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Newsblog zu Covid-19+++ Coronavirus: Entwicklungen vom Montag, 27. April und Dienstag, 28.April

Ein leerer Aufenthaltsraum in einer geschlossenen Kita in Bremen (dpa / Sina Schuldt)
Eine Kindertagesstätte (dpa / Sina Schuldt)

Die Familienminister von Bund und Ländern empfehlen in der Corona-Krise einen "behutsamen" Wiedereinstieg in die Kindertagesbetreuung. In vier Stufen soll es eine schrittweise Rückkehr zum Normalbetrieb geben, teilte das Bundesfamilienministerium mit. Die wichtigsten Entwicklungen in unserem Newsblog.

Dienstag, 28. April

+++ Die Familienminister von Bund und Ländern empfehlen in der Corona-Krise einen "behutsamen" Wiedereinstieg in die Kindertagesbetreuung. In vier Stufen soll es eine schrittweise Rückkehr zum Normalbetrieb geben, teilte das Bundesfamilienministerium mit. In der Erklärung heißt es, dass nach jedem Erweiterungsschritt zwei Wochen lang das Infektionsgeschehen beobachtet werden soll, bevor ein weiterer Schritt folgen kann. Oberstes Ziel sei unverändert, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und Infektionsketten zu unterbrechen. Ein konkretes Datum für die mögliche Wiederaufnahme des Kita-Betriebs wurde aber nicht genannt.

Mehr zu den Kitas und wie es dort weitergehen könnte, finden Sie hier.

+++ Wie breitet sich das Coronavirus in Europa aus? Wir haben wieder die aktuellen Zahlen der Johns Hopkins Universität, Stand 21 Uhr, zusammengetragen. Sie können alles hier nachlesen.

+++ Zwischendurch ein Video von der ILO, der Internationalen Arbeitsorganisation. Eine Hommage an alle Pflegekräfte, die in der Coronakrise sozusagen an vorderster Front arbeiten.

+++ In den USA gibt es nun laut Johns Hopkins Universität mehr als eine Million bestätigter Coronavirus-Infektionen. Die Zahl der Todesfälle wird mit mehr als 57.000 angegeben. Gut 112.000 Menschen haben sich von der Infektion erholt.

+++ Die Pfingstferien rücken näher und Ende Juni stehen in einigen Bundesländern schon die Sommerferien an. Und damit stellt sich vielen die Frage, ob und wie Urlaub in diesem Sommer während der Corona-Pandemie überhaupt noch möglich sein kann. Viele Reisen werden auf absehbare Zeit nicht gehen, für einige Optionen besteht aber Hoffnung. Wir haben mal gesammelt, was geht.

Ein VW-Bus T 2 fährt hinter einem blühenden Rapsfeld vorbei. (imago / A. Friedrichs)Wohin darf der Urlaub dieses Jahr gehen? (imago / A. Friedrichs)

+++ In vielen Bundesländern sollen Gottesdienste ab nächster Woche wieder erlaubt werden. So kündigte der saarländische Ministerpräsident Hans von der CDU an, dass ab dem 4. Mai in seinem Bundesland wieder religiöse Feiern möglich sein sollen. In Mecklenburg-Vorpommern dürfen ebenfalls unter strengen Hygieneregeln wieder Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen stattfinden. Auch Nordrhein-Westfalen, Hessen, Schleswig-Holstein, Berlin, Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg haben beschlossen, ab Mai wieder Gottesdienste zu erlauben. Voraussetzung dafür ist, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. In Sachsen und Thüringen sind religiöse Feiern bereits wieder möglich.

+++ Spanien will bis Ende Juni alle Corona-Beschränkungen lockern. Ministerpräsident Sanchez kündigte einen Vier-Phasen-Plan an, mit der die Spanier schrittweise zur Normalität zurückkehren sollen. Die ersten Maßnahmen sollen am 4. Mai beginnen. Je nach Infektionsrate und Anzahl der Intensivbetten würden die Lockerungen regional unterschiedlich ausfallen, sagte Sanchez in Madrid. Jede Phase werde zwei Wochen dauern, wobei nach und nach immer mehr Geschäfte, Lokale und Kirchen sowie später Fitnessstudios, Kinos, Theater und Hotels geöffnet werden sollen.

