Montag, 26.07.2021
 
Seit 01:10 Uhr Interview der Woche

Programm: Vor- und Rückschau

Samstag, 03.07.2021
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Blue Crime

Das Erdbeben in Chili
Von Heinrich von Kleist
Bearbeitung: Curt Langenbeck
Komposition: Winfried Zillig
Regie: Walter Knaus
Mit Walter Andreas Schwarz, Waltraud Salzmann, Jürgen Goslar, Liselotte Köster, Günter König, Hannelore Hinkel, Trudik Daniel, Luise Glau, Maria Fauser, Arthur Ments, Kurt Ebbinghaus, Robert Seibert u.a.
Produktion: HR 1954
Länge: 53’40

Naturkatastrophen produzieren immer wieder die Frage nach dem Dasein, Wesen und Wirken Gottes. Kleists 1807 erschienene Novelle „Jeronimo und Josephe. Eine Szene aus dem Erdbeben zu Chili vom Jahr 1647“ zählt zu den Meisterwerken, die sich dieser Frage literarisch stellen. Jeronimo, ein Hauslehrer eines Edelmanns, hat mit dessen Tochter Josephe ein unrechtmäßiges Liebesverhältnis. Als sie ihr gemeinsames Kind während der Fronleichnamsprozession zur Welt bringt, wird beiden der Prozess gemacht. Das Erdbeben ermöglicht ihrer beider Flucht aus dem Kerker, sie finden in Glückseligkeit wieder zueinander, werden aber beim Dankgottesdienst der Überlebenden von der Menge erkannt und als Schuldige der Katastrophe gelyncht. Die zerstörerische Kraft der Natur überbietet Kleist mit der Wildheit des Menschen, zugleich aber wird die Frage nach der unbegriffenen Gottheit erzähltechnisch in der Schwebe gehalten; sie bleibt unbeantwortet.

01:00 Uhr

Nachrichten

01:05 Uhr

Deutschlandfunk Radionacht

Lied & Chanson
Zu Gast: Tania Saleh
Liederbestenliste: die Platzierungen im Juli
Global Sound: neue internationale Singer-Songwriter-Alben
Original im Ohr: ungewöhnliche Coverversionen
Am Mikrofon: Anna-Bianca Krause

Tania Saleh ist eine der Wegbereiterinnen der unabhängigen alternativen Musikszene des Libanon und nennt ihren Stil „Indie Arabic“. Doch das ist eine viel zu enge Schublade für eine Sängerin und Songwriterin, die sich zwischen Orient und Okzident bewegt und die Sinnlichkeit der arabischen Sprache und orientalische Klänge auf westliche Elemente wie Folk, Rock, Bossa Nova oder auch ein Streichquartett treffen lässt. Auf ihrem aktuellen Album „10 A.D.“ erzählt die 1969 in Beirut Geborene, was sie in den zehn Jahren seit ihrer Scheidung erlebt hat - das „A.D“. steht für „After Divorce“ - und wie katastrophal nach wie vor die rechtliche Situation der Frauen im Libanon ist.

02:00 Nachrichten 

02:05 Sternzeit 

03:00 Nachrichten 

03:55 Kalenderblatt 

04:00 Nachrichten 

05:00 Nachrichten 

05:30 Nachrichten 

05:35 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

06:00 Uhr

Nachrichten

06:05 Uhr

Kommentar

06:10 Uhr

Informationen am Morgen

Berichte, Interviews, Reportagen

06:30 Nachrichten 

06:35 Morgenandacht 

Pfarrer Michael Müller, Hünfeld
Katholische Kirche

06:50 Interview 

Interview mit Viola Wohlgemuth, Greenpeace, zu Plastikverbot

07:00 Nachrichten 

07:05 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

07:15 Interview 

Zahl der Sozialwohnungen schrumpft rapide: Interview mit Daniel Föst, wohnungspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion

