Newsblog zum Coronavirus+++ Entwicklungen vom 11. bis 12. Januar +++

Die Corona-Mutation aus Südafrika ist inzwischen auch in Deutschland nachgewiesen. Google kündigt eine Initiative zur Bekämpfung von Fehlinformationen über Corona-Impfstoffe an. Bayerns Ministerpräsident Söder stößt mit seiner Anregung, eine Impfpflicht für Pflegekräfte zu prüfen, auf Widerstand. Diese und weitere Entwicklungen im Newsblog.

12.01.2021

FFP2-Masken
FFP2-Masken (imago)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie in unserem Newsblog.
Dienstag, 12. Januar
+++ Die Corona-Mutation aus Südafrika ist inzwischen auch in Deutschland nachgewiesen. Nach Auskunft des baden-württembergischen Sozialministeriums ist eine Familie betroffen, die Mitte Dezember aus Südafrika in das Bundesland zurückkehrte. Inzwischen gibt es demnach Virusnachweise bei sechs Personen aus drei Haushalten. Weitere Kontaktpersonen würden nun getestet.
Gestern hatte bereits die Stadt Bottrop im Ruhrgebiet einen ähnlichen Fall gemeldet. Dabei ging es um einen Mann, der aus beruflichen Gründen in Südafrika war und dessen Familienmitglieder. Alle Personen seien genesen. Der Nachweis der südafrikanischen Virusvariante wurde nach den Angaben sowohl in Baden-Württemberg wie auch in Bottrop von der Berliner Charité bestätigt.
+++ Die Skisaison in Sachsen ist offenbar vorbei. Tourismusministerin Klepsch (CDU) teilte mit: "Unsere sächsischen Skigebiete müssten aktuell damit beginnen, ihre Pisten künstlich zu beschneien, um für die restliche Saison ausreichend Schnee vorzuhalten. Die aktuelle Corona-Situation in Sachsen ist aber weiterhin sehr ernst. Wir haben uns deshalb schweren Herzens gemeinsam darauf verständigt, die alpine Wintersaison für den Tourismus zu beenden."
+++ Die Zahl der Corona-Neuinfektionen könnte nach Berechnungen des Pharmazie-Professors Thorsten Lehr in den kommenden Tagen wieder sinken. Der Forscher der Universität Saarbrücken hat ein Computermodell zur Berechnung des Verlaufs der Pandemie angelegt. Er sagte im Deutschlandfunk, momentan sehe man noch den Wiederanstieg der Fallzahlen, der sich auf Fälle von Weihnachten und Silvester und auch auf Reiserückkehrer zurückführen lasse. Nun hoffe Lehr, dass die Zahlen in den kommenden ein, zwei Tagen langsam wieder sinken.
+++ Nach erheblichen Verzögerungen kann die Auszahlung der Novemberhilfen für Unternehmen nun beginnen. Die Software-Probleme bei der Antragstellung seien gelöst, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Die Novemberhilfe richtet sich an Unternehmen und Selbstständige, die von Schließungen durch die Corona-Pandemie besonders stark betroffen waren. Im Grundsatz werden Zuschüsse von bis zu 75 Prozent des Umsatzes bezogen auf den Vorjahresmonat gewährt.
"Geschlossen" steht auf einem Schild, das im auf einem Stuhl im Türrahmen lehnt. 
Bisher hätten die Betriebe für November Abschlagszahlungen von über 1,3 Milliarden Euro erhalten. Die restliche Novemberhilfe werde nun über die Länder ausgezahlt. (imago images / Jan Huebner)
+++ Google kündigt eine Initiative zur Bekämpfung von Fehlinformationen über Corona-Impfstoffe an. Dazu soll ein Fonds eingerichtet werden, der mit bis zu drei Millionen Dollar bestückt werden soll. Gefördert werden soll unter anderem die Überprüfung von behaupteten Fakten.
+++ Im österreichischen Bundesland Tirol könnte eine Gruppe von britischen Skilehrern mit mutierten Coronaviren infiziert sein. Nach Angaben des Bundeslandes besteht nach einer Erstprüfung bei 17 Tests der Verdacht auf den hochansteckenden Virusstamm, der zuerst in Großbritannien nachgewiesen wurde.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn plant nach Presseinformationen strengere Einreiseregeln. Hintergrund sei die Ausbreitung besonders ansteckender Mutationen des Coronavirus, schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Demnach soll ein Test noch vor dem Abflug für alle Reisende aus Ländern verpflichtend sein, in denen die neuen Virusvarianten nachgewiesen wurden. Außerdem solle eine vorherige Registrierung in einem Online-Reiseportal obligatorisch werden.
