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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 26.07.2026

  • 00:05 Uhr

    "Das glücklichste Volk der Welt"
    Eine Lange Nacht über Fremdheit und Nähe zwischen Ost- und Westdeutschland (2/2)
    Von Sophie Müller vom Hofe und Andreas von Westphalen
    Regie: die Autoren

    Episode 4: Über das Glück
    Am 9. November 1989 packten wir unsere Sachen und fuhren los - direkt ins Glück. Wir erinnern an die Zeit zwischen Mauerfall und Einheitsfeier und fragen: Wo ist dieses Glück der Einheit und Demokratie heute? Was haben wir daraus gemacht?

    Episode 5: Über das, wogegen wir uns wehren
    Anpassen, aufbegehren oder dazugehören? Mitlaufen, protestieren - oder Grenzen überschreiten? Wir blicken zurück auf die Jahre zwischen Mauerbau und Mauerfall: Wogegen haben sich Menschen in Ost und West gewehrt - und was bedeutet Protest heute?

    Episode 6: Über das, woran wir glauben
    1949- 1961: Freiheit oder Gemeinschaft? Wettbewerb oder Kooperation? Zwei deutsche Staaten, zwei Wertesysteme im Kalten Krieg. Erschwert diese Konkurrenz unser Zusammenleben bis heute - oder birgt sie ganz im Gegenteil sogar eine Chance?

    Episode 7: Über die uns im Kreis führt
    1945- 1949: Nach Krieg, Schuld, Trauma und Teilung liegt Schweigen über dem Land. Doch wer schweigt, bleibt getrennt. Sprechen kann Brücken bauen. Zuhören schafft Nähe - vielleicht sogar Heilung. Welche Zukunft entsteht, wenn wir den Kreis schließen?

    Ostalgie verflogen, Fronten verhärtet, Klagen von allen Seiten: 35 Jahre nach der Einheit stellen sich alte Fragen neu. Warum fühlen sich viele Ostdeutsche bis heute nicht gesehen? Und warum gibt es so wenig echtes Verstehen zwischen Ost und West? Das glücklichste Volk der Welt stellt sich diese Fragen in sieben Episoden - persönlich, politisch und historisch. Die ostdeutsche Radioautorin Sophie Müller vom Hofe und der westdeutsche Journalist Andreas von Westphalen graben sich durch Archive, sprechen mit Zeitzeug:innen und Expert:innen - und konfrontieren auch sich selbst mit blinden Flecken. Was sie dabei entdecken: Wie nah Geschichte rückt, wenn Menschen persönlich erzählen. Geforscht wird in Gesprächen, in Büchern, in der eigenen Erfahrung. So entsteht eine Reise durch das kollektive Gedächtnis - rückwärts von heute bis 1945. Jede Folge widmet sich einem zentralen Thema: Identität, Rechtsextremismus, Besitz, Widerstand, Heimat, Werte, Einheit. Erzählt wird in einer Mischung aus Reportage, Gesprächen, Sounddesign, wissenschaftlicher und literarischer Reflexion. Eine Sendung über Erinnerung, Zugehörigkeit, Ausgrenzung und die Hoffnung, einander besser zu verstehen. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Ettersberg, gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Am 18. Juli sendet die Lange Nacht die ersten drei Episoden, am 25. Juli die Folgen vier bis sechs. Zeitgleich erscheinen sie als Podcast. (Wdh.v.01.11.2025)

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Klavierfestival Ruhr 2025

    Jean-Philippe Rameau
    3. Satz: Allemande II (a-Moll)
    6. Satz: Sarabande I (a-Moll) & Sarabande II (A-Dur)
    8. Satz: Gavotte (a-Moll)
    aus: Suite in a-Moll, RCT 1

    Maurice Ravel
    Pavane pour une infante défunte.
    Für Klavier (G-Dur), M 19

    Alexandre Tharaud, Klavier

    Aufnahme vom 28.05.2025 aus dem Folkwangmuseum in Essen

    03:05 Uhr   Heimwerk

    "Death"

    Eres Holz
    "Ein Mensch erkennt, dass er nie Mensch war".
    Für großes Ensemble, Textprojektion und Live-Elektronik
    Eres Holz, Elektronik
    E-MEX-Ensemble

