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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 02.08.2026

  • 00:05 Uhr

    Die Unverschämten
    Eine Lange über Bad Girls im Kino
    Von Martina Müller
    Regie: die Autorin

    Eine unruhige Nacht mit Anna Drexler, Corinna Harfouch und Jens Harzer

    Sie sind witzig, boshaft, leichtsinnig, rücksichtslos, laut und leise. Ihre Stärke beziehen sie daraus, dass man sie unterschätzt - ob Piratin, Upper Class Lady, Barfrau, Prostituierte, Arbeiterin oder Stewardess. Ihre Geschichten sind für die Kinoleinwand erfunden und doch nicht ohne Bezug zur Realität. Die Trennung zwischen Wirklichkeit, Traum und Fantasie gerät ins Wanken. Es sind Frauen, die zuschlagen, die Waffe gebrauchen und wieder andere, die schweigend rebellieren. Sie leben in einer Welt, die sie betrügt, und dieser Welt gilt es zu trotzen - mit Energie, Lachen, Wut und Tränen. Frauen der Oberschicht entwickeln andere Strategien als Frauen, die am unteren Rand der Gesellschaft strampeln. Was die einen haben, das wollen die anderen. Junge Frauen setzen alles daran, ihren Spaß zu haben. Sie lassen nicht mehr zu, dass Männer sie gebrauchen: Gegen alle Moralvorstellungen kehren sie den Spieß um. Und dann? Wie sieht das Leben der Frauen über vierzig aus? Wie verhalten sie sich im Wettkampf mit anderen? Anna Drexler, Corinna Harfouch und Jens Harzer erzählen Geschichten von Frauen, die sich nicht fügen - in Hollywoodfilmen der 1930er-Jahre bis zu Quentin Tarantinos Jackie Brown. Was das mit uns zu tun hat, entscheiden wir selbst - mit Filmen, die wir nicht vergessen wollen. Von Ingmar Bergmans störrischer Monika bis zu Robert Bressons Die Sanfte.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Kammermusikfest Spannungen 2025

    Felix Mendelssohn Bartholdy
    Oktett für 4 Violinen, 2 Violen und 2 Violoncelli, Es-Dur, op. 20

    Hyeyoon Park, Violine
    Hana Chang, Violine
    Christian Tetzlaff, Violine
    Antje Weithaas, Violine
    Jan Larsen, Viola
    Rachel Roberts, Viola
    Gustav Rivinius, Violoncello
    Julia Hagen, Violoncello

    Aufnahme vom 16.6.2025 aus dem Kraftwerk in Heimbach

    03:05 Uhr   Heimwerk

    "Bach vs. Scheibe"

    Johann Sebastian Bach
    10. Satz: Jesu, deine Gnadenblicke. Arie
    aus: "Lobet Gott in seinen Reichen". Kantate für Soli, Chor, 2 Flöten, 2 Oboen, 3 Trompeten, Pauken, Streicher und Basso continuo, BWV 11

    Johann Adolf Scheibe
    13. Satz: Willkommen, Heiland. Arie
    aus: "Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu". Kantate für Soli, Chor und Orchester

    Marie-Sophie Pollak, Sopran
    Concerto Köln
    Leitung: Max Volbers

  • 06:05 Uhr

    Social Media und die Tate-Brüder: Ein Paradies für Schwerverbrecher
    Von Felix Stephan

  • 06:10 Uhr

    Johann Sebastian Bach
    „Herr, gehe nicht ins Gericht“. Kantate zum 9. Sonntag nach Trinitatis, BWV 105
    Miriam Feuersinger, Sopran
    Elvira Bill, Alt
    Benedikt Kristjánsson, Tenor
    Matthias Winckhler, Bass
    Gaechinger Cantorey
    Leitung: Hans-Christoph Rademann

    Josquin Desprez
    „Delevi ut nubem“. Motette zu 5 Stimmen
    amarcord

    Dietrich Buxtehude
    „Nichts soll uns scheiden von der Liebe Gottes“. Geistliches Konzert, BuxWV 77
    Musica Lingua
    L’arpa festante
    Leitung: Stephan Schreckenberger

    Anton Heiller
    „Vater unser im Himmelreich“. Choralpartita
    Roman Summereder an der Bruckner-Orgel der Stiftsbasilika St. Florian

