Samstag, 04.07.2020
 
Seit 13:10 Uhr Themen der Woche

Programm: Vor- und Rückschau

Samstag, 04.07.2020
 
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Blue Crime

The Puppet Master
Snipers (1/5)
Ascension (2/5)
Von Gabriel Gatehouse
Regie: Neal Razzell
Produktion: BBC Radio Current Affairs 2019
Am Mikrofon: Pascal Fischer
(Teil 3/5 und 4/5 am 9.5.2020)

Er ist einer der schillerndsten und einflussreichsten Persönlichkeiten Russlands, dennoch ist er einer breiten Öffentlichkeit unbekannt: Wladislaw Surkow. Die Geschichte dieses Marionettenspielers führt ins Zentrum dessen, was das verwirrende Russland von heute ausmacht. Surkow erkennt einen Ex-Spion mit Präsidentschaftspotential und verwandelt ihn in einen Weltpolitiker. Er erschafft Oppositionsbewegungen aus dem Nichts und hat die Nachrichtendirektoren der Nation auf Kurzwahl. Milliardäre suchen seinen Rat. Er führt nebenbei sogar einen eigenen kleinen Krieg und steht im Zentrum der Pattsituation zwischen Ost und West.
Gabriel Gatehouse, ehemaliger Ukraine Korrespondent der BBC, hatte Zugriff auf ein Dossier durchgesickerter E-Mails von Surkows Kremlbüro. Nach zehnjähriger Berichterstattung über Russland und seine Kriege machte sich Gatehouse auf die Suche nach dem Mann, der die Fäden zieht. Eine Reise - abwechselnd dramatisch, überraschend und surreal, vom Schlachtfeld über das Theater bis zum Kreml selbst. Das Ziel? Die Welt der Alternativen Wahrheiten, in der wir heute leben. Die Serie erhielt im Jahr 2019 den Prix Europa als beste Radio-Investigation. Wir strahlen sie im englischen Original aus.

01:00 Uhr

Nachrichten

01:05 Uhr

Deutschlandfunk Radionacht

Lied & Chanson
Liederbestenliste: die Platzierungen im Juli
Zu Gast: Sarah Lesch
Am Mikrofon: Anna-Bianca Krause

Als Kind wollte sie Rockstar-Frisörin werden, tatsächlich macht sie dann aber eine Ausbildung zur Erzieherin, bevor sie mit kaum 20 anfängt, Musikstücke für Kinder- und Jugendtheater zu schreiben, um später dann Liedermacherin zu werden. Sarah Leschs musikalischen Einflüsse reichen von Rio Reiser über Gerhard Schöne bis Metallica. 2012 nennt sie ihr Debütalbum „Lieder aus der schmutzigen Küche“, weil sie damals als junge Mutter ihre Songs genau da schreibt und aufnimmt. „Der Einsamkeit zum Trotze“ ist nun schon das vierte Album der Chanson-Poetin - und es ist das musikalisch ausgereifteste.