  • 06:10 Uhr

    Heinrich Schütz
    „Nicht uns, Herr, sondern deinen Namen“, SWV 43
    La Chapelle Rhénane
    Leitung: Benoît Haller

    Johann Sebastian Bach
    „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“. Kantate zum 8. Sonntag nach Trinitatis, BWV 45
    Robin Blaze, Alt
    Gerd Türk, Tenor
    Peter Kooij, Bass
    Bach Collegium Japan
    Leitung: Masaaki Suzuki

    Charles-Marie Widor
    aus: Sinfonie Nr. 2 D-dur, op. 13,2
    Joris Verdin, Cavaillé-Coll Orgel in Royaumont

    Luigi Cherubini
    „Kyrie et Pater noster“
    Sibylla Rubens, Sopran
    Britta Schwarz, Alt
    Tobias Hunger, Tenor
    Tobias Berndt, Bass
    ensemble frauenkirche dresden
    Leitung: Matthias Grünert

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Sehnsucht nach Segen
    Gottes Zuspruch für dein Leben
    Von Pfarrerin Angelika Obert
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 70 Jahren: Ägyptens Präsident Nasser verstaatlicht den Suezkanal

  • 09:10 Uhr

    Sinfonische Musik

  • 09:30 Uhr

    Aufstieg der Populisten
    Die Rechte ist da, aber sie hat keine Gesellschaftstheorie mitgebracht
    Von Barbara Sichtermann und Simon Brückner
    Wh. v. 14.09.2025

    Weltweit sind Populisten und staatsfeindliche Libertäre in die Zentren der Macht gelangt oder auf dem besten Wege dorthin. Wie konnte das geschehen - trotz ihrer Faktenverdrehungen, groben Pauschalisierungen und offener Demokratiefeindlichkeit?
    Eine anspruchsvolle Gesellschaftstheorie haben die Populisten anscheinend nicht mitgebracht. Offen ist, ob der Geist, der ihnen Antrieb verleiht, seine Theorie nur noch nicht gefunden hat - oder ob er sich Theorie grundsätzlich entzieht. Unter einer dieser Bedingungen muss die Rechte, beflügelt vom eigenen Erfolg, nun Politik machen. Vielleicht wäre es aber ein Fehler, hier vorschnell nur einen Mangel zu konstatieren. Ist dieser Geist nicht möglicherweise mehr als bloße Negation - mehr als jener Geist, der in Goethes Faust stets verneint?
    Um der Spur des rechten Zeitgeistes nachzugehen, um zu begreifen, wie er heute wirkt, gilt es, unseren Blick zurückzuwenden - aber nicht zu den großen Kriegen und zum Totalitarismus, sondern in jene Phase, in der die westliche Rechte, zutiefst diskreditiert und zerlumpt, im Nachkriegsdeutschland im Verborgenen überwintern musste.
    Gelingen konnte ihr dies vorwiegend im Bereich der Kunst, während die Linke ihren Marsch durch die Bildungs- und Kulturinstitutionen antrat und fortsetzte. Gerade Literaten und Dichtern wie Botho Strauß, Uwe Tellkamp oder Michel Houellebecq gelang es, etwas Neu-Rechtes zu formulieren und damit ästhetische Wirksamkeit zu erzielen. Sie beschworen und verrätselten etwas, das Gesellschaftstheoretiker mit guten Gründen sofort verworfen und bekämpft hätten, sobald es zu einer politischen Programmatik erhoben worden wäre.
    Was heute im engeren Sinne als „Neue Rechte“ bezeichnet wird, ist eine mehr oder minder organisierte Gruppe von Intellektuellen, die es nicht hinnehmen wollte, dass die Linke das Feld der Theorie für sich allein beanspruchte. Der „Neuen Rechten“, einer Konkurrenzveranstaltung zur „Neuen Linken“, lässt sich ihre akademische Dürftigkeit und politische Gefährlichkeit relativ leicht nachweisen. Eine entscheidende Frage bleibt allerdings ungeklärt: Liegt diese Dürftigkeit darin begründet, dass im rechten Denken und Fühlen etwas unaufhebbar Antiintellektuelles, ja möglicherweise sogar Antigesellschaftliches steckt, aus dem weder überzeugende Politik noch Theorie zu gewinnen wäre? Oder sind der rechte Marx, der rechte Foucault und der rechte Adorno schlichtweg noch nicht geboren?
    Der eigentliche Trick, um wirklich etwas über die Rechte zu erfahren, um sie vielleicht sogar besser zu verstehen, als sie sich selbst versteht, liegt darin, nicht nach ihren politischen Argumenten zu fragen - und sich dann zu freuen, wenn keine kommen - , sondern nach ihren Bildern eines gelingenden Lebens zu forschen. Hierfür bieten Dichter und Denker bessere Beispiele als Politiker.
    Barbara Sichtermann, Jahrgang 1943, ist Journalistin und Schriftstellerin. Sie studierte Sozialwissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Berlin. Seit 1978 arbeitet sie als freie Autorin. Ihre Themen: Leben mit Kindern, Frauenpolitik und -biografik, Medienkritik. Sie ist seit 30 Jahren Mitglied der Grimme-Preis-Kommission. 2015 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis für ihr Lebenswerk. Ihr letztes Buch (mit Ingo Rose) trägt den Titel: „Fahren Sie sofort los!“Alexandra Kollontai. Ein Frauenleben zwischen Auflehnung und Macht. Wien, 2024
    Simon Brückner, Jahrgang 1978, studierte Kulturwissenschaft, Soziologie und Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Dokumentarfilme wurden international gezeigt und mehrfach ausgezeichnet. Er verfasste Feature-Formate für den Hörfunk, arbeitete als Dramaturg und Dozent. Zuletzt erschienen der beobachtende Kinofilm Eine deutsche Partei (Berlinale 2022) über die AfD sowie das gemeinsam mit Barbara Sichtermann und Jens Johler herausgegebene Sachbuch Das verordnete Schweigen. Zensur von Fall zu Fall, Hamburg 2024.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Kirche St. Dionysius in Duisburg-Mündelheim
    Zelebrant: Pater Philipp Reichling
    Katholische Kirche

