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Programm: Vor- und RückschauSamstag, 27.02.2021

  • 00:05 Uhr

    Der Fall Maurizius (3)
    Von Jakob Wassermann
    Bearbeitung: Palma
    Regie: Ulrich Lauterbach
    Mit Gert Westphal, Willy Trenk-Trebitsch, Hermann Menschel, Fritz Kortner, Paul Hoffmann, Marianne Hoppe und Hans-Joachim Horn
    Produktion: HR 1960
    Länge: ca. 54‘

    In Berlin hat sich Etzel unter dem Namen Edgar Mohl bei Waremme als Sprachschüler eingeschlichen und sich ihm als Faktotum unentbehrlich gemacht. Nun hält er den Moment für gekommen, Waremme mit seiner Vergangenheit und dem Gerichtsprozess zu konfrontieren. Waremme holt weit aus: Geboren wurde er 1880 unter dem Namen Georg Warschauer. Um sein Fortkommen in der Gesellschaft nicht zu behindern, begann der vielseitig begabte und gebildete Sohn jüdischer Eltern, seine Biografie umzuschreiben. Er gab seine Mutter als Christin aus und legte den jüdischen Namen ab. Waremme erinnert Etzel an das, „was sich gegenwärtig hierzulande abspielt. Grabsteine in jüdischen Friedhöfen zu demolieren, das ist neu in der Kulturgeschichte. Dernier cri. Der letzte Schrei. Da sterben die letzten Funken von Würde, Selbstachtung, Anstand, Humanität oder wie die Schwindelwörter sonst noch lauten.“ Aber was ist nun mit Maurizius?

  • 01:05 Uhr

    Rock
    Neues sowie Klassiker aus Rock, Pop und Soul
    Schwerpunkt: Yes "The Yes Album"
    Am Mikrofon: Günther Janssen

  • 06:05 Uhr

    Der beschlossene EU-Impfpass und die deutsche Rolle in der europaweiten Corona-Maßnahmen-Diskussion.

  • 06:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Reportagen

    08:50 Uhr   Presseschau

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

    Am Mikrofon: Stephanie Rohde

  • 09:05 Uhr

    Vor 175 Jahren: Der Publizist Franz Mehring geboren

  • 09:10 Uhr

    Überhitzter Wohnungsmarkt - Ein Jahr Mietendeckel in Berlin

    Am Mikrofon: Manfred Götzke

    Es ist der weitestgehende Eingriff in den Mietenmarkt in der Geschichte der Bundesrepublik: der Mietendeckel, den der rot-rot-grüne Senat von Berlin 2019 beschlossen hat. Seit genau einem Jahr ist das Gesetz in Kraft, das die Mieten fünf Jahre lang einfriert. Bei Neuvermietungen dürfen sie einen bestimmten Satz nicht übersteigen, überhöhte Mieten müssen gesenkt werden. Viele Berlinerinnen und Berlinern können jetzt ein bisschen durchatmen. Denn Hundertausende haben ohne Mietendeckel weit mehr als die Hälfte ihres Einkommens fürs Wohnen ausgegeben, andere lebten permanent in Angst, wegen Mieterhöhungen aus der Wohnung zu fliegen. Wer aber momentan eine neue Bleibe in der Hauptstadt sucht, hat so gut wie keine Chance. Der Markt scheint leergefegt. Kritiker, wie die Hauseigentümerverband, machen den Mietendeckel dafür verantwortlich - sie hoffen, dass das Bundesverfassungsgericht das Gesetz bald kassiert.
    Manfred Götzke trifft WG-Bewohner, die sich über nun bezahlbaren Wohnraum freuen. Er spricht mit Berlins Bausenator und dem Vermieterverband Haus & Grund und mit einem jungen Mann der die Suche aufgegeben hat - und seit zwei Jahren in einem Wohnwagen lebt.

