Volksaufstand in der DDR
Was vom Aufbruch vom 17. Juni 1953 bleibt
Live aus der Gedenkstätte Andreasstraße in Erfurt
Gäste:
Anna Kaminsky, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Franka Maubach, Stiftung Ettersberg
Harald Ipolt, Zeitzeuge und früherer Andreasstraßen-Inhaftierter
Alma Jahn, Herausgeberin des Buches „Postwendekinder“
Am Mikrofon: Sören Brinkmann
Hörertel.: 00800 4464 4464
agenda@deutschlandfunk.de
Am 17. Juni 1953 gingen hunderttausende Menschen in der DDR auf die Straße. Mit Streiks und Demonstrationen forderten sie bessere Lebensbedingungen, politische Reformen und freie Wahlen. Doch der Protest wurde von der sowjetischen Besatzungsmacht und der SED-Staatsführung gewaltsam niedergeschlagen. Rund 50 Menschen starben im Zuge des Aufstandes, in mehr als 1.500 Fällen wurden Demonstranten zu Haftstrafen verurteilt, gegen einige weitere wurden Todesurteile verhängt und vollstreckt. Das historische Datum wurde auch für die politischen Auseinandersetzungen zwischen beiden deutschen Staaten genutzt. Inzwischen hat es allerdings in der Erinnerungskultur an Bedeutung verloren. Wir fragen, welche Rolle der 17. Juni 1953 für die deutsche Demokratiegeschichte spielt - und was jüngere Generationen damit verbinden? Welche Geschichten sind bislang zu wenig erzählt worden? Welche Rolle spielen persönliche Erinnerungen, Literatur und gesellschaftliche Debatten?