Dienstag, 17. Mai 2022

Programm: Vor- und RückschauSamstag, 11.06.2016

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  • 00:05 Uhr

    Der Teufelsfuß
    Von Arthur Conan Doyle
    Aus dem Englischen von: Alice und Karl Heinz Berger
    Bearbeitung: Alexander Schnitzler
    Komposition: Henrik Albrecht
    Regie: Stefan Hilsbecher
    Mit: Walter Renneisen, Peter Fitz, Hans-Peter Korff, Walter Sittler und Charles Wirths
    Produktion: SWR/MDR/RBB 2004
    Länge: ca. 54'

    Frühjahr 1897. Körperlich schwer angeschlagen, nimmt sich Sherlock Holmes in Cornwall eine Auszeit von seinem anstrengenden Detektivalltag - natürlich in Begleitung seines treuen Chronisten Dr. Watson. Doch die Ruhe währt nicht lange: Im Nachbardorf kommt eine Frau unter mysteriösen Umständen ums Leben, ihre zwei Brüder verfallen zum selben Zeitpunkt dem Wahnsinn. Mr. Roundhay, ein befreundeter Vikar, bittet Holmes um die Aufklärung der Tat. Dieser wittert einen interessanten Fall und stürzt sich in die Ermittlungen. Ein schweigsamer Bruder, ein cholerischer Löwenfänger und ein weiterer Todesfall machen alle physischen Leiden des Detektivs vergessen.

  • 01:05 Uhr

    Rock
    Schwerpunkt: Vergessene Trendsetter - Postpunkbands der frühen 80er, die die Geschichtsbücher übersehen haben
    Aktuelles aus Pop und Rock
    Neue elektronische (Dance-)Musik
    Independent
    Reggae, Hip Hop

    Am Mikrofon: Thomas Elbern

  • 06:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Reportagen

    08:50 Uhr  Presseschau

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

    Am Mikrofon: Thielko Grieß

  • 09:05 Uhr

    Vor 20 Jahren: Der Eiergroßproduzent Anton Pohlmann wird wegen Tierquälerei und Verstoßes gegen das Lebensmittelrecht verurteilt

  • 09:10 Uhr

    Nicht in meinem Hinterhof - Wie Windkraftgegner den Ausbau der Windenergie bekämpfen

  • 10:05 Uhr

    Am Mikrofon: Der Jazzmusiker Joo Kraus

    Studiert, perfekt am Instrument, ein Mann, der alles spielen kann, auch vom Blatt. Das ist der Ulmer Jazztrompeter und Komponist Joo Kraus. Er gewinnt den Bundeswettbewerb 'Jugend musiziert' und besucht die Hochschule für Musik in München. Er wirkt bei der Krautrockband Kraan mit. Mit dem Kraan-Bassisten Helmut Hattler bildet er das Erfolgsduo Tab Two. Tab Two steht für 'Trumpet and Bass'. Das Duo sorgt bis zur Auflösung im Jahre 1999 mit Hip-Jazz für eine Fusion von Hip Hop, Jazz und Latin-Elementen. Als Autorenteam liefern Kraus und Hattler Filmsounds ab. Tina Turner sang ihr 'Thief Of Hearts'. Vielbeachtete Soloprojekte folgen. Joo Kraus beeindruckt durch instrumentale Klasse, künstlerische Neugierde und vielfältige Projekte. Den German Jazz Award erhält er für die CD 'Public Jazz Lounge', eine Kooperation mit der SWR Bigband, die in der Produktion 'Public Jazz Society' ihre Fortsetzung findet und einen weiteren Jazz Award liefert. Künstlerische Laufbahnabschnittsgefährten und Streckenposten seiner Karriere werden unter anderen Xavier Naidoo, Pee Wee Ellis, De Phazz, Jazzkantine und Klaus Doldinger. Mit Musikern aus dem Klangumfeld des Buena Vista Social Club kreiert Joo Kraus sein Album 'Sueno' im altehrwürdigen Egrem-Sudio in Havanna und wird zum Experten für kubanisches Feeling. Mit dem kubanischen Pianisten Omar Sosa und dem Perkussionisten Gustavo Ovalles aus Venezuela bildet der Trompeter aus Deutschland ein kongeniales Trio ebenso wie mit der in Rio ansässigen Sängerin Paula Morelenbaum und dem Pianisten und Arrangeur Ralf Schmid, der auch Weggefährte, Tüftler und Geburtshelfer bei mehreren gemeinsamen Ideen gewesen ist. Gemeinsam wirken sie im Bossarenova Trio. Das transatlantische Bündnis bietet eine Melange aus Frederic Chopin und Baden Powell, aus Claudio Monteverdi und Antonio Carlos Jobim. Dass Joo Kraus ein Mann für noch mehr Überraschungen ist, zeigt er als Gastmoderator von 'Klassik, Pop et cetera'.

