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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 09.08.2026

  • 00:05 Uhr

    Freie Fahrt für freie Bürger?
    Eine Lange Nacht zum Straßenverkehr in Deutschland
    Von Marius Elfering
    Regie: Frank Merfort

    Menschen - Autos - Straßenplatz. Gut 49 Millionen Autos. So viele Pkw waren 2025 in Deutschland zugelassen. Die Anzahl der Autos in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten geradezu explodiert. 2814 Menschen. So viele Personen verloren im Jahr 2025 auf deutschen Straßen ihr Leben. 10 Spuren. Auf so viele Fahrstreifen soll die A5 bei Frankfurt in Zukunft ausgebaut werden, wenn es nach dem Willen der Bundesregierung geht - so viele Spuren hat keine andere Autobahn in Deutschland. Die Deutschen und ihre Straßen: Das war schon immer eine emotionale Beziehung und die Straße ein Ort, der für große Gefühle steht. Für die Freiheit unterwegs zu sein. Aber auch für Frustration, für die Auseinandersetzung zwischen Autofahrern, Fahrradfahrern und Fußgängern. Ein Ort, bei dem es auch immer um die Frage geht: Wie verteilen wir den Platz, den wir haben? Es geht um Mobilität, Wirtschaftswachstum, Klimaschutz und Lebensqualität. Und genau in dieser Debatte tut sich in den vergangenen Jahren etwas: Städte investieren in den Ausbau von sichereren Fahrradwegen. Hier und dort wird versucht, den innerstädtischen Autoverkehr zu reduzieren. Die Meinungen, was hierbei der richtige Weg ist, gehen auseinander und sind immer wieder ebenso Wahlkampfthema wie Gegenstand von Nachbarschaftsstreit. Wie sieht er aus - der Kampf um die deutschen Straßen? Wie unterscheiden sich sinnvolle Konzepte auf dem Land von denen in den Großstädten? Und wie werden sich die deutschen Straßen in Zukunft verändern?

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Tage Alter Musik Regensburg 2025

    Diego Ortiz
    Recercada Segunda

    Recercada Segunda sobre La Spagna

    Mateo Flecha
    La Guerra

    El Toro

    Jeremy Nastasi, Arciliuto
    Marc de la Linde, Viola da gamba
    Ensemble Cantoría
    Leitung: Jorge Losana

    Aufnahme vom 8.6.2025 aus der Schottenkirche St. Jakob in Regensburg

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Sinfonias · Harpsichord Concertos

    Johann Heinrich Rolle
    Sinfonia D-Dur

    Konzert für Cembalo und Streichorchester F-Dur, op. 1 Nr. 2

    Michael Borgstede, Cembalo
    Kölner Akademie
    Leitung: Michael Alexander Willens

  • 06:05 Uhr

    Sachsen-Anhalt vor den Landtagswahlen: Die Aufmerksamkeit muss bleiben
    Von Valerie Schönian

  • 06:10 Uhr

    Salomone Rossi
    „Shir hammalót“. Psalm 128
    Profeti della Quinta

    Claudio Monteverdi
    „Laetatus sum“. Psalm 122
    Gabrieli Consort & Gabrieli Players
    Leitung: Paul McCreesh

    Johann Sebastian Bach
    „Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben.“ Kantate zum 10. Sonntag nach Trinitatis, BWV 102
    David Erler, Countertenor
    Charles Daniels, Tenor
    Harry van der Kamp, Bass
    Gesualdo Consort Amsterdam
    Musica Amphion
    Leitung: Pieter-Jan Belder

    Max Reger
    Toccata d-Moll, op. 59,5
    Josef Still an der Klais-Orgel im Trierer Dom

    Samuel Sebastian Wesley
    „The wilderness and the solitary place“. Anthem
    Peter Hicks, Alec D'Oyly, Sopran
    James Imam, Alexander Simpson, Countertenor
    Julian Gregory, Kieran Brunt, Tenor
    Basil McDonald, Bass
    Choir of St. John’s College Cambridge
    John Challenger, Orgel
    Leitung: Andrew Nethsingha

