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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 15.02.2026

  • 00:05 Uhr

    Die Moderne aus dem Dorf
    Eine Lange Nacht über Paula Modersohn-Becker
    Von Berit Hempel
    Regie: Burkhard Reinartz
    Wdh.v.30./31.03.2024

    „Ich bin glücklich, glücklich, glücklich!“ - schreibt die vor 150 Jahren geborene Künstlerin Paula Becker 1897 über ihren ersten Aufenthalt in der Künstlerkolonie Worpswede. Hier möchte sie lernen, das Wesen der Menschen darzustellen. Sie porträtiert Mädchen vor hellen Birken, alte Frauen, die sich auf einen Stock stützen, zeichnet lebensgroße Akte. Das Dorf im Teufelsmoor bedeutet für die junge Frau Freiheit und Bildung. Hier findet sie auch ihren späteren Ehemann, den Maler Otto Modersohn. Doch bald ist ihr die Künstlerkolonie zu eng, es zieht sie nach Paris, wo Künstler wie Auguste Rodin und Pablo Picasso neue Formen und neue Inhalte für die Kunst suchen. In Paris sieht sie Ausstellungen avantgardistischer Künstler und versucht, ihre eigene Malerei auf das Wesentliche zu reduzieren. 1906 porträtiert sie sich selbst als nackte schwangere Frau - der erste weibliche Selbstakt in der Kunst -, malt eine nackte Mutter, die neben ihrem Säugling liegt. Alles neue Motive für diese Zeit. Hin- und hergerissen zwischen Paris und Worpswede entscheidet sie sich schließlich für das Leben auf dem Dorf mit ihrem Mann. 1907 bringt sie ein Kind zur Welt, doch wenige Wochen nach der Geburt bricht sie zusammen, stirbt mit den Worten „wie schade“ auf den Lippen. Nach ihrem Tod wurde ihr in Bremen ein Museum gebaut, das erste allein einer Künstlerin gewidmete. Ihre Bedeutung als Künstlerin und Wegbereiterin der Moderne hatte kaum einer ihrer Zeitgenossen erkannt.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Klavier-Festival Ruhr 2024

    Jean-Baptiste Antoine Forqueray
    La Rameau

    La Sylva

    Jupiter

    Justin Taylor, Cembalo
    Aufnahme vom 18.6.2024 aus der Orangerie Schloss Rheda

    03:05 Uhr   Heimwerk

    "Helikon"

    Mikis Theodorakis
    "Helikon". Konzert für Klavier und Orchester
    Danae Dörken, Klavier
    Staatskapelle Weimar
    Leitung: Kornilius Michailidis

  • 06:10 Uhr

    William Byrd
    Kyrie aus: Messe für 4 Stimmen
    Voces8

    Anthoni van Noordt
    Psalm 119 für Orgel
    Manuel Tomadin an der F. Stellwagen-Orgel der Jacobikirche in Lübeck

    Johann Theodor Römhildt
    "Meine Sonne stehet stille". Kantate zum Sonntag Estomihi
    Klaus Mertens, Bass
    Accadmia Daniel
    Leitung: Shalev Ad-El

    Johann Sebastian Bach
    "Sehet, wir gehen hinaus gen Jerusalem". Kantate zum Sonntag Estomihi, BWV 159
    Claudia Schubert, Alt
    James Oxley, Tenor
    Peter Harvey, Bass
    Choirs of Clare and Trinity Colleges Cambridge
    The English Baroque Soloists
    Leitung: John Eliot Gardiner

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Singapur - Lion Dance zwischen Tradition und Neuanfang

    Die Monetarisierung der Welt durch Silber - Ein Interview mit dem Historiker Tillmann Bendikowski

    Wie politisch ist der Karneval? Ein Interview mit dem Literaturwissenschaftler und Publizisten Jörg Bong

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    "Erstickungstaktik"? Die USA gegen Kuba - Ein Interview mit dem Politologen Bert Hoffmann

    Denk ich an Deutschland: die belgische Schriftstellerin Gaea Schoeters

    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Sterben Christen, Juden und Muslime in gleicher Weise?
    Das Verständnis des Todes in Christentum, Judentum und Islam
    Von Gunnar Lammert-Türk
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 20 Jahren: Verfassungsgericht verbietet Abschuss von entführten Flugzeugen

  • 09:10 Uhr

    Klaviermusik

  • 09:30 Uhr

    Für immer Jugendlich
    Wie wir uns mit Mode und Popkultur dem Altern verweigern
    Von Laura Ewert

    Die Babyboomer bleiben ewig jung: Sie übernehmen Trends ihrer Kinder, konsumieren Jugendlichkeit und verwischen die Grenzen der Generationen. Was bedeutet dieser Wandel für Gesellschaft, Konsum und unser Bild vom Alter?

