Sonntag, 05. Dezember 2021

Programm: Vor- und RückschauDonnerstag, 03.10.2019

  • Mon
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    Sat
    Sun
  • 00:05 Uhr

    Kultur vom Tage
    (Wdh.)

  • 01:05 Uhr

    Jazz

    Tempi di movimento
    Italiens Jazz gestern und heute
    Musik von Stefano Battaglia, Francesco Bearzatti, Stefano Bollani, Paolo Fresu, Giovanni Guidi, Maria Pia de Vito, Enrico Rava, Tiziano Tononi, Gianluigi Trovesi
    Am Mikrofon: Karl Lippegaus

  • 06:05 Uhr

    Zoltán Kodály
    Sonate für Violoncello und Klavier, op. 4
    Sonate für Violoncello solo, op. 8
    Duo für Violine und Violoncello, op. 7

    Julian Steckel, Violoncello
    Antje Weithaas, Violine
    Paul Rivinius, Klavier

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Hängepartie um den Direktor des Jüdischen Museums POLIN in Warschau

    Deutsche Einheit - gelungen? Ein Interview mit der Schriftstellerin Katja Lange-Müller

    Migration und Solidarität. Ein Interview mit dem Historiker und Juristen David Abraham

    Hongkonger Kulturschaffende unter Druck

    Negativzinsen? Ein Interview mit dem Finanzwissenschaftler Aloys Prinz

    Denk ich an Deutschland: Die Pianistin Olga Scheps

    Am Mikrofon: Birgid Becker

  • 08:35 Uhr

    Aus Religion und Gesellschaft

    Vom Friedensgebet zum Massenprotest
    Gespräch mit Lutz Rathenow, DDR-Bürgerrechtler, und Thomas Arnold, Direktor der kath. Akademie Dresden, über den Beitrag der Kirchen zur friedlichen Revolution 1989. Was tun sie für den inneren Frieden heute?

    Am Mikrofon: Christiane Florin

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 175 Jahren: Herman Melville kehrt von seinen Seereisen nach Boston zurück

  • 09:30 Uhr

    Heimat - der offene Begriff (1/2)
    Von Markus Metz und Georg Seeßlen
    (Teil 2 am 6.10.2019)

    Heimat: Der inflationäre Gebrauch des Wortes ist unglücklich. Mit Heimat lässt sich beinahe alles verkaufen und mit Heimat lässt sich vieles rechtfertigen. Umso wichtiger ist es, eine genaue, differenzierte und vielfältige Begriffsbestimmung vorzunehmen. Der Essay untersucht Heimat als humanistischen, offenen und utopischen Begriff, zusammengefasst in Ernst Blochs berühmtem Satz von der Heimat, die uns in die Kindheit scheint und in der noch niemand wirklich war. Die Auseinandersetzung darüber, welchen Begriff von Heimat wir verwenden wollen, was wir meinen, wenn wir uns über Heimat unterhalten oder auch streiten, ist ein Schlüssel für die Kultur einer kommenden Gesellschaft. Die extreme Rechte versucht, den Begriff seit geraumer Zeit im Sinne einer völkischen Ideologie von Blut und Boden zu besetzen und sie als politische Waffe gegen einen angeblich heimatlosen, verräterischen Liberalismus einzusetzen, der nur kosmopolitisches und grenzenloses Chaos verspreche. Gleichzeitig freilich ist Heimat ein Geschäftsmodell, das Tourismus, mediale Heimatfantasien und industrielle Folklore gewinnbringend einsetzt. Diesem zweifachen Missbrauch kann man begegnen, indem man den anderen, den humanistischen, offenen und utopischen Begriff wieder in sein Recht setzt, der genauso tief in unserer Kultur verankert ist wie der regressive und chauvinistische. Für einen allgemeinen Dialog wäre schon viel gewonnen, wenn uns klar ist, wie viele unterschiedliche Dinge gemeint sein können, wenn von Heimat die Rede ist.
    Markus Metz, geboren 1958, studierte Publizistik, Politik und Theaterwissenschaft, er lebt als Hörfunkjournalist und Autor in München. Zuletzt erschien von ihm ,Schnittstelle Körper’ (Matthes & Seitz Verlag) und ,Freiheitstraum und Kontrollmaschine. Der (vielleicht) kommende Aufstand des nicht zu Ende befreiten Sklaven’ (bahoe books Wien), beide gemeinsam mit Georg Seeßlen.
    Georg Seeßlen, geboren 1948, hat in München Malerei, Kunstgeschichte und Semiologie studiert. Er war Dozent an verschiedenen Hochschulen im In- und Ausland und schreibt heute als freier Autor unter anderem für Die Zeit, Frankfurter Rundschau, taz und epd-Film. Außerdem hat er rund 20 Filmbücher verfasst und Dokumentarfilme fürs Fernsehen gedreht.

