Geschichte einer Liebe
Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens-Schaaffhausen
Nach dem gleichnamigen Roman von Angela Steidele
Redaktion: Peter Liermann
Regie: Silke Hildebrandt
Mit: Bettina Hoppe, Dörte Lyssewski, Julia Nachtmann, Ursula Illert
Besetzung: Cordula Huth
Ton und Technik: Julia Kümmel, Thomas Rombach, Roland Grosch
Regieassistenz: Serena Schranz
HR 2013
Länge: 53‘48
Adele Schopenhauer war Schriftstellerin und Künstlerin, die Schwester des Philosophen Arthur Schopenhauer und die Partnerin von Sibylle Mertens-Schaaffhausen. Beide verband eine leidenschaftliche, schwierige Liebesbeziehung.
Seit 1828 waren sie ein Paar. Die „Rheingräfin“ Sibylle Mertens war eine der gebildetsten Frauen ihrer Zeit, Musikerin, Komponistin, Archäologin, Antikensammlerin und Mäzenin. Ihre Salons in Bonn und Rom waren berühmt. Vom Vater an einen ungeliebten Mann verheiratet, pflegte sie Zeit ihres Lebens intensive Beziehungen zu Frauen. Ihr Verhältnis zu Adele wurde so nicht nur von deren Ehemann und ihren sechs Kindern beeinträchtigt. Auch ihr Hang zu neuen Eroberungen ebenso wie eine enge Freundschaft zu Annette von Droste-Hülshoff lasteten schwer auf der Beziehung. Aber selbst nach einer mehrjährigen Trennung fanden beide wieder zusammen.
Angela Steidele erzählt die Geschichte zweier ungewöhnlicher Frauen: Pionierinnen, die in Wissenschaft und Kultur, Wirtschaft, Politik und nicht zuletzt in ihrem Privatleben Grenzen einrissen - zu einer Zeit, als es Liebe zwischen Frauen offiziell gar nicht geben durfte.
Angela Steidele, geboren 1968, lebt als freie Autorin in Köln. Sie erforscht die Geschichte der Frauenliebe vor der „Erfindung“ der Homosexualität im Jahr 1869. Ihr erstes Buch „In Männerkleidern. Das verwegene Leben der Catharina Margaretha Linck“ (2004) wurde mit dem Gleim-Literaturpreis ausgezeichnet.