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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 14.06.2026

  • 00:05 Uhr

    Große Bühne für großes Theater
    Eine Lange Nacht über das Wiener Burgtheater
    Von Robert Sollich
    Regie: Susanne Krings

    Das Wiener Burgtheater gilt als einzigartiges Kulturerbe, über dessen Aufführungen - so heißt es - sogar Taxifahrer Bescheid wissen. Das „kaiserliche Theater, das Burgtheater war für den Wiener, für den Österreicher mehr als eine bloße Bühne, auf der Schauspieler Theaterstücke spielten; es war der Mikrokosmos, der den Makrokosmos spiegelte (...). Jedes Jubiläum, jedes Begräbnis eines großen Schauspielers wurde zum Ereignis, das alle politischen Geschehnisse überschattete“, formulierte es emphatisch vor einhundert Jahren Stefan Zweig, und noch in diesem Jahrhundert erklärte es ein Burgtheaterdirektor zum sakralen Ort der Kunst, ähnlich dem Louvre und den Uffizien, und verglich den Ruf dorthin mit einem Nobelpreis. Anlässlich des 250. Jahrestages seiner Erhebung zum „teutschen Nationaltheater“ 1776 möchte eine Lange Nacht über das Wiener Burgtheater ergründen, was an diesen mythischen Erzählungen und Überhöhungen (noch) dran ist. Von Charlotte Wolter bis Gert Voss wird sie seine größten Mimen wieder auferstehen lassen, von Joseph Schreyvogel bis Claus Peymann seine berühmtesten Direktoren würdigen und von Franz Grillparzer bis Elfriede Jelinek auf die Stücke schauen, mit denen hier Theatergeschichte geschrieben wurde. Außerdem wird es darum gehen, was mit Ehrenmitgliedern des Burgtheaters nach ihrem Tod geschieht, woher eine Wiener Neigung zum Happy End rührt und warum Burgschauspieler bis vor gar nicht allzu langer Zeit nicht beklatscht werden durften.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Thomas Adès
    Dawn. Chacony for orchestra at any distance

    Claude Debussy
    3. Satz: Rondes de printemps
    aus: "Images". 3 Bilder für Orchester, L 122

    Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
    Leitung: Thomas Adès

    Aufnahme vom 28.6.2025 in der Philharmonie Berlin

    03:05 Uhr   Heimwerk

    "Extase"

    Alexander Skrjabin
    Sonate für Klavier Nr. 5 Fis-Dur, op. 53

    John Cage
    "Bacchanale" für präpariertes Klavier

    Mario Häring, Klavier

  • 06:05 Uhr

    Aus für Kampfflugzeug FCAS: Das unrühmliche Ende einer guten Idee
    Von Helene Bubrowski

  • 06:10 Uhr

    Christoph Graupner
    „Wenn wir in höchsten Nöthen seyn“. Kantate zu 2. Sonntag nach Trinitatis, GWV 1143/12
    Miriam Feuersinger, Sopran
    Franz Vitzthum, Countertenor
    Capricornus Consort Basel
    Leitung: Peter Barczi

    Matthias Weckmann
    „Kommet her zu mir alle“. Geistliches Konzert
    Stephan MacLeod, Bass
    Ricercar Consort
    Leitung: Philippe Pierlot

    Dietrich Buxtehude
    Präludium C-Dur, BuxWV 137
    Friedhelm Flamme an der Treutmann-Orgel in der Klosterkirche St. Georg, Grauhof/Goslar

    Michael Praetorius
    „Der Silber durchs Feuer siebenmal“. Geistliches Konzert
    La Capella Ducale
    Musica Fiata
    Leitung: Roland Wilson

    Johann Sebastian Bach
    „Ach Gott, vom Himmel sieh darein“. Kantate zum 2. Sonntag nach Trinitatis, BWV 2
    Sarah Wegener, Sopran
    Benno Schachtner, Countertenor
    Sebastian Kohlhepp, Tenor
    Thomas E. Bauer, Bass
    Chorus Musicus Köln
    Das Neue Orchester
    Leitung: Christoph Spering

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen
    Tyros unter Beschuss - Schätze der libanesischen Stadt in Gefahr

    Arbeit - der Gesellschaftsvertrag unseres Lebens? Ein Interview mit der Philosophin Lisa Herzog

    Stadtplanung - Wie gelingt eine klimafreundliche Zukunft? Ein Interview mit der Professorin für Stadtplanung und Landschaft Simone Linke

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Kulturpresseschau - Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Freie Fahrt, feste Fronten - Die Diskussion um das Tempolimit in Deutschland. Ein Interview mit dem Verkehrspsychologen Bernhard Schlag

    Denk ich an Deutschland: der Autor und Journalist Hajo Schumacher

    Am Mikrofon: Ute Reckers

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Geld oder Leben!
    Jesus und die Reichen
    Von Susanne Niemeyer
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 50 Jahren: Schuldprinzip bei Ehescheidungen in der Bundesrepublik wird abgeschafft