+++ Die Gymnasiallehrer in NRW begrüßen die Entscheidung der Kultusministerkonferenz, bis auf weiteres keinen regulären Schulbesuch zu ermöglichen: "Angesichts steigender Infektionszahlen müssen wir auf Sicht fahren und weitere Schritte bei der Öffnung der Schulen genau überlegen", sagte die Landesvorsitzende des Philologenverbandes NRW, Sabine Mistler, der "Rheinischen Post".

+++ Der Deutsche Lehrerverband bemängelt, dass die Kulturminister das Tragen von Mund-Nasen-Masken an den Schulen lediglich empfohlen und nicht angeordnet hätten. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wäre dies zumindest auf Schulfluren, dem Pausenhof und beim Warten auf den Schulbus geboten, sagte Verbandspräsident Meidinger der Deutschen Presse-Agentur.

+++ Die Maskenpflicht in Geschäften verstößt nach Ansicht des Hamburger Verwaltungsgerichts nicht gegen das Persönlichkeitsrecht. Die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung könne dem Lebens- und Gesundheitsschutz dienen, entschied das Gericht in einem Eilverfahren. Mit der zeitlichen und räumlichen Beschränkung der Maskenpflicht werde das allgemeine Persönlichkeitsrecht nicht angetastet. Was man über Schutzmasken generell wissen sollte, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

+++ Die Corona-Pandemie und die wegen des Virus verhängten Beschränkungen haben zum Teil drastische Auswirkungen auf das wirtschaftliche Leben weltweit. Manche wollen die Krise nutzen, um die Wirtschaft neu aufzustellen und klimafreundlicher zu gestalten. Andere halten das - gerade jetzt - für keine gute Idee. Ein Überblick.

Die Ruhr Oel-Erdölraffinerien in Gelsenkirchen in den Abendstunden. (imago stock&people )Wie soll die Wirtschaft wieder angekurbelt werden? (imago stock&people )

+++ Frankreich will ab dem 11. Mai seine Corona-Beschränkungen lockern - dazu hat die Regierung nun Details bekanntgegeben. Falls die täglichen Neuinfektionen unter die Marke von 3.000 fielen, könne mit der schrittweisen Aufhebungen der Maßnahmen begonnen werden, sagte Premierminister Philippe in der Nationalversammlung. Dann dürften Geschäfte unter strengen Vorgaben wieder öffnen. Auch Kindergärten und Schulen könnten schrittweise wieder besucht werden. Für die Sekundarschulen solle es eine Mundschutzpflicht geben, erklärte Philippe. Dieser werde auch im öffentlichen Nahverkehr zur Pflicht. Bars und Restaurants sollen geschlossen bleiben.

+++ Die Kultusminister der Länder haben gemeinsam vorgeschlagen, dass es vor den Sommerferien keinen regulären Schulunterricht mehr gibt. Hier unsere Übersicht über das Konzept - und über den derzeitigen Stand der Dinge in den Bundesländern. Welche Schule hat wo geöffnet?

+++ Die Ärztekampagne "Blanke Bedenken" hat inzwischen auch in den britischen Medien ihren Widerhall gefunden. Worum es geht? Ärztinnen und Ärzte veröffentlichen Bilder von sich, und dabei haben sie im Großen und Ganzen nichts an. Auf der Internetseite der Kampagne heißt es: "Wir sind Ihre Hausärztinnen und Hausärzte. Um Sie sicher behandeln zu können, brauchen wir und unser Team Schutzausrüstung und Unterstützung durch die Politik. Wenn uns das Wenige, was wir haben, ausgeht, dann sehen wir so aus..."

+++ Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg ist die Reproduktionszahl beim Coronavirus in Deutschland wieder auf 0,9 gesunken. Das teilte das Robert-Koch-Institut mit. Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Schnitt neun Menschen anstecken. Zuvor war der Wert kurzzeitig auf 1 gestiegen. RKI-Präsident Wieler betonte, dass es bei der Ansteckungsrate allerdings große regionale Unterschiede gebe. Er riet davon ab, bei der Bewertung der Infektionswelle allein auf die Reproduktionszahl zu blicken: Man müsse verschiedene Daten im Gesamtbild sehen.

+++ Auch in Berlin müssen die Menschen künftig beim Einkaufen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Der Senat beschloss eine entsprechende Regelung, die ab Mittwoch in Kraft tritt. Bisher gilt die Pflicht nur für den öffentlichen Nahverkehr. Für Geschäfte galt nur eine dringende Empfehlung.