+++ Gesetzlich versicherte Eltern können in diesem Jahr 20 statt zehn Tage Kinderkrankengeld pro Kind und Elternteil beantragen. Für Alleinerziehende erhöhe sich der Anspruch auf 40 Tage, teilte das Bundesgesundheitsministerium in Berlin mit. Der Anspruch besteht etwa dann, wenn Schulen und Kitas geschlossen sind, wenn die Präsenzpflicht an der Schule aufgehoben ist oder wenn der Zugang zur Kita eingeschränkt wurde. Die neue Regelung gilt den Angaben zufolge rückwirkend zum 5. Januar.
+++ Die Virus-Mutation ist nach Angaben von Kanzlerin Merkel so gefährlich, weil es sehr viel ansteckender ist und deshalb einen höheren R-Wert aufweist. "Das neue Virus hat einen etwa 0,3 bis 0,4 höheren R-Wert", sagt die Kanzlerin in der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nach Teilnehmerangaben. Der Wert gibt an, wie viele andere Menschen ein Infizierter rechnerisch ansteckt.
In Großbritannien und Südafrika haben sich Mutationen des Coronavirus verbreitet. Vor allem die britische Variante ist inzwischen in vielen weiteren Ländern nachgewiesen worden. Politik und Wissenschaft sind aufmerksam bis alarmiert – auch die verschärften Maßnahmen in Deutschland wurden zum Teil mit den neuen Varianten begründet. Doch wie gefährlich sind diese überhaupt? Darüber gibt es inzwischen mehr Erkenntnisse.
+++ Wie das Robert-Koch-Institut meldet, sind am Montag in Deutschland 60.858 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Das ist ein neuer Tagesrekord. Insgesamt haben bislang 688.782 Menschen ihre erste Impfdosis erhalten.
+++ In der Schweiz ist ein zweiter Corona-Impfstoff zur Verwendung freigegeben worden. Das Vakzin des US-Biotechnologiekonzerns Moderna erhielt von der Arzneimittelbehörde Swissmedic eine befristete Zulassung. Der Impfstoff dürfe ab einem Alter von 18 Jahren verabreicht werden. In der Alpenrepublik war bislang nur der von BioNTech und Pfizer entwickelte Corona-Impfstoff zugelassen.
+++ Die chinesischen Behörden haben eine weitere Stadt mit fast fünf Millionen Einwohnern abgeriegelt, nachdem es dort eine Infektion mit dem Coronavirus gegeben hatte. Die Bewohner von Langfang dürfen ihren Heimatort zunächst eine Woche lang nur in Notfällen verlassen. Alle Familientreffen müssen verschoben werden, Beerdigungen dürfen nur in kleinem Kreis stattfinden. Die örtliche Gesundheitsbehörde teilte mit, alle Bewohner von Langfang würden in den nächsten zwei Tagen auf Corona getestet. In den vergangenen Tagen waren bereits zwei Städte mit insgesamt 18 Millionen Menschen wegen einzelner Corona-Infektionen abgeriegelt worden. Alle drei Städte befinden sich in der östlichen Provinz Hebei, die Chinas Hauptstadt Peking umgibt.
+++ Malaysias König Sultan Abdullah hat wegen steigender Corona-Zahlen den Ausnahmezustand ausgerufen. Damit ist das Parlament in dem südostasiatischen Land zum ersten Mal seit 1969 suspendiert. Zudem erhält die Armee größere Befugnisse. Versuche der Opposition, eine Neuwahl auszurufen, sind zunächst gestoppt. Premierminister Muhyiddin Yassin versicherte in einer Fernsehansprache, dass es sich nicht um einen Militärputsch handele. Der Notstand soll bis zum 1. August gelten. Gestern hatte die Regierung in sechs der 13 Bundesstaaten Malaysias einen Lockdown angeordnet.
