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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 30.08.2026

  • 00:05 Uhr

    „Selbst wenn wir dafür mit dem Leben bezahlen.“
    Die Lange Nacht der Polarforschung
    Von Günther Wessel
    Regie: Friederike Wigger

    Nordpol und Südpol, Arktis und Antarktis waren lange Zeit Ziele hoffnungsvoller und verzweifelter Expeditionen. Ruhm und die Sehnsucht nach Heldentum lockten, bezahlt wurde mit Hunger und Entbehrungen, oft in monatelanger Dunkelheit, mit abgefrorenen Zehen, vielfach auch mit dem Leben. Der Nordpol wurde angeblich 1909 erstmals erreicht - wahrscheinlich nicht - , der Südpol sicher 1911. Die Lange Nacht erzählt die Geschichte der Polarforschung - von den ersten Expeditionen der frühen Neuzeit bis zu den modernen Forschungsmissionen. Sie erzählt von absurden Vorstellungen wie einem eisfreien warmen Meer an Nordpol, vom Glauben an die eigene überlegene Zivilisation, weshalb Expeditionen mit gut gefülltem Weinkeller, aber ohne Kenntnisse des Schlittenfahrens loszogen, von Entbehrungen und Dunkelheit in endlosen Polarnächten, von gefälschten Expeditionsberichten, von früher Gletscher- und Klimaforschung und der ersten Überwinterung eines Frauenteams in der Antarktis 1990 und heutigen Expeditionen, die versuchen, unser Erdsystem mit Hilfe von Glaziologie, Ozeanografie, Biologie und Atmosphärenforschung besser zu verstehen. Und nicht zuletzt vom Zauber des ewigen Eises - warum kehrten viele Polarforscher, die im ewigen Eis knapp dem Tode entronnen waren und denen Nase, Zehen und Hände erfroren, wieder zurück in das endlose Weiß?

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Klavierfestival Ruhr 2025

    Erik Satie
    Nr. 1: Lent et douloureux (D-Dur)
    aus: 3 Gymnopédies. Für Klavier

    La diva de l'Empire

    Je te veux. Für Klavier

    Alexandre Tharaud, Klavier

    Konzertmitschnitt vom 28.05.2025, Essen, Folkwangmuseum, Karl-Ernst-Osthaus-Saal

    03:05 Uhr   Heimwerk

    String Quartets 1-6

    Dmitrij Schostakowitsch
    Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello Nr. 6 G-Dur, op. 101

    Asasello Quartett, Ensemble

  • 06:05 Uhr

    Politik und Mutterschaft: Frauen können immer noch nicht alles haben
    Von Barbara Vorsamer

  • 06:10 Uhr

    Giovanni Gabrieli
    „Deus, Deus meus, ad te de luce vigilo“. Psalmkonzert für 10 Stimmen
    Balthasar-Neumann-Chor
    Balthasar-Neumann-Ensemble
    Leitung: Thomas Hengelbrock

    Johann Ludwig Bach
    „Ich aber ging für dir über". Kantate zum 13. Sonntag nach Trinitatis, JLB 16
    Anna-Lena Elbert, Sopran
    William Shelton, Countertenor
    Michael Mogl, Tenor
    Sebastian Myrus, Bass
    Capella Sollertia
    Leitung: Johanna Soller

    Max Reger
    Präludium und Fuge h-Moll, op. 129, 8-9
    Heidi Emmert an der historischen Klais-Orgel der Kirche St. Elisabeth in Bonn

    Johann Sebastian Bach
    „Du sollt Gott, deinen Herren, lieben“. Kantate zum 13. Sonntag nach Trinitatis, BWV 77
    Miriam Feuersinger, Sopran
    Michaela Selinger, Alt
    Raphael Höhn, Tenor
    Jonathan Sells, Bass
    Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung
    Leitung: Rudolf Lutz

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Kulturhauptstadt-Erbe? Das Kosmos-Festival in Chemnitz

    Was Weimar nicht konnte - Die wehrhafte Demokratie und das AfD-Verbot. Ein Interview mit dem Historiker Norbert Frei

    Schlankheitsdruck auf Social Media - Zu Magersucht und Körperbildern ein Interview mit der Psychotherapeutin Linda Klink

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Vor den Midterms - Trump, umzingelt von sich selbst. Ein Interview mit dem Politologen Josef Braml

    Denk ich an Deutschland: die Musikerin Rebecca Carrington

    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    "Fürchte dich nicht!“
    Warum der Glaube angstbereit macht
    Von Andreas Brauns
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 115 Jahren: Ernest Shackleton rettet die Crew seiner Antarktis-Expedition

  • 09:10 Uhr

    Sinfonische Musik

  • 09:30 Uhr

    Die Fake-Gucci-Kappe: Gefälschte Designer-Ware als Ausdruck einer neuen Klasse
    Von Laura Ewert