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Ethnobotaniker Andrea Pieroni im Gespräch mit Raoul Mörchen

    Was wir als Unkraut aus den Beeten rupfen, ist für ihn medizinisches Heilmittel und schmackhafte Würze. Andrea Pieroni erforscht uraltes Wissen über wilde Pflanzen. Seine Reisen führen ihn zu bedrohten Kulturen an die Ränder unserer Zivilisation.

  • 15:05 Uhr

    Progrock in vollen Zügen
    Die britische Band Big Big Train
    Von Fabian Elsäßer

    Progressive Rock im 1970er- Sound ist nicht totzukriegen: Dafür sorgen Konzeptalben u.a. mit Mellotron oder Bass-Effektpedalen.

    Ab Anfang der 1980er-Jahre entstand eine Reihe von Bands, die auf den Spuren von Genesis und Yes wandelten, jedoch etwas kompaktere Songformate pflegten - bald prägte man dafür das Schlagwort „Neoprog“. Zu diesen Bands zählt auch Big Big Train von der englischen Südküste, mit inzwischen auch schon mehr als 30 Jahren und 15 Alben auf dem Buckel. Die Songs von Big Big Train sind eher sanft und haben durch Akustik-Gitarre, Violine und herzerwärmenden Chorgesang einen deutlichen Folkrock-Anteil. Typische Progressive-Rock-Instrumente wie das Mellotron oder Bass-Effektpedale sorgen für den nostalgischen Brückenschlag zu den Altmeistern. Nach dem frühen Tod von Sänger David Longdon schreibt die Band ihre Geschichte nun mit Italiener Alberto Bravin von der italienischen Prog-Institution Premiata Forneria Marconi weiter - und hat mit „Woodcut“ ihr erstes Konzeptalbum veröffentlicht.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr
  • 20:05 Uhr

    Nachts − Unterwegs mit drei Flaneurinnen
    Von Stefanie Heim und Vivien Schütz
    Regie: die Autorinnen
    Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2023
    (Wdh. v. 25.07.2026, 18.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur)

    Drei Frauen dokumentieren ihr nächtliches Flanieren mit dem Mikrofon. Wie selbstverständlich ist es, als Frau nachts allein unterwegs zu sein? Ein atmosphärischer Streifzug aus weiblicher Perspektive.