  • 10:05 Uhr

    Am Mikrofon: Die Geigerin Franziska Pietsch

    Schon als Vierjährige wusste Franziska Pietsch, dass sie eines Tages mit der Geige auf der Bühne stehen wollte - wie ihre Eltern. Die Hochbegabte durfte als Jungstudentin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Ostberlin studieren. Mit elf Jahren gab Franziska Pietsch ihr Konzertdebüt, bald folgten erste Solokonzerte mit den großen Orchestern der DDR. Der Weg endete abrupt, als ihr Vater nach einer Tournee im Westen blieb. Die 14-Jährige bekam keinen Unterricht mehr, durfte keine Konzerte geben, nicht mehr an Wettbewerben teilnehmen. Erst nach ihrer Ausreise 1986 fand Franziska Pietsch in dem Geiger Ulf Hoelscher einen neuen Lehrer und Mentor. Sie wurde Konzertmeisterin renommierter Orchester, konzertierte als Solistin und widmete sich mit ihrem Trio Lirico der Kammermusik. Besonders verbunden fühlt sich Franziska Pietsch dem Komponisten Sergej Prokofjew und seiner „Suche nach einer eigenen künstlerischen Identität in einem totalitären Regime”.

  • 11:05 Uhr

    Mehr als Diplomatenufer: Der Genfersee
    Mit Reportagen von Marc Engelhardt

    Eine schwache Wirtschaft, hohe Arbeitslosigkeit - die Region um den Genfersee stand in den 90er-Jahren vor großen Problemen. Aber das ist vorbei, heute boomt die Gegend zwischen Frankreich und der Schweiz, im Schatten der Alpen. Genf, Lausanne und das nahe Frankreich sind zu einer schnell wachsenden Metropolregion mit mehr als 1,3 Millionen Menschen zusammengewachsen. Die arbeiten in der Diplomatie, der Wissenschaft und im Rohstoffhandel. Eine neue grenzüberschreitende S-Bahn verkürzt die Wege, sogar eine eigene Währung gibt es. Aber das Leben um den Genfersee ist teuer, für viele eingesessene Genfer inzwischen zu teuer. Die Infrastruktur ist längst an ihre Grenzen gestoßen, es droht ein Verkehrsinfarkt. Und längst nicht alle Genfer mögen es, dass täglich 85.000 Franzosen zum Arbeiten in ihre Stadt strömen.

  • 12:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Musik

    Corona- und Impf-Entwicklung: Vielerorts verschärfte Maskenpflicht

    Corona: Tschechien verschärft Lockdown

    Virtueller Linken-Parteitag: Wahl der neuen Parteispitze

    Die Linke: Neue Geschlossenheit? Interview mit Prof. Torsten Oppelland, Uni Jena

    US-Außenpolitik zu Iran und zu Saudi-Arabien

    Saudi-Arabien weist CIA-Bericht zurück

    US-Anhörung zur Notzulassung Corona-Impfstoff Johnson&Johnson

    Sporttelegramm

    Am Mikrofon: Silvia Engels

  • 13:10 Uhr

    Der beschlossene EU-Impfpass und die deutsche Rolle in der europaweiten Corona-Maßnahmen-Diskussion.

    Weltjustiz in Koblenz: Ein Gericht schreibt Geschichte und stößt an Grenzen

    Wohnen als soziale Frage und warum die Politik die falschen Maßnahmen beschließt.

    am Mikrofon: Moritz Küpper

  • 13:30 Uhr

    Iran: Was vom Atomabkommen übrig ist

    Afghanistan: Friedensgespräche in Doha

    Corona weltweit: Chile

    Maritime Machtspiele: Was das Internationale Seerecht regelt

    Am Mikrofon: Britta Fecke

  • 14:05 Uhr

    Das Bildungsmagazin

    Kurzzeitig geöffnet?
    Die Schulen in der Pandemie
    In „Campus & Karriere“ gehen wir diesen Fragen nach: Was sind die besten Lösungen für den Unterricht in der Pandemie? Brauchen die Schulen Tests und Masken, die Schülerinnen und Schüler psychologische Betreuung? Was ist mit den mittleren Stufen, wie können sie auch wieder in den Schulbetrieb integriert werden? Und: Bleibt man nicht besser zu Hause, wenn der Fernunterricht klappt?

    Die Gäste:
    Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes
    Prof. Dr. Arne Simon, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie und klinischer Infektiologe am Universitätsklinikum des Saarlandes
    Paul Harder, LandesschülerInnenvertretung Hessen
    Helmut Holter, Die Linke, Minister für Bildung, Jugend und Sport im Freistaat Thüringen 
    Am Mikrofon: Jörg Biesler