+++ Die Kanzlerin hat ihre Rede für einen Appell genutzt: Sie räumte zunächst ein, dass wegen der Wirtschaftskrise schwierige Verteilungsdiskussionen zu erwarten seien. Deshalb sei es aber umso wichtiger, bei Konjunkturprogrammen den Klimaschutz immer mit im Blick zu haben. Zudem plädierte die Kanzlerin für globale Lösungsansätze. So beuge es etwa Wettbewerbsverzerrungen vor, wenn möglichst viele Länder eine CO2-Bepreisung einführten. Die Kanzlerin war per Video zugeschaltet. Im ersten Teil ihrer Rede gab es allerdings massive technische Probleme. 

+++ Bundeskanzlerin Merkel hat ihre Rede beim Petersberger Klimadialog begonnen. Mehrere Umwelt- und Naturschutzverbände hatten kurz vorher noch gefordert, dass die Kanzlerin sich in der Coronakrise für Konjunkturprogramme einsetzt, die dem Klimaschutz nützen.

+++ Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Wieler, hat eindringlich an die Bevölkerung appelliert, sich weiter an die Corona-Beschränkungen zu halten. Anders als andere Länder habe Deutschland die Ausbreitung des Coronavirus bisher sehr erfolgreich in Schach halten können, sagte Wieler in Berlin. Diesen Erfolg wolle man verteidigen. Die Menschen sollten sich deshalb weiter an die Kontaktbeschränkungen halten, mindestens eineinhalb Meter Abstand voneinander halten und wenn möglich zuhause bleiben.

+++ Österreich hebt nach fast sieben Wochen die Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise auf. Dies teilte Gesundheitsminister Anschober in Wien mit. Ab dem 1. Mai sei lediglich ein Mindestabstand von einem Meter zu Menschen, die nicht im gemeinsamen Haushalt lebten, notwendig. Hotels könnten am 29. Mai wieder öffnen. Zugleich warnte Anschober vor dem Eindruck, dass die Krise bereits vorbei sei. Es gelte, eine zweite Erkrankungswelle zu vermeiden. Seit Mitte März war es der Bevölkerung in Österreich nur bei triftigen Gründen erlaubt, das Haus zu verlassen. Allerdings war Bewegung im Freien - zum Beispiel Spaziergänge und Radfahren - gestattet.

+++ In Italien hält Ministerpräsident Conte eine Rückkehr zur Normalität noch nicht für möglich. Während eines Besuchs in der besonders stark von der Pandemie betroffenen Lombardei verteidigte er die Entscheidung, die Ausgangsbeschränkungen in der Region nur minimal zu lockern. Ab dem 4. Mai dürfen die Menschen wieder spazierengehen und viele Firmen ihre Produktion wieder aufnehmen. Bars und Friseure bleiben aber geschlossen und Treffen mit Freunden verboten. In Italien gelten die Beschränkungen für das öffentliche Leben bereits seit dem 10. März - so lange wie in keinem anderen europäischen Land.

+++ Die deutsche Wirtschaftsleistung ist in den vergangenen Wochen dem Ifo-Institut zufolge um 16 Prozent eingebrochen. Das habe eine Umfrage im April unter 8.800 Unternehmen aus nahezu allen Branchen ergeben. Das ifo erwartet, dass die Wirtschaftsleistung über das gesamte Jahr gesehen kalenderbereinigt um bis zu 6,6 Prozent schrumpfen wird.

Was eine Rezession wegen des Coronavirus für Deutschland bedeutet, haben wir hier zusammengestellt.

+++ Bundesfamilienministerin Giffey befürwortet eine baldige, stufenweise Öffnung der Kindertagesstätten. Wenn dies erst im August geschehe, sei das zu spät, sagte die SPD-Politikerin im Dlf. Drei Monate seien für kleine Kinder eine sehr lange Zeit, in denen es zu Entwicklungsverzögerungen kommen könne, die später aufgeholt werden müssten. Deswegen müssten Bund und Länder jetzt konsequent über eine Normalisierung und flexible Lösungen nachdenken, verlangte Giffey. Die gemeinsamen Beratungen dienten dazu, einen gemeinsamen Rahmen zu schaffen. Die Entscheidung über eine Öffnung der Kindertagesstätten liege dann allerdings bei den Ländern.

