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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 04.01.2026

  • 00:05 Uhr

    "Aus meinen großen Schmerzen mach' ich die kleinen Lieder"
    Eine Lange Nacht über Heinrich Heine
    Von Astrid Nettling
    Regie: Burkhard Reinartz

    Wer kennt nicht das Lied von der "Loreley"? Gesungen wurde es als einfaches Volkslied, geschrieben hat es einer der bedeutendsten Dichter Deutschlands - Heinrich Heine. 1797 als Harry Heine in Düsseldorf zur Welt gekommen, erhält er 1825 den Namen Heinrich, als er nach seinem Jurastudium aus beruflichen Gründen als Jude gezwungen ist, sich taufen zu lassen. Schon früh ist sein Judesein für ihn mit der Erfahrung von Schmerz verbunden, aber ebenso früh erwacht sein rebellischer Geist. Sei es in seinen Liebesgedichten, den "Reisebildern" und journalistisch-politischen Texten, sei es in seinem Versepos "Deutschland. Ein Wintermärchen", seinen späten "Zeitgedichten" oder dem letzten Gedichtzyklus "Romanzero", den der Todkranke in seiner "Matratzengruft" in Paris verfasst. Mit der heinetypischen Melange aus Witz, Satire, Ironie und bitterstem Ernst greift er ein in die literarischen und politischen Kämpfe seiner Zeit in der Hoffnung, dass die Ideale der Revolution - "liberté", "égalité", "fraternité" - doch einmal Wirklichkeit werden. 1831 hatte Heine das restaurative Deutschland verlassen. 1835 macht ein Verbot der Schriften des "Jungen Deutschland" Paris zu seinem lebenslangen Exil. Dort stirbt der Dichter am 17. Februar 1856.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    5. Raderbergkonzert

    Camille Saint-Saëns
    Klaviertrio Nr. 2 für Violine, Violoncello und Klavier, e-Moll, op. 92

    Phaeton Piano Trio

    Aufnahme vom 11.02.2025 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Alte Musik: Johann Sebastian Bach
    Liebster Immanuel, Herzog der Frommen. Kantate zu Epiphanias für Alt, Tenor, Bass, Chor, 2 Traversflöten, 2 Oboe d'amore, Streicher und Basso continuo, BWV 123

    Sofia Pavone, Alt
    Daniel Johannsen, Tenor
    Tobias Berndt, Bass

    Chorus Musicus Köln
    Das Neue Orchester
    Christoph Sperling, Musikalissche Leitung

  • 06:05 Uhr

    Europas Entscheidungen: Was im Jahr 2026 auf dem Spiel steht
    Von Moritz Küpper

  • 06:10 Uhr

    Jacques-Martin Hotteterre Le Romain
    Prélude für Blockflöte solo c-Moll
    Lucie Horsch, Tenorblockflöte

    Francesco Durante
    Kyrie-Gloria Messe "in Pastorale" A-Dur
    Kölner Akademie
    Leitung: Michael Alexander Willens

    Antonio Soler
    Konzert für 2 Orgeln Nr. 6 D-Dur
    Peter Hurford, Orgel
    Thomas Trotter, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    Ach Gott, wie manches Herzeleid II, BWV 58
    Johanna Winkel, Sopran
    Thomas E. Bauer, Bass
    Chorus Musicus Köln
    Das Neue Orchester
    Leitung: Christoph Spering

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Christliche Kirchenmusik in der Türkei - Der Orgel-Restaurator von Istanbul

    Die Monetarisierung der Welt durch Silber - Ein Interview mit dem Historiker Tillmann Bendikowski

    Ökonomie der Angst in der Geschichte und heute - Ein Interview mit dem Historiker Oliver Rathkolb

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Für Solidarität und Demokratie - Zur Geschichte des Gesundheitssystems in Deutschland ein Interview mit Thomas Gerlinger, Leiter der Arbeitsgruppe "Gesundheitssysteme, Gesundheitspolitik und Gesundheitssoziologie" an der Universität Bielefeld

    Denk ich an Deutschland: der Politikwissenschaftler Hajo Funke

    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    „Verzeihen Sie bitte!“
    Die Kunst, vergeben zu können
    Von Pfarrer Fabian Vogt
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 90 Jahren: In den USA wird erstmals eine Hitparade veröffentlicht

  • 09:10 Uhr

    Neue Musik

  • 09:30 Uhr

    Suchen nach uns selbst - Von der Arbeit an der Geschichte
    Von Ralf Konersmann

    Wie viel Vergangenheit steckt in der Gegenwart? Wer sich heute mit Geschichte beschäftigt, kann darauf eine Antwort finden. Allerdings darf die Geschichte nicht darauf reduziert werden, gegenwärtige Narrative nur zu bestätigen.

