Letztes Jahr in Jerusalem
Von Barbara Honigmann
Regie: Jörg Jannings
Mit: Ellinore Zetzsche, Gerry Wolff, Juliane Köhler, Christine Oesterlein, Wolfgang Unterzaucher, Ruben Honigmann, Michael Fraenkel, Lev Fraenkel, Dor Fraenkel
Komposition: Klaus Buhlert
Ton und Technik: Udo Schuster, Regine Schneider, Gaby Kemper
Regieassistenz: Petra Kast
SWF/WDR 1994
Länge: 51‘32
„Nächstes Jahr in Jerusalem“ ist ein traditionell jüdischer Wunsch, der eine bis in die Antike reichenden Hoffnung auf Erlösung und Rückkehr ins gelobte Land ausdrückt. Bleibt diese Sehnsucht utopisch?
Else Lasker-Schüler, die ihr „himmlisches Jerusalem“ im heimischen Europa wie keine zweite bedichtet hat, verbrachte während des Zweiten Weltkriegs ihren Lebensabend im realen Jerusalem. Erst von dem deutschen Rabbiner, der sie am Ölberg begräbt, erfährt ihre Umgebung etwas über die Bedeutung der Frau, die ihr bescheidenes Emigrantenleben inkognito führte - wie viele andere auch. Ein Hörspiel über utopische Spannungen und Überspannungen, das gerade in seinem Bezug auf Israel nichts von seiner Aktualität verloren hat.
Barbara Honigmann, 1949 als Tochter deutsch-jüdischer Remigranten in Ost-Berlin geboren, lebt und arbeitet als freie Dramaturgin, Regisseurin, Autorin und Malerin in Straßburg. Zuletzt erschien ihr Roman „Unverschämt jüdisch“ (2021). Sie wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, 2024 auch mit dem Bundesverdienstkreuz.