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Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 14. bis 15. August +++

Ein Reisender mit Mund- und Nasenschutz sitzt in einem Zug der Deutschen Bahn, hinter dem ein ICE steht. (dpa / Sebastian Gollnow )
Reisen mit der Deutschen Bahn in der Corona-Zeit (dpa / Sebastian Gollnow )

Verbraucherschützer fordern kostenlose Sitzplatz-Reservierungen für Bahnreisende im Fernverkehr. Bayern hat die Probleme bei der Benachrichtigung von auf das Coronavirus getesteten Urlaubsrückkehrern noch nicht behoben. Gesundheitsminister Spahn verteidigt die Reisewarnung für Festland-Spanien und die Balearen gegen Kritik. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Samstag, 15. August

+++ Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert kostenlose Sitzplatz-Reservierungen für Reisende im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Neben der Maskenpflicht sei Abstand einfach das Beste, was man zur Zeit tun könne, sagte Vorstand Müller der Deutschen Presse-Agentur. Züge dürften nicht voll gedrängt sein. Auf viel befahrenen Strecken müsse die Bahn deshalb zusätzliche Waggons einsetzen, die Belegung mit intelligenter Technik im Zug entzerren und bevorzugt Reisende mit Reservierung einsteigen lassen. Die Bahn lehnt Forderungen nach einer Reservierungspflicht bisher ab.

+++  In Südafrika endet zum Beginn der neuen Woche ein Verkaufsverbot für Alkohol und Tabak, das die Regierung vor Monaten zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus erlassen hatte. Wie die Deutsche Presse-Agentur mit Verweis auf Präsident Ramaphosa meldet, werden auch andere Beschränkungen wegen sinkender Infektionszahlen aufgehoben oder gelockert. Darunter fielen ein nächtliches Ausgehverbot oder Reisesperren zwischen den Provinzen. Bestehen bleibe unter anderem die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung in der Öffentlichkeit zu tragen. Mit mehr als 580.000 bestätigten Infektionen ist Südafrika das am stärksten betroffene Land des afrikanischen Kontinents.

+++ Nach fünfmonatigen Corona-Einschränkungen waren in Algerien viele Moscheen, Cafés, Strände und Parks wieder zugänglich. In der Hauptstadt Algier waren die Strände am Wochenende voll, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Zwar gebe es weiterhin Ausgangssperren für einen großen Teil des Landes und eine Maskenpflicht im Freien. Doch hätten sich die Behörden entschieden, zumindest den Zutritt zu öffentlichen Plätzen möglich zu machen. Es sei anzunehmen, dass die Infektionsrate sich stabilisiert habe, hieß es zur Begründung.

+++ In Bayern sind die Probleme bei der Benachrichtigung von auf das Coronavirus getesteten Urlaubsrückkehrern weiterhin nicht behoben. Die Zahlen sollen nun nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums morgen Nachmittag bekanntgegeben werden. Ursprünglich sollte bereits bis Donnerstag jeder positiv Getestete informiert sein. Seither verstrichen gleich mehrere Fristen. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Ergebnisse von rund 44.000 Tests, die meist an den mobilen Zentren an Autobahnraststätten von Rückreisenden genommen worden waren, noch nicht bei den Betroffenen angekommen waren. Darunter sollten auch über 900 positive Befunde sein.

Bayern, Bergen: Ein Mann im Schutzanzug nimmt an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 8 (A8) an der Rastanlage Hochfelln-Nord einen Abstrich bei einem Autofahrer.  (dpa/Sven Hoppe)Coronavirus - Test an einer Rastanlage an Autobahn in Bayern (dpa/Sven Hoppe)

+++ Auch in Rheinland-Pfalz könnte es teilweise etwas länger dauern, bis Ergebnisse von Corona-Tests übermittelt werden. Der Leiter des Gesundheitsamtes für Trier und Trier-Saarburg sagte, es sei gerade nur schwer machbar, alle negativen Befunde schnell rauszugeben.

