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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 16.08.2026

  • 00:05 Uhr

    Der Erfinder Brasiliens
    Eine Lange Nacht über den Architekten Oscar Niemeyer
    Von Tom Noga
    Regie: der Autor

    Oscar Niemeyer entwarf nicht nur Häuser, Museen oder Kathedralen. Er entwarf eine Vision der Zukunft. Die Lange Nacht erzählt vom Weg eines jungen Architekten aus Rio de Janeiro, der mit seinen geschwungenen Linien die moderne Architektur revolutionierte und zum Schöpfer Brasílias wurde - jener futuristischen Hauptstadt, die mitten im brasilianischen Niemandsland entstehen sollte. Doch die Geschichte Oscar Niemeyers ist mehr als die Geschichte spektakulärer Gebäude. Sie führt hinein in das Brasilien des 20. Jahrhunderts: in eine Zeit des Aufbruchs, der politischen Utopien und gesellschaftlichen Gegensätze. Niemeyer glaubte an Fortschritt, an soziale Gerechtigkeit und an die Kraft der Kunst. Seine Architektur sollte offen, leicht und demokratisch sein - selbst dann, wenn sie aus tonnenschwerem Beton bestand. Die Lange Nacht folgt Niemeyer von den Stränden Rios über die Baustellen Brasílias bis ins Exil nach Europa. Weggefährten, Historiker und Architekten erzählen von einem Jahrhundertkünstler, der mit seinen Bauten Weltruhm erlangte und zugleich immer umstritten blieb. Zwischen Euphorie und Größenwahn bewegte sich sein gestalterisches Wollen, zwischen gesellschaftlichem Aufbruch und Militärdiktatur seine politische Wirklichkeit. Er war überzeugt, dass eine bessere Welt gebaut werden kann. Eine Reise durch Architektur und Politik, durch Beton und Poesie - und durch die Erfindung eines modernen Brasiliens.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Ljubica-Marić-Mikrofestival 2025 "Songs of Space"

    Ljubica Marić
    Quintett für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn

    Archaia II für Bläsertrio

    Sinfonietta Dresden

    Aufnahme vom 10.5.2025 in der Hochschule für Musik, Dresden

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Violin Sonatas Nos 1, 5, 6 & 10

    Ludwig van Beethoven
    Sonate für Violine und Klavier G-Dur, op. 96

    Antje Weithaas, Violine
    Dénes Várjon, Klavier

  • 06:05 Uhr

    Nach Ceuta: In Dänemark und Schweden geht es vor allem um Innenpolitik
    Von Jana Sinram

  • 06:10 Uhr

    David Bednall
    „Assumpta est Maria“. Motette
    ORA Singers
    Leitung: Suzi Digby

    Johann Ludwig Bach
    „Durch sein Erkenntnis“. Kantate zum 11. Sonntag nach Trinitatis, JLB 15
    Anna-Lena Elbert, Sopran
    William Shelton, Countertenor
    Richard Resch, Tenor
    Sebastian Myrus, Bass
    Capella Sollertia
    Leitung: Johanna Soller

    Dietrich Buxtehude
    „Auf meinen lieben Gott“. Choralpartita, BuxWV 179
    Martin Rost an der Schnittger/Rasche-Orgel der Dorfkirche Blankenhagen

    Johann Sebastian Bach
    „Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei“. Kantate zum 11. Sonntag nach Trinitatis, BWV 179
    Miriam Feuersinger, Sopran
    Daniel Johannsen, Tenor
    Peter Harvey, Bass
    Gaechinger Cantorey
    Leitung: Hans-Christoph Rademann

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Café Basimta - Jerusalems Kampf um den Schabbat

    "Schwitzen" - Temperatur und Gesellschaft. Ein Interview mit der Soziologin Elena Beregow

    Empathie und Handlungsdruck im Umgang mit Migranten. Ein Interview mit dem Philosophen Daniel Loick

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Hybride Kriegsführung. Ein Interview mit dem Generalstabsoffizier Thilo Geiger

    Denk ich an Deutschland: die Sängerin Constanze Freund

    Am Mikrofon: Christoph Reimann

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Altern
    Vom Einüben in eine Lebenshaltung
    Von Angelika Daiker
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 130 Jahren: Der Goldrausch am Klondike River beginnt

  • 09:10 Uhr

    Alte Musik

  • 09:30 Uhr

    Erzählen gegen den Untergang
    Scheherazades Kunst und die Kraft der Fiktionen in Zeiten der Bedrohung
    Von Samira El Ouassil