+++ Bayerns Ministerpräsident Söder stößt mit seiner Anregung, eine Impfpflicht für Pflegekräfte zu prüfen, auf Widerstand. Mehrere Politikerinnen und Politiker halten die Diskussion für verfrüht. Der FDP-Politiker Theurer sagte, Söders Vorschlag sei Wasser auf die Mühlen von Impfgegnern. Söder hatte seinen Vorstoß damit begründet, dass es unter Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen eine "zu hohe Impfverweigerung" gebe. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe kritisierte, die Debatte werde ohne repräsentative Zahlen zur Impfbereitschaft der Fachkräfte geführt.
Die vollständige Meldung lesen Sie hier.
Christine Helbig (l), Pflegekraft am Klinikum Stuttgart wird im Impfzentrum des Klinikum Stuttgart von einer Ärztin mit einer Dosis eines Covid-19 Impfstoffes geimpft.
Eine Impfpflicht für Pflegekräfte? Der Vorstoß von Bayerns Ministerpräsident Söder stößt auf Widerstand. (picture alliance / dpa / Marijan Murat)
+++ Bundeskanzlerin Merkel hat vor der Gefahr einer Ausbreitung von Coronavirus-Mutationen in Deutschland gewarnt. Man stehe vor acht bis zehn sehr harten Wochen, sagte Merkel nach Auskunft mehrerer Teilnehmer in der AG Sicherheit der Unions-Bundestagsfraktion. Die Entwicklung in Irland habe gezeigt, wie schnell sich das mutierte Virus ausbreiten könne. Dort habe es innerhalb kurzer Zeit eine Verzehnfachung der Infektionszahlen gegeben. Von "Bild"-Online war Merkel mit den Worten zitiert worden, es würden noch acht bis zehn Wochen harte Maßnahmen benötigt.
+++ Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat davor gewarnt, die Wirtschaft in der Corona-Krise komplett herunterzufahren. Wenn die Produktion etwa für vier Wochen ganz gestoppt würde, dauerte es weitere vier Wochen, um sie wieder hochzufahren, sagte der neue Verbandspräsident Russwurm in Berlin. Für das Wirtschaftswachstum bliebe das nicht ohne Folgen. Die Präsidentin des Automobil-Verbandes, Müller, sagte, angesichts hoher Arbeitsschutzstandards sehe sie keinen Grund für Schließungen. Bundesarbeitsminister Heil appellierte an die Unternehmen, so viel Homeoffice wie möglich anzubieten. Man müsse mit aller Macht verhindern, dass Arbeitsplätze zum Infektionsort würden.
Wie viel Homeoffice ist nötig, wie viel möglich? Ein Überblick über die Debatte
+++ Der Pharmakonzern AstraZeneca hat für seinen Corona-Impfstoff eine Zulassung bei der Europäischen Arzneimittelagentur beantragt. Wie die Behörde in Amsterdam mitteilte, könnte darüber bereits Endes des Monats entschieden werden. Zugleich hieß es, die amtliche Prüfung des Impfstoffes habe schon vor dem offiziellen Zulassungsantrag begonnen. Das Serum von AstraZeneca wurde gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt und ist in Großbritannien bereits im Einsatz.
+++ In Deutschland hat es nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr erstmals seit 2011 kein Bevölkerungswachstum gegeben. Als Gründe nannte die Behörde in Wiesbaden vor allem eine höhere Zahl von Sterbefällen sowie die geringere Zuwanderung während der Corona-Pandemie. Demnach lebten Ende 2020 ersten Berechnungen zufolge 83,2 Millionen Menschen in der Bundesrepublik. Die Zahl der Geborenen hat den Angaben zufolge gegenüber 2019 leicht abgenommen, sie sank von rund 778.000 auf etwa 755.000. Die Zahl der Sterbefälle sei spürbar gestiegen, von knapp 940.000 auf mindestens 980.000.
+++ In Italien hat es nachweislich schon im November 2019 - und damit zwei Monate früher als bisher angenommen - eine erste Infektion mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 gegeben. Laut einem Bericht in einem britischen Fachmagazin war die Patientin eine 25-jährige Frau, die wegen eines Hautausschlags zum Arzt gegangen war. Eine damals entnommene Hautprobe wurde nun nachträglich an der Universität Mailand untersucht. Dabei konnte das Coronavirus den Angaben zufolge eindeutig nachgewiesen werden. Ein halbes Jahr später wurden im Blut der Frau außerdem Antikörper gegen das Virus festgestellt. Die Frau gilt nun als neue "Patientin Null" in Italien. Ob sie auch die erste Patientin weltweit gewesen sein könnte, ist unklar. In China wurden ebenfalls im November 2019 die ersten Infektionen mit dem Virus Sars-Cov-2 bekannt. Bisher geht die Wissenschaft davon aus, dass es sich von dort aus verbreitete. Auch in Italien berichteten Krankenhäuser aber schon im November 2019 von ungewöhnlich vielen Lungenentzündungen.