  • 11:05 Uhr

    Der Berg ruft - Schweizer Volksmusik zwischen Brauchtum und Experiment
    Mit Reportagen von Stefanie Müller-Frank
    Am Mikrofon: Simonetta Dibbern

    Ertönt ein Alphorn, meint man, die grünen Alpwiesen und schneebedeckten Berge vor sich zu sehen. Den Schweizer Söldnern in der Fremde war das Alphornblasen deshalb angeblich verboten: Löste sein sanfter, durchdringender Klang doch schweres Heimweh aus und trieb so manchen Eidgenossen in die Desertion. Tatsächlich gibt es über die Ursprünge des Alphorns jedoch nur Legenden. Erst im 19. Jahrhundert, als die Schweiz nach einer nationalen Identität zu suchen begann, besann man sich auf das Alphorn: Neue Instrumente wurden gebaut, Melodien komponiert, man unterrichtete die Bergler im Alphornblasen - und erfand so kurzerhand DAS Markenzeichen der Schweizer Volksmusik. Neben dem Alphornblasen wird auch das Jodeln bis heute gefördert, gepflegt und reglementiert. Der Eidgenössische Jodlerverband gibt seinen Mitgliedern nicht nur vor, was falsch tönt und was nicht - sondern auch, was als Schweizer Brauchtum gelten darf. Seit über einem Jahrzehnt aber formiert sich Widerstand: Eine neue Generation von Schweizer Musikern hält sich nicht mehr an diese Regeln, interpretiert das eigene Volksmusikerbe um und experimentiert frei mit Klängen aus Feld und Stall. Was bleibt da vom ursprünglichen Liedgut übrig? Und gibt es ihn überhaupt, den wahren Alpensound?

  • 12:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Musik

  • 13:10 Uhr

    Themen der Woche

  • 13:30 Uhr

    Auslandskorrespondenten berichten
    Israels Verteidigungsminister: Markige Sprüche und Handlungsunfähigkeit

    Kasachstan und der Terror: Islamisten auf dem Vormarsch?

    USA: Spagat für Hillary Clinton - Zwischen Links- und Rechtspopulisten

    Kuweit: Gesunkene Öl-Preise -Strukturreformen sind überfällig

    Am Mikrofon: Robert Baag

  • 14:05 Uhr

    Das Bildungsmagazin
    Der Sechs-Semester-Schraubstock - Hat die Regelstudienzeit ausgedient?
    'Campus & Karriere' fragt: Wieso gelingt es so wenigen Studierenden, in der Regelstudienzeit ihren Abschluss zu machen?Welche Probleme entstehen so für Studierende wie Hochschulen? Ist die Regelstudienzeit noch sinnhaft? Müssen die Hochschulen die Studiengänge reformieren? Oder gibt es gute Gründe, auf einer Regelstudienzeit zu beharren?