    Wie hilft Erzählen in autoritären Zeiten, in Gewaltszenarien und Multikrisen? Von Scheherazade bis heute erweisen sich Fiktionen als Überlebensstrategie: Sie verwandelt Ohnmacht in Handlung und Chaos in Sinn.
    „1001 Nacht” ist nicht nur die berühmteste Geschichtensammlung der Welt, sie ist selbst eine Erzählung übers Überleben: Mit ihren Geschichten rettete die legendäre Erzählerin Scheherazade sowohl sich, als auch alle verschonten Opfer des frauenmordenden Königs Schahriyar. Nirgends wird das Erzählen als Überlebensstrategie so deutlich wie hier - als das älteste Werkzeug des Menschen, um Chaos in Kausalität und Chronologie zu verwandeln und damit: Angst in Spannung und Ohnmacht in Handlung. Wie nutzen wir heute die Idee der „Survival by fiction”? Wie fabulieren wir gerade in Zeiten großer Bedrohlichkeit und Multikrisen, insbesondere angesichts erstarkender autoritärer Kräfte um unser Leben? Und wie erzählen wir uns aus der Angst heraus in eine Zukunft hinein, damit auch wir die nächsten Morgen noch erleben?
    Samira El Ouassil ist Kolumnistin, Schauspielerin und Autorin; nach dem Master in Kommunikationswissenschaft und der Bühnenreife arbeitet sie als Kolumnistin bei Übermedien, @mediasres sowie beim SPIEGEL. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik und dem Michael-Althen-Preis ausgezeichnet sowie zur Kulturjournalistin des Jahres gewählt. Mit Friedemann Karig veröffentlichte sie den für den Deutschen Sachbuchpreis nominierten Bestseller „Erzählende Affen“.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Evangelischen Martinskirche in Bad Hersfeld
    Predigt: Pröpstin Sabine Kropf-Brandau und Pfarrerin Lea Katharina Müller
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Künstlerin und globale Ikone:
    Frida Kahlo Ausstellung in London

    Wanderfreuden am niedergermanischen Limes -
    Archäologischer Park Xanten

    Das Museo Sa Bassa Blanca bei Alcudia

    Madeira -
    Insel der Blumen... und Bananen

    Der gute Geist von Rolandseck

    Am Mikrofon: Laura Kingston

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Politologe Albrecht von Lucke im Gespräch mit Joachim Scholl

    Er ist auf allen Kanälen aktiv: Albrecht von Lucke. In Funk, Fernsehen und Presse wird der 1967 geborene Politologe und Jurist als Analyst des politischen Geschehens und für sein Temperament geschätzt.

  • 15:05 Uhr

    Von Keyboardsolo bis Bratgitarre
    Die Band Kapa Tult
    Von Anja Buchmann

    Die Gruppe mit dem verdrehten Namen spielt Songs zwischen Indierock und Lo-Fi-Pop und hat Freude am Keyboardsolo.

    Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard sind die Instrumente der jungen Band, die 2018 von Sängerin/Gitarristin Inga Habinger und Sängerin/Schlagzeugerin Angela Requena Fuentes in Kassel gegründet wurde, bevor sie gemeinsam nach Leipzig gingen und dort schließlich zum Quartett expandierten. Die Gruppe mit dem verdrehten Namen, über den man gern mal stolpert, spielt Songs zwischen Indierock und Lo-Fi-Pop mit einem Schuss NDW und großer Freude am verspielten Keyboardsolo - hin und wieder schäkert die Band auch mit Sprechgesang und kurzen Deichkind-Avancen. „Immer alles gleichzeitig“ heißt ihr aktuelles, zweites Album, das vom Meister der Echtzeitaufnahme Moses Schneider produziert wurde und sehr druckvoll klingt. So besingen die Vier, die alle auch vokal zu hören sind, Themen wie mentale Gesundheit, Feminismus, Alltagsfrust und das Chaos moderner Beziehungen.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Valeria Luiselli: „Anfang Mitte Ende“
    Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit
    (Rowohlt Verlag)
    Ein Beitrag von Meike Feßmann

    Am Mikrofon: Jan Drees

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    KI und Beziehungen - Eine Geschichte von Liebe und Trauer
    Von Maximilian Brose und Carina Schroeder

    Ein Mann verliebt sich in seinen Chatbot. Als seine KI-Partnerin abgeschaltet wird, fehlt ihm ein wichtiger Teil seines Lebens. Zurück bleiben Verzweiflung und Trauer. Ein Porträt einer ungewöhnlichen Beziehung und eines persönlichen Verlustes. Carina Schroeder erzählt Maximilian Brose von Michael und seiner vertrauten Beziehung zu einem KI-System.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Kulturkampf in Sachsen-Anhalt: Thomas Bauer-Friedrich, Direktor des Kunstmuseums Moritzburg in Halle an der Saale, im Gespräch mit Niklas Ottersbach

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    "Der Menschfeind" - Jette Steckel inszeniert Molière bei den Salzburger Festspielen

