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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 22.02.2026

  • 00:05 Uhr

    Als der Gesang politisch wurde
    Eine Lange Nacht vom Männergesangverein
    Von Dr. Martin Erdmann
    Regie: der Autor

    Der deutsche Männergesangverein ist für viele eine Einrichtung, die längst aus der Zeit gefallen ist. Erhabene Gefühle beim Anblick des deutschen Waldes oder Loblieder auf Königstreue und blinkende Schwerter scheinen ein Klischee des Ewig-Gestrigen zu bestätigen, politisch wie ästhetisch. In Vergessenheit geraten ist, dass diese spezielle Art des Chorgesangs zunächst eine politische Bedeutung hatte, die keineswegs rückwärtsgerichtet war. Sie bot im Gegenteil häufig Anlass zu Debatten, die von der Obrigkeit keineswegs erwünscht waren. Das gilt für die Restaurationszeit Metternichs ebenso wie für die aufkommende Arbeitersingbewegung nach der Gründung des Deutschen Reiches. Martin Erdmann zeichnet die Geschichte des Männergesangvereins von den Anfängen bis in seine Blütezeit nach und porträtiert einzelne Komponisten und Dichter. Bis heute ist die Vergangenheit noch lebendig wie Porträts eines traditionsreichen Gesangvereins aus Bochum und eines jungen Männerchors aus Berlin, der die überlieferten Klischees aufbricht, zeigen.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    30 Jahre Aleph-Gitarrenquartett

    Georg Friedrich Haas
    "ALEPH" für Gitarrenquartett

    Alberto Hortigüela
    "Aleph - Omega - Aleph" für 4 Gitarren

    Sophie Youjung Lee
    "Butterflies are swallowed and still flying" für 4 Gitarren

    Gerhard E. Winkler
    "Frostblüte" für 4 Gitarren

    Aleph Gitarrenquartett

    Aufnahme vom 12.10.2023 im Wolfgang Rihm Forum Karlsruhe

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Alle Menschen werden Schwestern

    Fanny Hensel
    Fantasie für Violoncello und Klavier g-Moll

    Giovanni Sollima
    Lamentatio für Singstimme und Violoncello

    Anouchka Hack
    Katharina Hack
    Improvisation - Epilog für Violoncello und Klavier

    Anouchka Hack, Violoncello, Singstimme
    Katharina Hack, Klavier

  • 06:05 Uhr

    Merz' Reise nach China: Der Kanzler sendet ein falsches Signal
    Von Moritz Koch, Ressortleiter Poitik, Handelsblatt

  • 06:10 Uhr

    Francesco Feo
    "Confitebor". Psalmvertonung für 5 Stimmen
    Anja Züger, Sopran
    Dorothea Wagner, Sopran
    Dominika Hirschler, Alt
    Tobias Hunger, Tenor
    Tobias Berndt, Bass
    Sächsisches Vocalensemble
    Batzdorfer Hofkapelle
    Leitung: Matthias Jung

    Louis Couperin
    "Fantaisie Duretez" für Orgel
    Jean Rondeau, Orgel

    Christoph Graupner
    "Erzittre, toll und freche Welt". Kantate zum Sonntag Invokavit für Soli, Oboe, Fagott, 2 Violinen, Streicher und Basso continuo, GWV 1120/41
    Jan Kobow, Tenor
    Dominik Wörner, Bass
    Simone Schwark, Sopran
    Dominik Wörner, Bass
    Ex Tempore
    Leitung: Florian Heyerick

    Franz Schubert
    Kyrie für Chor und Orchester F-Dur, D 66
    Chor des Bayerischen Rundfunks
    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
    Leitung: Wolfgang Sawallisch

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Nach der Bärenvergabe - Fazit der 76. Berlinale

    Chruschtschows "Geheimrede" vor 70 Jahren - Was aus der Abkehr vom Personenkult geworden ist. Ein Interview mit dem Osteuropahistoriker Stefan Creuzberger

    Medienkompetenz - Eltern als blinder Fleck in der Social-Media-Debatte? Ein Interview mit dem Medienwissenschaftler Daniel Hajok

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Equal Pay Day - Wo klafft die Lohnlücke? Ein Interview mit der Sozialwissenschaftlerin Lena Hipp

    Denk ich an Deutschland: die Stand-Up-Komikerin Lisa Feller

    Am Mikrofon: Christoph Reimann

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Gewonnen werden wollen.
    Wenn Gott um uns und für uns streitet
    Von Fra‘ Georg Lengerke
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 20 Jahren: Die Dichterin Hilde Domin gestorben

  • 09:10 Uhr

    Alte Musik

  • 09:30 Uhr

    Eintauchen! - Vom Schwimmen und Schreiben
    Von Andrea Gerk
    Deutschlandfunk 2026

    Kopfüber hineinspringen in eine der rot-weiß markierten, schnurgeraden Bahnen: Einen kräftigen Zug nach dem anderen, wenden und weitergleiten, fast so, als würde die Bahn nie enden. Für manche Menschen ist Schwimmen eine Lebensform.