    Auf Schulhöfen sind sie längst nicht mehr wegzudenken, gefälschte Modeartikel, die Kappe von Gucci, Louis Vuitton-Gürtel und Schuhe von Prada. Solche Kopien sind aber auch in der Mittelschicht angekommen. Was sagt das über unsere Gesellschaft aus?
    Vor allem die Gucci-Kappe ist unübersehbar und ist zum It-Piece der jungen Leute geworden. Gefälschte Mode sind Waren der Identitätsbildung. Trendteile, die nur über Geheimwissen zu beziehen sind. Cool ist, wer sie in der Schulpause verkauft. Aber nicht nur Schüler tauschen Infos darüber aus, welche die besten Online-Shops in China sind - auch erwachsene Menschen aus der Mittelklasse testen Fake-Rimowa-Koffer und Bottega-Kopien aus Echtleder.
    Aber was hat es zu bedeuten, dass das Original nicht mehr der einzige Weg ist, um Status auszudrücken? Wofür steht die Kopie? Wie hat sich die Bedeutung von Marken seit der Popliteratur verändert? Ist es ökologisches Desaster oder angemessener Protest gegenüber der Luxuskultur, vorgelebt in den sozialen Medien und von dem oberen einen Prozent der Bevölkerung, das unser Begehren bestimmt?
    Kopien stehen für eine neue Aufteilung von Klassen. Während sich das Original immer mehr verteuert hat und somit nur noch den Superreichen zur Verfügung steht, ermöglicht gut gefälschte Ware auch der womöglich abgehängten Mittelschicht die Distinktion.
    Laura Ewert, geboren 1982, lebt als freie Autorin, Kolumnistin und Moderatorin in Berlin. Sie schreibt für die Die Zeit, Monopol, Spiegel oder der freitag über Gesellschaft und Kultur. Sie schreibt Sachbücher und Kurzgeschichten und ist Co-Gründerin des Berliner Design-Festivals „Currents".

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Friedenskirche in Gangelt
    Predigt: Pfarrer Mathias Schoenen
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Manfred Weber, Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, CSU

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    An der Wiege der italienischen Anti-Fast Food-Bewegung

    Erbstück Esskultur: Wie eine toskanische Familie Tradition am Leben hält
    Interview mit Annette Müller vom italienischen Bauernhof La Vialla.

    Auf der Suche nach der authentischen Küche in Rom

    Auf dem Zitronenweg von Minori nach Maiori an der Amalfiküste

    Am Mikrofon: Jasmin Kröger

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Schriftstellerin Jasmin Schreiber im Gespräch mit Paulus Müller

    Die Natur spielt eine große Rolle im Leben von Jasmin Schreiber und auch in ihren Bestseller-Romanen. Die studierte Biologin gärtnert für die Artenvielfalt und teilt in Newsletter, Podcasts und auf Social-Media ihre Begeisterung für die Tier- und Pflanzenwelt.

  • 15:05 Uhr

    Finale mit Banjo
    Ein letztes Album der US-amerikanischen Band Lambchop
    Von Marcel Anders

    Kurt Wagner macht Schluss: Im Oktober wird der Muliinstrumentalist aus Nashville 67 Jahre alt, auch deshalb soll die Europa-Tour 2027 die letzte sein, sein 16. Studio-Album „Punching The Clown“ sein Abschiedswerk. Dahinter verbirgt sich eine Hommage an das „Lining-Out“ - eine traditionelle Form des Ruf- und Antwort-Gesangs aus der schottischen Kirchenmusik, bei der ein Vorsänger jede Textzeile eines Liedes/Psalms vorspricht, bevor sie die Gemeinde nachsingt. Im 19. Jahrhundert hat dieser Stil seinen Weg in die USA gefunden und ist Teil des Americana-Schmelztiegels geworden, jedoch in Vergessenheit geraten. Bis jetzt, denn Wagner bringt ihn auf seine ureigene, skurrile Weise zurück. Mit Banjo, Chor, irrwitzigen Texten und kleinen „glitches“, diffusen Zwischentönen, die das Ganze fast wie eine Parodie erscheinen lassen. Ein denkwürdiger Ausstand!

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Mircea Cartarescu: „Du trägst meine Samstage, ich deinen Oktober. Gedichte“
    Aus dem Rumänischen von Ernest Wichner
    (Zsolnay Verlag)
    Ein Beitrag von Jörg Plath

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    KI im Gehirn - Brain-Computer-Interfaces lernen Gedanken lesen
    Von Max Brose und Anneke Meyer

    Was passiert, wenn eine KI nicht nur Texte schreibt, sondern direkt mit unserem Gehirn zusammenarbeitet? Für Menschen, die ein BCI implantiert haben, ist das keine Theorie: Elektroden im Kopf helfen ihnen, Computer zu steuern oder wieder zu sprechen. KI leistet dabei wichtige Übersetzungsarbeit. Anneke Meyer und Max Brose fragen sich: Wo endet der Mensch, wo beginnt die Maschine?

