True Stories
Von Sophie Calle und Ulrike Haage
Bearbeitung, Komposition und Regie: Ulrike Haage
Mit: Françoise Cactus, Birte Schnöink, Damian Rebgetz
Ton: Martin Offik
BR 2019
Länge: 46‘47
Die Französin Sophie Calle gehört weltweit zu den wichtigsten zeitgenössischen Konzeptkünstlerinnen. Durch improvisierende Performances wird ihr Werk als Radiokunst akustisch adaptiert.
„Die Psychologie zwischenmenschlicher Beziehungen ist der Inhalt aller meiner Arbeiten“, sagt Sophie Calle. Sie beobachtet und sammelt Daten, Spuren, Lebenslagen. Es gibt kein Tabu bei ihr, das dem Spielen Einhalt gebieten würde, solange dieses nur zum Kunstwerk wird.
Einige ihrer äußerst lakonischen und pointierten Erzählungen aus „True Stories“ setzt die Klangkünstlerin Ulrike Haage in ihrem Hörspiel einer Art akustischen Befragung aus. Sie nimmt sich das Postkarten-Buch „Tout“ mit Kurzbeschreibungen zu 54 Werken von Sophie Calle vor und nähert sich den Verfahrensweisen Calles an.
Drei Performer, der Musiker Damian Rebgetz, die Sängerin Françoise Cactus und die Schauspielerin Birte Schnöink interpretieren die Texte durch Improvisation. Unmerklich werden auch die Hörerinnen zum Teil des Spiels, wenn die Grenze zwischen Wahrheit und Erfindung, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Erinnerung und Trauer, Verstecktem und Offenlegung verschwimmt.
Sophie Calle, geboren 1953, lebt in Paris und New York. Die Arbeiten der Konzeptkünstlerin umfassen u.a. Fotografie, Installationen und Videokunst. Zuletzt wurde sie 2024 mit dem Praemium Imperiale ausgezeichnet.
Ulrike Haage, geboren 1957, ist eine deutsche Komponistin, Klangkünstlerin und Hörspielautorin.