    Wie gleichmäßige Bewegungsabläufe den Kopf frei machen können für frische Gedanken, Einfälle und Gelüste, lässt sich bei kaum etwas so gut erfahren wie beim Bahnen ziehen, über das die ehemalige Olympiaschwimmerin und Künstlerin Leanne Shapton schreibt: „Beim Schwimmen lasse ich die Gedanken schweifen. Ich rede mit mir selbst.“ Derartige Selbstgespräche (im einzigen Element, das uns schweben lässt), pflegen auffallend viele Dichter und Denker: Im Coming-of-Age Roman ist das Freibad ein beliebter Schauplatz, vielleicht, weil jeder sofort die spezielle Mischung aus Chlor, Pommes und Sonnenmilch - und damit den Duft der eigenen Jugend - in der Nase hat. Das verbindet, wie überhaupt das Schwimmbad ein Ort gesellschaftlicher Utopie sein kann und das gilt nicht nur für das von Max Frisch in den 1960er-Jahren entworfene Zürcher Letzibad. Wenn Verlegerlegende Sigfried Unseld jeden Morgen (neben seinem Kollegen KD Wolf) seine Bahnen im Frankfurter Freibad Hausen zog, unterschied er sich in nichts vom Hausmeister des Suhrkamp Verlags, der vielleicht ein paar Meter weiter in den Tag kraulte. Denn in Badeanzug oder -hose sind wir alle gleich.

    Andrea Gerk studiert angewandte Theaterwissenschaften und ist Moderatorin und Autorin fürs Radio. 2015 veröffentlicht sie ihr Buch „Lesen als Medizin", in ihrem zweiten Buch „Lob der schlechten Laune" (2017) stellt sie die Hypothese auf, dass schlechte Stimmung produktiv macht. Seither sind gemeinsam mit der Illustratorin Moni Port „Fünfzig Dinge, die erst ab fünfzig richtig Spaß machen“ (2019), „Ich bin da mal raus“ (2021) und „Pause!“ (2023) entstanden. Mit ihrer Familie lebt sie in Berlin.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Versöhnungskirche der KZ-Gedenkstätte in Dachau
    Predigt: Pfarrer Björn Mensing und Regionalbischof Thomas Prieto-Peral
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Oleksij Makejew, Botschafter der Ukraine in Deutschland

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt


    Das Tempelhofer Feld -
    Ein besonderer Ort


    Oh, wie schön ist...
    Emmerich


    "Bei uns liegen Sie richtig!"
    Zu Besuch auf dem Wiener Zentralfriedhof


    Am Mikrofon: Laura Kingston

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Schauspieler und Moderator Daniel Donskoy im Gespräch mit Anna Seibt

    Aufgewachsen in Berlin und Tel Aviv als Sohn einer ukrainischen Mutter und eines russischen Vaters, ist Daniel Donskoy ein Kosmopolit. Bekannt wurde er als Moderator der Late-Night-Show „Freitagnacht Jews“. 2025 erschien sein Debütroman „Brennen“.

  • 15:05 Uhr

    Fuck the menopause away
    Die kanadische Musik-Aktivistin Peaches
    Von Laura Aha

    Peaches wäre nicht Peaches, wenn sie der Welt geben würde, was diese von ihr will: neues Album, neue Kampfansage!