    „Third Person“ - Lorna Simpson in der Punta della Dogana in Venedig

    Internationale Kunstform unter Druck - Die AfD und die Ballettsparte in Magdeburg.
    Jörg Mannes, Ballettdirektor und Choreograf, im Gespräch

    Klima oder Wetter? Was können wir aus der Geschichte über Dürren lernen?
    Der Historiker Franz Mauelshagen im Gespräch

    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr

    Häusliche Gewalt - Warum ältere Frauen nur schwer an Hilfe kommen
    Eine Sendung von Juli 2026

  • 20:05 Uhr

    Der Klang der Vielfalt
    Ein Transchor findet seine Stimmen
    Von Nele Dehnenkamp und Timo Stukenberg
    Regie: Nele Dehnenkamp
    Mit: Marius Bernard, Milo und Mari sowie den vielen Stimmen des „Berliner Transembles“
    Es sprachen: Lena Conrad
    Ton und Technik: Matthias Fischenich und Noah von Kügelgen
    WDR und Deutschlandfunk 2026
    (Wdh. v. 15.08.2026, 18.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur)

    Im Berliner Transemble finden Trans-Menschen einen geschützten Raum, um ihre Stimme neu zu entdecken. Die Doku begleitet Chorleiter Marius Bernard und erzählt von Empowerment, Identität, Vielfalt und der Suche nach der eigenen Stimme.

    Wenn Menschen ihr Geschlecht angleichen, verändern sie häufig auch ihre Stimme. Für den ausgebildeten Sänger Marius Bernard war dieser Prozess so herausfordernd, dass er während seiner Transition beinahe aufgehört hätte zu singen. Um anderen diese Erfahrung zu ersparen, gründete er das „Berliner Transemble“ - einen der wenigen Chöre für Trans-Menschen in Deutschland. Für seine Mitglieder ist der Chor ein geschützter Raum, in dem sie ihre Stimme trainieren und mit ihr experimentieren können. Als Chorleiter arbeitet Marius Bernard bewusst ohne feste Stimmzuschreibungen: Alle entscheiden selbst und immer wieder neu, wie „weiblich“ oder „männlich“ sie klingen wollen. Damit fragt der Chor auch: Wie hängen Körper, Identität und Stimme zusammen?

    Nele Dehnenkamp arbeitet als freie Autorin und Regisseurin für Dokumentarfilme und Radio-Features. Sie studierte Sozialwissenschaften in Berlin und New York sowie Dokumentarfilmregie an der Filmakademie Baden-Württemberg. In ihren meist beobachtenden Arbeiten betrachtet sie die Erfahrungen von Traum und Trauma, häufig aus der Perspektive von Frauen. Ihre Filme wurden auf international renommierten Festivals wie IDFA, DOK Leipzig und in Palm Springs gezeigt und vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grimme-Preis. Zuletzt realisierte sie das Feature „Kleines Universum“ für den Deutschlandfunk.

    Timo Stukenberg, geboren 1990 in Aachen, ist freier Journalist und Moderator. Er berichtet von Gerichten und aus Gefängnissen, von der Straße und vom Schreibtisch aus. In seinen Texten und Radiobeiträgen geht es um die extreme Rechte und Obdachlosigkeit, Strafvollzug und Gewalt gegen Frauen und Queers. Er ist Teil des Selbstlaut Kollektivs und Mitglied bei Freischreiber.

  • 21:05 Uhr

    Young Euro Classic

    Samuel Barber
    Ouvertüre zu „The School for Scandal”, op. 5

    George Gershwin
    „Concerto in F” für Klavier und Orchester

    Béla Bartók
    Konzert für Orchester

    Kirill Gerstein, Klavier
    National Youth Orchestra of the United States of America
    Leitung: Carina Canellakis

    Aufnahme vom 4.8.2026 aus dem Konzerthaus Berlin

    Am Mikrofon: Uwe Friedrich

    Dirigentin Carina Canellakis präsentiert mit dem NYO den US-amerikanischen Spitzennachwuchs.

    Das National Youth Orchestra of the USA hat nicht nur Werke amerikanischer Komponisten mitgebracht. Allerdings komponierte Béla Bartók mit dem „Konzert für Orchester“ eines seiner populärsten Werke kurz nach seiner Emigration in die USA. Er wollte seine Komposition nicht als Sinfonie bezeichnen, weil er nach eigenem Bekunden die Instrumente eher solistisch und virtuos behandelte. Ideal also für ein Jugendorchester, in dem sich der ambitionierte Nachwuchs eines Landes versammelt. Mit Gershwins Klavierkonzert in F haben sie außerdem ein Paradestück nordamerikanischer Musik im Gepäck, in dem der Komponist das traditionelle Solokonzert mit Jazzrhythmen angereichert hat.

  • 23:05 Uhr