02:00 Nachrichten 

02:05 Sternzeit 

03:00 Nachrichten 

03:55 Kalenderblatt 

04:00 Nachrichten 

05:00 Nachrichten 

05:30 Nachrichten 

05:35 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

06:00 Uhr

Nachrichten

06:05 Uhr

Kommentar

Härtere Strafen bei Kindesmissbrauch - Ein längst überfälliger Schritt

06:10 Uhr

Informationen am Morgen

Berichte, Interviews, Reportagen

06:30 Nachrichten 

06:35 Morgenandacht 

Andreas Britz, Bellheim
Katholische Kirche

06:50 Interview 

Streit um Libyen - Interview mit Inga Trauthig, King's College London

07:00 Nachrichten 

07:05 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

07:15 Interview 

Kohleausstieg und europ. Klimaziele - Interview mit Hans-Peter Liese, CDU, MdEP

07:30 Nachrichten 

07:56 Sport am Morgen 

08:00 Nachrichten 

08:10 Interview 

Reparationen für Sklaverei in USA - Interview mit Max Friedman, Historiker

08:30 Nachrichten 

08:47 Sport am Morgen 

08:50 Presseschau 

Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

Am Mikrofon: Stephanie Rohde

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Kalenderblatt

Vor 100 Jahren: Der Bildhauer und Maler Max Klinger gestorben

09:10 Uhr

Das Wochenendjournal

Verrannt und verkannt - Frauen in der rechtsextremen Szene

Am Mikrofon: Sabine Adler

Die größte Bedrohung für Deutschlands innere Sicherheit kommt von rechts, sagt der Verfassungsschutz. 32.000 Rechtsextremisten und -extremistinnen hatte das Bundesamt 2019 im Visier. Was vielen nicht klar ist - die Zahl der Frauen in der Szene steigt. Rechtsextremistinnen sind oft unauffällig, aber keineswegs untätig: Sie planen und unterstützen Anschläge, manche schlagen auch selbst zu. Meist aber engagieren sie sich scheinbar unpolitisch in Kindergärten und Schulen und helfen so, die Akzeptanz rechtsextremer Gruppierungen in der Mitte der Gesellschaft zu erhöhen. Neonazi-Mütter erziehen ihre Kinder im völkisch-nationalen Geist, verbreiten Hasspropaganda, halten Kontakt zu Kameraden in Haft. Im Wochenendjournal versucht unsere Reporterin Sabine Adler herausfinden, was Frauen in ein Umfeld treibt, das so martialisch und männlich erscheint. Eine ehemalige NPD-Landeschefin und Vorsitzende des Rings Nationaler Frauen war zum Interview bereit. Eine Sozialpädagogin aus Recklinghausen berichtet, wie sie seit mehr als zehn Jahren Frauen aus der rechtsradikalen Szene heraushilft und dabei auch die betroffenen Familien unterstützt. Außerdem war Sabine Adler unterwegs in Jamel, einem Dorf an der Ostsee, in dem fast nur Neonazis leben. Prompt wurde unsere Reporterin bei ihren Recherchen auf der Straße bedroht.

10:00 Uhr

Nachrichten

10:05 Uhr

Klassik-Pop-et cetera

Am Mikrofon: Die Moderatorin und Autorin Mo Asumang

Mo Asumang geht gerne in die Konfrontation. Als „Person of Color“ sucht sie das Gespräch mit denen, die sie hassen: Neonazis, Anhängern des Ku-Klux-Klans, rechtsextremen Esoterikern. Die 1963 in Kassel geborene Tochter einer Deutschen und eines Ghanaers lässt sich von Drohungen nicht einschüchtern, sondern kämpft unermüdlich gegen Fremdenfeindlichkeit und für soziale Gerechtigkeit. Dafür wurde ihr 2019 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Mo Asumang lebt in Berlin und arbeitet als Moderatorin, Produzentin, Regisseurin, Schauspielerin und Dozentin. 1996 war sie die erste afrodeutsche Moderatorin im deutschen Fernsehen, ihre Karriere vor der Kamera führte sie unter anderem zu Roman Polanski und an die Seite von Pierce Brosnan. In „Klassik-Pop-et cetera“ spielt sie Musik, die gegen Angst hilft, und erzählt von ihrer Großmutter, die sie großzog - die Großmutter war als junge Frau Mitarbeiterin der SS gewesen.

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Gesichter Europas

Bis an die Grenze - Corona und die polnische Arbeitsmigration.
Mit Reportagen von Anja Schrum und Ernst-Ludwig von Aster

12:00 Uhr

Nachrichten

12:10 Uhr

Informationen am Mittag

Berichte, Interviews, Musik

Neue Wehrbeauftragte Högl hält Abschaffung der Wehrpflicht für Fehler

Högl für Wehrpflicht - Interview Roderich Kiesewetter, CDU-Verteidigungsexperte

Vor Nationalfeiertag in den USA - Trump-Rede in Mount Rushmore

Frankreich - Frankreichs neuer Regierungschef Jean Castex im TV-Interview

Rücktritt Commerzbank-Chef und Aufsichtsrat

Trotz Corona - Pubs in England öffnen wieder

Starke Regenfälle in Japan - Mehr als 200.000 Menschen müssen Häuser verlassen

Sporttelegramm

Am Mikrofon: Silvia Engels

12:50 Internationale Presseschau 

13:00 Uhr

Nachrichten

13:10 Uhr

Themen der Wocheaufnehmen

Chinas Wille, Chinas Macht - Hongkong wird zum Polizeistaat
Gegen Hassrede und falsche Informationen - Konzerne stoppen Werbung auf Facebook
Härtere Strafen bei Kindesmissbrauch - Ein längst überfälliger Schritt