+++ Rund 1.000 Menschen haben in der Hamburger Innenstadt gegen Maskenpflicht und weitere Corona-Auflagen von Bund und Ländern demonstriert. Verschiedene Redner der Initiative "Querdenken" erklärten, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland verstießen gegen mehrere Artikel des Grundgesetzes. Die Polizei forderte die Veranstalter schließlich auf, die Versammlung zu beenden. Die Auflagen zur Genehmigung der Demonstration seien nicht mehr eingehalten worden, da die Teilnehmer keinen Mund-Nasen-Schutz getragen und die Abstandregeln missachtet hätten.

Ein Mann hält in Hamburg das Modell eines Corona-Virus mit einem Plakat mit der Aufschrift "Stoppt den Corona-Wahnsinn!" bei einer Kundgebung von Gegner der Coronaschutzmaßnahmen.  (dpa-news / Markus Scholz)Kundgebung in Hamburg von Gegnern der Corona-Auflagen (dpa-news / Markus Scholz)

Auch in Magdeburg in Sachsen-Anhalt protestierten etwa 250 Personen gegen Abstands-und Hygienebestimmungen. Das Bündnis "Solidarisches Magdeburg" warnte bei einer Gegen-Kundgebung vor einer Spaltung der Gesellschaft. Andere zu gefährden, sei keine Freiheit.

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat die Reisewarnung der Bundesregierung für Spanien und die Balearen gegen Kritik verteidigt. Es handle sich nicht um ein Verbot, aber um die - Zitat - klare Ansage: Wer aus dem Spanienurlaub komme, müsse in Quarantäne. Dies gelte, solange kein klares Testergebnis vorliege, sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Der Gesundheitsminister betonte, Partyurlaub sei in dieser Pandemie unverantwortlich. "Und wer trotz der Warnung nach Spanien fährt, sollte sich und andere auch im Urlaub schützen." Er wisse, was diese Entscheidung der Regierung für viele Urlauber, für Reisebüros oder auch für Spanien bedeutet, sagte Spahn weiter. "Aber leider steigen die Infektionszahlen dort stark, zu stark."

+++ Angesichts der Corona-Krise wirbt die IG Metall für eine Vier-Tage Woche. Damit ließen sich Industriejobs halten, statt sie abzuschreiben, sagte Gewerkschaftschef Hofmann. In einigen Unternehmen gibt es bereits Vereinbarungen, die eine Reduzierung der Arbeitsstunden vorsehen.

Unsere Analyse: Kann eine Vier-Tage-Woche Unternehmen durch die Corona-Krise helfen?

+++ Südkorea hat seine Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wieder verschärft. In der Hauptstadt Seoul und der angrenzenden Provinz Gyeonggi bleiben öffentliche Einrichtungen für die kommenden zwei Wochen geschlossen. Mehr zu den Maßnahmen und den Gründen lesen Sie hier.

+++ Russland hat mit der Produktion seines neuen Impfstoffs gegen das Coronavirus begonnen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Nach früheren offiziellen Angaben soll der Impfstoff als weltweit erster überhaupt bis zum Monatsende auf dem Markt gebracht werden. Manche Wissenschaftler befürchten, dass die Regierung in Moskau dabei Schnelligkeit vor Sicherheit setzt.

+++ Knapp zwei Monate nach Einführung ist die Corona-Warn-App in Deutschland rund 17 Millionen Mal auf Smartphones geladen worden. Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Das Programm soll dabei helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Die App warnt Nutzer, wenn sie registrierten Infizierten zu nahe gekommen sind, dass sie sich angesteckt haben könnten. Nach einem Alarm sollten Nutzer das Gesundheitsamt kontaktieren und selbst einen Test machen lassen.

+++ Bundesratspräsident Woidke hat die Länder zu einer engen Zusammenarbeit bei den Corona-Regeln aufgerufen. Im März und April hätten sich die Länder sehr eng mit der Bundesregierung abgestimmt, sagte der brandenburgische Ministerpräsident der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei die Basis dafür gewesen, relativ glimpflich und moderat durch die Coronakrise zu kommen. Der SPD-Politiker betonte, das permanente Vorpreschen mancher Bundesländer verunsichere die Menschen. Politik müsse hingegen Vertrauen schaffen. Angesichts steigender Zahlen neuer Corona-Infektionen lehnte Woidke Lockerungen der bestehenden Einschränkungen derzeit ab.