  • 09:10 Uhr

    Kammermusik

  • 09:30 Uhr

    Strukturwandel des Kunstsystems 
    Die Kunst der Kritik - Von der Neuerfindung ästhetischer Urteilskraft 
    von Laura Helena Wurth 

    Einst war sie eine Instanz, vom Publikum geliebt, von den Künstlerinnen und Künstlern gehasst: die Kunstkritik. Heute sitzt sie am Katzentisch des Kunstmarkts, sucht nach ihrem Ort in einer ausdifferenzierten Öffentlichkeit. 
    Die Kunstkritik sei in der Krise, heißt es immer wieder. Zu wenig Geld für Unabhängigkeit, zu wenig Anerkennung für die Leistung, die richtigen Worte für den ästhetischen Eigensinn der Kunst zu finden und dies auch bewerten zu können.  
    Dabei muss sie im fragilen System "Kunstwelt" zwischen Markt und Institutionen in finanziell prekären Zeiten nur wieder ihren Platz finden. Wer schreibt gerade wie über Kunst und auf welcher Tradition und Entwicklung fußt das? Erst wenn das beantwortet ist, kann sich eine neue Kunst der Kritik herausbilden.  
    Laura Helena Wurth ist Kunstkritikerin und Autorin. Sie hat Kulturwissenschaft an der Maastricht University in den Niederlanden und der Humboldt Universität zu Berlin studiert. Als freie Autorin arbeitet sie unter anderem für FAZ, NZZ, ZEIT und Deutschlandfunk Kultur. Sie ist Mitherausgeberin des Kunstmagazins „One to(o) many“ und seit Juli 2023 Redakteurin bei Deutschlandfunk Kultur.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Pfarrkirche Herz-Jesu in Klein Berßen
    Zelebrant: Pastor Markus Hartlage
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Joachim Nagel, Präsident der Bundesbank

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Mexiko: Tourismus in Höhlen

    Leben in der Postkarte: Citytour von Brücke zu Brücke

    Reise durch Kanada - Der Rocky Mountaineer

    Das Berlin der Mascha Kaléko - Der Weg zum Ruhm (3/6)

    Am Mikrofon: Laura Kingston

  • 13:05 Uhr
    13:20 Uhr   WM Magazin

    FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Schriftsteller Dinçer Güçyeter im Gespräch mit Marietta Schwarz

    Er ist gelernter Werkzeugmacher und finanzierte sich als Gabelstapler seine Anfänge im Literaturbetrieb. 2023 wurde sein Roman „Mein Deutschlandmärchen“ mit dem Leipziger Buchpreis geehrt. Heute ist Dinçer Güçyeter Lyriker, Romanautor und Verleger.

  • 15:05 Uhr

    Herzschmerz und leise Dramatik
    Die US-amerikanische Indierock-Band Death Cab for Cutie
    Von Anke Behlert

    Mit „Transatlanticism“ veröffentlichte Death Cab for Cutie 2003 eines der wichtigsten Alben der „Goldenen Ära“ des Indierock Anfang der 2000er-Jahre. Die Platte verhalf nicht nur der Band um Sänger Ben Gibbard zum internationalen Durchbruch. Death Cab for Cutie war neben Gruppen wie Interpol oder Nada Surf dafür verantwortlich, dass „Indie“ von der DIY-Nische zum Mainstream wurde. Mit melancholischen Texten, immer leicht wehmütiger Stimmung und hymnischen Refrains bespielte die Band aus dem US-amerikanischen Nordwesten danach große Bühnen, war mehrfach für einen Grammy nominiert, ihre Songs wurden in Filmen und Serien eingesetzt. Bei ausverkauften Großtourneen zum 20-jährigen Jubiläum von „Transatlanticism“ entstanden in den letzten Jahren neue Songs für das elfte Studioalbum „I Built You A Tower“, das im Juni erscheint.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    John Fowles:„Magus“
    Mit einem Nachwort des Autors
    Aus dem Englischen neu übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Michael Lehmann
    (März Verlag)
    Ein Beitrag von Samuel Hamen

    am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    KI statt Öl - Wie die Emirate zur AI-Superpower aufsteigen wollen
    Von Carina Schroeder und Moritz Metz

    Die Vereinigten Arabischen Emirate umarmen Künstliche Intelligenz wie wenig andere Länder. Der Golfstaat errichtet gigantische Rechenzentren, will die Hälfte seiner Regierungsarbeit auf KI-Agenten umstellen und befeuert mit seinem Ölgeld das globale KI-Rennen. Moritz Metz berichtet Carina Schroeder von seiner Reise nach Dubai und Abu-Dhabi.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Am Rand der Nationalgeschichte - Matthew Fletcher, Kulturwissenschaftler indigener Abstammung über native Americans in den USA im Gespräch mit Lucca Pizzato

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    "Weißt du schon, wie schön es wird?" Milan Peschels neues Stück am RambaZamba Theater Berlin

    "Deterrents" - Cyprien Gaillard im Kunsthaus Bregenz

    Ortstermin Tbilisi - Die "Debate on Europe" in der georgischen Hauptstadt
    Gespräch mit Zaal Andronikashvili, Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL)