    Gesprächsgäste:
    Julia Demming, Bachelor Absolventin
    Sandro Philippi, Vorstand des Freien Zusammenschlusses der StudentInnenschaften
    Kolja Briedis, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung
    Am Mikrofon: Markus Dichmann

    Beiträge:
    Wie soll das zu schaffen sein?
    Wer versucht Studium und Nebenjob unter einen Hut zu bekommen, dem kann der Abschluss in Regelstudienzeit zur Unmöglichkeit werden

    Hörertel.: 00800 - 4464 4464
    campus@deutschlandfunk.de
    facebook.de/deutschlandfunk

    Da sind sie wieder: die Bummelstudenten. Nach neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes gelingt es gerade einmal vier von zehn Studierenden, ihren Abschluss innerhalb der vorgesehen Regelstudienzeit zu machen. Dabei sollten Bologna-Reform und verkürzte Regelstudienzeiten das Studium beschleunigen und die Absolventen schneller in den Arbeitsmarkt bringen. Nur können oder wollen da nicht alle Studierenden mitspielen. Viele sind finanziell auf Nebenjobs angewiesen und überziehen wegen der Doppelbelastung die Regelstudienzeit. Andere nehmen sich mehr Zeit, um durch fachfremde Veranstaltungen, Praktika oder Auslandssemester einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Allerdings: Wer die Regelstudienzeit überzieht, kann den Anspruch aufs BAFöG verlieren und in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Außerdem haftet einem der Makel im Lebenslauf an, nicht rechtzeitig fertig geworden zu sein. Die Probleme sind Hochschulen und Bildungsministern aber bekannt und genau wie die Bologna-Reform steht nicht zuletzt auch die Regelstudienzeit auf dem Prüfstand.

  • 15:05 Uhr

    Das Musikmagazin
    Neues Album von Band of Horses: Zwischen Windelnwechseln und Welttournee
    Kopf der US-amerikanischen Formation Band Of Horses ist Sänger Ben Bridwell. Auf der Bühne gibt er den draufgängerischen Rockmusiker, zuhause ist er ganz Familienvater. Wie sich der Spagat zwischen Windelnwechseln und Welttournee meistern lässt, darüber hat Anke Behlert anlässlich des neuen Albums "Why Are You OK" mit dem 38-Jährigen gesprochen.

    Folksänger Graham Nash über Trump: "Der Typ ist ein Verrückter" 
    In den späten 60ern und 70ern engagierte sich Graham Nash in einer Art Supergroup mit David Crosby, Stephen Stills und bisweilen Neil Young für ein Ende des Vietnamkriegs. Heute beunruhigen den Folkmusiker vor allem wachsende rechte Tendenzen - in seiner Heimat, Großbritannien, in Europa, aber auch in den USA. Corsogespräch anlässlich seines einzigen Deutschlandkonzertes am 14. Juni in Frankfurt.

    Laura Mvula - "The Dreaming Room": Ein Name dafür? Gospedelia! 
    Zu den großen Vorbildern von Laura Mvula gehören Nina Simone und Miles Davis. Mit opulenten Orchester-Arrangements und elektronischen Beats hat die 30-Jährige aber längst eine eigene Musiksprache entwickelt. Das aktuelle, zweite Album war vor allem eines: anstrengend. Es kostete die junge Britin jede Menge Nerven und den Ehemann.

    Am Mikrofon: Christoph Reimann

  • 16:05 Uhr

    Bücher für junge Leser

    Die Schriftstellerin Que Du Luu u.a. über ihre Jugend in Deutschland in den 70/80er-Jahren und die Auseinandersetzung mit Herkunft

    Totalschaden (Kiepenheuer & Witsch Verlag)
    Vielleicht will ich alles (Kiepenheuer & Witsch Verlag)
    Im Jahr des Affen (Königskinder Verlag)

    Am Mikrofon: Ute Wegmann

  • 16:30 Uhr

    Computer und Kommunikation
    Schwerpunkt:
    Monte Carlo
    Ein Algorithmus macht Karriere

    Gott würfelt nicht
    Monte Carlo aber schon

    Eintauchen in die Virtuelle Realität
    Michael Madary evaluiert für die EU die Auswirkungen von VR-Brillen

