Folksongs für Stadtmenschen
Der irische Songwriter Louis Brennan
Am Mikrofon: Anke Behlert
Mit scharfem Blick, Humor und eindrucksvollem Bariton singt Brennan von Internet-Trollen, dem Post-Brexit und Tech-Oligarchen.
Wenn man den Namen Louis Brennan in eine Suchmaschine eingibt, erscheint als erstes der Wikipedia-Eintrag über einen irisch-australischen Konstrukteur, der Mitte des 19. Jahrhunderts geboren wurde. Sein Namensvetter, der Musiker Louis Brennan, kommt ebenfalls aus Irland, lebt aber schon seit einiger Zeit in London. Dort schreibt er Songs, die sich klanglich an Folk und Americana orientieren. Inhaltlich geht es aber weniger um traditionelle Geschichten vom harten Landleben, die Akteure in seinen Songs sind eher frustrierte Büromanager und gelangweilte Stadtmenschen des frühen 21. Jahrhunderts. Mit scharfem Blick, schwarzem Humor und einem eindrucksvollen Bariton singt er von Internet-Trollen, Post-Brexit-Großbritannien und Tech-Oligarchen. 2018 erschien Brennans erstes Album „Dead Capital“, 2022 folgte „Love Island“. Das kürzlich veröffentlichte, dritte Studioalbum hat Brennan schlicht nach sich selbst benannt. Darauf verarbeitet er den Tod seiner Eltern und das eigene Nüchtern-Werden während der Pandemie.