Weitere Überlegungen zu einer möglichen Wiedereröffnung der Kitas haben wir hier zusammengefasst.

+++ Die Bundesregierung hat wegen der Corona-Pandemie den diesjährigen Tag der offenen Tür abgesagt. Er hätte vom 15. bis 16. August stattfinden sollen. Zehntausende Bürger nutzen jedes jahr die Möglichkeit zur Besichtigung der Ministerien und des Kanzleramtes.

+++ Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat die Hoffnungen von Gaststätten- und Hotelbetreibern auf eine schnelle Öffnung gedämpft. Im ARD-Fernsehen verwies der CDU-Politiker auf die wieder gestiegene Corona-Infektionsrate. Er denke aber über weitere Finanzhilfen für die Gastronomiebranche nach.

+++ Der deutsche Einzelhandel rechnet wegen der Corona-Krise mit bis zu 50.000 Insolvenzen in der Branche. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Genth, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, während der vierwöchigen Schließungen der Geschäfte im Non-Food-Bereich habe die Branche rund 30 Milliarden Euro Umsatz verloren. Zudem sei der Kundenverkehr auch seit der Wiedereröffnung vieler Geschäfte verhalten.

+++ In Deutschland ist die Ansteckungsrate mit dem Coronavirus erstmals wieder gestiegen. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, liegt die sogenannte Reproduktionsrate nach einer neuen Statistik bei 1,0. Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei 3, am 8. April bei 1,3, in den vergangenen Tagen bei 0,9 und teilweise noch darunter – jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite. Damit eine Epidemie abflauen kann, muss die Reproduktionszahl nach Angaben des Robert Koch-Instituts unter 1 liegen.

Hier erläutern wir, in welcher Hinsicht die Reproduktionszahl von Bedeutung ist.

+++ US-Präsident Trump hat China erneut vorgeworfen, die Coronavirus-Pandemie nicht verhindert zu haben. Er sagte vor Journalisten in Washington, die Ausbreitung der Pandemie hätte am Entstehungsort gestoppt werden können. Trump kündigte außerdem an, dass bald viele Schulen in den USA wieder öffnen könnten. Es sehe so aus, dass das Virus junge Menschen nicht stark betreffe. 

+++ In Frankreich und Spanien wollen die Regierungen heute ihre Pläne für Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen vorlegen. Der französische Premierminister Philippe trägt dem Parlament in Paris seine Vorstellungen für die Themen Schule, Arbeit, Geschäfte, Transport und Versammlungen vor. Es geht um eine schrittweise Lockerung ab dem 11. Mai. Spaniens Ministerpräsident Sánchez präsentiert seine Ideen dem Kabinett in Madrid. Hier soll es ab dem 2. Mai weitere Lockerungen geben.

Montag , 27. April

+++ Nato-Generalsekretär Stoltenberg hat Russland und China für die Verbreitung von Falschnachrichten in der Corona-Krise verantwortlich gemacht. Beide Länder versuchten, den Zusammenhalt des Bündnisses zu untergraben und die Nato falsch darzustellen, sagte Stoltenberg vor Journalisten in Brüssel. 

+++ Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus hat die Marke von drei Millionen überschritten. Das geht aus Daten der US-Universität Johns Hopkins hervor. In Folge der Pandemie gibt es mittlerweile fast 210.000 registrierte Corona-Tote.

+++ Das von der Pandemie schwer getroffene Italien hat als erstes EU-Land Hilfen aus dem EU-Solidaritätsfonds beantragt. Wie die EU-Kommission mitteilte, stehen für das laufende Jahr bis zu 800 Millionen Euro für Sofortmaßnahmen gegen das Coronavirus zur Verfügung. Die Antragsfrist ende am 24. Juni.

+++ Die UEFA unterstützt ihre 55 Mitgliedsverbände in der Corona-Krise mit mehr als 236 Millionen Euro. Wie die Europäische Fußball-Union in Nyon mitteilte, erhält jeder Verband bis zu 4,3 Millionen Euro, die für den Rest dieser und der nächsten Spielzeit verwendet werden können.