07:30 Nachrichten 

07:56 Sport am Morgen 

08:00 Nachrichten 

08:10 Interview 

Interview mit Maria Klein-Schmeink, Die Grünen, zu Corona-Impfungen

08:30 Nachrichten 

08:35 Börse 

08:47 Sport am Morgen 

08:50 Presseschau 

Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

Am Mikrofon: Rainer Brandes

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Kalenderblatt

Vor 50 Jahren: Der amerikanische Rockmusiker Jim Morrison gestorben

09:10 Uhr

Das Wochenendjournal

Nach dem Aus für die Braunkohle: Ein Dorf erfindet sich neu
 
Am Mikrofon: Manuel Waltz

„Wir haben zusammen mit der Klimabewegung diesen Ort gerettet und erheben jetzt den Anspruch, dort mitgestalten zu dürfen,“ sagt Jens Hausner. Der Landwirt spaziert durch sein Heimatdorf Pödelwitz. Der Ort südlich von Leipzig sollte eigentlich für die Braunkohle weichen. Dorfbewohner und Klimaaktivistinnen verhinderten das. Jetzt stehen 80 Prozent der Häuser leer. Und Pödelwitz hätte das Potenzial für ein Modelldorf, in dem sich solidarisch, nachhaltig und frei von Diskriminierung leben lässt. Doch die Häuser gehören dem Bergbauunternehmen, das eigene Vorstellungen hat. Manuel Waltz hat das Dorf besucht. Er spricht mit Alt- sowie potenziellen Neueinwohnern, mit dem Bürgermeister und einer Wissenschaftlerin, die sich mit Bergbaufolgelandschaften befasst.

10:00 Uhr

Nachrichten

10:05 Uhr

Klassik-Pop-et cetera

Am Mikrofon: Die Harfenistin Silke Aichhorn

Da das Repertoire für ihr Instrument begrenzt ist, hat Silke Aichhorn aus der Not eine Tugend gemacht. Sie arrangiert und vertreibt viele Kompositionen für Harfe selbst; mit eigenem CD-Label, Notenverlag und Onlineshop ist sie bestens ausgestattet. Vor Kurzem ist ihre 26. CD erschienen, darunter auch Aufnahmen für andere Labels. Ihren ersten Harfenunterricht erhielt Silke Aichhorn 1981 an der Musikschule in der bayerischen Kreisstadt Traunstein. Neun Jahre später begann sie ihr Hochschulstudium am Conservatoire de Lausanne, das sie 1997 in Köln abschloss. Silke Aichhorn gehört seit über zwei Jahrzehnten zu den herausragenden Solistinnen auf ihrem Instrument. Sie ist an zahlreichen Orten in Europa aufgetreten, ebenso in Ländern wie Australien, Brasilien, Japan und den USA. Silke Aichhorn betrachtet ihren Beruf auch kabarettistisch. In ihrem Buch „Lebenslänglich frohlocken“ berichtet sie über Skurriles aus dem Alltag einer Harfenistin.

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Gesichter Europas

Wasser von allen Seiten: Rotterdam trotzt dem Klimawandel
Von Kerstin Schweighöfer

Steigender Meeresspiegel, anschwellende Flüsse, Starkregen: Rotterdam ist dem Klimawandel besonders stark ausgesetzt, weil in dieser Deltaregion gleich drei Flüsse in die Nordsee münden: Rhein, Maas und Schelde. Allerdings hat sich die niederländische Hafenstadt längst darauf eingestellt: mit grünen Dächern, treibenden Gebäuden und sogenannten Wasserplätzen mitten in der Stadt, die sich bei Starkregen in eine Teichlandschaft verwandeln. In Rotterdam haben kreative Visionäre wie Designer Daan Roosegaarde ihre Ateliers. Auch der Sitz des neuen UN- Weltzentrums für Klimaadaption befindet sich hier. Die Rotterdamer sehen sich in einer Vorreiterrolle, schließlich ist der Kampf der Niederländer gegen das Wasser so alt wie das Land selbst. Große Teile mussten dem Meer erst entrissen werden. „Gott schuf die Welt”, besagt ein Sprichwort. „Und die Niederländer schufen die Niederlande.”