    Aktuell:
    Simulation für Stromnetze
    Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik stellt Prototypen vor

    Das digitale Logbuch
    Baby II

    Info-Update

    Sternzeit, 11. Juni 2016
    Kepler und die Sonnenstrahlung

    Am Mikrofon: Maximilian Schönherr

  • 17:05 Uhr

    Milliarden Euro für das runde Leder
    Wie die Neuvergabe der Bundesliga-Rechte den Medienmarkt verändert

    Rechtsstreit beendet, Prozess gewonnen
    Zwei richtungsweisende Entscheidungen für den Bayerischen Rundfunk

    Mehr Regeln, weniger Marktteilnehmer
    Die Online-Video-Anbieter werden erwachsen

    Keine Chance den Social Bots
    Wissenschaftler gegen Netzpropaganda

    O-Ton Nachrichten u.a.:
    Ist live noch live? WDR-Hörfunk-Nachrichten werden zeitversetzt ausgestrahlt
    Journalismus wird untergraben: Studie zu Content Marketing
    Mehr Investitionen für besseres Programm gefordert: Filmwirtschaft lehnt geringeren Rundfunkbeitrag ab

    Am Mikrofon: Christoph Sterz

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Manifesta in Zürich - Zur Eröffnung der 11. Europäischen Biennale für zeitgenössische Kunst

    "Mephistoland" - Ein Streifzug durchs Horrorland Europa am Gorki Theater Berlin

    Müssen wir über alles reden? Theater als - umstrittener - Debattenort

    Hilft Geschichtsunterricht gegen Neonazis? Extremismusforscher Andreas Zick im Gespräch

    "Kein schöner Land" - Das Poesiefestival Berlin fragt nach aktuellen Tendenzen der Dichtkunst in Flüchtlingszeiten

    Am Mikrofon: Mascha Drost

  • 18:40 Uhr

    Auf der Suche nach den geraubten Enkeln - Die Großmütter von der Plaza de Mayo

  • 20:05 Uhr

    Buchclub - Annäherungen an die Schriftstellerin Alice Munro
    Von Jean-Claude Kuner
    Mit Hedi Kriegeskotte, Victoria Trauttmansdorff, Anne Müller
    Produktion: NDR 2015
    Länge: 54'15

    Ein Buchclub in einer Kleinstadt Kanadas. Fünf Frauen, Erin, Michelle, Janet, Rhonda und Joan, treffen sich, um über Alice Munros Werke zu diskutieren. Munro, die 2013 als erste kanadische Schriftstellerin den Literaturnobelpreis bekam, ist in Western Ontario aufgewachsen, auf dem Land, in armseligen Verhältnissen. Dort oder in kanadischen Kleinstädten spielen ihre Geschichten, in denen es um Ehe, Familie und Frauenleben geht. Was haben diese Geschichten mit ihrem Leben zu tun, fragen sich die Buchclub-Frauen nun. Ein Dialog zwischen Leserinnen, der Literatur und Alice Munro, deren Stimme sie im Internet finden, beginnt.

    anschließend:
    Manche Frauen
    Hörspiel nach einer Erzählung von Alice Munro
    Aus dem Englischen von Heidi Zerning
    Bearbeitung und Regie: Jean-Claude Kuner
    Komposition: Dmitri Kourliandski
    Mit Nadja Tiller, Marina Frenk, Oda Thormeyer, Jörg Pohl, Karin Neuhäuser, Patrycia Ziolkowska, Karoline Bär
    Produktion: NDR 2015
    Länge: 52'49