    Zwischen der Überhitzung des Jetzt und der Ahnung einer verlorenen Tiefe stellt sich die Frage: Wozu noch Geschichte? Während sich die Gegenwart im Rhythmus der Schlagzeilen beschleunigt, droht die Vergangenheit zur bloßen historischen Kulisse zu werden. 
    Doch in ihren Spuren liegt ein anderes Wissen - eines über uns selbst. Es gibt dabei drei mögliche Weisen, mit dieser Überlieferung umzugehen: zunächst das Vertrauen der Aufklärung in die aufschlussreiche Macht der Geschichte, dann ein an der Gegenwart orientiertes Geschichtsverständnis, das alles Vergangene den zeitdiagnostischen Gegenwartserzählungen unterwirft, und drittens die Genealogie, die unsere Selbstverständlichkeiten vor dem Hintergrund historischer Tiefenbohrungen befragt. 
    Nur im genealogischen Geschichtsverständnis öffnet sich der Blick auf die unsichtbaren Ursprünge unserer Werte, Überzeugungen und Gewohnheiten. Nur diese Art von Geschichte lehrt, die Gegenwart nicht zu bestätigen, sondern sie zu durchdringen. Wo Narrative begradigen, führt die genealogische Arbeit in die tief liegenden Schichten des Gewordenen - dorthin, wo das Heute sein eigenes Gesicht erkennt.
    Ralf Konersmann, geboren 1955 in Düsseldorf, Hochschullehrer und Publizist, war bis 2021 Direktor des Philosophischen Seminars an der Universität Kiel. Einem größeren Publikum bekannt wurde er durch seinen Bestseller Die Unruhe der Welt (2015), 2017 kam das Wörterbuch der Unruhe heraus, das mit dem Tractatus-Preis ausgezeichnet wurde und 2021 erschien Welt ohne Maß. 2025 erschien, ebenfalls bei S. Fischer, sein Essay Außenseiter.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Klosterkirche St. Michael in Metten
    Zelebrant: Pfarrer Gregor Schuller
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Norbert Frei, Historiker

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Pakistans Tourismus: Frauen laden Frauen ein

    Das Neujahrsfest Diwali als Weltkulturerbe

    Auf Großseglerreise in Ost- und Nordsee

    Seglertipp für Anfänger

    Straussjahr 2025 in Wien: Was bleibt, ist der Strauss-Escaperoom

    Am Mikrofon: Laura Kingston

  • 13:05 Uhr

    Am Mikrofon: Silvia Engels

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Musik-Influencer Uwe Baltner im Gespräch mit Julius Stucke

    Als Geschäftsführer einer Werbeagentur ist Uwe Baltner oft mit dem Auto unterwegs. Er beginnt, beim Fahren Welthits mitzusingen und postet Videos davon auf Instagram. Damit wird er so bekannt, dass sich Stars für seine Coverversionen bedanken.

  • 15:05 Uhr

    Das Magazin - Neues aus der Szene
    Am Mikrofon: Tim Schauen

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Manfred Pfister: „Englische Renaissance“
    (Galiani-Berlin Verlag)
    Ein Beitrag von Hans von Trotha

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    KI spricht Delfin
    Können wir Tiere verstehen?
    Von Anneke Meyer
    (Wdh. v. 5.11.2023)

    Menschen träumen seit jeher davon mit Tieren zu sprechen. In Mythen und Geschichten können sie es. In der realen Welt aber hat es bisher nicht so richtig geklappt.
    Wir kommunizieren mit Hunden, Katzen, Vögeln, aber ihre Sprache beherrschen wir nicht. 

    Eine Erklärung ist: Wir verstehen andere Arten nicht, weil wir mit menschlichen Ohren hören. Wir filtern die Welt mit unseren Sinnen, unseren Gefühlen, unserer Logik, unserer Art zu sein. Delphin-sein verstehen wir nicht - manchen gilt dies als fundamentales Hindernis bei der Entschlüsselung ihrer Sprache.  Aber was, wenn wir die Entschlüsselung einer Künstlichen Intelligenz überließen? Könnten wir dann Muster in der Tierkommunikation entdecken, die uns bisher entgangen sind? Auf den Spuren erster KI-Projekte fragt Wissenschaft im Brennpunkt, ob ein tieferes Verständnis der Delfinlaute auch zu mehr Verbundenheit führen und so den Schutz der Arten beflügeln könnte. Und was hätten Zebrafink und Delfin uns überhaupt zu sagen?