+++ Die Kultusminister der Länder wollen sich morgen auf ein Konzept für eine weitere schrittweise Öffnung der Schulen einigen. Das teilte eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums mit, deren Ressortchefin Hubig zurzeit den Vorsitz der Kultusministerkonferenz innehat. Demnach haben die Minister heute in einer Telefonkonferenz über den Entwurf für ein solches Papier beraten. Über den Inhalt wurde nichts bekannt

Wie könnte es mit den Kitas in Corona-Zeiten weitergehen? Sind regionale Unterschiede ein Problem? Wir haben die Debatte zusammengefasst.

+++ In Österreich sollen Steuerentlastungen vorgezogen werden. Bundeskanzler Kurz sagte auf einem Festakt, er denke insbesondere an kleine und mittlere Gehälter. Wer in Corona-Zeiten hart arbeite, wie Pflegepersonal oder Supermarktmitarbeiter, solle mehr zum Leben haben. Gleichzeitig, so Kurz, werde Österreich in Europa gegen die Steuerflucht großer Konzerne vorgehen.

+++ Das Hamburger Umweltinstitut hat vor Gesundheitsgefahren durch den übermäßigen Gebrauch von Desinfektionsmittel in der Coronavirus-Krise gewarnt.

+++ In Paris werden die Reparaturen an der beschädigten Kathedrale von Notre-Dame fortgesetzt

+++ In Russland gibt es amtlichen Angaben zufolge jetzt mehr Coronavirus-Infektionen als in China. Das Krisenzentrum in Moskau meldete rund 6.200 neue Erkrankungen. Damit stieg die Gesamtzahl der bestätigten Fälle auf 87.247 gestiegen ist. Die meisten Infektionen wurden in Moskau registriert, wo inzwischen strenge Ausgangssperren gelten. In China gibt es nach amtlichen Angaben 82.830 bestätigte Infektionen.

+++ Der Grünen-Vorsitzende Habeck hat Bundestagspräsident Schäuble für dessen Aussage gelobt, dass der Schutz von Leben in der Coronavirus-Krise nicht über allen anderen Grundrechten stehe.

+++ Die Formel 1 will ihre wegen der Corona-Pandemie verschobene Saison mit einem Rennen in Österreich am 5. Juli starten. Ziel seien 15 bis 18 Rennen mit einem Saisonfinale im Dezember in Abu Dhabi, teilte die Rennserie am Montag mit.

+++ Der britische Premierminister Johnson hat bei der Bevölkerung um Verständnis für die weiterhin geltenden Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie geworben. Die Krise sei die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte er bei seinem ersten Auftritt nach überstandener Covid-19-Erkrankung vor seinem Amtssitz in London. Er wisse, wie hart es sei, soziale Distanz zu wahren. Die bisherigen Erfolge bei der Bekämpfung des Virus dürften aber nicht durch eine zweite Infektionswelle gefährdet werden. 

+++ Mehr als 200 kubanische Ärztinnen und Ärzte helfen in Südafrika bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Zwischen beiden Ländern gibt es seit Jahren gute Beziehungen. Kuba schickt auch Ärzte in andere Länder wie Togo und Angola.

+++ Jeder Staat, so scheint es, hat eigene Theorien, wie die Corona-Pandemie eingedämmt werden kann. Welche Ansätze erscheinen am effektivsten? Reicht es, lediglich Alte und Risikogruppen zu schützen? Und könnte eine Durchseuchung der Gesellschaft die Lösung sein? Ein Überblick über die aktuellen Thesen.

+++ In Australien haben innerhalb von zwölf Stunden 1,13 Millionen Menschen eine App zur Eindämmung des Coronavirus heruntergeladen. Die Software Covidsafe soll die Zurückverfolgung der Kontakte von Sars-CoV-2-Infizierten beschleunigen. Laut Regierung müssen mindestens zwei Fünftel der 26 Millionen Einwohner Australiens - also 10 Millionen Menschen - die App installieren, damit sie ihren Zweck erfüllt. Bislang hat der Kontinent 6.720 Infektionsfälle vermeldet.

Das Projekt, eine App zu entwickeln, mit der sich Infektionsketten nachvollziehen lassen, ist eine der großen Hoffnungen in der Coronakrise. Wegen eines Streits um Datenschutz drohte es zu scheitern. Nun hat die Bundesregierung eingelenkt und verspricht eine dezentrale Speicherung. Damit macht sie auch den Weg frei, schnell die Smartphone-Schnittstellen von Apple und Google zu nutzen.