+++ Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 12.802 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 891 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Die Interpretation der Daten ist momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 164,5.
+++ Der Städte- und Gemeindebund hat die Gesundheitsämter gegen Kritik wegen verzögerter Meldungen von Corona-Infektionszahlen verteidigt. Der Hauptgeschäftsführer Landsberg sagte im ZDF, die Gesundheitsämter arbeiteten seit März an ihrer Leistungsgrenze und müssten auch mal frei machen. Deshalb meldeten einige Ämter dem Robert Koch-Institut am Wochenende keine Zahlen. Dass die Angaben an Montagen niedriger ausfielen, liege aber auch daran, dass weniger getestet werde. Landsberg räumte Nachholbedarf bei der Digitalisierung ein. Der Aufholprozess laufe seit Monaten, brauche aber seine Zeit. Die Gesundheitsämter hätten vor der Pandemie nicht im Zentrum der Politik gestanden. Zudem fehle teilweise Personal. Dieses sei nur schwer zu finden, da der Markt für Ärzte praktisch leergefegt sei, sagte Landsberg.
+++ Der bayerische Ministerpräsident Söder hat eine mögliche Impfpflicht für Pflegekräfte ins Spiel gebracht. Söder beklagt, dass es unter Pflegekräften zu viel Skepsis gegenüber den Corona-Impfstoffen gebe. Er sagte der Süddeutschen Zeitung, der deutsche Ethikrat sollte deshalb Vorschläge machen, ob und für welche Gruppen eine Impfpflicht denkbar wäre. Gerade in den Pflegeheimen gehe es schließlich um Leben und Tod.
+++ Heute beginnt die Auslieferung des Corona-Impfstoffs der US-Firma Moderna an die Bundesländer und deren Impfzentren. Wie auch beim Mittel von Biontech und Pfizer handelt es sich bei dem Produkt von Moderna um einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Gestern war eine erste Lieferung des Moderna-Impfstoffs mit rund 60.000 Dosen in Deutschland angekommen.
+++ Einreisen nach England sind bald nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich. Die neue Regel soll am Freitagmorgen in Kraft treten und auch für britische Staatsbürger gelten, wie das Verkehrsministerium in London mitteilte. Der Test darf bei Verlassen des Herkunftslandes höchstens 72 Stunden alt sein. Unabhängig vom Testergebnis müssen sich zudem alle Einreisenden für zehn Tage in Quarantäne begeben.
Im Kampf gegen die Coronavirus-Mutante setzt Großbritannien auf Massenimpfungen: eine Reportage.
+++ Die Weltgesundheitsorganisation rechnet nicht damit, dass in diesem Jahr in einzelnen Staaten ein weitgehender Schutz gegen Corona durch die sogenannte Herdenimmunität erreicht wird. Eine WHO-Sprecherin lobte zwar den Fortschritt durch mehrere Impfstoffe gegen das Coronavirus. Doch müssten die Menschen weiterhin Geduld aufbringen. Die Produktion und Auslieferung der Milliarden von Dosen, die weltweit benötigt würden, brauche Zeit. Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) sprach dagegen davon, dass bereits Richtung Sommer mit der Herdenimmunität der Bundesbürger ein Durchbruch erreicht werden könne.
Montag, 11. Januar
+++ Die Auszahlung der Novemberhilfen für Unternehmen, die wegen der angeordneten Corona-Maßnahmen schließen mussten, verzögert sich weiter. Einem Bericht der Zeitung "Die Welt" zufolge gibt es bei der Online-Plattform des Bundes immer noch technische Probleme.
+++ Südafrika riegelt zur Eindämmung des Coronavirus seine Landesgrenze ab. Alle 20 Grenzübergänge zu den Nachbarstaaten würden mit sofortiger Wirkung bis zum 15. Februar geschlossen, sagte Präsident Ramaphosa in einer Ansprache im Fernsehen. Die Regierung sehe angesichts der massiven Zunahme an Infektionen keine andere Möglichkeit.