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen
    75 Jahre Goethe-Institute: Besonders in Indien beliebt

    Auf Kosten der jüngeren Generation? - Zur erneuten Diskussion um die Rente

    "Faschismus ist keine Meinung" - Der Osten und die AfD

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Kulturpresseschau - Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    "Wo bleibt der Hitzeplan?" - Fünf Jahre Weltklimabericht der UNO

    Denk ich an Deutschland: der Politiker Jean Asselborn

    Am Mikrofon: Manfred Götzke

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Taylor, wie hältst du es mit dem Glauben?
    Über die verbindende Kraft der Musik
    Von Pfarrerin Sabrina Fabian
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 75 Jahren: In München wird das Goethe-Institut gegründet

  • 09:30 Uhr

    Körper in Bewegung
    Fell, Federn, nackte Haut - Von der Natur des Tanzes
    Von Wiebke Hüster

    So artifiziell das klassische und zeitgenössische Ballett auch wirkt, so unmittelbar ist sein Bezug zur Natur. Seit dem Barock zeigt sich hier das Verhältnis von Mensch, Natur und Macht. Und im Tanz selbst ist die Natur als reale Gegenwart präsent.
    Am Abend des 23. Februar 1653 beginnt in Paris die Uraufführung eines großen Balletts, das die ganze Nacht hindurch geht und in dem sich die Klassen mischen und Göttinnen, Dämonen, Werwölfe und Straßendiebe einander ablösen. Bei Tagesanbruch erscheint Ludwig XIV. vor dem Publikum, der tanzende König. Er verkörpert ein Gestirn. Als Sonnengott Apollon beschließt er das Ballett. Le Roi Soleil nennt man ihn, weil er verschiedentlich die aufgehende Sonne verkörpert, um zu veranschaulichen, dass seine Macht göttlich ist und von ihm Licht und Wärme ausgehen wie von dem Himmelskörper.  
    Repräsentationen der Natur sind im Tanz über Jahrhunderte hinweg von zentraler Bedeutung. Eine Kunst, deren Bedingung die Beherrschung der menschlichen Natur ist, arbeitet sich zuvörderst am Begriff des Körpers ab. Der tanzende Körper ist der kommunizierende Körper, der die Einsamkeit beendet, indem er auf den Ruf der Trommel in der Nacht antwortet. Der tanzende Körper transzendiert die irdische Existenz, die Überwindung der Schwerkraft ist ein Versprechen auf Unsterblichkeit. Der Tanz platziert diesen Körper in einem Bühnenbild, in dessen Gestaltung, in dessen Darstellung von Natur sich das Weltverhältnis der Tanzkunst spiegelt. In der Romantik ist es der Wald, in dem die Geister von „Giselle“ tanzen. 
    In der Klassik ist es die Dornenhecke, die um das Schloss in „Dornröschen“ den Schlaf der Prinzessin schützt. In der Moderne wird noch einmal der heidnischen Rituale gedacht und der erwachenden Natur ein Opfer gebracht: „Le Sacre du Printemps“. Pina Bauschs Bühnenbilder werden von Nilpferden und Krokodilen durchwandert, duften nach Erde oder bieten mit riesigen Felsen unerwartete Herausforderungen für das Ensemble. Merce Cunninghams Tänzer werden in „Beach Birds“ zu Meeresvögeln, in „Pond Way“ zu Süßwasser-Anrainern. Die anorganische und organische Natur ist im Tanz so lebendig und präsent wie in der Lyrik. Schwäne, Mäuse, Sommernachtsträume, wohin man schaut, Federn, Fell, magische Blüten und nackte Haut.
    Wiebke Hüster ist seit mehr als zwei Jahrzehnten die Tanzkritikerin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Sie berichtet auch im Deutschlandradio über die aktuellen Entwicklungen dieser Kunstform in all ihren Facetten. 2017 hat sie ihre Liebe zur Natur zum neuen Thema in der Zeitung entwickelt. Für das Feuilleton schreibt sie seitdem Essays über Wald, Wild, Landwirtschaft und Jagd. Ihre aktuelle neue Serie heißt „Zurück zur Natur“. Sie verbringt viel Zeit draußen und im Gespräch vor Ort mit den Berufsjägern, Förstern, Landwirten und Wissenschaftlern ihres über die Jahre gewachsenen Experten-Netzwerks. Die 60-Jährige ist Mutter von drei Kindern und lebt in Frankfurt am Main.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Münzgrabenkirche in Graz
    Zelebrant: Pater Günter Reitzi
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Wolfgang Kubicki, FDP-Bundesvorsitzender