    "Es verwundert mich manchmal, wie alt ich bin." Mit diesem lapidaren Satz beginnt die Erinnerung der betagten Erzählerin. Als Hausmädchen hatte sie in einer kanadischen Kleinstadt gearbeitet, als sie jung war und zur Highschool ging. Ein Sommerjob, Mitte der 50er-Jahre, als Wespentaillengürtel und klare Rollenverteilung von Bedeutung sind. Im Mittelpunkt der begüterten Familie: der an Leukämie erkrankte Kriegsheimkehrer Bruce, der von den verschiedenen Frauen im Haus umsorgt und umschwärmt wird, beobachtet von der jungen Hausangestellten, die das Leben einer reichen, konservativen Familie mit ihren ganzen Widersprüchen und Abgründen hautnah erlebt - dazu Missgunst, Neid, Eifersucht, Tod und Liebe. Nach dem Sommerjob ist für das Mädchen nichts mehr wie früher. "Ich wurde erwachsen und alt." In wenigen markanten Szenen entwirft Alice Munro ein komplexes Beziehungsgeflecht und schildert ganz nebenbei auch das Sozial- und Rollengefüge dieser Zeit. 'Manche Frauen' ist das erste Hörspiel nach einem Text der kanadischen Literaturnobelpreisträgerin.

  • 22:05 Uhr

    Der Durchsetzer
    Hermann Scherchen - Dirigent und Geburtshelfer der Moderne
    Von Georg Beck

    Schmeichelhaft ist es nicht, das Charakterporträt, das Elias Canetti von ihm gezeichnet hat. Hermann Scherchen sei ein Musiker mit 'diktatorischem Gehabe', für den der Zweck jedes Mittel heilige. "Es war ihm um zweierlei zu tun: um das Erlernen neuer Dinge; aber dann ging es ihm - das war das Wichtigste - darum, dieses Neue auch durchzusetzen, nämlich es so perfekt wie möglich vor ein Publikum hinzustellen." 1912, nach erfolgreichen Tournee-Dirigaten von Arnold Schönbergs 'Pierrot Lunaire', hatte sich der gelernte Bratscher in den Kopf gesetzt, der zeitgenössischen Moderne als dirigierender Geburtshelfer zu dienen. Nicht wenige seiner Kollegen zogen es noch vor, die Nase zu rümpfen; ganze Orchester übten sich in Renitenz. Eine Lage, in der der Auftritt Scherchens dem Erscheinen eines Eisbrechers gleichkam. Sein Credo: Mit Probendisziplin, Genauigkeit und Härte werden die Resultate exzellent. Die Liste seiner Uraufführungen füllte ein Buch. Eine Erinnerung zum 50. Todestag.

  • 23:05 Uhr

    "Jude von Geburt, Hamburger im Herzen, im Geiste Florentiner"
    Eine Lange Nacht über den Kulturwissenschaftler Aby Warburg
    Von Manfred Bauschulte
    Regie: Stefan Hilsbecher und Rita Höhne
    (Wdh. v. 18./19.04.2015)

    "Jude von Geburt, Hamburger im Herzen, im Geiste Florentiner" - ist das Leitmotiv eines Gelehrten, der durch das Studium von Bildern, Büchern und Symbolen den 'Leidschatz der Menschheit' heben will. Wir werden Zeugen des bewegenden Schicksals von Aby Warburg, dessen Methoden wissenschaftliche Denkgewohnheiten sprengen. Als Kulturhistoriker spannt er einen Bogen von Festen der Renaissance zu Tänzen der amerikanischen Indianer. Wir hören von Nymphen und Mänaden, Schlangen, Priestern und Tänzern, wie sie Angst und Erregung, Leidenschaft und Leiden einen Ausdruck verleihen. Mit Hilfe des Bankhauses seiner Familie baut er zu Beginn des 20. Jahrhundert eine Bibliothek zum Studium des kulturellen Gedächtnisses der Menschheit auf. Nach dem Ersten Weltkrieg verbringt er Jahre in verschiedenen Heilanstalten. Im Sanatorium Bellevue von Ludwig Binswanger kann er genesen und danach den Neubau seiner Bibliothek realisieren. Vier Jahre nach seinem Tod (1929) retten seine Mitarbeiter Fritz Saxl und Gertrud Bing die Warburg-Bibliothek vor den Nazis und bringen sie nach London in Sicherheit.