12:00 Uhr

Nachrichten

12:10 Uhr

Informationen am Mittag

Berichte, Interviews, Musik

Ab heute gilt Einwegplastik-Verbot - Umweltministerin Schulze: Wichtiger Schritt

Interview mit Judith Skudelny, FDP, umweltpolitischer Sprecher, zu: Einwegplastikverbot

Hausärzte kritisieren Kreuzimpfungs-Empfehlung

Mehr als Wahlkampf? - Vorwürfe gegen Olaf Scholz

Marine Le Pen will durchstarten - Parteitag des französischen Rassemblement National

Waldbrandlage in Kanada weiter angespannt

Kampf der Milliardäre um den ersten Flug ins Weltall: Jeff Bezos und Richard Branson

EM - Magazin (12:40 - 12:50 Uhr)


Am Mikrofon: Barbara Schmidt-Mattern

12:50 Internationale Presseschau 

13:00 Uhr

Nachrichten

13:10 Uhr

Themen der Woche

Kanzlerkandidatin Baerbock in der Kritik - Die Grünen sind selbst schuld

Die Bundeswehr hat Afghanistan verlassen - Ein schlechtes Gefühl bleibt

Sloweniens EU-Ratspräsidentschaft - Sechs Monate Ungewissheit für Brüssel

Am Mikrofon: Katharina Peetz

13:30 Uhr

Eine Welt

Strategische Freunde: China und Russland; Interview Sabine Fischer (SWP)

Nicht gewählt, unbeliebt, gewalttätig: Die Palästinensische Autonomiebehörde

Eswatini: Massenproteste in Afrikas letzter absoluter Monarchie

Tunesiens Garten: Die letzte Ruhestätte für ertrunkene Migranten

am Mikrofon: Britta Fecke

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

Campus & Karriere

Das Bildungsmagazin

Geschlechtergerechte Sprache?
Gendern in der Bildung
Was unterscheidet die damaligen Debatten zur Rechtschreibreform von den heutigen Auseinandersetzungen? Wie ist dieser teils erbittert geführte Kampf rund ums Gendern und um das vermeintlich „richtige“ Sprechen zu erklären. Und was heißt das alles für den Alltag in den Bildungseinrichtungen?

Gesprächsgäste:
Judith Basad, Publizistin, Autorin des Buches „Schäm Dich!“
Kathrin Kunkel-Razum, Chefredakteurin des Duden
Henning Lobin, Leiter des Leibniz Instituts für Deutsche Sprache und Autor des Buches „Sprachkampf“
Am Mikrofon: Manfred Götzke

Hörertel.: 00800 - 4464 4464
campus@deutschlandfunk.de

Über Sprache lässt sich trefflich streiten. Das hat die Debatte um die Rechtschreibreform schon gezeigt, bevor die Reform vor 25 Jahren dann beschlossen wurde.
Und gerade offenbart sich das auch in der anhaltenden Auseinandersetzung über die geschlechtergerechte Sprache. Um die fehlende Weiblichkeit im Deutschen
auszudrücken sind bereits verschiedene Schreib- und Sprachformen im Alltag angekommen. Dem Binnen-I folgten alternative Markierungen wie Unterstriche und Sternchen und jüngst kam noch der Doppelpunkt dazu, der nicht nur männlich und weiblich, sondern auch nicht binäre Personen miteinschließen soll. Ein offizielles Regelwerk, was wie angewendet werden sollte oder lieber nicht, gibt es nicht. Und der Rat für deutsche Rechtschreibung hat vor Kurzem auch klargemacht, dass es von dieser Seite so bald nichts geben wird, auch wenn grundsätzlich allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll. Der Duden dagegen benennt parallel zu den männlichen Berufsbezeichnungen nun auch immer die weiblichen - und ist allein schon deshalb in einen Shitstorm geraten.

