doku drops 11 + 12
Zusammenstellung: Judith Geffert und Ingo Kottkamp
Deutschlandfunk 2026
(Wdh. am 10.05.2026, 20.05 Uhr, Deutschlandfunk)
doku drops 11: Tief im Moor
Moderation: Judith Geffert
Sprecherin: Amal Keller
Ton: Christoph Richter und die Autor*innen
Länge: 27‘14
Moore sind ein bedrohter Lebensort. In Geschichten sind sie oft geheimnisvolle Zwischenorte, halb Land, halb Wasser, halb tot, halb lebendig. Was hier versickert, wird zugleich transformiert. Neue Kurzdokus erkunden das reale und das erzählte Moor.
Mit folgenden Kurzdokus:
Moor House
Von Ludwig Berger und Laura Harrington
Ein Moor im Norden Englands speichert 8000 Jahre Erdgeschichte. Tiere, Gras, Torf, unterirdische Adern: behutsam lauschen wir mit hochauflösenden Mikrofonen in die Tiefen der Zeit.
Moorbutterrezept
Von Katie Revell
Tief im Moor ruht die Butter, die dort vor hunderten von Jahren vergraben wurde. Über ihr verändert sich die Welt. Eine kulinarische Reise in die Geschichte des Moors.
Für schlechte Tage
Von Tia Morgen
Sprecherin: Amal Keller
Ein geliebter Mensch entscheidet sich, diese Welt zu verlassen. Zurück bleiben Gerüche, Chatverläufe, Trauer und magisches Denken - ein Leben in der Schwebe zwischen dem, was war und was es heute noch bedeutet.
Anschließend:
doku drops 12: (Un)Vergessen
Zusammenstellung: Judith Geffert und Ingo Kottkamp
Moderation: Ingo Kottkamp
Ton: Ingo Kottkamp und die Autor*innen
Deutschlandfunk 2026
Länge: 27‘25
Eine Hungersnot, die keine gewesen sein soll; eine Vatersprache, die verstummt ist. Zwei Kurzdokus auf rumänisch und tschechisch umkreisen verschüttete Erinnerungen. Auf Deutsch werden sie nicht nur übersetzt, sondern auch weitergedacht.
Mit folgenden Kurzdokus:
vers pervers remix
Von Norbert Lang
vers pervers
Von BORȘ
Entstanden für die Plattform semisilent.ro: Sound Art, Radiokunst, Field Recording
Die Hungersnot in der Sowjetunion 1946/47 hat unvorstellbares Leiden verursacht. Dennoch wird sie oft negiert und verharmlost. Selbst bei Überlebenden vermischen sich eigene Erinnerungen mit Propaganda.
Daraus entstand das Stück der moldawischen Autorin Madalina Ciocanu alias BORȘ. Norbert Lang, Radioautor mit rumänischen Wurzeln, macht einen übersetzenden Remix, der versucht, die verschüttete und pervertierte Erinnerung zurückzuholen.
For Beirut, for Linda
Von Martina Pouchlá
Entstanden im Rahmen einer künstlerischen Residenz von THE ECCO im Jahr 2025.
Deutschsprachige Fassung von Vivien Schütz
Linda ist zweisprachig aufgewachsen. Mit ihrer Mutter spricht sie Tschechisch. An die Sprache ihres Vaters, Arabisch, kann sie sich kaum noch erinnern. Unvergessen von ihrer Kindheit bis heute ist dagegen die Melodie des Songs „Li Beirut“ der libanesischen Sängerin Fairuz.
Vivien Schütz greift übersetzend in das Stück ein, fügt ihm eine neue erzählerische Ebene hinzu und stellt dabei die Frage nach der Übersetzbarkeit von Gefühlen.
doku drops ist das monatliche Magazin für kurzes dokumentarisches Audio. Doku für dokumentarisch und drops für: süße Drops, saure Drops, Tropfen, die Wellen schlagen, Tränen der Freude, der Rührung oder der Wut, Mike drops, kleine Einheiten, die Teil eines größeren Ganzen sind. In der Nachfolge der Feature-Antenne stellen wir jeden Monat neue Kurzdokus vor: vielfältig, vielschichtig und mit viel Spaß produziert.