    Früher wollten sie nur Teil einer Jugendbewegung sein. Heute sind sie es immer noch: Über 50-Jährige wissen, was die Popkultur ins Scheinwerferlicht rückt, sie sammeln Turnschuhe und tragen Bauchfrei wie ihre Kinder, trinken Nahrungsergänzungs-Shakes, buchen die Eigenbluttherapie und „leihen“ sich von ihren Kindern die Baggy-Jeans. Erleben wir gerade die erste Generation, die für immer in der Ästhetik der Jugend verbleibt? Wenn Alter nur noch ein Datum im Pass zu sein scheint (und man die Kosten, die dieses Datum im Gesundheits- und Sozialwesen verursacht, ausblendet), verändert sich auch das Verhältnis der Generationen. Nicht nur, wenn es um Rentenkennziffern und Haltelinien geht. Aber was sagt es über eine Gesellschaft aus, wenn selbst im Konsumbereich die Produkte, die sich gezielt an alte Menschen richten, Jugendlichkeit ausstrahlen sollen? Airpods, die das Hörgerät ersetzen, oder E-Bikes, die wie hippe Rennräder aussehen.

    Laura Ewert, geboren 1982, lebt als freie Autorin, Kolumnistin und Moderatorin in Berlin. Sie schreibt für die Die Zeit, Monopol, Spiegel oder der freitag über Gesellschaft und Kultur.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Kirche St. Marien in Berlin
    Zelebrant: Pfarrer Matthias Brühe
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Wolfram Weimer, Kulturstaatsminister

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Die Kapverden und ihre Musik

    Jacques Préverts Ende der Welt

    Trier

    Schneeballn-Botschafter von Rothenburg ob der Tauber

    675 Jahre Narrengericht Stockach

    Am Mikrofon: Laura Kingston

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Chemiker Benjamin List im Gespräch mit Paulus Müller

    2021 hat er den Nobelpreis für Chemie für die Entdeckung der asymmetrischen Organokatalyse erhalten. Die Arbeit hilft bei der Herstellung von Medikamenten und Solarzellen. 2004 überlebte er mit seiner Familie knapp die Tsunami-Katastrophe in Thailand.

  • 15:05 Uhr

    Das Rockjahr 1976
    Von Fabian Elsäßer

    1976 wurde lauter, härter, wilder - Punkrock aus England, Hardrock aus Australien und ein britischer Berliner sorgen für Furore.

    Das Rockjahr 1976 musste sich ganz schön in Leder und Nieten (KISS) strecken, denn der Punk-Rock (The Ramones) drehte die Verstärker noch weiter auf. Es wurde also härter, der Hardrock machte neben - softeren, aber absolut erfolgreichen - Stadion-Bands wie Fleetwood Mac, The Eagles oder Boston, Kansas, Heart mächtig Druck. Doch zum Glück für das ewigjunge Genre erschien 1976 das doppelte Debüt („High Voltage“) der australischen Band AC/DC, und David Bowie zog nach Berlin, wo er fast zum Überirdischen wurde. Dennoch: Synthesizer und in voller Blüte pulsierende Disko-Ära groovten heftig, bereit zur Machtübernahme. Doch, der Spruch gilt damals wie heute: Rock'n'Roll will never die! Und 1976 schon mal gar nicht.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Norbert Gstrein: „Im ersten Licht“
    (Hanser Verlag)
    Ein Beitrag von Jan Drees

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    Designer-Wirkstoffe - Künstliche Intelligenz im Kampf gegen Antibiotikaresistenz

    Von Maximilian Brose und Friederike Walch-Nasseri

    Noch nie war der Bedarf an neuen Antibiotika im Zeitalter der modernen Medizin so hoch wie heute. Aber Forschende in Philadelphia sagen Resistenzen den Kampf an: Ein Algorithmus soll KI-Antibiotika der Zukunft designen und so Leben retten. Maximilian Brose und Friederike Walch-Nasseri sprechen darüber, ob ein KI-Modell wirklich in der Lage ist, die Komplexität der Evolution zu imitieren.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente
    Deutsche Kulturarbeit in Israel - Der Leiter des Goethe-Instituts in Tel Aviv, Reimar Volker, im Gespräch mit Karin Fischer

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen
    Größte Retrospektive des dänischen Installationskünstlers Danh Vo im Stedelijk Museum in Amsterdam  

    "Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten" - Mateja Kolznik inszeniert ein Stück von Tiago Rodrigues in Bochum als deutschsprachige Erstaufführung

    Berlinale - Filmprominenz am ersten Wochenende

    "Frida" - Choreografin Annabelle Lopez Ochoa würdigt die Malerin am Ballett Dortmund

    AfD Verbot: Wie groß ist der Einfluss der Kultur? Die Intendantin der Kulturfabrik Kampnagel Hamburg, Amelie Deuflhard, im Gespräch

    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr

    Rundfunkbeitrag - Warten auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts

  • 20:05 Uhr

    Angst, Wut, Hoffnung
    Das rassistische Attentat von Hanau und die Folgen
    Von Sebastian Friedrich
    Regie: Hannah Georgi
    Mit: Serkan Kaya
    Ton: Gerd Nesgen
    Deutschlandfunk Kultur/NDR 2025
    Länge: 54'30

    Beim rassistischen Anschlag von Hanau verlor Serpil Temiz Unvar ihren Sohn Ferhat. Seitdem kämpft sie mit der „Bildungsinitiative Ferhat Unvar“ gegen Rassismus. Das Feature begleitet Angehörige, Überlebende und Weggefährten.