15:00 Uhr

Nachrichten

15:05 Uhr

Corso - Kunst & Pop

Das Musikmagazin

50. Todestag von Jim Morrison: Auf den Spuren des Eidechsenkönigs
Vor 50 Jahren starb der Sänger und Dichter Jim Morrison. Unzählige Geschichten ranken sich um seinen Tod. Mit seiner Band The Doors schrieb er in den 60er- und 70er-Jahren Musikgeschichte, die bis heute nachhallt. „Ich finde es sensationell, was die Doors in dieser kurzen Zeit an Werken hingelegt haben, sagte die Musikjournalistin Birgit Fuß im Dlf

Feindbilder im Pop: Die Polizei
Popmusik und Polizei: Es ist kompliziert. Viele Musiker haben in ihren Songs schon Polizisten angegriffen, beleidigt und verflucht. Besonders Schwarze Musiker verarbeiten in ihren Songs Erfahrungen mit rassistischer Polizeigewalt. Eine Spurensuche durch eine Beziehung, die einfach nicht so gut funktioniert

Simon Popp mit „Devi": Das New Age an den Trommeln
Simon Popp ist Schlagzeuger und kein Unbekannter in der Münchner Live- und Studioszene. In Bands hauptsächlich im Jazz-Genre aktiv, musiziert er solo mit Trommeln und Klangschalen, ohne dabei Berührungsängste vor esoterischen Sounds zu haben

Am Mikrofon: Fabian Elsäßer

16:00 Uhr

Nachrichten

16:05 Uhr

Büchermarkt

Bücher für junge Leser

DIE BESTEN 7
Die Deutschlandfunk-Bestenliste im Juli
Jurorin: Ursula Nowak

Isabelle Simler: „Süße Träumer“
Aus dem Französischen von Ulrich Störiko-Blume
(von Hacht Verlag, Hamburg)

Pija Lindenbaum: „Wir müssen zur Arbeit“
Aus dem Schwedischen von Jana Hemer
(Klett Verlag, Leipzig)

Joonas Sildre: „Zwischen zwei Tönen. Aus dem Leben des Arvo Pärt“
Aus dem Estnischen von Maximilian Murmann
(Voland & Quist Verlag, Berlin)

Kristina Gehrmann: „Bloody Mary - Die Geschichte der Mary Tudor“
(Carlsen, Hamburg)

Jacqueline Woodson: „Alles glänzt“
Aus dem Englischen von Yvonne Eglinger
(Piper Verlag, München)

Alison McGhee: „Wie man eine Raumkapsel verlässt“
Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann
(dtv/Reihe Hanser, München)

Katharina Hacker: „Alles, was passieren wird“
(Verlag Sauerländer, Frankfurt/Main)

Am Mikrofon: Ute Wegmann

16:30 Uhr

Forschung aktuell

Slowdown:
Die Pandemie bremst die Supercomputerszene aus

Recycling:
Open Source und Modulkonzepte machen Supercomputing erschwinglich

Lehrbrille:
Wie Lehrende mit VR-Brillen auf den Unterricht vorbereitet werden

Das Digitale Logbuch
Kommandozeile

Info-Update

Sternzeit 03. Juli 2021
Der zerrissene Haufen der Hyaden

Am Mikrofon: Manfred Kloiber

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Streitkultur

Party nach der Pandemie: Werden wir jetzt alles nachholen?
Der Soziologe Hartmut Rosa und der Sozialpsychologe Rolf van Dick im Gespräch
Am Mikrofon: Monika Dittrich

17:30 Uhr

Kultur heute

Berichte, Meinungen, Rezensionen

Die Medici - Ausstellung über Porträts und Politik im Metropolitan Museum

"GRM Brainfuck" - Musical von Sibylle Berg über das Post-Brexit-Großbritannien

GastArbeiter? Eine Ausstellung im Lübecker Industriemuseum Herrenwyk

Nach 3 Jahrzehnten Kulturarbeit - Goethe-Institut Belarus soll Arbeit einstellen

Am Mikrofon: Anja Reinhardt

18:00 Uhr

Nachrichten

18:10 Uhr

Informationen am Abend

18:40 Uhr

Hintergrund

Bargeld, Karte oder App - Langsamer Abschied von Scheinen und Münzen?
DLF 2020

19:00 Uhr

Nachrichten

19:05 Uhr

Kommentar

19:10 Uhr

Sport am Samstag

EM 21 - Kasper Hjulmand (Trainer Dänemark): "Das ist ein Kindheitstraum"