Am Mikrofon: Katrin Michaelsen

13:30 Uhr

Eine Weltaufnehmen

Neuer Kopf des IS: Ein Turkmene mit Autoritätsproblem?
Mexiko: Gewalt ohne Ende - Immer mehr Attentate gegen Behördenvertreter
Äthiopien: Kämpfe und ethnische Spannungen nach Tod eines Sängers
Westafrika: Koloniales Erbe: Die Abschaffung des Franc CFA

Am Mikrofon: Britta Fecke

14:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

14:05 Uhr

Campus & Karriereaufnehmen

Das Bildungsmagazin

Berufswahl in unruhigen Zeiten:
Die Generation Corona und ihre Zukunftsperspektiven

Gesprächsgäste:
Jan Zinal, Bundesschülerkonferenz
Johannes Wilbert, Leiter des Instituts für Berufswahl in Wetter/Ruhr
Christopher Meier, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK zu Köln
Am Mikrofon: Armin Himmelrath

Beitrag:
Portrait einer Zehntklässlerin

Hörertel.: 00800 - 4464 4464
campus@deutschlandfunk.de

Mit welchen Chancen gehen Jugendliche und junge Erwachsene nach der Corona-Pandemie in ihre Zukunft? Die aktuelle Situation macht die Berufs- und Karriereplanung schwierig: Die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen sinkt, die Verfahren zur Studienplatzbewerbung ändern sich. Das sorgt für Verunsicherung bei allen Beteiligten, denn die Berufswahl in Corona-Zeiten ist schwieriger geworden. Auf welche Hürden stoßen Schulabsolventinnen und -absolventen derzeit, wenn es um den eigenen Weg in den Beruf oder in den nächsten Ausbildungsbereich geht? Wo findet man aktuell verlässliche Informationen? Und mit welchen Strategien können Jugendliche und junge Erwachsene auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren?

15:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

15:05 Uhr

Corso - Kunst & Popaufnehmen

Das Musikmagazin

Unruhen in Äthiopien nach Mord an Sänger - Wer war Hachalu Hundessa?
Dawit Shanko im Gespräch mit Raphael Smarzoch


„Musik war meine Rettung“ - Becca Mancari über ihr neues Album „The Greatest Part“
Becca Mancari im Corso-Gespräch mit Raphael Smarzoch


Es zählt das Objekt, nicht der Inhalt: Die schleichende Entwertung von Popmusik
Laut psychologischer Studien spielt Musik im Leben der meisten Menschen eine sehr große Rolle - unsere Bereitschaft, für diese Musik zu bezahlen, ist allerdings sehr gering. Eine Entwicklung, die durch Streamingdienste ihren Höhepunkt erreicht hat. Warum ist uns Popmusik immer weniger wert?

Am Mikrofon: Raphael Smarzoch

16:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

16:05 Uhr

Büchermarktaufnehmen

Bücher für junge Leser

DIE BESTEN 7
Das Ergebnis der Deutschlandfunk-Bestenliste im Monat Juli
Vorgestellt von Ralf Schweikart

Micha Friemel und Jacky Gleich (Illustration): „Lulu in der Mitte“
(Hanser Verlag, München)

Jessica Love: „Julian ist eine Meerjungfrau“
Aus dem Englischen von Tatjana Kröll
(Knesebeck Verlag, München)

Rose Lagercrantz und Eva Eriksson (Illustration): „So glücklich wie noch nie?“
Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch
(Moritz Verlag, Frankfurt)

Roald Dahl und Pénélope Bagieu (Illustration): „Hexen hexen“
Aus dem Französischen von Silv Bannenberg
(Reprodukt Verlag, Berlin)

Holly-Jane Rahlens: „Das Rätsel von Ainsley Castle“
Aus dem Englischen von Bettina Münch
(Rowohlt Verlag, Hamburg)

Jean-Claude Mourlevat und Antoine Rozon (Illustration): „Jefferson“
Aus dem Französischen von Edmund Jacoby
(Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin)

Michael Sieben: „Das Jahr in der Box“
(Carlsen Verlag, Hamburg)