Ein thermisches Selbstporträt mit Maske auf einem Mobiltelefon. (imago images / Hans Lucas)Wie weit kann die Pandemie mit Technik bekämpft werden? (imago images / Hans Lucas)

+++ Die Deutsche Fußball-Liga hat ein Konzept erarbeitet, das unter medizinischen und organisatorischen Gesichtspunkten eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ermöglichen soll. Nun muss die Politik entscheiden, wann der Ball wieder rollt.Es sei an der Zeit, kreative Wege aus dem Lockdown in der Coronakrise zu suchen, sagte Rechtsprofessor und Mitglied des Deutschen Ethikrates, Reinhard Merkel, im Dlf. Der Start der Bundesliga unter den strengen Auflagen der DFL sei dabei ein "interessantes Modell".

+++ Der Sportbetrieb im Verein ruht wegen der Coronavirus-Pandemie. Doch auch im organisierten Breitensport, erhofft man sich, von der schrittweisen Lockerung der Maßnahmen zu profitieren. 

+++ Das Handwerk fordert weitere Hilfen, um eine Pleitewelle in der Branche zu verhindern. In einem Positionspapier schlägt der Zentralverband unter anderem einen zeitlich begrenzten, steuerlichen "Corona-Bonus" vor. Mit einem Höchstbetrag von bis zu 12.000 Euro soll der private Konsum gestärkt werden. Weitere Forderungen sind Nachbesserungen bei Hilfen der Bundesregierung sowie eine Pause bei Bürokratielasten und Regulierungen. 

+++ Ein geplünderter Supermarkt in Italien, hungernde Menschen in Großbritannien, kilometerlange Schlangen vor Essensausgaben in den USA – die Maßnahmen gegen das Coronavirus bringen auch in reichen Ländern viele Menschen in Existenznot. Zunehmend ist auch der Mittelstand betroffen. Könnte der Frust über die Beschränkungen bald in soziale Unruhen umschlagen?

+++ Die EU-Kommission hat die Staatshilfen für die finanziell angeschlagene Charterfluggesellschaft Condor genehmigt. Wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte, wurde ein neues Kreditprogramm der Bundesregierung freigegeben. Demnach wird der Kreditrahmen von zuletzt 380 Millionen auf 550 Millionen Euro erweitert. Condor benötigt weitere Hilfen, nachdem die polnische Luftfahrt-Holding PGL eine bereits vereinbarte Übernahme wegen eigener Probleme abgesagt hatte.

+++ In der Diskussion um die Fortsetzung der Fußball-Bundesliga hat der Berliner Sportphilosoph Gebauer vor einer Entscheidung gegen die Interessen der Fans gewarnt. Die Fans seien an Geisterspielen in der Regel nicht interessiert, sagte Gebauer im Deutschlandfunk. Denn dies seien Spiele ohne Leben und ohne Seele. "Dieser Fußball unter Laborbedingungen bringt doch keine Normalität zurück. Im Gegenteil: Dieser Fußball wird uns zeigen, dass wir nicht in normalen Zeiten leben." In der Debatte seien eindeutig Interessen der Politik im Spiel. 

Geisterspiel ohne Zuschauer in NRW: Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln am 11. März 2020 in Mönchengladbach.  (picture alliance / Laci Perenyi)Geisterspiel ohne Zuschauer in NRW: Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln (picture alliance / Laci Perenyi)

+++ Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren befindet sich nach Angaben des Ifo-Instituts im freien Fall. In zahlreichen Branchen seien die Erwartungen auf neue Tiefstwerte gesunken, erklärte der Präsident des Münchner Forschungsinstituts, Fuest. Die Erwartungen der Exportwirtschaft stürzten demnach im April von minus 19,01 auf minus 50,0 Punkte ab. Dies sei der niedrigste jemals gemessene Wert. Auch das Ausmaß des Rückgangs sei "ohne Beispiel".

+++ Bundeswirtschaftsminister Altmaier will die Finanzhilfen für Konzerne in der Corona-Krise an Bedingungen knüpfen. Wenn große Unternehmen staatliche Unterstützung bekämen, müssten sie auf die Ausschüttung von Dividenden verzichten, sagte Altmaier im Deutschlandfunk. Auch das Management müsse einen Beitrag erbringen. Wie hoch der Verzicht auf Boni sei, müsse im Einzelfall geklärt werden. Andernfalls könne man dies den Steuerzahlern nicht zumuten. Altmaier hat die Frage nach Staatshilfen für die Lufthansa offengelassen. 