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, mit einem Nase-Mundschutz - hier in der Ausbildungswerkstatt der PCK-Raffinerie.  (dpa/ZB/Christophe Gateau)Ministerpräsident Woidke erweitert die Mundschutz-Pflicht in Brandenburg (dpa/ZB/Christophe Gateau)

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts binnen eines Tages 1.415 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der Fälle stieg damit auf 222.828. Sechs weitere Menschen starben an oder mit einer Coronavirus-Infektion; insgesamt sind es jetzt 9.231. Die Zahl der Genesenen wird auf 200.800 geschätzt. Damit ergeben sich rechnerisch 12.797 aktive Krankheitsfälle.

+++ Die Grünen haben sich dafür ausgesprochen, alle Lehrer und Erzieher nach dem Urlaub auf das Coronavirus zu testen. Die Vorsitzende Baerbock sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, während Kinder und Jugendliche zum Pandemieschutz nach Jahrgängen getrennt würden, wechselten an vielen Schulen die Lehrer von Klasse zu Klasse. Deshalb sollten sie erst einmal getestet werden, wenn sie aus dem Urlaub kommen. Baerbock verwies darauf, dass es nach den Sommerferien bereits erste Ausfälle von Schulen und Kitas gegeben habe.

+++ Ärztevertreter fordern eine bundesweite Erfassung des Personals in den deutschen Gesundheitsämtern. Um zu entscheiden, an welchen Stellen mehr investiert werden müsse, sei eine valide Datengrundlage nötig, heißt es in einem gemeinsamen Brief des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und des Marburger Bundes an Gesundheitsminister Spahn. Die Funke-Mediengruppe berichtet darüber. Spahn will in Kürze einen Plan zur Stärkung der Gesundheitsämter vorlegen. Umstritten ist, wie viel Personal die Ämter tatsächlich brauchen, um beispielsweise bei einem erneuten Ansteigen der Corona-Infektionszahlen Infektionsketten verfolgen zu können.

+++ Die Corona-Lage in Frankreich hat sich weiter verschlechtert. Innerhalb eines Tages wurden rund 2.800 Neuinfektionen gemeldet. Die Hauptstadt Paris und die Region um Marseille wurden in die höchste Risiko-Kategorie eingestuft. Dies erlaubt es den örtlichen Behörden, die Bewegungsfreiheit der Menschen einzuschränken oder öffentliche Einrichtungen zu schließen. In Paris wurde die Maskenpflicht auf der Straße ausgeweitet. Sie gilt von heute an in weiten Teilen des Zentrums.

Menschen mit Mund-Nasen-Schutzmasken gehen am 12. Mai 2020 durch das Pariser Viertel Goutte d'Or (AFP / Ludovic MARIN)Menschen mit Mund-Nasen-Schutzmasken gehen am 12. Mai 2020 durch das Pariser Viertel Goutte d'Or. (AFP / Ludovic MARIN)

Außerdem werden Versammlungen von mehr als zehn Personen untersagt, bei denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Frankreich ist mit 30.000 Toten besonders von der Corona-Pandemie betroffen. In Großbritannien müssen Reisende aus Frankreich nach Angaben der Regierung künftig wieder in eine zweiwöchige Quarantäne.

+++ Touristen müssen bei der Einreise nach Dänemark künftig nicht mehr nachweisen, dass sie mindestens sechs Übernachtungen im Land gebucht haben. Die Regierung und die Parlamentsparteien einigten sich darauf, die umstrittene Sechs-Tages-Regel abzuschaffen. Außerdem dürfen Restaurants, Kneipen und Cafés statt bis Mitternacht jetzt bis zwei Uhr nachts öffnen.

Dänemark hatte im März zu Beginn der Corona-Krise strikte Maßnahmen ergriffen und die Ausbreitung des Coronavirus damit vergleichsweise schnell unter Kontrolle bekommen. Seit einigen Wochen mehren sich die Infektionsfälle aber wieder, unter anderem durch lokale Ausbrüche in der zweitgrößten Stadt Aarhus sowie bei einem Schlachtbetrieb in Ringsted.