    Shubhra genießt es, nachts durch ihre Lieblingsstraßen in Berlin zu schlendern und in beleuchtete Schaufenster zu schauen. In Berlin erfährt sie eine Freiheit, die ihr in ihrer Heimat Indien verwehrt bleibt. Felicia hingegen kann nur im Dunkeln, in Abwesenheit der urbanen Reizüberflutung, zur Ruhe kommen - bevorzugt im Wald. Sie spricht über ihre nächtlichen Erfahrungen, als die Außenwelt sie noch als Mann gelesen hat. Und Nele lässt sich hedonistisch durch Bars und Clubs in Leipzig treiben, um ihrer Schlaflosigkeit zu entfliehen.
    Das Feature begleitet drei Flaneurinnen, die selbstbewusst nächtliche Räume erkunden, die traditionell männerdominiert sind und lädt Hörerinnen und Hörer dazu ein, die Nacht fernab von Ängsten und Einschränkungen zu erleben.

    Gefördert durch die Film- und Medienstiftung NRW.

    Vivien Schütz ist freie Autorin und produziert dokumentarische und fiktive Geschichten für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Podcast-Labels. Ihre unabhängig produzierten Kurzhörspiele „Die mit Dinkel“ und „Re:Produktion” wurden beide mit dem ARD-PiNball-Award ausgezeichnet. Zuletzt: 10-teilige SWR2-Hörspielserie „Re:Produktion“ (2022) und Deutschlandfunk Nova „Einhundert - Lori Glori will ihre Stimme von DJ Bobo zurück” (2023).

    Stefanie Heim, geboren in Potsdam, lebt in Erfurt als freie Autorin und produziert Hörspiele, Features und serielle Formate für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. 2019 realisierte sie als Stipendiatin der AdK das audiovisuelle Projekt „Heim“ (AT), 2022 war sie Stipendiatin der NRW Film- und Medienstiftung. Zuletzt: 10-teilige SWR2-Hörspielserie „Re:Produktion” (2022) und 8-teilige SWR2-Featureserie „Operation Kaffee” von Veith/Schiller/Wendt (2023).

    Heim und Schütz gewannen mit einer Kurzfassung von „Re:Produktion“ den ARD-PiNball-Award 2020. Ihr Hörstück „Nach(t)spiel“ wurde beim DokKa 2021 in Karlsruhe als „Beste Kurzdoku“ ausgezeichnet.

  • 21:05 Uhr

    Kammermusikfest Spannungen 2026

    Bedřich Smetana
    Trio für Violine, Violoncello und Klavier g-Moll, op. 15

    Johann Sebastian Bach
    Aria mit 30 Veränderungen für Cembalo, BWV 988
    „Goldberg-Variationen“

    Jean Rondeau, Cembalo
    Kiveli Dörken, Klavier
    Christian Tetzlaff, Violine
    Tanja Tetzlaff, Violoncello

    Aufnahme vom 15.6.2026 aus dem Kraftwerk in Heimbach

    Am Mikrofon: Sylvia Systermans

    Tiefe Emotion und rationale Ordnung bewegen in Smetanas Klaviertrio wie auch den berühmten Goldberg-Variationen von Bach.

    Es ist wohl der größte Albtraum von Eltern, wenn das eigene Kind stirbt. Bedřich Smetana schrieb sich den bohrenden Schmerz nach dem Tod seiner vierjährigen Tochter Friederike mit einem Klaviertrio von der Seele. Schroffe Klage prallt auf wehmütige Erinnerung, verklärte Idylle auf bittere Verzweiflung. Jeder Satz beginnt mit demselben Leitmotiv: einer chromatisch absteigenden Quinte. Johann Sebastian Bach schrieb seine „Aria mit verschiedenen Veraenderungen“ für einen schlaflosen Grafen. Jede Variation behält Taktart, Tempo und Melodie der Aria bei. Sie sind so atemverschlagend komplex und so „sanft und etwas munter im Charakter“, dass die Goldberg-Variationen bis heute tief bewegen. Der einstige Deutschlandfunk-Förderpreisträger Jean Rondeau spielt sie auf dem Cembalo, wie von Bach vorgesehen.

  • 23:05 Uhr