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente
    Was ist attraktiv am Autoritarismus?
    Soziologe Oliver Nachtwey, Universität Basel, im Gespräch mit Michael Köhler

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen
    Viel Lärm um Nichts - Die Kulturwissenschaftlerin Yvonne Robel zur Geschichte des Nichtstuns

    Bücher aus dem Müll - Die Bibliotheken des Kolumbianers José Alberto Gutiérrez

    Unsichere Zukunft? Wie sich das Bündnis internationaler Produktionshäuser unter Sparzwang neu aufstellt

    Liechtenstein: Die Hilti Art Foundation stellt sich neu auf

    Am Mikrofon: Susanne Luerweg

  • 18:10 Uhr

    Am Mikrofon: Tobias Strauß

  • 18:40 Uhr

    Stablecoins: Kryptowährungen zwischen Geldwäsche und Geld-Revolution

  • 20:05 Uhr

    „Mer wälle bleïwe wåt mer senn“
    Lektionen meiner siebenbürgischen Vatersprache

    Von Norbert Lang
    Regie,Musikund Ton: der Autor
    Sprachaufnahmen: Alexander Brennecke
    Produktion: SWR 2025
    Länge: 54‘ 29

    Bin ich Siebenbürger, weil mein Vater einer ist? Und obwohl mir diese Variante des Deutschen immer fremd war? Die Sprache bringt den Autor auf den Weg - zum Siebenbürgischen, vor allem aber zur Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte.

    „Ech woar ja en der Stoht …“ - per Zufall stößt der Autor auf alte Tonaufnahmen in Siebenbürgischer Mundart. Er selbst ist Kind eines Siebenbürger Sachsen und gehört somit selbst zu dieser deutschsprachigen Minderheit, die über 850 Jahre in Rumänien lebte, bevor sie mehrheitlich auswanderte. Doch der Kontakt zum Vater ist lange abgebrochen und die Tonaufnahmen wie auch die gesamte siebenbürgische Kultur erscheinen ihm fremd. Lässt sich das ändern? Eine Suche nach der Vatersprache.

    Norbert Lang, geboren 1984, ist Radiomacher und Soundkünstler. Er studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis mit den Schwerpunkten Musik und Medien an der Universität Hildesheim, macht Features, Radioessays, Audiowalks, ist als Moderator tätig und komponiert Musik für Hörspiel, Tanz und Theater. Für Deutschlandfunk Kultur 2024 mit Sonya Schönberger das vierteilige Feature: „Alle Menschen müssen sterben, vielleicht auch ich“. Letztes Hörspiel: „How dare you. Echo einer Rede“ (BR 2020).

  • 21:05 Uhr

    Kissinger Sommer 2025

    Bedrich Smetana
    Ouvertüre zur Oper „Zwei Witwen“

    Maurice Ravel
    Klavierkonzert G-Dur

    Antonín Dvořák
    Slawische Tänze, op. 46

    Tschechische Philharmonie
    Pierre-Laurent Aimard Klavier
    Leitung: Tomáš Netopil

    Aufzeichnung vom 4.7.2025 aus dem Max-Littmann Saal in Bad Kissingen

    Am Mikrofon: Sylvia Systermans

    In den beiden diesjährigen Konzerten der Tschechischen Philharmonie unter der Leitung von Tomáš Netopil verbinden sich die Herkunft des Ensembles und das Festivalmotto auf besonders schöne Weise: Auf dem Programm stehen ausschließlich Werke tschechischer und französischer Komponisten. Neben einer Ouvertüre des als Opernkomponist nach wie vor unterschätzten Smetana erklingen die hinreißenden Slawischen Tänze op. 46, mit denen Dvořák endlich der internationale Durchbruch gelang. In der Mitte des Programms steht mit Ravels Werk in G-Dur das französische Klavierkonzert schlechthin. Der Solopart liegt bei Pierre-Laurent Aimard, der auch in der zeitgenössischen Musik über eine fast konkurrenzlose Erfahrenheit verfügt, in den besten Händen.

  • 23:05 Uhr

    Am Mikrofon: Rainer Brandes