    Michael Praetorius
    „Herzlich lieb hab ich dich“. Motette für 8 Stimmen und Basso continuo
    Schütz-Akademie
    Leitung: Howard Arman

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen
    Antiziganismus - Zum internationalen Tag des Gedenkens an den Genozid von Sinti und Roma

    Auf dem Weg zu einer Demokratie? Venezuelas Übergangsregierung lädt zum Dialog

    Der Dichter als Gärtner - Rilkes Begeisterung für die Botanik

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    "Die Welt im Fokus" - Ausstellung über Reisefotografie in der Albertina in Wien

    Kulturpresseschau - Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Denk ich an Deutschland: die Sängerin und Schauspielerin Ute Lemper

    Am Mikrofon: Britta Fecke

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Ausweg oder Irrweg?
    Zur Debatte um die Leihmutterschaft
    Von Martin Korden
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 50 Jahren: Filmemacher Fritz Lang gestorben

  • 09:10 Uhr

    Neue Musik

  • 09:30 Uhr

    Von der Demokratie zur Plutokratie?
    Wie man den Regimewechsel noch verhindern kann
    Von Claus Leggewie
    (Wdh. v. 21.04.2025)

    Geld regiert die Welt, eine alte Weisheit, die heute Schule macht. Donald Trump und Elon Musk sind dabei, in den USA die Verbindung von Macht und Geld in Politik zu verwandeln. Ist das eine Entwicklung, die die alten Demokratien substantiell bedroht?
    Die Verbindung von Geld und Macht ist ein uralter Zusammenhang. Von Beginn an war demokratische Politik nach dem Abstreifen feudaler Abhängigkeiten und aristokratischer Privilegien von der Idee geprägt, politische Mitwirkung sei an privates Eigentum und Besitz gekoppelt. Das galt für die antiken Volksversammlungen, die wichtige politische Ämter den Vermögenden sicherte, das galt auch für diverse Varianten des Zensuswahlrechts in den liberalen Demokratien Europas im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Doch Demokratien haben immer mehr Menschen als politisch Beteiligte integriert. Es scheint, als hätte sich diese Expansion erschöpft und als seien die Demokratisierungswellen des 20. Jahrhunderts an ein Ende gekommen. Seit der Jahrtausendwende breiten sich Autokratien aus, die sich oftmals demokratische Mehrheiten sichern und damit legitimieren. Vor diesem historischen und demokratietheoretischen Hintergrund stellt sich nun die Frage, ob die Weltgesellschaft in einen neuen, postdemokratischen Aggregatzustand eingetreten ist, der auf scheinbar überholte Herrschaftsformen wie Oligarchie (die Herrschaft der Wenigen), eine Plutokratie der Vermögenden, eine Ochlokratie des Pöbels oder auch eine Epistokratie, eine Herrschaft der Wissenden eingetreten sind?
    Claus Leggewie, Jahrgang 1950, ist Professor für Politikwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Mitherausgeber der „Blätter für deutsche und internationale Politik". Von 2007 bis 2017 war er Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Friedenskirche in Gräfeling
    Predigt: Pfarrerin Julia Rittner-Kopp
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Julia Galjamina, Russische Oppositionspolitikerin

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Schwerpunkt Asien

    Nyepi - Neujahr auf Bali

    Tourismus in Laos - Zwischen Ausverkauf und Tradition bewahren

    Weltstädte - Chengdu und das gemächliche Leben

    Am Mikrofon: Laura Kingston

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Comic-Zeichnerin Ulli Lust im Gespräch mit Tanja Runow

    Sie gilt als Vertreterin des dokumentarischen Comics, hat literarische wie journalistische Stoffe bearbeitet. Und für ihr jüngstes Buch zur menschlichen Frühgeschichte - "Die Frau als Mensch" - wurde sie mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet.