Freitag, 14. August

Die Grenzen in Europa sind weitgehend offen, Sommerurlaube können unter bestimmten Bedingungen stattfinden. Aber wie sehen die Vorschriften in den einzelnen Ländern für Reisende aus Deutschland aus? Und wie steht es um das Infektionsgeschehen? Eine Übersicht.

+++ Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat das Auswärtige Amt eine offizielle Warnung vor touristischen Reisen nach Spanien herausgegeben. Die Warnung gilt für das Festland und die Balearen, ausgenommen sind die Kanarischen Inseln, wie am Abend in Berlin mitgeteilt wurde. Auf Mallorca sei insbesondere die Hauptstadt Palma stark betroffen. Zuvor hatte sich das Bundesgesundheitsministerium mit dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium darauf verständigt, die Regionen als Risikogebiete einzustufen.

Die Reisebranche bedauerte die Entscheidung der Bundesregierung. Schließlich handele es sich um das beliebteste Auslandsreiseziel der Deutschen, erklärte der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft in Berlin. Die Entscheidung sei jedoch zu akzeptieren. Der Gesundheitsschutz habe höchste Priorität.

+++ In New York können von 24. August an Museen unter Auflagen wieder öffnen. Dabei gelten Maskenpflicht und vorgeschriebene Laufwege, wie der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, am Freitag sagte. Die Museen dürften zudem nur höchstens ein Viertel der üblicherweise erlaubten Zahl an Besuchern einlassen und müssten zeitgebundene Tickets verkaufen, hieß es weiter.

Das Metropolitan Museum Of Art in New York mit Fontänenspiel vor dem Haupteingang in der Dämmerung.  (F.M. Kearney / Design Pics / imago-images)Das Metropolitan Museum Of Art in New York (F.M. Kearney / Design Pics / imago-images)

+++ Die weitgehende Schließung der US-Grenzen zu Kanada und Mexiko wegen der Corona-Pandemie wird erneut um einen Monat verlängert. Die Grenzen könnten demnach frühestens am 21. September wieder für den regulären Reiseverkehr geöffnet werden, erklärte Heimatschutzminister Chad Wolf per Tweet. Diese solle helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die zeitweisen Grenzschließungen waren am 21. März in Kraft getreten und seither mehrfach verlängert worden. 

+++ Oscarpreisträger Matthew McConaughey hat in einem Videointerview mit dem US-Virologen Anthony Fauci beklagt, dass die Corona-Krise in den USA zu sehr politisch instrumentalisiert würde. "Wie viele andere auch, bin ich desillusioniert, ehrlich gesagt sogar voller Wut darüber, wie Covid politisiert wurde", sagte McConaughey in einem rund 40-minütigen Gespräch in seinem Instagram-Kanal. Auf der Suche nach Orientierung würden sich zu viele Menschen an die Meinungen des rechten und linken Randes klammern, ergänzte er.

+++ Das Verwaltungsgericht Münster hat per Eilbeschluss entschieden, dass eine private Party zum 26. Geburtstag mit 70 Gästen nicht wie geplant stattfinden darf. Eine solche Feier stelle keinen herausragenden Anlass dar, bei dem das coronabedingte Abstandsgebot und eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung nicht gälten, befand das Gericht in seinem Beschluss.

Das neue Coronavirus wird nicht nur über die Tröpfcheninfektion verbreitet. Eine wichtige Rolle spielen auch die sogenannten Aerosol-Partikel, also kleine Schwebeteile in der Luft. Sie sind insbesondere seit den Corona-Ausbrüchen in deutschen Schlachthöfen in den Fokus gerückt. Hier die jüngsten Erkenntnisse.

+++ Spanien und die Balearen werden wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen als Risikogebiet eingestuft. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte dies. Zuvor hatte das Robert Koch-Institut diese Einstufung Medienberichten zufolge vorgenommen. Die Kanarischen Inseln sind davon zunächst noch ausgeschlossen. Die Risikoeinstuftung sei aber erst gültig, wenn sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts veröffentlicht werde.