    "10-Millionen-Schweiz"? Volksinitiative stimmt über Größe der Bevölkerung ab
    Gespräch mit dem Schriftsteller Lukas Bärfuss

    Am Mikrofon: Änne Seidel

  • 18:10 Uhr
    18:35 Uhr   WM aktuell

    FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™

  • 18:40 Uhr

    Südtirol - Was vom Sprachkonflikt geblieben ist

  • 19:05 Uhr

    Börsengang von Space X: Gefährliche Machtfülle bei Elon Musk
    Von Dorothee Holz

    Paragraph 188: Gut gemeint, aber in Umsetzung problematisch
    Von Gudula Geuther

  • 19:10 Uhr

    Fußball - Weltmeisterschaft 2026:

    Vorrunde: Deutschland -Curacao
    Bosnien - sportpolitischer Blick nach dem WM Auftritt
    Der Fall Diarra vor dem EuGH, Transferregeln und Co.

    Kommentar - neue Regeln für Bundesjugendspiele

    Handball - Finale Final Four Köln

    Südostasien - Laos Sepak Takraw

    Formel 1 - Großer Preis von Katalonien in Barcelona

    Der Mythos von Le Mans / Eröffnung des Sportmuseums

    Basketball - Playoff, Spiel 2: FC Bayern München - Alba Berlin

    Tennis - Tennis - ATP Halle/Westfalen

    Special Olympics - Nationale Spiele 2026: Vorschau

    Am Mikrofon: Thomas Wheeler

  • 20:05 Uhr

    Westsahara
    Heißer Sand und ein verlorenes Land
    Von Olivia Wimmer
    Regie: die Autorin
    ORF 2025

    Seit einem halben Jahrhundert leben die Sahrawi in Flüchtlingslagern in der algerischen Wüste, abgeschnitten von ihrer Heimat, der Westsahara. Ein Feature über ein vergessenes Volk und seinen verzweifelten Kampf um Unabhängigkeit.

    Die Westsahara ist ein Gebiet an der Nordwestküste Afrikas, das von Marokko besetzt wurde, als sich die spanischen Kolonialtruppen daraus zurückzogen. Im Jahr 1975 bricht ein Krieg zwischen Marokko und dem dort ansässigen Volk der Sahrawi aus. Viele Sahrawi fliehen ins Landesinnere, in die Wüste, und über die Grenze nach Algerien, wo sie sich mitten in der Sahara in improvisierten Zeltstädten niederlassen. Nach einem von der UNO verhandelten Waffenstillstand von 1991 sollen die Sahrawi entscheiden, ob sie zu Marokko gehören oder einen eigenen Staat gründen wollen. Doch das Referendum findet nie statt. Die Menschen harren seit einem halben Jahrhundert in der Wüste aus. Ein Leben über das Überleben hinaus zu gestalten ist schwierig. Und so sind viele wieder bereit, zu den Waffen zu greifen, denn die junge sahrawische Generation ist des Wartens müde.

    Olivia Wimmer, geboren 1983 in Grieskirchen, ist freie Radiojournalistin und Fotografin und lebt in Wien. Studium der Fotografie und Arabistik in Wien und Damaskus. Sie produziert internationale Reportagen und Langform-Features. Zu ihren Schwerpunkten gehören der Nahe Osten, Nordafrika und Menschenrechte. Am Kinodokumentarfilm „Everyday Rebellion“ (2013) war sie als Kamerafrau beteiligt.

  • 21:05 Uhr

    Billy Childs
    Konzert für Saxofon und Orchester „Diaspora“

    Dmitri Schostakowitsch
    Sinfonie Nr. 7 C-Dur, op. 60 „Leningrader“

    Steven Banks, Saxofon
    Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
    Leitung: Rafael Payare

    Aufnahme vom 7.6.2026 aus der Philharmonie Berlin

    Am Mikrofon: Uwe Friedrich

    Den Schrecken von Sklaverei und Krieg verleiht dieses Konzert Ausdruck mit Musik von Billy Childs und Dmitri Schostakowitsch.

    Das neue Saxofonkonzert des afroamerikanischen Komponisten Billy Childs verbindet Elemente der klassischen Musik mit Jazz, Spirituals und zeitgenössischen Kompositionstechniken. Dieses Werk des Gedenkens an die Sklaverei gehört zum Saisonschwerpunkt des Deutsches Symphonie-Orchesters Berlin „Afrodiaspora - Composing while black“. Vom Elend des Zweiten Weltkriegs kündet die siebte Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch, die während der Belagerung Leningrads durch die deutsche Wehrmacht entstand. Als Nachfolger von Kent Nagano übernahm der junge venezolanische Dirigent Rafael Payare im Herbst 2021 mit dem Orchestre symphonique de Montréal das renommierteste Orchester Kanadas. Kürzlich wurde sein Vertrag verlängert. Beim Deutschen Symphonieorchester Berlin kann er seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen.

  • 23:05 Uhr
  • 23:30 Uhr

    FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™