    Die Weltverbesserer - Wie Organisationen um die Lösung großer Krisen konkurrieren
    Von Marc Mölders
    In einer Welt gleichzeitiger Großkrisen konkurrieren existenzielle Probleme um Aufmerksamkeit, Ressourcen und politische Energie. Diese Konkurrenz hat Organisationen hervorgebracht, die Experten für Problemlösungen sind. Was tun die genau?

    Ob NGOs, Politikberatungsagenturen, Think-Tanks oder Stiftungen. Organisationen bearbeiten die großen Themen unserer Zeit. Doch die Themen entstehen nicht einfach - Organisationen und Akteure arbeiten aktiv daran, bestimmte Probleme hervorzuheben oder Lösungen attraktiv zu machen.
    Diese Lösungs- und Problemunternehmer agieren in einem Komplex aus Medien, Bühnen, Netzwerken und Communities. Sie erzählen Geschichten, schaffen Vorbilder, nutzen Emotionen und suchen Multiplikatoren, um Ideen in konkretes Handeln zu übersetzen.
    Vom Klimaschutz über Geoengineering bis zur Angst vor KI-Superintelligenz: Überzeugungsarbeit wird strategisch betrieben, oft orchestriert wie in Think-and-do-Tanks, die genau kalkulieren, wer wen erreicht. Gleichzeitig entstehen rivalisierende Initiativen, die sich gegenseitig blockieren und Komplexität steigern. Wer verstehen will, wie gesellschaftlicher Wandel vorbereitet wird, muss diese Ideenreisen verfolgen.

    Marc Mölders, geboren 1978, lehrt am Institut für Soziologie an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Er arbeitet im Bereich der Mediensoziologie und forscht über Technikfolgenabschätzung, Kommunikationsforschung und Organisationssoziologie. Sein Buch „Die Korrektur der Gesellschaft“ (2019) ist im Transcript Verlag erschienen.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Pfarrkirche St. Laurentius in Senden
    Zelebrant: Pfarrer Oliver Rothe
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Mexiko-City und der verschwundene See

    Die kalten Tropen - Das Hochland der Anden in Kolumbien

    Im Museo Nacional de Cacao in Costa Rica

    Per Hängematte auf dem Amazonas: Eine Schifffahrt

    Am Mikrofon: Laura Kingston

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Arzt und Schriftsteller Jakob Hein im Gespräch mit Tanja Runow

    Humor und tiefere Erkenntnis schließen sich nicht aus, dafür ist Jakob Hein der lebende Beweis. Als Kinder- und Jugendpsychiater mit eigener Praxis ist er mit den Untiefen des Lebens vertraut. Das kommt auch dem Comedian und Bestsellerautor zugute.

  • 15:05 Uhr

    Das Magazin - Neues aus der Szene
    Am Mikrofon: Tim Schauen

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Ursula K. Le Guin: „Der Tag vor der Revolution.
    25 Science-Fiction-Storys“
    Aus dem amerikanischen Englisch neu übersetzt von Karen Nölle
    (TOR / S. Fischer Verlag)
    Ein Beitrag von Tobias Lehmkuhl

    Am Mikrofon: Jan Drees

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    KI und Rechenzentren - Wie viel Energie eine Chatbot-Anfrage wirklich kostet
    Von Friederike Walch-Nasseri und Moritz Metz

    Die KI-Branche liefert sich ein Wettrüsten. Tech-Konzerne investieren hunderte Milliarden in Rechenzentren und versprechen, die KI-Serverfarmen der Zukunft mit grünem Strom zu betreiben. Fachleute zweifeln und fordern mehr Transparenz. Moritz Metz und Friederike Walch-Nasseri sprechen darüber, wie viele Ressourcen KI-Chatbots tatsächlich fressen.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Die Welt nach dem Westen - Politikwissenschaftler Daniel Marwecki, Universität Hongkong, über neue Machtzentren und westliche Doppelmoral, im Gespräch mit Anja Reinhardt

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Moderner Identitätskampf - Nuran David Calis inszeniert Shakespeares "Hamlet" am Nationaltheater Mannheim

    Joseph Beuys und der Nationalsozialismus - Eine Tagung auf Schloss Moyland
    Kurator Alexander Grönert im Gespräch

    "Rage" - Die neue Inszenierung von Milo Rau wird in Stockholm uraufgeführt

    Mary Shelleys Gruselgeschichte - „Frankenstein“ boomt auf der Theaterbühne

    Am Mikrofon: Doris Schäfer-Noske

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr

    Alle Macht für Trump: Wie der US-Präsident das Amt verändert

  • 20:05 Uhr

    Die schöne Landschaft aller
    Von Antje Meichsner
    Regie und Ton: die Autorin
    Produktion: Deutschlandfunk Kultur/SWR 2024
    Länge: 54‘30

    Wald. Schluchten. Felsformationen. Die Sächsische Schweiz ist wie ein Märchenland. In der viele Rechtsextreme leben. Was erzählen Ehemalige, Zugezogene und Dagebliebene, die damit nicht einverstanden sind?