+++ Die Bundesregierung will derzeit in Deutschland nicht benötigte Corona-Schutzmasken an andere Staaten abgeben. Geplant ist, dafür der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte. Die aktuelle Pandemie-Situation hierzulande ermögliche es, einen Teil der derzeit überschüssigen Masken in eine nationale Reserve zu geben - und einen geringen Teil Ländern zur Verfügung zu stellen, die wegen ihrer Corona-Situation gerade dringend Masken benötigten. Dies sei auch ein Akt der Solidarität.

+++ Wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen in Kroatien warnt Österreich nun vor Reisen in das EU-Partnerland. Die Reisewarnung tritt am Montag offiziell in Kraft, wie das Außenministerium in Wien mitteilte. Österreichische Urlauber, die sich in Kroatien befinden, wurden jetzt schon zur Heimreise aufgefordert. Kroatien hatte am Donnerstag 180 Neuansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 innerhalb von 24 Stunden registriert, den höchsten Tageswert seit Beginn der Pandemie. Die Infektionszahlen in Österreich selbst sind in den vergangenen Tagen ebenfalls gestiegen.

Boote auf dem Fluss Cetina in Split-Dalmatien, Kroatien (imago stock&people)Boote auf dem Fluss Cetina in Split-Dalmatien, Kroatien (imago stock&people)

+++ Bei einer Antikörperstudie zum Corona-Hotspot im baden-württembergischen Kupferzell hat das Robert Koch-Institut (RKI) eine hohe Dunkelziffer nicht über Tests erfasster Infektionen ermittelt. Danach gab es in der 6.000-Einwohner-Gemeinde im Hohenlohekreis fast vier Mal (3,9) so viele Infizierte wie bisher bekannt waren, erklärten Forschendes des RKI. Bei 7,7 Prozent der 2.203 getesteten Erwachsenen seien Antikörper gegen das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Selbst ein solcher im Bundesvergleich relativ hoher Wert reiche aber nicht aus, um eine befürchtete "zweite Welle" zu verhindern, sagte RKI-Vizepräsident Schaade.

+++ Das wegen seines Corona-Impfstoffkandidaten bekannt gewordene Tübinger Biotechunternehmen Curevac kann im Zuge seines Börsengangs wie erhofft deutlich mehr als 200 Millionen US-Dollar von Investoren einsammeln. Hier haben wir für Sie weitere Details zusammegefasst. 

+++ Die EU sichert sich 300 Millionen Dosen eines möglichen Imstoffs gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Die Europäische Kommission schloss dazu einen Vertrag mit dem britischen Pharmaunternehmen AstraZeneca. Die Vereinbarung beinhaltet den Angaben zufoge auch eine Option auf 100 Millionen weitere Dosen, sollte sich der Impfstoff als sicher und wirksam erweisen. Neben AstraZeneca entwickeln weltweit mehrere weitere Pharmakonzerne Impfstoffe gegen das Coronavirus. Die Weltgesundheitsorganisation hält sechs der Mittel für vielversprechend in ihrer Wirksamkeit gegen das Coronavirus.

Nahaufnahme einer Pipette, mit der ein Testimpfstoff platziert wird. (imago images / Westend61)Impfstofftest im Labor (imago images / Westend61)

+++ Neuseelands Premierministerin Ardern hat eine Verlängerung des Corona-Lockdowns in der Millionenmetropole Auckland um zwölf Tage angeordnet. Die neuen Einschränkungen waren am Mittwoch zunächst für drei Tage verhängt worden, nachdem in der Stadt vier Mitglieder einer Familie positiv auf das Virus getestet worden waren. Die Infizierten waren die ersten Corona-Fälle in Neuseeland nach 102 Tagen ohne neue Infektionen. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen in Auckland stieg auf insgesamt 30. Fast alle stünden in Zusammenhang mit der Familie, teilte Ardern mit.