  • 10:05 Uhr

    Wir waren wie Brüder
    Jugend in Ostdeutschland
    Von Daniel Schulz
    Regie: Barbara Plensat
    Produktion: rbb/Dlf 2019

    Als die Mauer fiel, war der Autor zu alt um nichts von der Vergangenheit mitbekommen zu haben, aber zu jung um mitzureden, wie die Zukunft aussehen sollte. Daniel Schulz spricht über das Aufwachsen in den 90er-Jahren, dem Jahrzehnt, in dem auch die Menschen aufgewachsen sind, die heute Hitlergrüße zeigen und brüllen. Er ist vor Neonazis weggelaufen und er war mit Rechten befreundet. In Ostdeutschland ging das damals zusammen. Und er spricht mit Menschen, denen es ähnlich ging: „Mit den 90er-Jahren verbinde ich persönliche Erlebnisse, die derzeit wieder hochkommen“, sagt Manja Präkels, Autorin des Buches ,Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß’, „und wenn ich im Land unterwegs bin, sehe ich jetzt oft genau die Leute bei der AfD wieder, die sich als Sieger der Kämpfe der 90er-Jahre begreifen.“ Das Feature basiert auf einem Text, der im Oktober 2018 in der taz erschien und 2018 mit dem deutschen Reportagepreis ausgezeichnet wurde.

  • 11:05 Uhr

    Feiertagsausgabe zum Tag der Deutschen Einheit

    Mauerweg - 160 Kilometer deutsch-deutsche Geschichte
    Am Mikrofon: Claudia van Laak
    (Wdh. des Wochenendjournals vom 10.8.2019)

    Die Mauer muss weg das war das Motto in der Zeit nach dem Mauerfall vor 30 Jahren. Nur wenige warnten davor, die Erinnerung an die DDR restlos zu tilgen. Heute können Wanderer und Fahrradfahrer auf 160 Kilometern Mauerweg die Geschichte der Teilung Berlins nachvollziehen. Die Berliner Landeskorrespondentin Claudia van Laak radelt für ihr Wochenendjournal den Mauerweg entlang zusammen mit dem Grünen-Politiker Michael Cramer. Seinem Engagement ist es zu
    verdanken, dass der frühere Todesstreifen mittlerweile zu einem Lebens- und Lernort geworden ist. Ein weiterer Wegbegleiter ist der Direktor der Stiftung Berliner Mauer; außerdem spricht sie mit einem früheren DDR-Grenzsoldaten und anderen Zeitzeugen aus West- und Ostberlin.

  • 13:05 Uhr

    Kiel-Einheits-Festakt

    Flugzeuge, Käse, Wein - Strafzölle der USA gegen EU

    Brüssel - Kommissionskandidaten - Interview mit Sven Giegold, MdEP, die Grünen

    EuGH: Beleidigung auf Facebook

    Nordkorea bestätigt Raketentest

    Seehofer wegen Flüchtlingen in Ankara und Athen

    Irak - Tote und Verletzte bei Demonstrationen

    Rot-rot-grün streitet über den Mietendeckel in Berlin

    Sport am Mittag

    Am Mikrofon: Jürgen Zurheide

  • 13:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 14:05 Uhr

    Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

    Unerschöpfliche Gestaltungskraft
    Telemanns Instrumentalkonzerte

    Georg Philipp Telemann
    Sinfonia Melodica C-Dur, TWV 50:2
    Concerto Es-Dur, TWV 54:Es1 (aus Tafelmusik)
    Concerto A-Dur, TWV 53:A2 (aus Tafelmusik)

    La Stagione Frankfurt
    Aufnahme vom März 2018 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