    Hörertel.: 00800 - 4464 4464
    campus@deutschlandfunk.de

    Zurück ins Klassenzimmer, Lernplattform ade: Nach Sachsen und Niedersachsen haben in dieser Woche andere Bundesländer nachgezogen und zunächst die Grundschulen wieder geöffnet. Auch Abschlussklassen können teils wieder in den Präsenzunterricht zurück. Doch die Infektionszahlen steigen wieder. Wie sieht es mit entsprechenden Konzepten aus? Auch nach knapp einem Jahr der Krisenpolitik fehlt es an klaren Vorgaben und nötiger Unterstützung. Die Schulen gehen unterschiedlich an die Herausforderung heran. Klar ist: die Kinder und Jugendlichen brauchen geregelten Unterricht. Doch wie kann der in der Pandemie erfolgreich ablaufen? Viele Bundesländer setzen auf geteilte Klassen und Wechselunterricht. Auch Masken sind vielfach Pflicht, welche Masken aber wann zu tragen sind, ist von Land zu Land unterschiedlich. Es herrscht Unsicherheit. Lehrerinnen und Lehrer machen sich einerseits Sorgen um ihre Gesundheit, aber eben auch um die Situation der Schülerinnen und Schüler, von denen viele, sagen Psychologen, inzwischen stark belastet sind. Auch wenn jetzt Lehrerinnen und Lehrer von Grundschulen geimpft werden: Die Situation wird noch länger anhalten.

  • 15:05 Uhr

    Das Musikmagazin

    FOTOS mit „Auf zur Illumination": „Ich möchte mich nicht mehr selbst korrumpieren"
    2006 wurden FOTOS gefeiert im deutschen Indierock, dann kam eine unerwartete Entwicklung: FOTOS wurden sperriger, experimenteller - und veröffentlichen jetzt ein psychedelisches Krautrock-Album. Denn FOTOS-Mastermind Tom Hessler hat sich mittlerweile komplett von Erwartungen anderer freigemacht: „Dieses Album ist nur möglich, weil ich mich davon verabschiedet habe, davon leben zu müssen."

    Pop im Streamingzeitalter: Zurück in die Nische?
    In prädigitalen Zeiten waren künstlerische Nischen ein gemütliches Nest für alle, die keine Lust auf den großen Popzirkus hatten. Heutzutage gehört diese Verweigerungshaltung der Vergangenheit an. Ein Blick auf den Status Quo der Pop-Nische im Zeitalter der Streamingdienste

    Keine realitätsimitierende Alternative: Was Konzerte in Games über die Gegenwart verraten
    Viele MusikerInnen haben bereits Konzerte in Computerspielen gegeben. Nun vermeldet der Verband der deutschen Gamesbranche, dass mehr als 20 Millionen Deutsche sich vorstellen können, ein In-Game-Konzert zu besuchen. Mit einer pandemiebedingten Sehnsucht nach Live-Konzerten hat das allerdings nichts zu tun

    Billie Eilish Doku „The World’s A Little Blurry": Nahbar und doch so fern
    Billie Eilish ist der erste, große Star der Generation Z. Mit ihrem Oversize-Gothic-Look ist sie zur Stilikone für junge Menschen auf der ganzen Welt geworden. Eine Dokumentation zeigt in intimen Bildern ihren Weg vom Kinderzimmer auf die größten Bühnen des Planeten und bleibt ihr doch so fern

    Am Mikrofon: Mike Herbstreuth

  • 16:05 Uhr

    Bücher für junge Leser

    „Das kleine Licht des Humors“ - Janosch zum 90. Geburtstag
    Ein Gespräch mit Ulrich Kypke, Vorsitzender der Janosch Gesellschaft

    Yvan Pommaux: „Ödipus - das Findelkind“
    Aus dem Französischen von Tobias Scheffel
    (Moritz Verlag, Frankfurt am Main)
    Ein Beitrag von Thomas Linden

    Tobias Elsässer: „Play“
    (Carl Hanser Verlag, München)
    Ein Beitrag von Ursula Nowak

    Am Mikrofon: Dina Netz

  • 16:30 Uhr

    Volumenfrage:
    Die Leistungsfähigkeit von Quantenrechnern wird neu vermessen

    Umzug:
    Quantencomputer verlassen die Labors in Richtung Rechenzentrum

    Überblick:
    AScore soll in Kommunen für gute Information bei Pandemien sorgen

    Das Digitale Logbuch
    Eineinhalb Meter

    Info-Update

    Sternzeit 27. Februar 2021
    Ostfriesische Sonnenflecken


    Am Mikrofon: Manfred Kloiber

  • 17:05 Uhr

    Klimakiller Eigenheim? Traum oder Trauma?
    Nikolaus Bernau, Architekturkritiker, und Daniel Mohr, Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung im Gespräch

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen
    "Re:writing the Future" - Eine Bilanz des Festivals in Berlin

    Medea als Videoprojekt - Heiner Müllers "Medeamaterial" beim Brechtfestival 2021

    Städte wie Skulpturen - Der Kunsthistoriker Johannes Röll über die Fotoserie in Rom und Neapel während der Ausgangssperren 2020

    Endlich mal erklärt: Müssen Synagogen modern sein?