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Neuaufstellung in schwierigen Zeiten - Gitte Zschoch, die neue Generalsekretärin des Goethe-Instituts im Gespräch mit Vladimir Balzer

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    100 Jahre GEDOK - Das Kunstmuseum Bonn zeigt Graphiken von Frauen

    Kulturhauptstadt-Erbe? Das Kosmos-Festival in Chemnitz

    Schauspieler als Multitalent? - Promis wie Johnny Depp und ihre Kunstambitionen

    Am Mikrofon: Antje Allroggen

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr

    Femizide und Gewalt - Was bringt die Pflicht-Prävention in Österreich?

  • 20:05 Uhr

    Feldstudie: Landwirtschaft
    Vier Leben zwischen Tradition und Agribusiness
    Von Swantje Reuter
    Regie: Giuseppe Maio
    Deutschlandfunk 2026
    (Wdh. v. 29.08.2026, 18.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur)
    Länge: 54'40

    Wer in der Landwirtschaft arbeitet, muss nicht nur den Acker vor der Haustür bestellen, sondern auch einen globalisierten Markt auf dem Schirm haben. Vier ganz unterschiedliche Geschichten zeigen neue Wege zwischen Strukturwandel, Familientraditionen und Wachstumsdruck.

    Die Regale im Supermarkt sind gefüllt und die Kulturlandschaft wirkt gepflegt. Es ist fast wie immer.. Mit der Ausnahme, dass Strukturwandel und Marktschwankungen auch vor der Landwirtschaft keinen Halt machen. Wie gehen Nachhaltigkeit, Preisdruck und gesetzliche Auflagen zusammen? Was bedeutet es, vom kleinen familiären Betrieb zum großen Lieferanten für Supermärkte zu werden? Warum hat ein Hof 90 Hektar und 70 Kühe und der andere über 1000 Kühe auf 400 Hektar? Ist ein Schäferbetrieb im Nebenerwerb überhaupt noch Landwirtschaft? Warum entscheiden sich junge Menschen heute noch für diesen Beruf? Das Feature zeigt vier unterschiedliche Lebenswege.

    Swantje Reuter ist freie Radio-Autorin und studierte Agrarwissenschaftlerin und Stadtökologin. Seit 2021 produziert sie Podcasts, Feature und Radiobeiträge, u.a. für Deutschlandradio und in der freien Szene. Zu ihren letzten Veröffentlichungen zählt das Feature „Jede Menge Schutt - Kreislaufwirtschaft im Bausektor“ und der Storytelling Podcast „Selling Techno - warum Orte gehen an denen du feierst“.

  • 21:05 Uhr

    Kammermusikfest Spannungen 2026

    Johann Sebastian Bach
    Sonate für Violine und Klavier Nr. 5 f-Moll, BWV 1018

    Benjamin Britten
    Lachrymae. Reflections on a song of John Dowland für Viola und Klavier, op. 48

    Joseph Haydn
    Trio für Klavier, Violine und Violoncello es-Moll, Hob.XV:31

    George Enescu
    Oktett für 4 Violinen, 2 Violen und 2 Violoncelli C-Dur, op. 7

    Martin Helmchen, Klavier
    Alexander Lonquich, Klavier
    Florian Donderer, Violine
    John Storgårds, Violine
    Christian Tetzlaff, Violine
    Antje Weithaas, Violine
    Barbara Buntrock, Viola
    Jan Larsen, Viola
    Marie-Elisabeth Hecker, Violoncello
    Gustav Rivinius, Violoncello
    Tanja Tetzlaff, Violoncello

    Aufnahme vom 16.6.2026 aus dem Kraftwerk Heimbach

    Am Mikrofon: Sylvia Systermans

    Klagender Gesang und höchste Töne auf der Himmelsleiter beim Kammermusikfest Spannungen.

    In den sechs Bach-Sonaten für Violine und Cembalo BWV 1018 begegnen sich Streich- und Tasteninstrument auf Augenhöhe. Die fünfte Sonate ist die tiefgründigste, mit klagendem Gesang und bohrender Chromatik. „If my complaints could passions move“ heißt ein berühmtes Lied von John Dowland. Benjamin Britten schrieb zehn Variationen über das Renaissance-Thema für Bratsche und Klavier, karg und schmerzlich dissonant. Joseph Haydn komponierte sein letztes Klaviertrio, zeitweise mit dem Beinamen „Jakobs Traum“ versehen, für Theresa Jansen, eine der besten Pianistinnen ihrer Zeit. Die Violine erklimmt hier in höchsten Tönen die Himmelsleiter. George Ernescu, einer der großen Geiger und originellsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, schrieb sein spätromantisch monumentales Oktett als 19-Jähriger.

  • 23:05 Uhr