    Am Mikrofon: Thilo Braun

    Mit dem sechsten Album hat das Ensemble La Stagione Frankfurt unter Leitung von Michael Schneider die Gesamteinspielung aller Konzerte für gemischte Instrumente von Georg Philipp Telemann vollendet - aufgenommen im Deutschlandfunk Kammermusiksaal in Kooperation mit dem Label cpo. Farbenreiche Musik ist das, sie schreitet elegant, tanzt ausgelassen, trauert schmachtend, in unterschiedlichsten Besetzungen. Auch die ,Sinfonia melodica’ ist dabei, ein Spätwerk. Altersmüdigkeit findet sich jedoch nicht darin, das Werk strotzt geradezu so vor Überraschungen und Stilen und ist damit vielleicht symptomatisch für das gesamte Schaffen Telemanns, der Zeit seines Lebens wissbegierig Neues aufgesogen hat. In unserer Sondersendung zum Tag der Deutschen Einheit hören Sie Ausschnitte aus der CD des Ensembles La Stagione Frankfurt und erleben einen Komponisten, der die deutsche Musiktradition maßgeblich geprägt hat und dessen Werk dabei doch voller europäischer Einflüsse ist.

  • 15:05 Uhr

    Corso Spezial: Popkultur 89 - RIAS, DT64 und die Wende
    Von Adalbert Siniawski

    Vor 30 Jahren, Herbst 89: „Wir sind das Volk“, tönt es auf den Straßen in Leipzig - und SED-Funktionär Günter Schabowski stammelt: „Das trifft nach meiner Kenntnis … ist das sofort.“ Die Mauer bröckelt. Doch wie war die Wende im Spiegel der Popkultur? Der Herbst 1989 war auch für die Jugend- und Musikradios in Ost und West eine Zäsur: DT64 löste sich mehr als zuvor von den Vorgaben der DDR-Führung, während der Rias die Dämmerung heraufziehen sah. Und im Hintergrund spielten Renft, Rio Reiser und Udo Lindenberg den Soundtrack der Wende. Den Zeitgeist von 89 wollen wir wieder aufleben lassen, mit zwei Musikredakteuren aus Ost und West: Marion Brasch, heute radioeins-Moderatorin, Roman-Autorin und damals am Mikrofon der progressiven DDR-Jugendwelle DT64. Und vom Rundfunk im Amerikanischen Sektor, RIAS, auf der anderen Seite der Berliner Mauer: Olaf Leitner - Musikjournalist und Autor von Sachbüchern über die DDR-Musikszene.

  • 15:30 Uhr

    Radio Aktiv - Demokratie auf Empfang - Geschichten über ein Massenmedium

  • 16:05 Uhr

    Das Kritikergespräch mit Katharina Teutsch und Tobias Lehmkuhl zu

    Volker Weidermann: „Das Duell. Die Geschichte von Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki“
    (Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln)

    Katja Oskamp: „Marzahn, mon amour. Geschichten einer Fußpflegerin“
    (Hanser Berlin)

    Am Mikrofon: Hubert Winkels

  • 16:30 Uhr

    Umbruch ohne Aufbruch
    Ostwestdeutsche Wissenschaft nach der Wende
    Von Lydia Heller und Tom Strohschneider

    Einpassung, dieser Begriff sollte sich durchsetzen, in den rasenden Monaten nach dem Mauerfall 1989, als darüber diskutiert wurde, wie ein gesamtdeutsches Wissenschaftssystem ausgestaltet werden könnte. Die Evaluation der ostdeutschen Forschungslandschaft nach internationalen Maßstäben gestaltete sich schwierig. Wissenschaft galt in der DDR als Werkzeug des Aufbaus der sozialistischen Gesellschaft, zentral organisiert unter der Führung der SED. Wozu geforscht wurde, entschieden im Wesentlichen die Partei-Eliten. Der Zugang zu internationaler Fachliteratur war beschränkt, ebenso die Möglichkeit für ostdeutsche Forscher, selbst in internationalen Fachzeitschriften zu publizieren. Ähnlich wie in der Sowjetunion wurden vor allem die zentral organisierten Akademien gefördert, während Universitäten eher als Ausbildungsstätten fungierten, in denen Forschung eine untergeordnete Rolle spielte. Was also waren schließlich die Kriterien, nach denen bewertet wurde? Und gibt die weitere Entwicklung der ostdeutschen Forschungslandschaft den Entscheidungen von damals Recht?