    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 18:40 Uhr

    Maritime Machtspiele - China und Indien: Wie zwei Nachbarn um den Indischen Ozean konkurrieren

  • 19:10 Uhr

    Olympia 2032 - Laschet hält trotzdem an Plänen fest

    Rhein-Ruhr City - Die öffentliche Suche nach dem Schuldigen
    Kollegengespräch mit dem Journalisten Robert Kempe

    Rhein-Ruhr City - Wie stehen die Kommunen zum Chaos
    Interview mit Sibylle Keupen, Oberbürgermeisterin Stadt Aachen

    Fußball - Bundesliga, 23. Spieltag:
    VfB Stuttgart - FC Schalke 04:
    Borussia Dortmund - Arminia Bielefeld;
    FC Bayern München - 1. FC Köln;
    VfL Wolfsburg - Hertha BSC Berlin;
    RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach (18:30 Uhr)

    Fußball - 2. Liga, 23. Spieltag:
    Hannover 96 - SPVgg Greuther Fürth;
    VfL Bochum - FC Würzburger Kickers;
    Holstein Kiel - Erzgebirge Aue

    Finanzielle Regulierung? Spielerberater im Handball

    Nordische Ski-WM in Oberstdorf

    O-Ton-Collage von Betroffenen von Menschenversuchen in der DDR

    DDR-Staatsdoping - Leistungssteigerung durch Menschenversuche
    Kollegengespräch mit Hajo Seppelt, ARD-Doping-Experte

    Werbepartner Qatar Airways - Bayern vermissen die Fans, Fans vermissen die Demut
    Interview mit Fanvertreter Christopher Ramm

    Am Mikrofon: Raphael Späth

  • 20:05 Uhr

    Lesung: Ulrich Peltzer
    Gesprächspartner: Tanja Michalsky und Ekkehard Knörer
    Am Mikrofon: Maike Albath

    Westberlin in den frühen 80er-Jahren, was war das für ein Ort? Einzimmerwohnungen mit Ofenheizung, Konzerte im „Dschungel“ am Winterfeldtplatz, Amphetamine und Alkohol, völlige Verausgabung, das Ausloten der Gegenwart? Ulrich Peltzer kehrt in seinem neuen Roman „Das bist du“ zurück in diese Zeit und erforscht das Innere eines jungen Mannes, der in Büchern und Filmen nach dem Unbedingten sucht und darüber selbst zum Schriftsteller wird. Noch ist die Mauerstadt ein Möglichkeitsraum.
    Ulrich Peltzer, 1956 in Krefeld geboren, hat Psychologie und Philosophie studiert und lebt seit den 70er-Jahren in Berlin. Neben seinen Romanen hat er gemeinsam mit dem Regisseur Christoph Hochhäusler mehrere Drehbücher verfasst, und Filme sind auch für sein Erzählen immer wieder ein Impulsgeber. Mit der Kunsthistorikerin Tanja Michalsky, Direktorin der Bibliotheca Hertziana in Rom, und dem Filmkritiker und Publizisten Ekkehard Knörer, Herausgeber der Zeitschrift „Merkur“, diskutiert Ulrich Peltzer über die Möglichkeiten von Bildern, das Lebensgefühl der 80er-Jahre und eine Stadt, die es nicht mehr zu geben scheint.