Wie gefährlich sind die neuen Virus-Varianten aus Südafrika und Großbritannien? Darüber gibt es inzwischen mehr Erkenntnisse.
+++ Tschechien verbietet von morgen an vorübergehend die Einfuhr von Leichnamen zur Einäscherung aus den Nachbarstaaten. Der Grund für die Einschränkungen sei der erwartete weitere Anstieg der Todeszahlen in Tschechien, teilte Regionalministerin Dostalova mit. Mehrere der landesweit 27 Krematorien seien nahe an der Kapazitätsgrenze oder hätten diese bereits erreicht. Vor allem Krematorien im Grenzgebiet zu Deutschland und Österreich hatten ihre Leistungen auch im benachbarten Ausland angeboten.
+++ In Polen sollen Grundschüler der Klassen 1 bis 3 ab dem 18. Januar wieder in Klassenräumen unterrichtet werden. Das teilte Bildungsminister Czarnek mit. Bis zum Ende dieser Woche sollen alle Grundschullehrer, die dies wünschen, einen Corona-Test machen können und das Ergebnis bekommen, bevor der Unterricht wieder starte.
In Deutschland kämpfen Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und Eltern beim digitalen Distanzunterricht mit technischen Pannen. Ein Überblick zum Schulstart nach den Ferien in etlichen Bundesländern.
+++ Die erste Lieferung mit dem Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna ist in Deutschland angekommen. Von einer zentralen Stelle aus sollen die rund 60.000 Dosen morgen an die Bundesländer geliefert werden. Bundesgesundheitsminister Spahn betonte im ZDF, es werde allerdings keine Wahlmöglichkeit zwischen dem Impfstoff von Moderna und dem Mittel des Mainzer Konzerns Biontech geben. Dafür sei die Menge zu gering.
+++ In Großbritannien verschärft sich die Corona-Krise weiter. Der medizinische Chefberater der Regierung, Whitty, machte in einem BBC-Interview auf die angespannte Lage des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS aufmerksam. Die Krankenhäuser seien überfüllt, das Personal sei überarbeitet.
Ein Fußgänger mit einer maske vor einem Banner mit der Aufschrift NHS. 
Das öffentliche Gesundheitssystem in Großbritannien, der NHS, gerät an seine Grenzen (Sputnik/Alex McBride )
+++ Die Bundesregierung will Labore in Deutschland verpflichten, gezielt nach hochansteckenden Virus-Mutationen zu suchen. Dafür wolle sie 200 Millionen Euro zur Verfügung stellen, heißt es in einem heute bekannt gewordenen Entwurf für die Verordnung des Gesundheitsministeriums zur sogenannten Gen-Sequenzierung.
+++ Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Westerfellhaus, hat begrüßt, dass künftig auch Menschen mit seltenen und schweren Vorerkrankungen früher eine Corona-Impfung erhalten können. Diese Empfehlung sollten nun auch in eine Rechtsverordnung umgesetzt werden, erklärte Westerfellhaus in Berlin. Dann könnten diese Personen auch zügig geimpft werden.
Wer wird zuerst geimpft, wer später? - Einen Überblick über die Impfverordnung liefern wir hier.
+++ Der Deutsche Beamtenbund fordert raschere Fortschritte bei der Digitalisierung der Verwaltung. Defizite in diesem Bereich behinderten auch die Bekämpfung der Corona-Pandemie, erklärte der dbb-Vorsitzende Silberbach bei der Jahrestagung in Berlin. Wegen technischer Mängel und fehlendem Personal in den Gesundheitsämtern gebe es Probleme in der Übermittlung von Daten, die zur Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten notwendig seien.
+++ Arbeitsminister Heil hat die Wirtschaft dazu aufgerufen, die Corona-Regeln am Arbeitsplatz einzuhalten. Andernfalls sei ein weitergehender Lockdown mit Stilllegung der Produktion nicht auszuschließen.
+++ Das Fraunhofer-Institut hat einen neuartigen Corona-Schutz für den Arbeitsplatz entwickelt. Eine Art Luftschleuse soll insbesondere Menschen zugute kommen, die an einer Kasse oder an einem Schalter arbeiten und dort besonders gefährdet sind.