    Wer hier wandert und sich auskennt, tut es leise. Durch die Wälder und Schluchten, über die Felsen und Stege bewegt man sich behutsam - eine ungeschriebene Grundregel in der Sächsischen Schweiz. Und wer nur etwas abseits der viel frequentierten Wanderwege und Zeiten unterwegs ist, bewegt sich aus der rationalen Alltagswelt heraus. In eine Wirklichkeit, wo ein Hausgeist namens Buddel zu Reichtum verhilft, wenn ihm abends Milch hingestellt wird.
    Etwas ganz Eigenes, Magisches, auch Rauhes hat die Sächsische Schweiz. Wer hier aufgewachsen ist, trägt sie ein Leben lang in sich. Andere verlieben sich in sie und ziehen hin. Aber es ist auch eine Region, in der Rechtsextreme Mehrheiten bilden, sozial akzeptiert und gut vernetzt sind. Wie geht es denen, die da nicht mitmachen wollen? Antje Meichsner führt Gespräche mit Menschen, die in der Schule gemobbt und verprügelt wurden, und hört Erlebnisse aus den Dörfern, aus der Schule, aus der Landschaft. Manche haben die Sächsische Schweiz verlassen, andere sind hingezogen, verbunden mit ihr sind sie alle. Und alle eint die Frage: Wie lebt es sich in der schönen Landschaft aller?

    Antje Meichsner ist multidisziplinäre Künstlerin in den Feldern Komposition, Text, Radio und Film. Sie beschäftigt sich mit Landschaften und ihrer Repräsentation in den Menschen, die darin leben. In ihren Soundarbeiten dekonstruiert sie mit Field Recordings und Sprachmaterial das Befinden des Subjekts in der Gesellschaft. Neben Installationen und Hörspielen macht sie auch Live-Konzerte. Zuletzt im Radio: „Genauso bloß anders“ (Deutschlandfunk 2021), ein Hörspiel über das Coming of Age einer Ost-Punkerin in der Wendezeit.

  • 21:05 Uhr

    Beethovenfest Bonn 2025

    What Would Circe Do?

    Wally Gunn
    „What Would Circe Do?“ (Uraufführung)

    „Kassia“
    Byzantinisch-orthodoxe Hymnen, arr. von Burak Özdemir

    Laura Marconi
    „Giselle“(Auszüge)

    Elisabeth Jacquet de La Guerre, Sieur de Sainte-Colombe u.a.
    Solostücke für Viola da Gamba

    Sjaella, Vokalensemble
    Lucile Boulanger, Viola da Gamba

    Aufnahme vom 25.9.2025 aus der Kreuzkirche, Bonn

    Am Mikrofon: Susanne Herzog

    Der Drang nach Entfaltung ist das Thema dieses Konzerts, das Frauenfiguren aus verschiedenen Epochen in den Fokus rückt.

    Circe, Kassia und Giselle - unterschiedlicher könnten die Frauenfiguren nicht sein, die das Vokalsextett Sjaella ins Zentrum seines Konzerts stellt. In „What would Circe do?“ von dem australischen Komponisten Wally Gunn fragt Sjaella die mächtige Zauberin Circe um Rat. Die Melodien von Kassia, der ersten Komponistin der Musikgeschichte, hat Burak Özdemir für Vokalsextett arrangiert, und Laura Marconi wagt einen zeitgenössischen Blick auf die tragische Figur der Giselle aus dem Ballettklassiker. Unter dem Motto „The Thriving Principle“ - „Das Prinzip der Entfaltung“ entwickelt Sjaella für jede der drei Frauenfiguren individuelle Klangwelten, die die Gambistin Lucile Boulanger durch barocke und auch zeitgenössische Akzente mit ihrer Gambe bereichert.

  • 23:05 Uhr