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Souvenirs und andere Mitbringsel

    "Bei uns liegen Sie richtig!" - Zu Besuch auf dem Wiener Zentralfriedhof

    Souvenirs: Was Mitbringsel über uns erzählen
    Interview mit dem Historiker Prof. Valentin Groebner, Universität Luzern

    Das Hawaii-Hemd - Mehr als ein Touri-Mitbringsel

    Die Mirabellen von Metz

    Am Mikrofon: Jasmin Kröger

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Künstlerin Johanna Keimeyer im Gespräch mit Julius Stucke

    Wer bin ich wirklich? Diese Frage stellt Johanna Keimeyer in ihren Arbeiten. 1982 geboren, am Bodensee aufgewachsen, lernt die Künstlerin zunächst das Schreinerhandwerk, bevor sie Design in Berlin studiert und ihre Suche nach Identität beginnt.

  • 15:05 Uhr

    Keine Zukunft und das seit 1976
    50 Jahre Punk-Revolution
    Von Fabian Elsäßer

    Punk-Musik besteht aus mehr Attitüde als Akkorden - doch die Wut ist nach 50 Jahren nicht vorbei. Zurecht!

    Wilder Look, wüste Musik, pessimistische Dagegen-Haltung - das verbindet man mit dem Begriff Punk. Mode und Musik hängen bei dieser Bewegung seit Anfang eng miteinander zusammen. Die Vereinnahmung durch die Musikindustrie ließ nicht lange auf sich warten. Dabei war Punk doch immer getragen vom Gedanken der Selbstermächtigung und der Opposition - gegen soziale Aussichtslosigkeit, gegen Obrigkeiten, aber auch gegen etablierte Rockmusik und Bands, die ihre Instrumente meisterhaft beherrschen. Oder einfach nur: dagegen.1976 veröffentlichten sowohl die Ramones als auch The Sex Pistols und The Damned ihre ersten Singles. Bis heute inspiriert Punk noch junge Musikerinnen und Musiker. Über die Anfänge der Punkmusik, auch in Deutschland.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Boris Schumatsky: „Die Seine fließt ins Schwarze Meer“
    (Residenz Verlag)
    Ein Beitrag von Angela Gutzeit

    Am Mikrofon: Jan Drees

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    KI aus Europa - Black Forest Labs prägt die KI-Bildgenerierung
    Von Maximilian Brose und Moritz Metz

    Aus einer Forschergruppe in Freiburg wurde in wenigen Jahren eines der wertvollsten KI-Startups Deutschlands. Seine Bildgeneratoren "FLUX" sind weltweit gefragt. Können neue KI-Weltmodelle langfristig den Erfolg von Black Forest Labs sichern? Moritz Metz hat die Gründer im Schwarzwald besucht und berichtet Maximilian Brose von den Gesprächen.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Die vererbte Wut - Die Schriftstellerin Anne Rabe im Gespräch mit Michael Köhler über ostdeutsche Gewalt

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    "Water Garden" - Bas Smets bewässert und begrünt das Vitra Design Museum