+++ Eine Antikörper-Studie des Robert Koch-Instituts im sogenannten Corona-Hotspot Kupferzell hat nachgewiesen, dass die Dunkelziffer nicht-erfasster Infektionen groß ist. Mehr als 2.000 Erwachsene hatten sich in dem Ort in Baden-Württemberg testen lassen. Demnach waren fast vier Mal so viele Personen wie bisher bekannt mit dem Coronavirus infiziert. Bei knapp acht Prozent der Getesteten seien im Blut Antikörper gegen das Virus nachgewiesen worden. Aber selbst ein solcher im Bundesvergleich relativ hoher Wert reiche nicht aus, um eine mögliche zweite Welle zu verhindern, sagte der Vizepräsident des Instituts, Schaade.

+++ Das Robert-Koch-Institut (RKI) appelliert an die Bevölkerung, die Abstands- und Hygieneregeln weiter einzuhalten. Es sei zu beobachten, dass die Infektionszahlen bundesweit wieder ansteigen. "Wir dürfen diese Entwicklung so nicht weiterlaufen lassen", sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade bei einer Pressekonferenz. Jeder müsse seine Kontakte weiterhin einschränken - das gelte für alle Bereiche. Reisen sollten nur unternommen werden, wenn unbedingt notwendig und Feiern nur im engsten Kreis abgehalten werden. Auch das Tragen von Masken und das Abstandhalten helfe dabei, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. "Anders wird es nicht gehen und wir drohen, die Kontrolle zu verlieren", sagte Schade.

+++ Die französische Regierung hat Paris und das Department Bouches-du-Rhone an der Mittelmeerküste um Marseille herum zum Corona-Hochrisiko-Gebiet erklärt. Der Erlass gibt den lokalen Behörden die Befugnis, den Personen- und Fahrzeugverkehr einzuschränken, den Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Flugreisen zu beschränken, den Zugang zu öffentlichen Gebäuden einzuschränken und einige Einrichtungen zu schließen, in denen ein hohes Infektionsrisiko besteht. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf einen starken Anstieg der Coronavirus-Infektionen in den vergangenen zwei Wochen.

+++ In Deutschland steigt die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gab es 1.449 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Seit Beginn der Pandemie liegt die Gesamtzahl der Corona-Fälle in Deutschland bei 221.413. Weitere Zahlen zum Coronavirus in Deutschland können Sie hier nachlesen.

+++ Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Biden, spricht sich für eine landesweite Maskenpflicht aus. Biden forderte die Gouverneure der einzelnen Bundesstaaten dazu auf, eine entsprechende Anordnung zu erlassen. Die USA ist eins der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder weltweit. Nach Angaben der John Hopkins University sind über 5,2 Millionen US-Amerikaner mit dem Coronavirus infiziert; 167.000 Menschen starben im Zusammenhang mit der Pandemie.

+++ In Großbritannien müssen Reisende aus Frankreich, den Niederlanden und Malta nach ihrer Rückkehr ab morgen in eine zweiwöchige Quarantäne. Spanien und Belgien standen schon vorher auf der Quarantäne-Liste. Wie sieht die Lage derzeit in den europäischen Urlaubsländern aus? Das haben wir hier für Sie zusammengefasst.

+++ Schulen, Lehrer und Schüler sollen angesichts der Corona-Krise kurzfristig deutlich stärker finanziell bei der Digitalisierung unterstützt werden. Das ist das Ergebnis eines Bund-Länder-Treffens mit Kanzlerin Merkel zur Lage an den Schulen. Regierungssprecher Seibert erklärte, die Pandemie habe der Entwicklung von Formen des digitalen Lernens neue Dringlichkeit verliehen. Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Teilnehmerkreise berichtet, wird mit Kosten von rund 500 Millionen Euro gerechnet.

+++ CDU-Abgeordnete im Bund und im EU-Parlament forderten schnelle Abhilfe bei Flughafentests. Innenpolitiker Schuster bezeichnete in der "Bild"-Zeitung Reiserückkehrer mit einer Corona-Infektion als "unser Problem Nummer Eins". Besonders bei Ankunft aus Risikogebieten dürften die Tests nicht bewusst umgangen werden können. Unions-Flugverkehrsexperte Schulze forderte, dass Polizisten die Durchführung der Kontrollen überwachen sollten. Wann, wo und wie man sich testen kann, können Sie hier nachlesen.

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