  • 22:05 Uhr

    Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal
    Sabine Liebner spielt Scelsi

    Giacinto Scelsi
    Suite n.8 - „Bot-Ba" (Ausschnitte)
    Suite n. 11 (Ausschnitte)

    Sabine Liebner, Klavier

    Am Mikrofon: Yvonne Petitpierre

    Giacinto Scelsi, Jahrgang 1905, beschäftigte die Suche nach Wahrheit im Innern des Klangs. Ein zentrales Instrument war für ihn das Klavier. Den Serialisten, die alle musikalischen Parameter zu definieren versuchten, stand er als Außenseiter entgegen. Nicht zuletzt, weil er all seine Werke, die aus dem Improvisieren entstanden, mit fremder Hilfe notierte oder von Tonbändern abschreiben ließ. Ende der 50er-Jahre begann Scelsi, seine vielen Klavierminiaturen zu größeren Werken zusammenzufassen. Die Reihe seiner Klaviersuiten begann mit der Nr. 8, die die Münchner Avantgarde-Spezialistin Sabine Liebner für das Label WERGO im Deutschlandfunk Kammermusiksaal neu eingespielt hat. Ihre leise verklingenden Einzeltöne lassen an meditative Versenkung denken. Ob die Suite mit dem Titel „Bot-Ba” tibetische Spiritualität reflektiert, bleibt unklar - wie so vieles in Scelsis verrätseltem Werk. Die gleichfalls aufgenommene Suite Nr. 11 ist durch wilde pianistische Ausbrüche charakterisiert. Sie wurde erst nach Scelsis Tod 1988 uraufgeführt.

  • 22:50 Uhr

    Fußball - Bundesliga, 23. Spieltag:
    VfB Stuttgart - FC Schalke 04:
    Borussia Dortmund - Arminia Bielefeld;
    FC Bayern München - 1. FC Köln;
    VfL Wolfsburg - Hertha BSC Berlin;
    RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach (18:30 Uhr)

    Fußball - 2. Liga, 23. Spieltag:
    Hannover 96 - SPVgg Greuther Fürth;
    VfL Bochum - FC Würzburger Kickers;
    Holstein Kiel - Erzgebirge Aue
    Nordische Ski-WM in Oberstdorf

    Am Mikrofon: Raphael Späth

  • 23:05 Uhr

    Ein scharfer Wind bläst durch die Lande
    Eine Lange Nacht über Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht
    Von Tobias Barth, Lorenz Hoffmann und Hartmut Schade
    Regie: Tobias Barth
    (Wdh. v. 12./13.1.2019)

    Im Januar 1919 verhört ein Freikorpsoffizier in Berlin zwei Gefangene, die von der Bürgerwehr Wilmersdorf eingeliefert wurden: Es sind die prominenten Führer des Spartakus-Aufstandes. Generalstabsoffizier Pabst weist seine Begleitoffiziere an, die beiden zu töten - dieser Doppelmord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht beendet die Revolte. Liebknechts entschlossenes „Nein!“ zu den Kriegskrediten, sein Internationalismus und Antimilitarismus, den Luxemburg entschieden unterstützt, hatte die beiden Sozialdemokraten zu Verbündeten gemacht - gegen die große Mehrheit ihrer Partei. Aus dem Gefängnis heraus (Luxemburg) bzw. von der Front her (Liebknecht) gründeten sie 1916 die Spartakusgruppe. „Ein scharfer Wind bläst durch die Lande“ ist im Spartacus Nummer 1 zu lesen, der von gezielten Verhaftungen und Einberufungen schreibt, immer träfe es die linke Opposition: „So verröchelt der famose ‚Burgfrieden‘. Die Komödie ist ausgespielt, die Masken sind gefallen.“ Zwei opferreiche Kriegsjahre später hängen Plakate in Berlin mit den Konterfeis und dem Aufruf: „Schlagt Liebknecht und Luxemburg tot!“ Der Befehlsgeber der Mörder, Waldemar Pabst, ist Strippenzieher der Faschisierung und macht Karriere im Dritten Reich, später als Waffenhändler in der Bundesrepublik. Leute wie er sind es, gegen die die 68er-Studenten auf die Straße gehen und wieder Plakate mit Luxemburgs Konterfei tragen. Rosa wird zur Ikone eines menschlichen Sozialismus gemacht, wird als poetische Briefeschreiberin, Feministin, Blumen- und Katzenfreundin entdeckt. Im Osten unseres Landes sind Karl und Rosa ein fest gefügtes Begriffspaar. Versehen mit dem Heiligenschein kommunistischer Märtyrer dienten sie der Selbstlegitimierung der SED. Bis 70 Jahre nach dem Mord Dissidenten in der DDR Luxemburg beim Wort nehmen und die Freiheit der Andersdenkenden einfordern. Bis heute gehen in den Köpfen der Linken die beiden Revolutionäre als Gespenster in einem Europa der sozialen Widersprüche um.