    Zu Gast auf der Insel - Das Theater beim Edinburgh International Festival

    Das Goethe-Institut wird 75 - Zur Geschichte einer Institution

    Am Mikrofon: Adalbert Siniawski

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr

    Tödliche Badeunfälle - Der Faktor Selbsteinschätzung

  • 20:05 Uhr

    Mein Vater war Russe
    Ein unerzähltes Kapitel der Nachkriegsgeschichte
    Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt
    Regie: Nikolai von Koslowski
    Mit: Henning Nöhren
    Ton: Jan Fraune
    Deutschlandfunk Kultur 2025
    (Wdh. v. 08.08.2026, 18.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur)

    Am Ende des Zweiten Weltkriegs zeugten russische Soldaten zahlreiche Kinder mit deutschen Frauen. Es gab Vergewaltigungen, aber auch Liebesbeziehungen. Die Auseinandersetzung mit ihrer Herkunft wurde den „Russenkindern“ nicht leicht gemacht.

    Irgendetwas stimmt nicht. Mit dieser Gewissheit wachsen die um 1945 gezeugten Kinder von deutschen Frauen und russischen Soldaten auf. Fast immer sind sie machtlos gegen das bleierne Schweigen der Mütter, die ihre Vergangenheit durch Lebenslügen unter der Decke halten wollen. Egal ob die Beziehungen der jungen Frauen zu den Rotarmisten gewaltsam erzwungen oder romantisch waren, im Nachkriegsdeutschland werden sie zum sozialen Makel. Die Suche der so gezeugten Kinder nach dem leiblichen Vater und anderen russischen Angehörigen wird zum Lebensinhalt, und die Annäherung an ihre russische Herkunft, die allmähliche Vertrautheit mit diesem Land und seinen Menschen, wird Teil ihrer Identität.

    Matthias Baxmann arbeitete als Puppenspieler, Theaterpädagoge und seit den 80er-Jahren als Autor, Journalist und Produzent von zahlreichen Features und Sendereihen beim Radio. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: „Seid bereit! Immer bereit! - Pioniere in der DDR“ (2024).
    Matthias Eckoldt ist Schriftsteller, Wissenschaftsautor und Radiomacher. Er schrieb Romane, Erzählungen, Sachbücher und zahlreiche Radiofeatures, zuletzt für Deutschlanfunk Kultur: „Die Entschlüsselung des Lebendigen“ (2022).
    Gemeinsam produzieren Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt die beliebte Reihe „Alltag anders“ bei Deutschlandfunk Kultur.

  • 21:05 Uhr

    Rheingau Musik Festival 2026

    Friedrich Gulda
    Concerto for Myself

    Ludwig van Beethoven
    Coriolan-Ouvertüre
    Sinfonie Nr. 5 c-Moll, op. 67

    Hayato Sumino, Klavier
    Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
    Leitung: David Danzmayr

    Aufnahme vom 2.7.2026 aus dem Kurhaus Wiesbaden
    Am Mikrofon: Simon Schomäcker

    Der japanische Pianist Hayato Sumino (*1995) ist dreifacher Opus-Klassik-Preisträger und begeistert sein Publikum weltweit.

    Sumino ist Artist in Residence beim Rheingau Musik Festival 2026 und stellte dort mit sieben Konzerten seine ungewöhnliche musikalische Vielseitigkeit unter Beweis. Im Wiesbadener Kurhaus stand Suminos Wunsch-Stück auf dem Programm: Friedrich Guldas „Concerto for Myself“. Der Komponist vereint darin Bach, Rock, Improvisation und Jazz - so wirkt es wie maßgeschneidert für den leidenschaftlichen Grenzgänger Hayato Sumino. Die zweite Konzerthälfte gehörte dem Orchester des Abends, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Mit Beethovens Coriolan-Ouvertüre und der monumentalen fünften Sinfonie zeigt der Klangkörper hohe interpretatorische Qualitäten.

  • 23:05 Uhr