Am Mikrofon: Ute Wegman

16:30 Uhr

Forschung aktuellaufnehmen

Wärmeschleuder
Rechenzentren müssen dringen ihre Ökobilanz verbessern

Kältequelle
Wasserkühlung setzt sich auch im Cloudcomputing durch

Körpernetz
Biomediziner verbinden Implantate im Menschen per Ultraschall

Info Udate

Sternzeit 04. Juli 2020
Die Mondfinsternis des Christoph Kolumbus

Am Mikrofon: Manfred Kloiber

17:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

17:05 Uhr

Streitkulturaufnehmen

Die Coronakrise - Chance auf einen anderen Tourismus?
Die Tourismusforscherin Claudia Brözel und Ralph Schiller, Managing Director der FTI Group, im Gespräch
Am Mikrofon: Sandra Pfister

17:30 Uhr

Kultur heuteaufnehmen

Berichte, Meinungen, Rezensionen

18:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

18:10 Uhr

Informationen am Abendaufnehmen

18:40 Uhr

Hintergrundaufnehmen

Eine andere Jagd: Wie dem deutschen Wald zu helfen wäre

19:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

19:05 Uhr

Kommentaraufnehmen

19:10 Uhr

Sport am Samstagaufnehmen

Fußball - DFB-Pokal - Finale der Frauen in Köln: VfL Wolfsburg - SCS Essen
Fußball - DFB-Pokal: Die Fans von Bayer 04: Endlich wieder ein Finale und sie dürfen nicht hin

Fußball - Wie kann ein Neuanfang auf Schalke gelingen? Interview mit Kornelia Toporzysek

Fußball - 3. Liga: Die letzten Auf- und Absteiger werden ermittelt

Formel I - 1. Lauf zur Formel-I-WM "Großer Preis von Österreich" in Spielberg, Qualifiying

Gegen sexualisierte Gewalt - "Melde-Dich"-Kampagne mit Freiburgs Höfler

Filmbesprechung - "Athlete, A" und das Sittenbild des US-Sports

DFB-Pokal - Finale der Männer in Berlin: Bayer Leverkusen - Bayern München

Am Mikrofon: Marina Schweizer

20:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

20:05 Uhr

Hörspielaufnehmen

Hörspiel des Monats
Türken, Feuer
Von Özlem Özgül Dündar
Regie: Claudia Johanna Leist
Mit Lilay Huser, Marina Galic, Kathleen Morgeneyer, Johanna Gastdorf, Ansgar Sauren, Francesco Schramm und Tula Rilinger
Komposition: Schneider TM (Dirk Dresselhaus)
Produktion: WDR 2020
Länge: 53'28‘‘

Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main zeichnet jeden Monat ein Hörspiel aus den Produktionen der ARD-Anstalten aus. Die Entscheidung über das HÖRSPIEL DES MONATS trifft eine Jury, die jeweils für ein Jahr unter der Schirmherrschaft einer ARD-Anstalt arbeitet. Am Ende des Jahres wählt die Jury aus den 12 Hörspielen des Monats das HÖRSPIEL DES JAHRES.

Aus der Begründung der Jury:
„Am 29. Mai 1993 zündeten vier junge Männer deutscher Abstammung in Solingen ein Haus an, in dem mehrere Familien türkischer Abstammung lebten. Fünf Menschen kamen durch den Brandanschlag ums Leben, darunter die 27-jährige Gürsün Inçe. Sie opferte sich für ihre dreijährige Tochter, indem sie mit ihr aus dem Fenster sprang und so fiel, dass das Kind überlebte. Im Hörspiel des Monats April 2020 lässt die Autorin Özlem Özgül Dündar, selbst 1983 in Solingen geboren, unter anderem diese Mutter zu Wort kommen und schildert das schreckliche Ereignis aus ihrer Perspektive. Diese intensive Innenschau der Gedankenwelt hat für die Betroffene den Effekt, dass sie nicht in der passiven Opferrolle verharrt, sondern zur aktiv Handelnden wird: das Erzählen als Selbstermächtigung gegen Vergessen, Rassismus, aber auch stereotype Geschlechterrollen.

Dem herausragenden Sprecherinnen-Ensemble gelingt es unter der Regie von Claudia Johanna Leist und subtil unterstützt durch die atmosphärische Spannung der Musik von Dirk Dresselhaus, den Toten, den traumatisierten Überlebenden, aber auch der Angehörigen eines mutmaßlichen Täters eine Stimme zu geben. In größtmöglicher Dringlichkeit konfrontiert das Hörspiel sein Publikum damit, wie es den Opfern rassistischer Gewalt ergeht. Anstatt jedoch bei sich selbst zu verharren, treten diese unterschiedlichen weiblichen Stimmen miteinander in Dialog und vollziehen so den Perspektivwechsel, der dieses Stück so herausragend macht.“

22:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

22:05 Uhr

Atelier neuer Musikaufnehmen

Tritt mir nicht zu nahe
Über Selbstfindungen und Integrationserfahrungen in der Berliner zeitgenössischen Szene
Von Martina Brandorff

„Ich hoffe, ich trete dir damit nicht zu nahe“ - diesen Satz hörte der 1977 nahe Tel Aviv geborene Komponist Eres Holz erstmals, als er 2003 nach Berlin ging. Wie viele junge Künstler aus aller Welt zog ihn die wiedervereinte deutsche Hauptstadt magisch an. Der herbe Slang mit seiner Direktheit, auch „Berliner Schnauze“ genannt, irritierte ihn nicht - die Distanziertheit der zeitgenössischen Szene schon eher. Projektbezogen arbeitet Holz mit verschiedenen Veranstaltern und Formationen zusammen. Die 1978 in Kalifornien geborene Komponistin Leah Muir erlebt Berlin dagegen als offenen Ort. Direkte Publikumsreaktionen, unverstellte Worte begeistern sie. Eine Bühne für ihr eigenes Tun bietet ihr vor allem die Hochschulwelt. Sarah Nemtsov, geboren 1980 in Oldenburg, kam zum Studium nach Berlin, ebenso wie die zwei anderen. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie in Berlin einen kleinen eigenen Veranstaltungsort. - Die Aufnahme in die gewachsenen Musikszenen der Hauptstadt verlangt Zugereisten auf jeden Fall einiges ab. Was genau ist dabei das Problem? Um was geht es? Und wie glücklich ist man damit? Und wie anregend ist dies für das eigene künstlerische Tun? Martina Brandorff fragte Komponistinnen und Komponisten neuer Musik nach ihren Berliner Erfahrungen bezüglich Integration, Teilhabe, Heimat und Globalität.

22:50 Uhr

Sport aktuellaufnehmen

23:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

23:05 Uhr

Lange Nachtaufnehmen

Das geplagte Genie
Die Lange Nacht über den Dirigenten Carlos Kleiber
Von Julia Spinola
Regie: Heike Tauch

Die Musikwelt vergötterte ihn und doch stellte Carlos Kleiber (1930-2004) seine Bewunderer vor Rätsel, die noch die grundlegendsten biografischen Fakten betreffen. War er der leibliche Sohn des berühmten Dirigenten Erich Kleiber oder ein heimlicher Nachfahre des Komponisten Alban Berg? Starb er eines natürlichen Todes oder war es Selbstmord? Kaum ein Dirigent vereinte so viele, scheinbar unversöhnliche Widersprüche in seiner Persönlichkeit. Kleiber verführte noch die störrischsten Orchestermusiker mit seinem Charme und seinem Charisma und litt zugleich zeitlebens unter quälenden Selbstzweifeln. Er stellte sich als besessener Perfektionist unbeirrbar in den Dienst musikalischer Wahrheit, dirigierte aber nach Herbert von Karajans Worten nur, „wenn der Kühlschrank leer war“. Er überflügelte mit seinen wie Erleuchtungen gefeierten Interpretationen alles zuvor Dagewesene und trat doch innerlich nie aus dem Schatten des übermächtigen Vaters hinaus. Carlos Kleiber wuchs bis 1935 in Berlin auf und emigrierte als Fünfjähriger mit seiner Familie nach Südamerika. Von den Siebzigerjahren an rissen sich die großen Opernhäuser und die Orchester der Welt um ihn. Doch der Stardirigent wurde im Laufe der Jahre zunehmend scheu, lebte zurückgezogen in einem Vorort von München und dirigierte ein immer schmaleres Repertoire von persönlichen Lieblingswerken. 1999 zog er sich endgültig aus der Öffentlichkeit zurück und starb am 13. Juli 2004 in seinem Ferienhaus im slowenischen Konjsica. Am 3. Juli wäre Carlos Kleiber 90 Jahre alt geworden: Anlass für eine „Lange Nacht" auf den Spuren des Jahrhundertgenies.

23:57 Uhr

National- und Europahymneaufnehmen

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Hörspiel des MonatsTürken, Feuer
Hörspiel 04.07.2020 | 20:05 Uhr

Auf einmal ist alles anders. Fünf Menschen sterben in einem brennenden Haus - und das ganze Land spricht davon. Ist so was zu fassen?

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