Hitze, Energiewende - Wo Klimaschutz Ungerechtigkeiten verstärkt
Umfrage in der Fußgängerpassage Flensburg
Forschungsstand - Dann führen Klimaschutzmaßnahmen zu ungleicher Belastung
Wie soziale Spannungen beim Klimaschutz instrumentalisiert werden
Interview mit dem Soziologen Dr. Fritz Reusswig, bis 2025 am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Von Tomma Schröder und Kathrin Kühn
Arbeit im klimatisierten Büro, Rollladen zuhause, das eigene Planschbecken oder gar ein Pool für die Kinder. Andere kehren nach körperlicher Arbeit in die aufgeheizte, enge Mietwohnung zurück und sind neben dem ÖPNV auf öffentliche Freibäder angewiesen. Wenn es sie denn gibt. Nicht nur in Lagen wie der aktuellen Hitze zeigt sich: So wie die Natur unterscheidet auch der Klimawandel nicht zwischen Arm und Reich. Aber wer ihn verursacht - und wer die Folgen trägt, da gibt es große Unterschiede. Spürbar ist das auch hier in Deutschland. Auch bei uns setzen Klimaschutzmaßnahmen öfter bei den Menschen mit mehr Geld an. Denn Fördergelder für Elektroautos oder Solaranlagen bekommen am Ende diejenigen, die schon ein gewisses Kapital haben und gleichzeitig die Fähigkeiten und Zeit, Förderanträge zu stellen. Es geht aber auch um Ungerechtigkeiten zwischen Berufsgruppen, Stadt und Land oder Alt und Jung. Wie groß ist das Problem, inwiefern wird es auch politisch von Rechtsaußen ausgenutzt und was ließe sich tun? Wir bündeln in dieser "Systemfragen"-Folge die wichtigsten Grundlagen.