EM 21 - Tschechien - Dänemark (Reportage)

Corona-Fälle bei der EM - "Es gibt Regeln für Bonzen und für normale Leute"

Olympische Spiele in Japan - Das absurde Quarantäne-System in Tokio

Deutsche Handballer vor Olympia - "Wir zählen nicht zu den großen Favoriten“
mit Labour-Politiker Ben Bradshaw

Basketball-Olympia-Qualifikation - Deutschland gegen Kroatien

Tennis - The Championships Wimbledon 2021 (Beginn: 12:00 Uhr)

Tour de France - 8. Etappe Oyonnax - Le Grand-Bornand

Auf der Suche nach dem Wir - Der jüdische Sportverein Bar Kochbar

Fußball EM - Ein Fest für umstrittene Sponsoren

Tschechien - Dänemark (Reportage)

EM21 - Vorschau auf das Viertelfinalspiel Ukraine - England in Rom

Am Mikrofon: Maximilian Rieger

20:00 Uhr

Nachrichten

20:05 Uhr

Hörspiel

Hörspiel des Monats
Feuersturm
Von David Paquet
Regie: Anouschka Trocker
Dramaturgie: Anette Kührmeyer
Produktion: SR/Dlf Kultur
Länge: 61'33‘‘

Begründung der Jury der Akademie der Darstellenden Künste:
„Selten zieht das Zuhören so in den Bann wie im Fall von „Feuersturm“ des kanadischen Autors David Paquet. Was geht hier vor sich? Kann man es denn wirklich glauben? Wie ein modernes böses Märchen, in dem sich in einer x-beliebigen Familie eine Verwünschung festgebissen hat, rollt das Hörspiel gewitzt und zügig die Verderben bringenden Verhältnisse dreier Generationen aus. Schlimmste Dinge geschehen, ein Vater hat sich umgebracht, ein Kind löscht seine Familie aus, ein anderes Kind wird weggelegt (bzw. verschickt!). Und doch greift hier nicht die große Tragik Fuß - dafür bleibt gar keine Zeit -, sondern der Schalk einer leichthändigen, schwarzhumorigen Erzählung, der sich in knappen Dialogen weit über den fatalen Inhalt erhebt. In drei Teilen entfaltet sich, dramaturgisch höchst raffiniert, ein mysteriöser Abstammungs- und Sippenhaftungsthriller, in dem wahrlich nichts Erwartbares passiert. Und dennoch sind es die ganz banalen Dinge, die es in sich haben: Kekse backen, ins Kino gehen, Haustiere halten. Es fällt kein Wort zu viel. Ein vokaler Purismus und eine heutzutage ungewöhnliche, aber wirkmächtige auditive Schlankheit - Dialoge, Selbstgespräche, Telefonate, Musik - würdigen zudem eine Sprache, die alles Abgegriffene ausspart und die den Ereignissen in präziser Schärfe folgt. Ausgehend von den Drillingen Claudine, Claudie, Claudette und weiter über Clement und Carole bis hin zu Caroline und ihrer lebensgefährlichen Libido zieht sich eine unergründliche Spur der Vorbestimmung, die das Motiv der Unentrinnbarkeit auf vergnügliche Weise durchspielt. Trotz eines großen Erzählbogens über mehrere Generationen findet sich in diesem fantastischen Hörspiel Platz für aussagekräftige, intensive Momente einzelner Figuren, die man so schnell nicht wieder vergisst. Das alles zusammen ist ein Kunststück, wenn nicht ein Zauberwerk. Und ein überaus gelungenes Beispiel einer verdichteten Fabulierkunst.“

Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main zeichnet jeden Monat ein Hörspiel aus den Produktionen der ARD-Anstalten aus. Die Entscheidung über das Hörspiel des Monats trifft eine Jury, die jeweils für ein Jahr unter der Schirmherrschaft einer ARD-Anstalt arbeitet. Am Ende des Jahres wählt die Jury aus den zwölf Hörspielen des Monats das Hörspiel des Jahres.