    Wer Punk sagt, muss auch Peaches sagen: Seit über 25 Jahren mischt die 1966 in Toronto geborene kanadische Wahlberlinerin zwischen Avantgarde, obszönem Humor und sexueller Transgression die Popwelt auf - ob sie im Peniskostüm oder mit künstlichen Brüsten überwuchert auf der Bühne steht. „No Lube So Rude“ ist ihr erstes Album seit zehn Jahren. Zwischen Elektroclash, Punk und Pop wird ihr Körper darauf wieder zum Austragungsort gesellschaftspolitischer Kämpfe. Die Texte sind derb, explizit, aber auch überraschend verletzlich: „No Lube So Rude“ bietet den offenen Blick einer queeren Ikone nach der Menopause auf eine Gesellschaft, die sich wohl eher leises Verschwinden der Künstlerin gewünscht hätte als diese sexuell aufgeladene Kampfansage. Aber Peaches wäre nicht Peaches, wenn sie der Welt geben würde, was diese von ihr will.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Rachel Khong: „Real Americans“
    Aus dem amerikanischen Englisch von Tobias Schnettler
    (Verlag Kiepenheuer & Witsch)
    Ein Beitrag von Oliver Pfohlmann

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    KI kontrovers - OpenClaw, Moltbook und der neue Hype um KI-Agenten

    Von Friederike Walch-Nasseri und Carina Schroeder

    OpenClaw steht für eine neue Generation von KI-Agenten. Sie wirken intelligent und autonom. Doch KI-Bots, die Computer steuern, miteinander philosophieren oder Menschen für sich arbeiten lassen, lösen auch heftige Kritik und Sicherheitsbedenken aus. Unter dem Motto "KI kontrovers" diskutieren Carina und Fedi über die Chancen und Risiken von intelligenten Software-Agenten als persönliche Assistenten.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr

    Bedrohung von rechts - Deutsch-französische Städtepartnerschaft unter Druck

  • 20:05 Uhr

    Das ist Raumklang!
    Musikhören zu Hause zwischen Schellack und Streaming
    Von Sascha Wundes
    Regie: Nicole Paulsen
    Mit: Franziska Beyer, Udo Rau und Stefan Roschy
    Ton und Technik: Thomas Rau und Sabine Klunzinger
    SWR 2024
    Länge: 54'14

    Wer erinnert sich noch an Tonmöbel, Testplatten und dieses ganz besondere Knistern vorm ersten Track? Damals nahm die Musik einen ganz eigenen Raum ein. Wie wir früher gehört haben und was davon blieb: eine akustische Spurensuche.

    Vor Spotify, Bluetooth-Speakern und In-Ear-Kopfhörern klang Musik nicht nur anders. Sie war außerdem noch sichtbar, präsent in wuchtigen Boxen, edlen HiFi-Anlagen und Schallplattencovern. So manifestierte sich eine eigene, inzwischen weitgehend verschollene Wohnzimmerkultur.
    Sascha Wundes und Nicole Paulsen nehmen uns mit auf eine Reise zurück in die Klanglandschaften der alten Bundesrepublik: in Wohnzimmer voller Tonmöbel, zu Testplatten mit seltsamen Geräuschen - und zum konzentrierten Hören als Kulturgut.

    Sascha Wundes, geboren 1971 in Solingen, studierte Ethnologie, Soziologie und Politikwissenschaft. Er lebt seit 2005 in Dortmund, wo er mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen arbeitet. Seit 2008 schreibt er auch für den Hörfunk. Zuletzt: „Die explosiven Reste der Vergangenheit - Blindgänger“ (SWR 2021).

  • 21:05 Uhr

    Maurice Ravel
    Konzert für Klavier und Orchester G-Dur

    Hans Rott
    Sinfonie Nr. 1 E-Dur

    Lang Lang, Klavier
    Berliner Philharmoniker
    Leitung: Paavo Järvi

    Aufnahme vom 13.02.2026 aus der Philharmonie Berlin

    Am Mikrofon: Uwe Friedrich

    Die estnische Musiker-Familie Järvi hat eine Vorliebe für ausgefallenes Repertoire. Das scheint in den Genen zu liegen, denn entlegene Werke, die Vater Neeme dirigiert hat, tauchen regelmäßig bei Sohn Paavo wieder auf. Im Falle der E-Dur-Sinfonie von Hans Rott fällt das schon deswegen auf, weil die Berliner Philharmoniker dieses Werk bislang überhaupt nur einmal gespielt haben - unter Leitung des Seniors - , und der Junior nun für die zweite Aufführung sorgt. Das Werk des frühvollendeten Zwanzigjährigen hat jede Aufmerksamkeit verdient: Es ist ein Geniestreich, der stilistisch exakt zwischen dem Lehrer Anton Bruckner - der hielt ihn für seinen „besten Schüler“ - und dem Weggefährten Gustav Mahler steht. Für den brillanten Auftakt des Abends sorgt das verspielte Klavierkonzert von Maurice Ravel mit dem Tausendsassa Lang Lang am Klavier.

  • 23:05 Uhr
  • 23:30 Uhr