  • 15:05 Uhr

    Das Magazin - Neues aus der Szene
    Am Mikrofon: Tim Schauen

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Maike Luhmann: „Einsamkeit. Warum sie uns alle betrifft“
    (S. Fischer Verlag)
    Ein Beitrag von Jan Drees

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    KI und Start-ups - Wie KI Firmengründungen beflügelt und behindert
    Von Moritz Metz und Friederike Walch

    Die KI-Welle sorgt weltweit für immer mehr Neugründungen. Start-ups mit Künstlicher Intelligenz als Kerngeschäft boomen, aber auch die Konkurrenz steigt, während Investorengeld knapper wird. KI macht Gründen riskanter und eröffnet neue Chancen. Friederike Walch und Moritz Metz sprechen darüber, welche Start-ups profitieren - und welche nicht.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Was tun gegen rechte Vereinnahmung? Schriftstellerin Şeyda Kurt im Gespräch mit Dorothea Marcus

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Gelungen?
    Eine Bilanz des Bayreuther KI-Rings

    Yoga - Der herabschauende Hund als Gemeinschaftsgefühl
    Ein Gespräch mit Autorin Gunda Windmüller

    "Die Welt im Fokus" -
    Ausstellung über Reisefotografie in der Albertina in Wien

    Einen Monat nach dem Erdbeben -
    Kulturelle Schäden in Venezuela

    Am Mikrofon: Doris Schäfer-Noske

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr

    Leerstand in Japan - Ideen für verlassene Häuser

  • 20:05 Uhr

    Die Stumme Kattrin mit zwei „T“
    Eine Vater-Tochter-Biografie aus der DDR
    Von David Zane Mairowitz
    Regie: der Autor
    Mit: Andreas Keller und dem Autor
    Ton: Holger Kliemchen
    MDR 2026
    (Wdh. v. 01.08.2026, 18.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur)

    Gemeinsam mit seiner Frau fasst der DDR-Theaterregisseur Peter Kupke bei einem Aufenthalt in Dänemark den Entschluss, im Ausland zu bleiben. Ihre Tochter Kattrin lassen sie in der DDR zurück - ein Entschluss mit Folgen.

    Das ist eine Geschichte aus den 1970er-Jahren, eine Familientragödie zwischen Vater, Mutter und Tochter. Zugetragen hat sie sich in der DDR. Der Theaterregisseur Peter Kupke (1932-2022) arbeitete damals als Regisseur am Berliner Ensemble. In den siebziger Jahren erhält er die Möglichkeit, Theaterstücke auf den Bühnen der Bundesrepublik zu inszenieren. Er darf in den Westen. Immer wieder kommt er zurück. Doch in den späten 1970er Jahren beginnt sein Stern zu sinken. Seine Inszenierungen werden kritisiert. Gemeinsam mit seiner Frau fasst er bei einem Auslandsaufenthalt in Dänemark - Kupke inszeniert den „Don Juan“ am Theater in Odense - den Entschluss, nicht mehr zurückzukehren. Ihre Tochter Kattrin lassen sie allein in der DDR zurück. Für sie bedeutete die Flucht der Eltern das sofortige Ende ihrer Ausbildung zur Schauspielerin. Fast fünfzig Jahre später erinnert sie sich an diese Zeit, in der für sie alles anders wurde.

    David Zane Mairowitz, in New York geboren, lebt in Berlin und Südfrankreich. Er ist ein international arbeitender Hörspiel- und Featureautor, schreibt Graphic Novels, Sachbücher und Essays. Seine Hörfunkarbeiten, bei denen er auch selbst Regie führt, wurden mit zahlreichen Preisen prämiert, darunter der Prix SACD de la Radio

  • 21:05 Uhr

    Grundton D - Konzert und Denkmalschutz

    Werke von Heinrich Schütz, Johannes Brahms, Johann Sebastian Bach u.a.

    Windsbacher Knabenchor
    Nicolas Berndt, Orgel
    Leitung: Ludwig Böhme

    Aufnahme vom 3.7.2026 aus der Stadtkirche St. Wenzel in Naumburg

    Am Mikrofon: Jochen Hubmacher

    Leidenschaft und unverwechselbarer Klang zeichnen ihn aus. 2026 feiert der Windsbacher Knabenchor seinen 80. Geburtstag.

    Im Rahmen der Benefizkonzertreihe „Grundton D“ von Deutschlandfunk und Deutscher Stiftung Denkmalschutz gastiert der Windsbacher Knabenchor in der Stadtkirche St. Wenzel in Naumburg. Ein Schwerpunkt des Konzerts liegt auf Vertonungen von Texten Paul Gerhardts. Der Todestag des Dichters jährt sich 2026 zum 350. Mal. Wenzelsorganist Nicolas Berndt lässt zudem die Orgel von Zacharias Hildebrandt erklingen. Ein Juwel barocker Orgelbautradition, auf dem schon Johann Sebastian Bach gespielt hat.

  • 23:05 Uhr