Schwarze Löcher aus dem Urknall
Wimmelt es davon im Universum?
Von Sophie Stigler
Es kann sein, dass Bernard Carr sein ganzes Leben an eine Theorie verschwendet hat, an der nichts dran ist. Der Kosmologe forscht zu „primordialen“ Schwarzen Löchern, die schon ganz kurz nach dem Urknall entstanden sein könnten, noch lange vor den ersten Sternen und sogar vor den ersten Atomen. Die so klein sein können, dass sie durch uns hindurchfliegen, ohne dass wir es merken, und in jungen Jahren zu wahren Monstern heranwachsen konnten. Was natürlich allem widerspricht, was wir über die Entstehung von Schwarzen Löchern zu wissen meinen. Doch was, wenn es doch wahr wäre?
In den letzten Jahren darf Carr hoffen. Denn es gibt Hinweise, dass es diese Monster-Babys in der Krabbelstube des Universums tatsächlich gegeben hat. Die neuesten liefert das James-Webb-Weltraumteleskop, mit seinen Bildern der Little Red Dots - mysteriöse rot leuchtende Punkte aus dem frühen Weltall. Sind sie ein Beleg für die bisher oft belächelte Theorie der primordialen Schwarzen Löcher?