    Am 19. Februar 2020 veränderte sich das Leben von Serpil Temiz Unvar für immer. An diesem Tag tötete im hessischen Hanau ein 43-jähriger Mann ihren Sohn Ferhat und weitere acht junge Menschen mit Migrationshintergrund. Noch im Jahr des Attentats gründete sie die „Bildungsinitiative Ferhat Unvar“, die sich für eine Gesellschaft ohne Rassismus einsetzt.
    Das Feature begleitet Serpil Temiz Unvar und ihre Tochter Nesrîn Unvar in den Jahren nach dem Anschlag - zwischen Trauer, Aktivismus und alltäglichen Anfeindungen. Neben der Familie kommen auch die Protagonistinnen und Protagonisten zu Wort, die bereits in der Vorgänger-Doku von Sebastian Friedrich („Der erste Tag. Das Attentat von Hanau“) zu hören waren: Arjin Civelek-Bicer, die seit ihrer Kindheit mit Ferhat Unvar befreundet war und das Attentat überlebte; Jaweid Gholam, der die letzten Stunden mit Ferhat verbrachte und wenige Minuten vor dem Anschlag nach Hause ging; Antje Heigl, die als Sozialarbeiterin im Jugendzentrum Hanau-Kesselstadt viele der Ermordeten über Jahre hinweg begleitet hatte; sowie Said Etris Hashemi, dessen Bruder Said Nesar Hashemi ermordet wurde und der selbst schwer verletzt überlebte.
    Das Feature zeigt, wie persönliche Verluste, gesellschaftliche Missstände und fragwürdiges Verhalten der Behörden zu Enttäuschungen, Frustrationen und Misstrauen führen - und wie ein unermüdlicher Einsatz gegen Hass und Unterdrückung trotz alledem Hoffnung stiften kann. Im Gespräch mit Freunden, Zeuginnen und Betroffenen stellt sich die Frage nach einem sinnvollen Leben nach dem Verlust - in einer Gesellschaft, in der rechtsradikale Kräfte stark sind wie nie.
    Für die Protagonisten sind Alltagsrassismus und eine sich zunehmend formierende politische Rechte auf bedrückende Weise spürbar. Der Vater des Täters, welcher nach der Tat seine Mutter und sich selbst getötet hatte, lebt weiterhin in direkter Nachbarschaft zur Familie Unvar und belästigt sie seit dem Anschlag mit rechten Parolen. Und die AfD erzielte 2023 ausgerechnet in Hessen ihr bislang bestes Wahlergebnis in einem westdeutschen Bundesland.

    Sebastian Friedrich, 1985 in Halle (Saale) geboren, ist freier Journalist und Autor. Er arbeitet u.a. für das ARD-Politikmagazin Panorama, die Wochenzeitung Der Freitag, den NDR sowie den Deutschlandfunk. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit Rechtsradikalismus, der Entwicklung des Kapitalismus und seiner Alternativen, Diskurstheorie und Klassenanalyse. Zuletzt: „Deutsches Denken - Rechte Intellektuelle der Bundesrepublik“ (Deutschlandfunk Kultur 2025, zusammen mit Nils Schniederjann).

  • 21:05 Uhr

    Theater des Erzählens
    Zeitgenössische Pansori-Gesänge in Hannover und Bremen

    Niloufar Shabazi
    [vâv Ché]

    CHEN Chengwen
    Musik für Susanna

    Jungeun Park
    Eingravierte Erinnerung

    Joachim Heintz
    Salz

    Soohyun Moon (Gesang)
    Sori Choi Buk (Trommel)

    Aufnahme vom 22.11.2025 im Kulturzentrum Faust, Hannover
    Am Mikrofon: Hanno Ehrler

    In zweijährigem Rhythmus organisiert der Komponist und Hochschullehrer Joachim Heintz in Hannover Veranstaltungen mit traditionellen ostasiatischen Ensembles. Workshoparbeit mit zeitgenössischen Komponierenden steht in der Regel am Anfang, in der Folge entstehen neue Stücke. Joachim Heintz möchte so kulturelle Dialoge in Gang setzen. Im vergangenen Jahr hatte er zwei Pansori-Musikerinnen aus Korea eingeladen. Pansori ist eine aus dem Volkstümlichen stammende Art von Gesang, der mit Gesten verbunden ist und von einer Trommel begleitet wird. Dieser Gesang erzählt Geschichten - und zwar in epischem Ausmaß. Eine Aufführung kann mehrere Stunden dauern. Im November vergangenen Jahres wurden sie im Rahmen des „Musik 21 Festivals“ in Hannover aus der Taufe gehoben.

  • 23:05 Uhr
  • 23:30 Uhr