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    "DDR-Nostalgie verharmlost, was geschehen ist" - Kunsthistorikerin Ingrid Mössinger im Gespräch mit Norbert Seitz

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Literarische WG - Die Marbacher Ausstellung "Hegel und seine Freunde"

    "Die Kluge" - Carl Orffs Kammeroper am Gärtnerplatztheater in München

    "Don't be evil" - Kay Voges' neues Stück an der Berliner Volksbühne

    Der Film zum Bild - Die Lenz-Verfilmung "Deutschstunde" kommt ins Kino

    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 18:10 Uhr

    Einheitsfeiern in Kiel

    Paris: Tödlicher Zwischenfall in Polizeipräsidium

    Brüssel-Reaktionen: US-Strafzölle auf verschiedene EU-Produkte

    Stille, aber auch Polemik: Seawatch-Kapitänin Rackete im EU-Parlament

    Österreichs Ex-Grünen-Chefin Eva Glawischnig zum EuGH-Facebook-Urteil

    Sondierung in Sachsen beendet

    Das Sporttelegramm

    Am Mikrofon: Sebastian Ehl

  • 18:40 Uhr

    Götterdämmerung im Zentralkomitee - Tondokumente aus der Wendezeit
    Produktion: Dlf 2014

  • 19:05 Uhr

    Bundeskanzlerin Merkel ruft zum Einheitstag zu mehr Eigenverantwortlichkeit auf

  • 20:05 Uhr

    Welche Zukunft hat das Lesen?
    Eine Diskussionsreihe des Hamburger Literaturhauses reflektiert die Folgen einer sich wandelnden Kulturtechnik

    Konfliktlandschaft Hürtgenwald
    Eine internationale Tagung in Köln über den wissenschaftlichen Umgang mit Schauplätzen kriegerischer Gewalt
    (Tagung der Uni Osnabrück und des Landschaftsverband Rheinland 1.10.2019)

    Toxische Männlichkeit, Gewalt und Rechtsterrorismus
    Eine Tagung der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen widmet sich einer gefährlichen ideologischen Mischung (26.09.2019)

    Perspektiven gewinnen, Zukunft gestalten
    Interview mit Sabine Rettinger über eine Tagung an der PH Karlsruhe zur Logotherapie und Existenzanalyse Viktor Frankls (3.-5.10.2019)

    Schwerpunkt:
    Wie die DDR Teil der Bundesrepublik wurde
    Der Transformationsprozess im Spiegel aktueller Forschung

    Am Mikrofon: Dörte Hinrichs

  • 21:05 Uhr

    Neues von der Improvisierten Musik
    Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt

  • 22:05 Uhr

    „Wir werden frei, wir finden Ruh‘“
    Revolutions- und Freiheitsopern in frühen Einspielungen
    Von Klaus Gehrke

    In der antiken Götterwelt war alles vom Schicksal vorbestimmt, und das musste angenommen werden. Eine Auflehnung dagegen war zwecklos. Dementsprechend empfanden die absolutistischen Herrscher ihre Macht als göttliche Gabe und ließen sich in zahllosen Barockopern allegorisch feiern. Die Französische Revolution von 1789 machte damit Schluss. Und nicht nur in Paris, sondern auch in anderen europäischen Staaten hofften viele auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. In Frankreich entwickelte sich zudem die neue Gattung der Rettungs- oder Befreiungsoper, deren wichtigster Vertreter Luigi Cherubini war. Dieses Genre griff Ludwig van Beethoven in seinem ,Fidelio’ auf. Auch in den restaurativen Zeiten des 19. Jahrhunderts schrieben mehrere Komponisten wie Gioacchino Rossini oder Giuseppe Verdi Opern, in denen zu Umsturz, Revolte und zur Freiheit aufgerufen wird. In den ,Historischen Aufnahmen’ stehen diesmal Revolutions- und Rettungsopern im Fokus.

  • 23:05 Uhr

    Am Mikrofon: Peter Sawicki

  • 23:30 Uhr

    Die Sopranistin Sonya Yoncheva
    Am Mikrofon: Kirsten Liese

    Die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva hat sich neben Anna Netrebko als eine der bedeutendsten Sopranistinnen unserer Zeit etabliert. Mehrfach ist die 37-Jährige für die berühmte Kollegin mit spektakulären Last-Minute-Rollendebüts eingesprungen: 2014 übernahm sie nach Absagen von Netrebko, selbst bereits schwanger, die Rolle der Marguerite in drei verschiedenen Produktionen, fünf Wochen nach der Geburt des Sohnes stand sie zum ersten Mal als Mimí auf der Bühne der New Yorker Met. Große Triumphe feierte Yoncheva vor allem als Violetta in ,La Traviata’ („die beste seit der Callas“) und zuletzt als Titelheldin in Bellinis ,Norma’ in Berlin.