Erzählen wie es weitergeht
Von Jürgen Becker, mit unveröffentlichten Gedichten des Autors
Regie: Matthias Kapohl
Mit: Martin Brambach, Anja Laïs, Christian Redl, Kristin Steffen, Ilse Strambowski
Ton und Technik: Christoph Rieseberg und Thomas Widdig
Komposition und Musik: Gregor Schwellenbach
Dramaturgie: Sabine Küchler
Deutschlandfunk 2024 + Unveröffentlichte Gedichte von Jürgen Becker
Länge: 115'56
Jörn versucht, mit dem Alleineleben zurande zu kommen, nachdem seine Frau gestorben ist. Maria steht auf ihrem Balkon und schaut hinab auf den Parkplatz des gegenüber liegenden Einkaufsmarkts. Hanni erzählt aus ihrem Zimmer, was Vater und Großvater erzählen und was die Tante aus Magdeburg dazu sagt. Johann wartet in der Halle eines Hochhauses auf den Aufzug. Und Lonny spricht mit dem Anrufbeantworter, in der Erwartung, dass ihr Mann zurückruft. Fünf Stimmen in alltäglichen Situationen, und in jeder Situation spricht Erinnerung mit. Was außerdem hörbar gemacht wird: ein stilles Unbehagen und die Verwunderung, dass der Alltag so weitergeht, wie er noch ist.
Die binaurale Tonmischung des Hörspiels klingt am besten mit Kopfhörern.
Jürgen Beckers Hörspiel steht am Ende einer jahrzehntelangen Radiopraxis. Dazu gehören auch die 20 Jahre als Hörspielredakteur im Deutschlandfunk. Er lebte in Köln, wo er 1932 geboren wurde und 2024 verstarb. 2022 erschien, neben der Gesamtausgabe seiner Gedichte, der Lyrikband „Die Rückkehr der Gewohnheiten“. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter für seine Hörspielarbeit 2013 den Günther-Eich-Preis, 2014 den Büchner-Preis.