+++ Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Bareiß, bezweifelt, dass angesichts der Corona-Pandemie Urlaub in den Osterferien wieder möglich sein wird. Reisen sei in den nächsten zwei, drei Monaten noch sehr schwer vorstellbar, sagte er dem Fernsehsender RTL. Mit Besserung rechne er erst ab den Pfingstferien. Im Sommer werde Urlaub in Deutschland aber wieder möglich sein, betonte der CDU-Politiker.
Frauenfüße mit einem Seestern dekoriert im Meerwasser
Gerade in der Pandemie sehnen sich viele Menschen nach Erholung. Die wird aber eher in heimischen Gefilden stattfinden können. (tchara | photocase.de)
+++ Das Coronavirus hat jetzt auch die bislang covid-19-freien Föderierten Staaten von Mikronesien erreicht. Präsident Panuelo sprach von einer alarmierenden Nachricht und rief die rund 100.000 Einwohner Mikronesiens auf, Ruhe zu bewahren.
+++ In München hat ein Prozess um mutmaßlichen Betrug bei den Corona-Soforthilfen begonnen. Vor dem Landgericht ist ein 31-Jähriger angeklagt, die Hilfen in mindestens 91 Fällen erschlichen zu haben – und zwar gleich in sechs Bundesländern.
+++ Die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna sollen heute in Deutschland eintreffen. Bundesgesundheitsminister Spahn sagte im ZDF, bis morgen würden sie dann an die Bundesländer verteilt.
+++ Weltweit hat die Zahl der seit Beginn der Pandemie festgestellten Infektionen 90 Millionen erreicht. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in den USA hervor, die weltweit gemeldete Corona-Fälle zusammenführt. Demnach hat sich die Gesamtzahl der Infektionen in nur zehn Wochen verdoppelt. Fast zwei Millionen Menschen sind im Zusammenhang mit der Infektion gestorben.
+++ Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Hoffmann, unterstreicht die Forderung nach einem Recht auf Homeoffice. Wo es die Möglichkeit gebe, zuhause zu arbeiten, müssten Arbeitnehmer auch einen Anspruch darauf haben, sagte er im Deutschlandfunk.
+++ Nach langem Hin und Her hat China nun angekündigt, dass am Donnerstag ein Team der WHO einreisen soll. Zuvor hatte es monatelangen Streit um die Mission gegeben, die die Ursprünge des Coronavirus erforschen soll.
Mit rot-weißem Flatterband ist ein Kinderspielplatz abgesperrt. 
In Jena hat die Stadtverwaltung die Benutzung von Spielplätzen untersagt. (dpa/Bodo Schackow)
+++ Die neuen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind nun bundesweit in Kraft. Nachdem bereits am Wochenende sechs Bundesländer die verschärften Regeln umsetzten, gelten sie seit heute auch in den übrigen zehn Ländern. Schulen und Kindertagesstätten bleiben größtenteils geschlossen. Kontakte sind zusätzlich eingeschränkt. In Landkreisen mit einer Inzidenz über 200 kann ein Bewegungsverbot verhängt werden.
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut innerhalb eines Tages 12.497 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 343 auf insgesamt 40.686. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt dem RKI zufolge bei 166,6.
Lesen Sie hier unseren Überblick: Wie ist die Lage in den Krankenhäusern?
+++ Thüringens Ministerpräsident Ramelow hat Forderungen nach baldigen Lockerungen der Corona-Beschränkungen erneut zurückgewiesen. Er sagte im ZDF, man müsse der Tatsache ins Auge sehen, dass das Virus jetzt erst anfange, richtig Fahrt aufzunehmen. In Thüringen liegt die 7-Tage-Inzidenz derzeit flächendeckend über 200.
+++ Die Grippesaison fällt in diesem Winter offenbar äußerst verhalten aus: In Berlin wurden bislang erst fünf bestätigte Fälle gemeldet - im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt bereits rund 300.
+++ Malaysia verdoppelt seine Impfstoff-Bestellung bei Biontech-Pfizer. Insgesamt will das südostasiatische Land nun 25 Millionen Dosen abnehmen. Damit könnten bis zu 39 Prozent der Bevölkerung geimpft werden.
+++ Bundesfamilienministerin Giffey hat die Bundesländer dazu aufgerufen, sich in der Corona-Pandemie auf möglichst einheitliche Regelungen für Schulen und Kitas zu verständigen. Eltern wünschen sich bei allen Maßnahmen ein verlässliches Vorgehen, sagte die SPD-Politikerin der "Rheinischen Post".
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