22:00 Uhr

Nachrichten

22:05 Uhr

Atelier neuer Musik

Verlegenheit ist Energie
Der dänische Komponist Niels Rønsholdt
Von Leonie Reineke

Die Musik des Dänen Niels Rønsholdt irritiert. Aber nicht, weil sie sperrig, komplex oder in verstiegenen Hyperintellekt gefasst wäre. Im Gegenteil: Seine Stücke sprengen den Rahmen durch Rührung, Berührung oder Mitmach-Aktionen des Publikums. „Das Phänomen des peinlichen Berührtseins finde ich faszinierend“ - sagt der 1978 geborene Komponist - „denn es steckt eine Fragilität darin, etwas Zartes, Menschliches.“ Genau diese Energie evoziert Niels Rønsholdt bei den Hörern, wenn etwa eines seiner Mitmach-Stücke aufgeführt wird. Zuschauer werden dabei zu Performern, Performer werden zu unmittelbaren Dialogpartnern des Publikums. Das Klangspektrum solcher Aktionen reicht von Reminiszenzen an historische musikalische Formen bis hin zu prismenhaft gebrochenen Abbildern von Mainstream-Genres wie Chanson oder Country. Auch wenn all seine Stücke dieselbe Handschrift tragen - Rønsholdt arbeitet bei jedem neuen Projekt mit anderen handwerklich-kompositorischen Methoden.

22:50 Uhr

Sport aktuell

EM21 - Viertelfinalspiel Ukraine - England in Rom

Tennis - The Championships Wimbledon 2021 (Beginn: 12:00 Uhr)

Tour de France - 8. Etappe Oyonnax - Le Grand-Bornand

Am Mikrofon: Maximilian Rieger

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Lange Nacht

Musica Siciliana fantastica
Eine Lange Nacht mit der italienischen Sängerin Etta Scollo
Von Regine Igel
Regie: Jan Tengeler

Etta Scollo ist in Sizilien geboren und lebt heute in Catania und Berlin. Mit ihrer kraftvollen Stimme hat sie ein umfangreiches und vielseitiges Repertoire geschaffen, das sizilianische Tradition, Pop-Avantgarde und Jazzeinflüsse vereint. In Deutschland gilt sie als die Stimme Siziliens. Ihre raffinierten Kompositionen werden mal von großem, mal von kleinem Orchester begleitet oder auch nur vom Cello und von berühmten Sängern. Ihre Kindheit in einer Rechtsanwaltsfamilie war voller Musik. Doch die Rückkehr zu den musikalischen Traditionen ihrer Heimat vollzieht sie in der Ferne. In Chicago und New Orleans tritt sie mit amerikanischen Musikern auf, in Wien besucht sie das Konservatorium, spielt gleichzeitig den Blues in Bars oder auf der Straße und folgt musikalisch den großen Volkssängern Siziliens wie Rosa Balistreri und Ciccio Busacca. Schon früh erhält sie zwei goldene Schallplatten und im Laufe der Karriere mehrere Musikpreise. Die ersten Sammlungen sizilianischer Volksgesänge entstanden im 19. Jahrhundert, als die Volksstämme, die über die Jahrhunderte in Sizilien eingefallen waren, ihre Musik mitbrachten. Insbesondere die Poesie der Araber ist überliefert und vertont worden und zeigt Spuren in gegenwärtiger Volks- und Popmusik. Ein musikalischer Streifzug durch Sizilien, melancholisch und temperamentvoll, vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

23:57 Uhr

National- und Europahymne

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