+++ Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, hat der Bundesregierung bei der Beschaffung von sogenannten FFP2-Masken zum Schutz vor Corona-Viren Versagen vorgeworfen. Die Politik habe es innerhalb von drei Monaten nicht geschafft, die Atemschutzmasken in Deutschland produzieren zu lassen oder zu importieren, sagte er im Deutschlandfunk. Dabei seien die FFP2-Masken die Lösung, welche die Politik jetzt liefern müsse. Montgomery betonte, die seit heute geltende Pflicht für einen seinen Angaben zufolge nicht funktionierenden Mund-Nasen-Schutz sei ein Armutszeugnis. Ein Schal oder Tuch halte Viren nicht ab. Darüber hinaus könnten sich diese darin sogar anreichern.

Fahrgäste sitzen in einer U-Bahn, wobei eine Frau einen Mundschutz trägt.  (dpa/ Christoph Soeder)Busse und Bahnen sollen nur noch mit Maske betreten werden. (dpa/ Christoph Soeder)

+++ Zum Thema "Atemschutzmasken" kursieren viele Informationen. Zahlreiche Bundesländer machen es nun zur Pflicht, in der Öffentlichkeit einen Mund/Nasenschutz zu tragen. Welche Arten von Schutzmasken es gibt, wer sie wirklich braucht und wie man Nachschub bekommt, beantworten wir hier.

+++ In Deutschland ist die Zahl der Corona-Infektionen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts binnen eines Tages um 1018 auf 155.193 gestiegen. Zudem seien weitere 110 Menschen gestorben, insgesamt liege die Totenzahl damit bei 5750. Etwa 114.500 an Covid-19 Erkrankte seien inzwischen genesen, das sei ein Plus von ungefähr 2500 im Vergleich zum Vortag. 

+++ China meldet drei neue bestätigte Coronavirus-Fälle, gegenüber 11 am Vortag. Es seien keine weiteren Todesfälle eingetreten, wie die Gesundheitsbehörde des Landes mitteilt. Nach offiziellen Angaben sind zwei der drei neuen Infektionen bei Rückreisenden aufgetreten, der dritte Fall ereignete sich durch lokale Ansteckung in der nordöstlichen Grenzprovinz Heilongjiang. Festland-China bestätigt damit insgesamt 82.830 Fälle.


+++ Der CDU-Wirtschaftsexperte Linnemann warnt Bundesregierung und Wirtschaftsinstitute vor der Verharmlosung der ökonomischen Folgen wegen der Coronavirus-Krise. Er erwartet eine steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland. "Die Stimmung der Unternehmen ist am Boden, einer Erholung der gebrochenen Lieferketten ist nicht in Sicht", sagte der stellvertretende Unionsfraktionschef der Zeitung "Augsburger Allgemeinen". "Wir müssen leider davon ausgehen, dass ein Teil derjenigen, die heute Kurzarbeit machen müssen, später arbeitslos sein werden", betonte Linnemann.

Was bedeutet eine Rezession für Verbraucher, Unternehmen und deren Mitarbeitende?

+++ Bundesumweltministerin Schulze will den Klimaschutz als zentrales Element beim Wiederaufbau der Wirtschaft in der Corona-Krise verankern. "Für uns wichtig ist, dass die kommenden Konjunkturprogramme so gestaltet werden, dass sie Arbeitsplätze, Innovation und Klimaschutz zugleich voranbringen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

+++ Von heute an gehen in fast allen Bundesländern Abiturienten sowie Schüler und Schülerinnen der Abschlussklassen wieder in die Schule, um sich auf die Prüfungen vorzubereiten. In einigen Ländern, darunter das bevölkerungsstärkste Nordrhein-Westfalen, läuft der Schulbetrieb unter strengen Schutzauflagen schon seit einer Woche. Nun schließen sich Berufsschüler und Realschul-Abschlussklassen an. Für Grundschüler soll der Unterricht erst am 4.5. wieder beginnen. Über das konkrete Vorgehen berät die Kultusministerkonferenz am heutigen Nachmittag.

Schulschließungen sind nach einer internationalen Studie vergleichsweise wenig wirksam, um die Coronavirus-Epidemie zu begrenzen.


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